Mit Philosophie-Master ins Klassenzimmer

Von MARVIN WANK| Unterrichtsausfall von über 50%, technische Ausstattung aus dem letzten Jahrhundert, unmotivierte Lehrer – als Schüler muss ich die Konsequenzen der verfehlten Bildungspolitik am eigene Leib erfahren. Die Zahlen sprechen Bände: laut MDR sind schon jetzt ca. 50% der sächsischen Lehrer Quereinsteiger.

Um Quereinsteiger zu werden, ist lediglich ein Hochschulabschluss vonnöten, der mit viel Phantasie einem Unterrichtsfach zugeordnet werden kann. Das kann dann von Gender Studies über Soziologie bis hin zu Kunstgeschichte so ziemlich alles sein. Pädagogische Qualifikationen: Fehlanzeige.

Erschreckenderweise sind sie damit gar nicht allzu weit vom regulär ausgebildeten Lehrpersonal. Denn das Lehramtsstudium besteht zum größten Teil aus fachlichen Inhalten. Für konkrete pädagogische Methoden sind jedoch gerade einmal 1-2 Semester vorgesehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass kaum ein Lehrer die Unterrichtsinhalte adäquat vermitteln kann.

Wenn man dies in Betracht zieht, so ist es kaum verwunderlich, warum nur sich nur wenige Abiturienten für ein Lehramtsstudium entscheiden. Die vollkommen realitätsferne Ausbildung ist sicherlich nur ein kleines Trümmerteil in der Bildungsruine Deutschland, aber ein vergleichsweise einfach zu beseitigendes. Doch erfahrungsgemäß ist selbst der geringste Aufwand zu groß in den Augen der Politiker. Daher ist es unsere Pflicht, aufzustehen und die Bildungsbürokraten wachzurütteln – wenn schon nicht mehr für uns, dann wenigstens für unsere Kinder!

1 Antwort

  1. Air Tuerkis sagt:

    Sehr guter Artikel! Nur eine Anmerkung: Eventuell ist es doch gar nicht so schlecht, pädagogisch nicht-ausgebildete Lehrer einzustellen. Denn was lernt man an der Uni? Alternative Unterrichtsmethoden, Feminismus, Inklusion, Neusprech etc. Meine Erfahrung ist, dass die Quereinsteiger (die also wirklich Ahnung in ihrem konkreten Fachbereich haben) den frisch von der Uni kommenden Pädagogen bei weitem zu bevorzogen sind!

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