Der Bruch mit dem Regime

Von MAX Zimmer | Das Zweckbündnis zwischen USA und Saudi-Arabien steht auf der Kippe. Es ist gut, dass man nicht vor Riad buckelt. Die linke Forderung nach Sanktionen ist trotzdem scheinheilig. 

Saudi-Arabien gilt gemeinhin als Verbündeter der USA. Gemeinsame Interessen einen zwei Länder, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Jetzt aber könnte das Verhältnis zu den USA kippen, da die Golf Diktatur mit ihrem Verhalten das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

In Istanbul ist ein saudischer Journalist im Konsulat des Landes verschwunden, der als Regime-Kritiker bekannt ist.
Die türkischen Behörden gehen mittlerweile von einer Entführung bzw. einem Mord an dem Journalisten aus.
Auch die USA haben sich jetzt in den Konflikt eingeschaltet, und Saudi-Arabien sanktioniert.
Hieraus ist mittlerweile eine handfeste diplomatische Krise entstanden.
So haben die USA bereits 3.000 Soldaten in dem seit einem Jahr von Saudi-Arabien blockierten Katar stationiert – eine klare Botschaft an das saudische Regime.

Und auch in den Reihen der US Politik hört man immer härtere Töne gegen die saudische Diktatur, so vor allem in konservativen Medien.

Für eine souveräne US-Außenpolitik ist das eine gute Nachricht – außenpolitische Affronts aus opportunistischen Gründen zu übersehen und vor islamistischen Diktaturen zu kriechen sollte der deutschen Außenpolitik vorbehalten bleiben.
Auch die harten Strafen gegen Systemkritiker und die herrschende Scharia sollten dem Westen zu denken geben.

Was aber auch auffällt ist die Scheinheiligkeit der deutschen Gesellschaft und Medien.
Wegen eines verschwundenen Journalisten schreien die Linken nach Sanktionen, Maßnahmen und bezichtigen die Amerikaner, den Saudis wegen des Öls die Füße zu küssen. Währenddessen sitzen 85 Minderjährige in iranischen Todeszellen und warten auf ihre Hinrichtung – das scheint niemanden zu interessieren. Gott behüte, Deutsche Firmen haben schließlich im Iran investiert.
Der Iran ist aber nicht nur – genau wie Saudi-Arabien – eine islamistische Diktatur, sondern hat – im Gegensatz zu Saudi-Arabien – die Absicht die ganze Welt zu unterwerfen, will Atombomben bauen um dem Westen die Stirn zu bieten und Israel ins Meer treiben.
Die entlarvende Stille wenn es um den Iran geht, macht die Sanktionsforderungen gegen Saudi-Arabien scheinheilig.
Das ist nicht nur ein Zeichen von Einseitigkeit, sondern auch von Antiamerikanismus und Israelfeindlichkeit.
Denn es geht den Deutschen Linken nicht darum, was in Saudi-Arabien oder im Iran passiert, es geht ihnen darum die amerikanisch-israelische Politik – auf der einen oder anderen Seite – zu verurteilen.

1 Antwort

  1. moneypenny sagt:

    Ich sehe nicht ein, warum man nicht sowohl dem Iran als auch Saudi-Arabien gegenüber kritisch sein kann.