Ursula freut sich – der Steuerzahler eher weniger: Die „Gorch Fock“ schwimmt weiter

Von Manuel Freund I Es ist ja nichts neues, dass das Verteidigungsministerium nicht gerade gut mit Geld umgeht. Es werden Waffen bestellt, die nach wenigen Schüssen schon ungenau sind und allein im Jahr 2016 hat das Verteidigungsministerium über 200 Mio. € für Berater ausgegeben. Auch ansonsten funktioniert beim deutschen Verteidigungsministerium eher weniger. Deutschland hält das Nato-Ziel nicht ein und von den über 100 Kampffliegern die Deutschland eigentlich hätte, stehen meist nicht einmal zehn zur Verfügung, da die anderen nicht gewartet wurden. 

Nun feierte das Ministerium jedoch einen riesigen Erfolg – behauptet es zumindest. Die Gorch Fock – das einzige Segelschiff der deutschen Marine – schwimmt wieder. Seit 1958 ist das Schiff in Betrieb. Zu der Zeit hatte es noch einen großen Nutzen, doch heute kann man das Schiff nicht mehr gebrauchen. Es ist einfach zu alt und längst überholt, sodass es sich nicht mehr lohnen würde, das Schiff als Nutzfahrzeug zu verwenden. Vielmehr ist es inzwischen ein Deko-Schiff der deutschen Marine geworden.

Weil solch ein Schiff irgendwann auch mal abgenutzt wird, muss man es natürlich sanieren. So brachte man es im Dezember 2015 zur Instandsetzung in die Bredo-Werft in Bremerhaven. Dort sollte es für zuerst 10 Mio. € wieder fahrtüchtig gemacht werden – eine ziemlich hohe Summe für einen Deko-Artikel. Jedoch ist dieser Betrag gar nichts im Vergleich zu den 69 Millionen, die das Schiff den Steuerzahler inzwischen tatsächlich kostete. Jetzt nach 3,5 Jahren ist das Schiff endlich wieder im Wasser und voll einsatzbereit. Aber wenn man sich Bilder von der „Jungfernfahrt“ vor einigen Tagen anschaut, dann fällt einem schnell auf: Da fehlt ja was. Das einzige Segelschiff in der deutschen Marine fährt aktuell ohne Segel… Der Mast und die Segel müssen also auch noch gebaut werden, aber das ist ja sicherlich nicht so teuer – gerade einmal weitere 66 Millionen Euro…

Außerdem gibt es Probleme mit der Werft. Diese prangert an, dass der Bund ihnen noch 5,1 Mio. € schulde. Der Bund habe das Geld laut eigenen Aussagen bereits überwiesen, das Problem ist anscheinend nur, dass das Geld von verschiedenen Vorständen der Werft veruntreut wurde, sodass die entsprechenden Zahlungen nie an die Werft gelangt sind. So ist es auch kein Wunder, dass die Bredo-Werft pleite gegangen ist.

Problem hier, Problem da, Geldverschwendungen in hohem Maße und trotzdem funktioniert nichts, aber Hauptsache, Ursula von der Leyen reist zur ersten Fahrt der halb-renovierten Gorch Fock an und hat ihren Spaß beim Winken, als würde sie rufen wollen: „Schaut her Leute, hier fließen eure zu hohen Steuern rein!“

3 Antworten

  1. Regina Cuno sagt:

    Was funktioniert eigentlich im Militär Deutschlands, seit „Flinten-Uschi“ vor fünfeinhalb Jahren von der Familien- zur Verteidigungsministerin hochgelobt wurde? Unsummen an Steuergeldern verschwendete die bessere Krankenschwester – der Korruption und Vetternwirtschaft immer noch verdächtig. Der häufig für diverse Ideologien vorgeschobene Fachkräftemangel herrscht scheinbar vor allem im Bundestag 😉

    Danke an die Apollo News, die beweisen, dass es auch in der „Jugend von heute“ nicht nur scheinheilige Schulschwänzer, sondern auch kluge Realisten gibt. Leider zu wenige. Die ich gern unterstütze. Weiter so!

  2. Andrés Ramos sagt:

    Tja, guter Artikel, der repräsentativ für die um sich greifende Schwarmdummheit unserer Gesellschaft steht, in der Gesinnung und Fantasie immer über den Verstand triumphieren. Dabei stinkt der Fisch vom politischen Kopfe, siehe auch Flughafen BER. In 10 Jahren schaffen es die Demenzkollektive unserer politischen Frontfrauen/männer wahrscheinlich nicht mal mehr alleine aufs Klo. Gesegnet sei der Postmodernismus mit all seiner Zerstörung des wesenhaften. Amen, sach ich mal….