EU verbietet Fusion von Siemens und Alstom

Von Karl Dramm | Als im September 2017 die beiden führenden Fahrzeughersteller in Europa, Siemens (aus Deutschland) und Alstom (aus Frankreich) ihre Fusion in der Bahn-Sparte bekannt geben wollten, staunte man nicht schlecht.
Nun ist ein Urteil von der Europäischen Kommission gefallen: die beiden Bahnhersteller dürfen nicht fusionieren, um einen gemeinschaftlichen Zug herzustellen, so Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager: Die beiden Unternehmen seien nicht dazu in der Lage gewesen „die erheblichen wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen“.
Die Überraschung über dieses Urteil ist groß. Sowohl die Regierung in Frankreich, als auch Merkels Kabinett unterstützten das Projekt enorm. Ein Grund dafür war die Pro-EU-Stellung beider Kabinette, die sich bspw. durch ein geplantes neues EU-Wettbewerbsrecht zeigt, durch das es möglich sein soll durch innereuropäische Fusionen, europäische Großkonzerne zu erschaffen.
Ziel der beiden Unternehmen sollte es sein, einen gemeinsamen Schnellzug zu bauen, welcher der „Airbus der Schiene“ wird, um dem weltweiten Marktführer CRRC aus China wieder die Stirn bieten zu können.

Wobei man Airbus nicht unbedingt als positiv Beispiel sehen kann: Der Konzern konnte jahrelang nicht auf eigenen Beinen stehen und wird immernoch massiv subventioniert. Produktionsprozesse werden ineffektiv gemacht, weil die Regierungen der beteiligten Europäischen Länder immer darauf beharren, dass ein Flugzeug nicht an einem Standort produziert wird, damit alle Länder einen Beitrag leisten. Daher werden Flugzeugteile mit dem eigens dafür entworfenen Transportflieger Airbus Beluga durch halb Europa geflogen. Der neue Airbus-Supervogel a380 – das größte serienmäßige Verkehrsflugzeug der Welt – schreibt indes dunkelrote Zahlen. Ein Produkt europäischen Größenwahns: das einzige Ziel war die legendäre Boeing 747 in pucto Größe zu übertreffen. Während der amerikanische Jumbo-Jet allerdings seit 1970 erfolgreich verkauft wird, steht der Airbus a380 jetzt nach nur 12 Jahren vor dem aus.

 

1 Antwort

  1. Thomas H. sagt:

    Die EU versteht die heutige Wirtschaft nicht und hindert Europäische Unternehmen dran, mit dem Ausland, wettbewerbsfähig zu bleiben bzw. den Markt auszubauen!
    Ps. Würde mich über konstruktive Kritik oder andere Meinungen freuen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.