„Nur gucken, nicht anfassen!“ – das seltsame Körperbild der Jugend von heute

6 Antworten

  1. Werner sagt:

    Sehr schön, einfallsreich und witzig geschriebener Artikel – hätte ich so nicht vermutet. „…die jungen Leute heute viel gehemmter beim Flirten sind, als es die Generation unserer Eltern… aber was ich da mitgekriegt habe, hat mich echt verwundert….“ Nicht nur Sie. Wir hatten die verheiratete Tochter, ca. 25 mit Baby bei der Betriebs-Weihnachtsfeier dabei, und sie war ebenfalls verwundert „also, wie ihr hier redet“, obwohl sie nicht gerade ein Kind von Traurigkeit ist. Beim Frühstück im Hotel haben beide beim Spachteln ordentlich zugegriffen. Sie am Tisch oben, und ihr Kind 20cm weiter unten. Da hat die Natur für die beiden Körperteile zur Erstversorgung des Nachwuchses millionen-ellenlange Zeit gebraucht, bis sie so schön groß und weich und kuschelig waren. Also viele davon schon, wenn man sie nicht wie eine bekannte Wetterfee krampfhaft versteckt. „Selbst wenn in den 70ern in Wirklichkeit nur halb so viel geflirtet wurde…“ War auch in den Filmen viel Klamauk dabei, was heute fehlt. Wenn man mir eine Zeitmaschine wie bei „Zurück in die Zukunft“ anbieten würde, wäre ich sofort verschwunden – ganz schnell weg. Damals gab es noch kein AIDS (>84) und in der DDR konnten die Mädels ab 16 kostenlos die Pille bekommen. Alle waren Lehrlinge und Studenten mit selbst verdientem Geld – und die Mädels hatten ein freizügiges und sehr selbstbewußtes Auftreten, ohne übermäßiges Schminken. Großes Rätselraten war für den gewünschten Spass nicht nötig. Eine komplette Verjüngung in einen 15…. 25- jährigen Körper würde ich vehement ablehnen. Jetzt? Niemals. Kann man auch bei Youtube sehr nachvollziehen, wenn man sich die Kommentare bei Musik aus den 70er und 80er Jahren anschaut. Die sind nach meinen Feststellungen in der zeitlichen Dichte von wöchentlich… täglich während Corona auf stündlich gegangen. Aus der ganzen Welt von überall und 12-16-Jährige dabei, denen die heutige Musik auf die Nerven geht. In der Hitparade/ Musiksendung der ÖR heute ein Frank Zander mit „Oh, Susi“ (durfte beim BR damals nicht in der Hitparade gespielt werden), „Plattenküche“ oder Frank Zappa „Bobby Brown“ (live im „Zirkus Krone“) wäre heute unmöglich – Böse. „Die Prinzen“ „Du musst ein Schwein sein“ 92 im ÖR. Heute ist der Prinz ein weichgespülter Merkelrockzipfellutscher bei den Guten, die in Wirklichkeit die Bösen sind. Gegenüber der aktuell einfallslosen, witzlosen…. sterilen Musik/ Filme (fast nur Krimis und Trullulu), sind „Der Räuber und der Prinz“ oder „Da-Da-Da“, lyrische und musikalische Feuerwerke. Nick Nolte mit Eddie Murphy, Depeche Mode 101 (ganzer Film) zum ungefähren Einfangen der zeitlichen Situation, weil sowas nicht in den Geschichtsbüchern steht. „Eis am Stiel“ und andere Filme / Musik dieser Art mit viel Klamauk, muss man kennen. Aber die Frauen haben daran auch eine Mitschuld. Wo die Natur ein dichtes Gebüsch zum Zweck der Beschleunigung der Reproduktion der Art entwickelt hat, zur Verteilung von für männliche Artgenossen anregenden Geruchsstoffen, ist es jetzt meistens kahl und ebenfalls ziemlich steril…..

