ARD & Co: mehr Geld trotz Finanzreserven?

Von MARVIN WANK | Die „Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten“, kurz KEF, hat in ihrem 21. jährlichen Bericht gewaltige Finanzüberschüsse bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten festgestellt. Insgesamt beliefe sich der Überschuss auf fast 550 Millionen Euro. Weiterhin sei die Struktur der Sender ineffizient, sie gäben etwa zu viel Geld für Personal und Verwaltung aus und verhältnismäßig wenig für das Programm. Die Kommission sieht hier großen Optimierungsbedarf.

Doch ungeachtet des dicken Finanzpolsters erachten die Sender eine Erhöhung der Beiträge um 1-2€ Euro für notwendig. Das wären dann bis zu 19,50 € pro Monat – oder immerhin 5% des Monatslohnes eines Minijobbers auf 400-Euro Basis. Fast 20€ jeden Monat also, um Qualitätssendungen wie „Traumschiff“, „Rosamunde Pilcher“ oder „Rote Rosen“ zu finanzieren. Auf die teilweise stark meinungsbildenden, um nicht zu sagen propagandistischen „Nachrichtenformate“ die ebenfalls, ungeachtet der persönlichen Einstellung, von diesen Gebühren finanziert werden, werde ich gar nicht erst eingehen.

Der Wahrheitsgehalt des Sprichworts „Getroffene Hunde bellen am lautesten“ lässt sich eindrucksvoll an der Reaktion der Vorsitzenden des NDR-Verwaltungsrates, Dagmar Kerssenbrock, erkennen. Diese bezeichnete die Aufführung der Mängel durch die KEF als „Amtsanmaßung“ und sprach sich darüber hinaus dafür aus, die Kontrolle über die Finanzen „allein durch die Rundfunk- und Verwaltungsräte der Rundfunkanstalten“ zu vollziehen.

Eine Kommission, die ihren Auftrag, die Ermittlung des Finanzbedarfs, bereits im Namen trägt überschreitet also ihre Kompetenzen indem sie…den Finanzbedarf ermittelt? Es wäre besser, wenn die Sender ihre Ausgaben selbst regulieren, obwohl sie durch das Zwangsgebührenmodell eine von ihrer Leistung unabhängige Geldquelle habe? Frau Kerssenbrock, das ist lächerlich! Nicht die KEF handelt anmaßend, sondern sie. Ihre Haltung spiegelt die allgemeine Arroganz und Dekadenz all derer wider, deren Gehalt unabhängig von ihrer Leistung ist. Schämen sie sich!

 

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