Nordkorea wieder auf Kriegspfad?

Von ERIK SNIPER | Wir haben alle noch die Bilder eines versöhnlichen Kim Jong Uns vor Augen, der dem südkoreanischen Präsidenten Moon freudestrahlend die Hand geschüttelt hat. Eine Zeit lang sah es so aus, als ob Kim tatsächliches Interesse an Frieden hätte. Eine Telefonleitung zwischen den beiden Staaten wurde eingerichtet und das Atomwaffentestgelände Nordkoreas gesprengt. Sogar die Uhren wurden auf die südkoreanische Zeit umgestellt. Doch jetzt droht Kim damit, einem Gipfeltreffen mit Donald Trump fern zu bleiben. Woher dieser plötzliche Sinneswandel? Geht es dem sozialistischen Diktator etwa zu schnell? Möchte er dem Klassenfeind USA doch nicht so nahe kommen? Es gab ein Statement dazu. Kim wird nicht zum Gipfel erscheinen, solange die USA ihren Ton nicht ändern. Was meint er damit? Etwa die Verhöhnungen, die uns vor einem halben Jahr noch in Angst und Schrecken versetzten? Fakt ist: Nordkorea geht es so gut wie nie. Der Lebensstandart ist gestiegen. Der Staat merkt, Selbstversorgung funktioniert nicht. Das könnte ein Grund für Kims Friedensbestrebungen sein. Doch er kann es sich nicht erlauben, jetzt schwach zu wirken. Das Land würde ihm aus den Fingern gleiten, wie es in der DDR der Fall war. Er muss allen beweisen, dass er immer noch der Taktgeber in diesem Konflikt ist. Ich glaube nicht, dass der Frieden mit Nordkorea verloren ist. Beweisen alle Parteien jetzt diplomatisches Geschick, kann es immer noch zur Versöhnung kommen.

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