Staatlicher Monopolist Deutsche Bahn: Entgleisung bei der Qualität

Von KARL DRAMM | Schlechter Service & teure Preise. Der einzige Grund, warum man die DB noch nutzt: es gibt keine Alternative. Vom Totalversagen eines staatlichen Monopols.

Seit dem Deutschland wieder einig ist, gibt es sie: Die private Bahn, die gar nicht privat ist. Die Deutsche Bahn AG, zu 100% in Staatsbesitz, Betreiber von 95% des deutschen Schienenverkehrs, und einem Großteil des deutschen Nahverkehrs. Sie hat die 80%-Pünktlichkeitsmarke ein weiteres Mal verfehlt. Aber nicht nur die Pünktlichkeit ist ein Manko bei der DB. Immer wieder sind schlechter Service, schlechte Auskunft, teure Preise und ineffizienter Betrieb Gesprächsthema bei den Deutschen, die sich die „alten Zeiten“ der Deutschen Bundesbahn zurückwünschen.
Einmal mehr ist es Zeit, das milliardenschwere Unternehmen in Staatshand ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen, um zu zeigen, was falsch läuft.
Zuerst, die Pünktlichkeit. Eine Pünktlichkeitsquote von 72%: nur drei Viertel der Fernzüge kam im vergangenen Juli pünktlich an. Wieder ein Negativ-Rekord für die Bahn. Schuld daran sind laut Bahn natürlich Wind und Wetter, die Fahrzeuge und Infrastruktur besonders belasten.
Fragt sich nur warum es ausgerechnet in Deutschland, einem Land des gemäßigten Klimas, Jahr für Jahr Probleme mit den hohen Temperaturen im Sommer, und den tiefen Temperaturen im Winter gibt. Andere Länder wie Frankreich, Spanien, oder Russland, haben mit genau den gleichen Problemen zu kämpfen, doch sie bewältigen sie irgendwie.
Angeblich seien also die Temperaturen Schuld – blöd nur, dass es laut Statistik weniger Hitzeausfälle und -verspätungen gab.
Die Deutsche Bahn lügt sich aus der Schlinge – mehr als nur bekannt ist es, dass die Deutsche Bahn eines der teuersten Fernbahnnetze Europas hat. Hier kostet ein Ticket rund das doppelte wie in Frankreich, bei schlechterer Leistung. Nicht nur in Qualität, sondern auch in Quantität schneidet die Deutsche Bahn Jahr für Jahr miserabler ab.
Die Qualität kostet die DB:
Die Regionalstecken Deutschlands, werden in vielen Ecken des Landes (Nordrhein-Westfalen, Sachsen/-Ahnhalt, Baden-Württemberg) mehr und mehr privatisiert – weil die DB mit der hohen Qualität der Privatbahnen schlichtweg nicht mithalten kann, genauso wenig im Fernnetz. Vor einigen Monaten wurde über den Start des „FlixTrain“ geschrieben – die schnellen Verbindungen zwischen Köln und Hamburg, sowie Stuttgart und Berlin werden immer populär. Für ein Drittel des Preises knapp anderthalb Stunden mehr fahren, ist hier die Faustregel des Leistungsunterschieds zwischen DB und FlixTrains.

Die Deutsche Bahn kann schon lange nicht mehr mit den privaten Bahnen wie „Abellio“ oder „GoAhead!“ mithalten, das einzige was der Gigant noch hat:
Den Staat auf seiner Seite. Zwei Strecken, nicht oft am Tag befahren, sowie einige Streckenabschnitte im Gemeinschaftsbetrieb mit Nachbarländern abgesehen davon ist der Fernverkehr das Reich der Deutschen Bahn. Dem Unternehmen, welches es im Unterschied zu anderen Ländern nicht hin bekommt, guten Service, hohe Pünktlichkeit und eine angenehme, stressfreie Fahrt zu einem bürgerlichen Preis anzubieten. Deutschland, das einst neben England führende Eisenbahnland, fährt durch ineffiziente Planungen und ein falsches Betriebssystem des Regional- und Fernverkehrs geradewegs mit voller Geschwindigkeit auf einen Prellbock zu.
Oftmals der einzige Grund, warum man die DB noch nutzt: es gibt keine Alternative. Totalversagen eines staatlichen Monopols.

2 Antworten

  1. emma sagt:

    Ja, wirklich sehr schade um die gute alte Bahn. Eigentlich ein schönes Verkehrsmittel, in der Praxis aber leider immer öfter eine Zumutung.
    Alternativen gibt es aber doch🚘 (🛵) und für löngere Strecken ✈️
    Wenn das alles von der Umweltlobby verboten wird müssen wir halt wieder die Kutschen besteigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.