Erdogan kontrolliert jetzt das Geld

Von ERIK SNIPER | Wieder einmal setzt der türkische Halbdiktator Erdogan alles daran, die Machtverteilung in seinem Land aufzuheben. Er ernannte seinen Schwiegersohn zum Finanzminister und erklärte sich selbst zum Chef der Zentralbank. Seit Erdogan an der Macht ist, sank der Wert der türkischen Lira stetig. Heute Vormittag entsprach ein US-Dollar 4,83 Lira. Seit Jahresbeginn sank der Wert der Lira um 20%, die Inflationsrate liegt bei 15%. Händler an den Finanzmärkten sehen dies als Folge zu Erdogans Politik der Machteinnahme. Neben der neuen Kontrolle über die Zentralbank ist er jetzt Staats- und Regierungschef gleichzeitig und hat die gesamte Exekutivgewalt inne. „Wir haben viele Instrumente. Ich denke, wir werden die Zinsen in nächster Zeit fallen sehen“, zitierte die Zeitung „Hurriyet“ Erdogan. „Ich bin mir sicher, nicht nur unsere staatlichen Banken, sondern auch unsere privaten Banken werden Verantwortung übernehmen, falls notwendig.“ Der neue Finanzminister versicherte, dass die Priorität jetzt beim Kampf gegen die Inflation liege. Er stellte auch klar, dass die Zentralbank weiter unabhängig bleibt. Wer’s glaubt, wird selig! Denn die Zentralbank hat bereits mehrfach versucht, die Inflation durch Erhöhung der Leitzinsen zu bekämpfen. Erdogan untersagte dies jedoch, da in der Folge das Wirtschaftswachstum nachlassen könnte. Man kann dem türkischen Präsidenten mittlerweile dabei zusehen, wie er die Machtteilung aufhebt. Dies ist nur ein weiterer, beängstigender Schritt. Man könnte fast sagen, Hitler hat 1933 genau so gehandelt.

1 Antwort

  1. Miseslebt sagt:

    Erdogan macht iwie ziemlich genau das was die EZB seit Jahren macht. Sollte uns das zu denken geben?