Kiffer dürfen keine Polizisten werden

Von ERIK SNIPER | Ein 40-jähriger Mann hat sich 2017 beim Polizeidienst in Berlin beworben. Da aber THC in seinem Blut nachgewiesen wurde, hat er eine Absage bekommen. Die hat der Bewerber wiederum zur Anklage gebracht. Jetzt hat das Berliner Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren entschieden. Die Ablehnung ist gerechtfertigt. Menschen, die regelmäßig Cannabis konsumieren, seien nicht für die täglichen Aufgaben eines Polizeibeamten geeignet. Das sieht auch der Polizeipräsident zu Berlin so. In seiner Absage an den Bewerber heißt es, er sei „nicht uneingeschränkt polizeidienstfähig“. Als Kiffer sei man beispielsweise nicht in der Lage, ein Polizeiauto zu fahren. Doch gehöre gerade das zu den täglichen Aufgaben eines Polizisten. Da hat der Polizeipräsident wohl vergessen, dass die Einflüsse auf motorische Fähigkeiten spätestens einen Tag nach dem Cannabiskonsum verschwinden. Auch sonst gibt es keinen gerechtfertigten Grund, den Bewerber abzulehnen. Er trat weder suchtgefährdet, noch besonders aggressiv auf, was auch bei den meisten Kiffern selten ist. Cannabiskonsumenten den Polizeidienst zu verweigern ist lächerlich und kann auch gefährlich werden, gerade in Berlin, wo es sowieso schon ein Personalproblem gibt. Natürlich sollte Cannabis genau wie Alkohol im Dienst strikt verboten bleiben. Was ein Polizist in seiner Freiheit tut, geht jedoch niemanden etwas an.