  2. Stefan Spumant sagt:

    Liebe Frau Fußer. In Ihrem Artikel fand ich den Satz sehr schön. Du bist für mich sythemrelevant, willst du meine Kontaktperson sein, weil er eine Lösung für das Problem Kontaktsperre andeutet. Desweiteren bin ich der Meinung dass die Frauen in Deutschland schon lange in die Richtung vegetarisch, vegan, antiaggressiv, lustfeindlich und gegen dominante Männer tendieren. Frauen in Urlaubsländern machen sich schon lange über survende, alleinreisende und
    abgemagerte Frauen aus Deutschland lustig. In Europa ist dieses Phänomen auch schon bei Frauen aus Spanien und Italien angekommen. Die Männer haben, so denke ich, das Problem der vaterlosen Gesellschaft, welches sich seit dem zweiten Weltkrieg über 2 Generationen hinzieht. Männer sind schlichtweg oft ohne Väter großgeworden, zu schwächlich und keiner traut sich mehr den Frauen ihre Allmachts und Größenphantasien in Frage zu stellen. Die 68 ger und die heutigen Grünen leben immer noch in diesen realitätsfernen Welten und fördern diesen Größenwahnsinn als politische Agenda. In alten Filmen sieht man sehr schön wie männliche Männer um weibliche Frauen werben. Vielleicht können sich Frauen sowie Männer da wieder etwas abschauen.

  3. Abid Hussain sagt:

    Was für ein schöner Artikel. Endlich ein Text, der nicht zum hundertsten Mal das Elend des Lockdowns beweint, sondern Lebensfreude vermittelt und Lust auf das Leben nach Corona macht. Auch mir als Mann fällt auf, dass heutzutage viele, vor allem jüngere Männer, geradezu widernatürlich auf ihr Aussehen bedacht sind. Im Ergebnis kommen dabei komplett durchtrainierte Muttisöhnchen heraus. Beim weiblichen Geschlecht genau andersherum: eine attraktive Frau mit knapper Kleidung, die wie ein Kampfroboter durch die Straßen läuft und es sexistisch findet, wenn ihr jemand auf den Hintern guckt – irre. Es geht aber auch anders: wie schön ist es, eine Frau zu sehen, die mit voller Absicht einen kurzen Rock angezogen hat und wie ein Wesen aus einer anderen Welt an einem vorüberfliegt. Und noch schöner ist es, wenn die Frau dabei nicht übertriebenes Selbstbewusstsein zur Schau stellt, sondern schüchtern und verschmitzt in die große weite Welt hinausschaut. Man sieht es einer Frau doch an, ob sie sich an ihrem Körper erfreut oder ihn als Feind betrachtet. Letzteres ist befremdlich bis abstoßend, an Ersterem kann man sich nicht satt sehen. Wie im Artikel beschrieben, kann man den Wandel der Zeit bei den Star Wars Filmen beobachten. Während in den Filmen aus den 70er und 80er Jahren Prinzessin Leia kaum die Laserkanone halten konnte und permanent den Annäherungsversuchen von Han Solo „ausgesetzt“ war, sieht man heute in der Hauptrolle ein merkwürdiges Etwas mit Lichtschwert, das irgendwie an eine Frau erinnert. Da fehlt ein Han Solo, dann wäre ihr das Lichtschwert ziemlich egal.

  4. karlchen sagt:

    Knaller. Werde mir gleich mal Eis am Stiel besorgen…!

  5. moneypenny sagt:

    „man freut sich über jeden gutgebauten Postboten“ – herrlich! Schön auch der Freund aus Buxtehude!
    Was für ein kluger, lebendiger, witziger Artikel!

  6. Peter Reuter sagt:

    Als 55-Jähriger Mann kann ich nur aus meiner Sicht berichten.
    Es stimmt das in den 80er-Jahren mehr geflirtet wurde. In der Disco sprühte es nur so vor Erotik. Frauen haben sich „schöngemacht“, Männer rausgeputzt. Es wurde eng getanzt. Und niemand störte sich an der Anmache. Wer das nicht wollte ging nicht in die Disco oder auf eine Party.
    Das Problem heute ist das allein ein Kompliment bezüglich der guten Figur oder des schönen Kleides schon als sexueller Übergriff gewertet werden kann.
    Das bedeutet häufig den Verlust von Ansehen oder gar die soziale Isolation. Was das heute im Unibetrieb bedeuten kann, brauche ich wohl nicht zu erklären. Stichwort AStA, MeTwo-Debatte, etc.