Warum es die marx’sche Dystopie nie gab

Von MARVIN WANK | Ein überzeugter Menschenhasser hat es im Kapitalismus wahrlich nicht leicht: Er kann tun und lassen was er will, noch so rücksichtslos nach seinem eigenen Vorteil handeln, er kommt einfach nicht umhin, das Leben anderer Menschen zu verbessern. Im Kapitalismus ist es buchstäblich unmöglich jemanden auszubeuten und das war auch schon immer so.

Beginnen wir bei den Anfängen und legen den Finger genau dorthin, wo Kritiker der freien Marktwirtschaft ihre tiefste Wunde vermuten: in die industrielle Revolution. Damals pressten die einige wenige Industriebarone die Mehrheit der Bevölkerung, die Arbeiter, bis aufs Mark aus. Stundenlang mussten diese in den Fabriken der Industriellen schuften und wurden nur äußerst knapp dafür entlohnt. Tag um Tag mussten sie schwerste Arbeit leisten um die exponentiell steigende Massenproduktion von Gütern aufrecht zu erhalten.

Soweit die Inhaltsangabe zum „Kapital“. Doch das schöne an Marx ist ja, dass man seine Thesen so wunderbar gegen ihn selbst verwenden kann. Denn dem aufmerksamen Leser fällt schnell auf, dass Kommunisten-Karl zwar ausführlich die Massenproduktion in den Fabriken beschreibt, aber nie, was mit den Massenprodukten eigentlich passiert. 

Dabei steckt die Antwort darauf eigentlich schon im Namen: Massenproduktion, das ist nicht nur Produktion in Massen, sondern auch für die Massen. Fabrikarbeiter in der industriellen Revolution produzierten in erster Linie für andere Fabrikarbeiter. Deswegen ist der Wohlstand besonders in den unteren Schichten auch so rasant gestiegen; Ein normaler Arbeiter konnte bald auf eine größere Güterauswahl zurückgreifen als ein Adliger noch hundert Jahre zuvor.

Die wohl beeindruckendste Leistung der Linken ist die erfolgreiche Geschichtsverfälschung der industriellen Revolution. Diese war der größte Segen besonders für die Ärmsten der Armen, die schlagartig einen vorher nie vorstellbaren Wohlstand erreichten. Stattdessen wird die Industrialisierung als das Negativbeispiel für ungezügelten Kapitalismus benutzt. Umso wichtiger ist die Wirtschaftsgeschichte für Verteidiger der Marktwirtschaft. Denn am Schönsten ist es doch, wenn man seine Gegner mit ihren eigenen Waffen schlagen kann.

2 Antworten

  1. Makkaber sagt:

    „Diese war der größte Segen besonders für die Ärmsten der Armen, die schlagartig einen vorher nie vorstellbaren Wohlstand erreichten.“ so true. Kapitalismus ist GERADE für die Armen nötig!

  2. moneypenny sagt:

    👍 Stark. Und wahr.
    Die Legende vom „bösen Kapitalismus“ ist so hartnäckig wie falsch.
    Was bei der Industrialisierung auch meist unerwähnt bleibt: Wie arm die „armen Arbeiter“ vorher waren und wie froh über die neue Arbeit, die ihnen ja erst ermöglichte, die neuen Güter zu kaufen.