Die Aydan und die Automatismen

Von MAX ROLAND | In Straßburg gab es einen Terroranschlag. Bloß nicht instrumentalisieren, mahnen die Instrumentalisierer.

 

Aydan Özoguz (Foto: Österr. Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres. Lizenz)

Erneut ein Terroranschlag in Europa. Wieder ein Weihnachtsmarkt. Diesmal half kein Betonklotz, keine Barriere. Der Terrorist hat diesmal einfach geschossen.

Wirkliches Entsetzen oder sowas konnte ich gar nicht mehr fühlen, als ich die Nachricht hörte: Dafür sind die Nachrichten von Terroranschlägen viel zu normal geworden. Man hat sich daran gewöhnt, dass islamische Gotteskrieger im Namen Allahs Europäer töten. Allein über diese Gewöhnung könnte man mal sprechen. Darüber, dass es eine Normalität ist, jetzt Polizisten mit MPs und Maschinengewehren zwischen Glühweinständen und Snackbuden zu sehen. Über die Angst, die sich latent in der Bevölkerung festsetzt. Über all das könnte man sprechen.

Es sei denn, man heißt Aydan Özoguz. Die ehemalige Integrationsbeauftragte, die mit der Aussage, es gäbe keine „deutsche Kultur“, ihren Job quasi für überholt erklärt hatte, treibt sich, wie jeder Politiker, der etwas auf sich hält, auf Twitter rum. Dort konnte ich einen wirklich bemerkenswerten Beitrag von ihr finden. Denn all das, was ich beschrieben habe, ist nicht das Problem, was die SPD-Frau sieht. Es ist auch nicht der Terror selbst: Das Problem ist natürlich niemand sonst außer der AfD. Diese verdammten Terroristen, die die AfD stärken. Solche Leute, für die der „Kampf gegen Rechts“ vor dem Kampf gegen den Terror kommt, leben diesbezüglich ja bekanntlich in einer ganz eigenen Welt, wo die Bedrohung nach dem Anschlag von Strassburg nicht Chérif C., sondern Alexander G. heißt.   Frau Özoguz ließ sich zu diesem herausragenden Beitrag hinreißen:

https://twitter.com/oezoguz/status/1072619441748393987

Ich glaube, man muss einer dieser Leute sein, dieser „gegen-Rechts-kämpfer“, damit man nicht mehr merkt, wie absurd das eigene Geschreibsel schon wird. Frau Özoguz instrumentalisiert einen Terroranschlag, um gegen die AfD zu schießen, die angeblich den Anschlag instrumentalisiere:  Aber welchen der toten Franzosen interessiert die AfD? Welchen der Angehörigen interessiert die AfD? Frau Öuoguz hätte hier die Möglichkeit gehabt, über den Täter zu schreiben. Über die Ursachen. Aber sie nutzt die 280 Zeichen aus, um gegen die AfD zu schießen. Verständlich für eine Frau aus der SPD, denn die AfD läuft ihrer Partei konsequent den Rang ab, aber trotzdem, vielleicht gerade deswegen umso falscher und widerlicher.

Das Beste kommt aber noch: Diese Instrumentalisierung hat nicht stattgefunden. Denn auf keinem Twitter-Account der AfD ist etwas zu finden, was auch nur im geringsten eine Instrumentalisierung sein könnte. Unser Hinweis darauf blieb unbeantwortet. Frau Özoguz scheint sich also gar nicht auf irgendetwas bezogen zu haben: Sie hat die Anti-AfD-Zeile einfach so eingebaut. Automatisch. Das 3-Schritte Programm eines linken bei einem Terroranschlag: 1: Kurze Beileidsfloskeln.  2: Die AfD und „Rechts“ angreifen und Instrumentalisierung vorwerfen. 3:Nichts tun.  Bei Bedarf wiederholen.

 

Das politischste von Seiten der AfD ist ein Tweet von Alice Weidel, in dem es bezüglich des Islamismus heißt, Europa habe „völlig die Kontrolle verloren“. Liebe Frau Özoguz, sie geben es wahrscheinlich ungern zu, weil es ihr Versagen als Integrationsbeauftragte unterstreichen würde: Aber ist das denn falsch? Eingemauerte Weihnachtsmärkte, auf denen trotzdem Menschen sterben, ermordet durch einen polizeibekannten Gefährder? Sieht so Kontrolle aus?

Aber dass der politischen Linken die Opfer eines Gewaltverbrechens, ob Terror in Straßburg oder Mord in Chemnitz, völlig egal sind, ist ja bekannt. Lieber wird auf ihren Gräbern ein Tänzchen gegen Rechts getanzt.

1 Antwort

  1. lechaim sagt:

    Ganz genau.
    Und leider ist es so, dass man langsam abstumpft – wobei mich die Kälte und Gleichgültigkeit der sog. guten Menschen gegenüber den Opfern der naiv-aggressiven NoBorder-Utopie dann doch immer wieder fassungslos macht.