Immer mehr Flüchtlinge auf dem Balkan

Von ERIK SNIPER | Die Flüchtlingskrise ist längst noch nicht vorbei. Immer noch nehmen große Mengen an Flüchtlingen die Balkanroute, um nach Europa zu kommen. Bosnien-Herzegowina kann das nicht mehr stemmen. In den letzten vier Monaten kamen bereits mehr in die Auffanglager als im gesamten letzten Jahr. Über Nacht kamen tausende in der Stadt Sarajewo an und schlugen ihre Zelte mitten in einem kleinen Park auf. Dort, wo sonst Touristen die Nationalbibliothek bewundern, campieren nun Flüchtlinge – völlig selbstverständlich. Die Einheimischen in Bosnien-Herzegowinas Hauptstadt waren betroffen, sie brachten den Menschen Essen und ein wenig Kleidung. Offiziell wurde die Balkanroute im März 2016 geschlossen. Der damalige österreichische Außenminister und heutige Kanzler Sebastian Kurz feierte seinen Erfolg, auf den er wochenlang mit den Balkanstaaten hingearbeitet hatte. Doch das ist Geschichte. Seit Jahresbeginn kommen die Migranten wieder vermehrt über den Landweg in die EU. Es ist von einer neuen Balkanroute die Rede. In den ersten vier Monaten des Jahres hat Bosnien-Herzegowina schon so viele Flüchtlinge aufgenommen wie im gesamten Vorjahr. Das Sicherheitsministerium spricht von 2200, andere Medien gar von 5000. Der Balkanstaat ist ratlos. Und überfordert. Im Land gibt es nur eine einzige Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, sie kann 150 Menschen versorgen. Der stellvertretende Sicherheitsminister Marijan Baotic klagt über seine chronisch unterbesetzte Grenzpolizei. Unter diesem riesigen Ansturm kann die Versorgung mit Nahrung und Kleidung nicht mehr gesichert werden. Viele Flüchtlinge wollen weiter in wohlhabendre Länder wie Deutschland reisen. Sie erhoffen sich dort ein Leben wie im Schlaraffenland – alles, was das Herz begehrt – am besten, ohne dafür zu arbeiten. Die EU müsste endlich mit Herkunftsländern wie Marokko und afrikanischen Ländern zusammenarbeiten, um Wirtschaftsflüchtlingen diese Hoffnungen zu nehmen und ihnen die Realität zu zeigen. Es müssen Recourcen für echte Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte gesichert werden. Erst dann können Leben gerettet und das Vertrauen der Bürger in die Flüchtlingspolitik gestärkt werden.

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