Zinsen – Preis des Geldes Teil 2: das große Ganze

Wirtschaft einfach erklärt von MARVIN WANK.

Im ersten Teil dieser kleinen Serie haben wir uns die mikroökonomischen Effekte von Zinsen angeschaut, also die Bedeutung des Zinses auf das Individuum oder kleine Gruppen. Am Ende blieben dabei einige makroökonomische Frage offen, also Fragen, die eine ganze Volkswirtschaft betreffen. Dieser Artikel klärt, wie der Zins in einem freien Markt auch diese Probleme löst.

In meinem Artikel legte ich dar, wie Zinsen einen Anreiz zum Sparen geben. Keynesianer sehen darin häufig einen Beweis für die vermeintliche Ineffizienz des freien Marktes. Ihrer Meinung nach ist Sparen das Gift für die Wirtschaft, denn wenn alle nur Sparen, wird nichts konsumiert, nichts produziert und es werden keine Arbeitsplätze geschaffen. Und damit haben sie erst einmal Recht. Doch blenden sie aus, dass der freie Markt Konsumverzicht nur bis zu einem gewissen Grad entlohnt.

Stellen wir uns eine Bank vor, bei der Spareinlagen in Höhe von 3 Millionen Euro hinterlegt sind. Diese Bank gibt den Sparern 3 Prozent Zinsen für ihr Geld. Gleichzeitig gibt die selbe Bank Kredite in Höhe von 500.000 Euro aus. Da diese Bank Teil eines freien Marktes ist, kann sie maximal so viel Kredit geben, wie Spareinlagen vorliegen. Die Schuldner müssen für ihre Kredite 5% Zinsen zahlen. Die Differenz von 2% sind Absicherung gegen Zahlungsausfälle und Gewinnmarge der Bank.

Aus irgendeinem Grund bricht nun das Sparfieber aus und alle wollen plötzlich nur noch sparen – der keynesianische Albtraum also. Die Einlagen bei der Bank schnellen in die Höhe: Statt 3 Millionen sind es jetzt ganze 5 Millionen. Dem entgegen stehen weiterhin nur 500.00 Euro an Krediten, an denen die Bank verdient. Da sie nun fünfmal so viele Zinsen für die Sparer zahlen muss, schreibt die Bank rote Zahlen.

Um wieder Gewinn zu erwirtschaften, kann die Bank zwei Entscheidungen treffen: Sie kann die Zinsen für Sparkonten senken, um die Kosten zu reduzieren oder sie kann die Kreditzinsen senken, um mehr Kredite auszugeben und so den Gewinn zu erhöhen. Realistisch gesehen zwingt der Konkurrenzdruck die Bank zu einer Kombination aus beiden Maßnahmen: Senkt sie die Sparzinsen zu stark, werden die Kunden zu einer Bank mit höheren Zinsen wechseln. Senkt sie die Kreditzinsen nicht stark genug, so wird sie keine Kredite verkaufen.

Eine hohe Sparquote führt auf einem freien Markt zur Senkung der Zinsen sowohl für Sparkonten als auch für Kredite. Mit jedem Cent, der gespart wird, sinkt der finanzielle Anreiz zum Konsumverzicht und der finanzielle Nachteil eines frühzeitigen Konsums schwindet. Ergo: Eine Situation, in der alle nur noch sparen und niemand konsumiert, ist auf einem freien Markt unmöglich.

Doch was ist, wenn alle nur noch auf Pump leben wollen und keiner mehr spart? Stellen wir uns wieder unsere Bank vor: Von 500.000 € ist das Kreditvolumen auf 1,5 Millionen € angewachsen. Langsam wird es für die Bank kritisch: Sie kann nur maximal das Geld verleihen, was die Sparer angelegt haben (in der Regel deutlich weniger; die Sparer sollen auch noch an ihr Geld kommen), andererseits will sie auch keine Kreditkunden womöglich dauerhaft an die Konkurrenz verlieren. Jetzt kehrt sich der Marktmechanismus um: Die Bank muss einerseits die Sparzinsen erhöhen, um wieder mehr Einlagen zur Verfügung zu haben. Andererseits muss sie in Folge dessen auch die Kreditzinsen erhöhen, damit sie Gewinn erwirtschaftet.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass solche sprunghaften Anstiege wie hier beschrieben in der Realität normalerweise nicht vorkommen. Stattdessen gibt es häufig einen Trend in die eine oder andere Richtung, der so lange anhält, bis die erwähnten Marktmechanismen ihn unattraktiv machen.

Über Konkurrenzdruck und finanzielle Anreize ist es dem Markt also möglich, übermäßiges Sparen und Verschulden gleichermaßen zu verhindern. Die genaue Spar- und Kreditquote kann innerhalb eines Rahmens dennoch variieren, je nachdem wie wichtig Rücklagen bzw. sofortiger Konsum in einer Gesellschaft sind. Das Argument, ohne permanente Geldmengeninflation würde den Banken irgendwann das Geld ausgehen ist damit entkräftet. Wie dem geneigten Leser sicher aufgefallen ist, habe ich hier explizit von einem freien Markt gesprochen. Im dritten und letzten Teil dieser Serie werden wie klären, wie Zinsen in unserem gegenwärtigen Wirtschaftsmodell funktionieren und welche Auswirkungen dies hat.

3 Antworten

  1. Reagan hired him to do flower preparations for a number
    of events at the Palisades home she shared along with her husband, Ronald,
    whose own appearing career was winding down.

  2. Bruno sagt:

    Wirtschaft ist eigentlich leicht zu verstehen, wenn es so kompetent erklärt wird.
    Mit grundlegender Logik und Mathematik kann man linke und keynesianische Mythen einfach widerlegen, das Problem ist nur, dass vernünftige Stimmen von Populisten immer niedergebrüllt werden, und von den “Qualitätsmedien“ auch wenig Beachtung finden.
    Stattdessen fragt man sich bei Zeit, Spiegel, FAZ und TAZ wieder, “was wir heute noch aus Marx lernen können“, und schreiben über Ökonomen wie Piketty, statt Hayek und Mises.
    Zum Glück gibt es noch liberale Stimmen wie die LJB, die den Einheitsbrei ein bisschen aufmischen!