Weitere Annäherungen zwischen Putin und Erdogan: Gaspipeline eröffnet

Von KARL DRAMM | Durch den Abschuss eines russischen Kampfjets der türkischen Luftwaffe im türkischen Grenzgebiet Ende 2015 bröckelte die Beziehung der beiden Machthaber Vladimir Putin und Recep Erdogan. Doch seit dem Ereignis näherten sich die beiden nach und nach wieder an.
Im Oktober des vorletzen Jahres wurde als Annäherungsversuch beider Staaten der Bau einer Erdgaspipeline zwischen vom russischen Anapa durch das schwarze Meer bis zur türkischen Küste (ca. 100 km westlich des Bosporus) beschlossen. Ziel sei es laut Erdogan, dass die Gaspipeline namens „Turkish Stream“ jährlich ca. 31,5 Milliarden Kubikmeter Gas in Richtung der Türkei fließen lässt und dadurch auch Südwest-Europa einen weiteren Gasanschluss erhält. Denn zusätzlich zur bereits seit 2003 laufenden Pipeline namens „Blue Stream Gas“ durch die Türkei soll die neue Pipeline ebenfalls „den Bedarf an Erdgas der europäischen Länder decken, ohne Transitrisiken ausgesetzt zu sein“. Zudem sollen „mindestens die Hälfte“ der 31,5 Milliarden Kubikmeter an Europa weitergeleitet werden.
Die Eröffnung der ab Mai 2017 gebauten und wahrscheinlich 2019 komplett in Betrieb gehenden Erdgaspipeline aus Russland hat sich auch Präsident Putin nicht entgehen lassen. Für ihn sei die Pipeline ein „wichtiger Faktor der europäischen Energie-Sicherheit“.
Der komplizierteste Teil, der durch das schwarze Meer geht ist bereits fertiggestellt und bei der Eröffnungsfeier gab es von Putin zusätzlich noch warme Worte zum Annäherungsversuch: „Für solche Projekte braucht man Mut. Präsident Erdogan hat seinen Mut bewiesen“.
Doch das ist nicht der einzige Annäherungsversuch der beiden: bereits vor einigen Monaten hatten Putin und sein Kollege Erdogan gemeinsam den Bau des ersten Atomkraftwerks der Türkei beschlossen.

1 Antwort

  1. karlchen sagt:

    Was für eine wunderbare Freundschaft zweier lupenreiner Demokraten…