Mörder der Holocaust-Überlebenden soll Muslim sein

Von ERIK SNIPER | Der Mörder der in Frankreich getöteten 85-Jährigen Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll soll laut ihrer Enkelin ein Muslim sein. Das schrieb sie auf Facebook. Auch die französischen Ermittler stufen laut Welt die Tat mittlerweile als antisemitisch motiviert ein. Die Frau wurde am Freitag mit mindestens elf Messerstichen und verkohlt in ihrer ebenfalls in Brand gesetzten Wohnung in Paris gefunden. Bei dem Täter soll es sich laut der Enkelin um den langjährigen muslimischen Nachbar der Frau handeln. Sie selbst ist bereits vor 20 Jahren nach Israel gezogen, sie sah für sich und alle anderen Juden in Frankreich keine Zukunft mehr. Auch der Präsident der Republik Macron zeigte sich bestürzt über den Tod der 85-Jährigen. Auch der Innenminister Gérard Collomb äußerte sich empört. Er kündigte auf Twitter an, dass alles unternommen werde, um die Täter zu überführen. Auch der Oberrabbiner Frankreichs, Haïm Korsia, benutzte Twitter, um seine tiefe Bestürzung der Shoah-Überlebenden zu äußern. Der 29-jährige Nachbar und ein weiterer Verdächtiger wurden festgenommen. Über ihn wurden noch keine Angaben gemacht. Diese Tat ist ein weiteres Indiz für den stetigen Anstieg von antisemitisch motivierten Straftaten seit 2015, nicht nur in Frankreich, sondern in ganz Europa. Vor etwa einem Jahr erschütterte der Mord an Sarah Halimi die jüdische Gemeinde in Paris. In diesem Fall wurde lange nicht von einem antisemitischen Motiv ausgegangen, mittlerweile zählt aber auch dieser Mord zu den antisemitisch motivierten.

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