FDP-Listenplatz 2 bei der Europawahl posiert mit „Vereinigte Staaten von Europa“-Reisepass

Von JAN SCHNEIDER | ,,Offene Grenzen sind super“ ist ein toller Wahlkampfspruch von Linken und Grünen – möchte man meinen. Doch niemand geringeres als Svenja Ilona Hahn, Spitzenkandidatin der Jungen Liberalen und Platz 2 der FDP-Liste für die Europawahl, sagte diesen Satz bei einem gemeinsamen Fototermin mit NEOS an der deutsch-österreichischen Grenze. Dabei hielt sie einen Reisepass der ,,Vereinigten Staaten von Europa“ in der Hand, ein Wahlkampfmittel der NEOS, und bezeichnete das Schengen-Abkommen als ,,geil“. Wahlkampftaktik oderr steckt was ernstes dahinter?

Screenshot eines Posts vom offiziellen JuLi-Instagram-Account.

Zunächst mal muss man feststellen, dass mit ,,offene Grenzen sind super“ wohl nicht eine grenzfreie Welt, sondern das Schengen-Abkommen gemeint ist. Trotzdem hätte ich mir von Platz 2 der Bundesliste der FDP mehr sprachliche Vorsicht gewünscht. Dieser Ausrutscher kann leicht missverstanden werden. Das Schengen-Abkommen kann man durchaus auch positiv bewerten, jedoch hat es seine Nachteile, wie unter anderem den Missbrauch unseres Sozialsystems und eine leichtere, länderübergreifende organisierte Kriminalität. Nicht so geil, oder?

Zwar sind die Vereinigten Staaten von Europa erklärtes Ziel der Jungen Liberalen Aber noch nicht Beschlussache der FDP. Wenn sie öffentlich die VSE propagiert, muss sie dies als Spitzenkandidatin der JuLis oder als Privatperson tun, und nicht im Namen der FDP

3 Antworten

  1. Tania sagt:

    Oh Mann! Als liberaler Mensch würde ich SO GERNE die FDP wählen – aber sie schaffen es doch immer wieder, mir gute Gründe zu geben, es nicht zu tun..

    • NeueDeutscheWelle sagt:

      Mir gehts genau so! Ich denk mir immer „Jawoll, FDP wirds“ und dann kommen irgendwelche JuLis oder ein Kubicki um die Ecke und machen mich wieder zum Nichtwähler…

    • Jan Schneider sagt:

      Das ist für mich kein Grund. Wie im Artikel beschrieben, die VSE sind nicht Beschlusssache der FDP, es gibt innerparteilich viele Europakritiker. Und das geringste Übel wählen ist immer besser als nicht wählen! LG