Verdienen Fußballerinnen wirklich zu wenig? Erlebnisse auf einem Quidditch-Turnier

Von MANUEL FREUND | Neulich fand bei mir in der Umgebung eine Quidditch-Meisterschaft statt. Für alle, die nicht wissen, was das ist: Schaut euch Harry Potter an oder fragt einfach Google. Alle, die wissen, was Qudditch ist fragen sich jetzt vermutlich: „Wie um alles in der Welt kann man ohne magische Kräfte Quidditch spielen?“ Es geht! Es sieht zwar ziemlich beschränkt aus, wenn junge Erwachsene durchgehend mit einem Stab zwischen den Beinen über ein Spielfeld rennen und mit Bällen rumwerfen, aber trotzdem ist Quidditch ein anerkannter Sport – und zwar zurecht. Bei dem Spiel muss man sich körperlich mehr anstrengen als beim Fußball. Inzwischen gibt es tatsächlich an viele Universitäten Quidditch-Mannschaften – logischerweise verdienen selbst die „Profis“ im Qudditch nichts. Der Sport ist einfach viel zu unpopulär, also woher sollten die großen Gehälter kommen?

Tja, diese Logik interessiert jedoch nicht jeden. In letzter Zeit wurde die Empörung immer größer, denn – wie ihr vermutlich alle nicht mitbekommen habt – die Fußball-WM hat vor Kurzem begonnen. Also die Frauen-Fußball-WM. Immer mehr Frauen fordern eine Erhöhung des Gehaltes von Fußballspielerinnen, damit weibliche Fußballer genau so viel verdienen wie männliche. Ganz nach dem Motto: „Gleiche Leistung, gleicher Lohn“. Klingt erstmal logisch, aber es gibt einen „kleinen“ Haken an der Forderung. Wenn kein Geld da ist, kann auch kein Geld gegeben werden – linke hassen diesen Fakt, ich weiß. Die Popularität von Frauenfußball ist schlichtweg viel geringer als die vom Männerfußball. Wenn die Leute kein Frauenfußball schauen, dann gibt es weder viele Einnahmen durch Ticketverkäufe noch durch TV-Zuschauerzahlen (also indirekt Werbung). Vergleichen wir mal: Das EM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Weißrussland sahen sich in Deutschland im Schnitt 7,1 Mio. Leute an. Das Frauen-WM-Spiel Deutschland gegen China zog nur durchschnittlich 4,4 Mio. Zuschauer an den Fernseher. Ein nicht gerade übermäßig wichtiges und zusätzlich noch extrem unspektakuläres  Fußballspiel  bei den Männern (es war zu erwarten, dass Deutschland gewinnt) findet also deutlich mehr Zuschauer als ein WM-Spitzenspiel bei den Frauen. Woher sollen also die riesigen Mengen an Geld kommen? Man müsste also das Problem beheben, dass Frauenfußball so unpopulär ist. Das tut man aber nicht, indem man Frauenfußball einfach subventioniert.

Des Weiteren könnte sich das Popularisieren als schwierig darstellen, und zwar nicht, weil der böse alte weiße Mann ein Sexist ist, der aus Prinzip kein Frauenfußball guckt, sondern weil Fußball in Deutschland eben ein typischer Männer-Sport ist. Selbst von Frauen höre ich immer wieder, dass Fußball spielende Damen keinen interessieren und auch einfach schlechter spielen. Wenn ich mir Fußball ansehe, will ich sportliche Männer sehen. Ich gehen doch auch nicht ins Ballet um einen 130 kg schweren Typen im rosa Tütü auf der Bühne rumtänzeln zu sehen. 

„Frauen können nicht so gut Fußballspielen wie Männer“. Eine simple Wahrheit, zwar eine gehasste, aber trotzdem eine Wahrheit. Für jeden, der mich jetzt als Sexist abstempelt, kommt hier auch meine logische Begründung, warum Frauenfußball in Deutschland überhaupt nicht so gut sein kann wie Männerfußball. Zuerst einmal betreiben Männer generell mehr Sport im Verein als Frauen. Im Deutsch Olympischen Sportbund waren 2017 über 14,3 Mio. Männer, aber nur knapp 9,5 Mio. Frauen. Zusätzlich betreiben Frauen eher andere Sportarten als Fußball. Nur 18% der Fußballspieler im DOSB sind weiblich. Das heißt, der Kader an männlichen Fußballspielern ist viermal so groß wie der an weiblichen Spielern. Die Chance, dass man männliche Top-Sportler mit großen sportlichen Chancen zum Fußball zieht, ist also viel größer als die bei Frauen. Zuletzt darf man auch nicht vergessen, dass Männer allein anatomisch im Durchschnitt sportlicher sind als Frauen.

Nun genug davon, warum die Forderungen nach höheren Löhnen im Frauenfußball ökonomisch nicht tragbar sind, denn abgesehen davon sind sie in meinen Augen auch noch unverschämt und abgehoben – vor allem wenn man bedenkt, dass in den letzten Wochen bereits viele Gehälter und Siegesprämien im Frauenfußball erhöht wurden. Warum fragt ihr euch? Naja, wir schauen uns mal das von mir am Anfang genannte Beispiel an. Qudditch-Spieler strengen sich bei Spiel genau so viel an und bekommen gar nichts. Auch Handballspieler, Tennisspieler und Sportler vieler anderer Sportarten, die teilweise sogar mehr trainieren als Fußballer, bekommen weniger Gehalt. Fußballerinnen in der Bundesliga verdienen im Jahr durchschnittlich 40 000€. Jetzt kann man das natürlich mit dem Durchschnittsgehalt der Männer in der Bundesliga vergleichen. Allein in der 3. Liga verdienen die Männer schon das dreifache. Böser Sexismus? Nein, Marktgesetz. Nachfrage ist nicht sexistisch.

2 Antworten

  1. xandru sagt:

    Für Frauen ist jeder Wettbewerb uninteressant, bei dem man nicht durch Quoten oder üble Nachrede nach oben kommt.