AfD stellt sich gegen Poggenburg – dieser tritt zurück

Von MAX ZIMMER | André Poggenburg, Fraktions- und Parteichef in Sachsen-Anhalt hat offiziell mitgeteilt, bis Ende März von beiden seiner Ämter zurücktreten zu wollen.
Poggenburg war in heftige öffentliche Kritik geraten, nachdem er am politischen Aschermittwoch über Deutschtürken unter anderem als “Kümmelhändler“ und “vaterlandsloses Gesindel“ gesprochen hatte.
Ihm wurde offener Rassismus, hemmungslose Hetze und in Teilen auch der Straftatbestand der Volksverhetzung vorgeworfen.
Daraufhin wurde Poggenburg vom AfD-Bundesvorstand abgemahnt, auch seine eigene Fraktionen stellte sich letztlich gegen ihn.
Zwar ist er freiwillig zurückgetreten, sprach davon “Druck von Partei und Fraktion nehmen zu wollen“, ist aber vermutlich von der eigenen Partei zum Rücktritt genötigt worden.

Dies stellt eine erfreuliche Wende für den liberalen Flügel der AfD dar, wird doch nun aus den eigenen Reihen konsequent gegen rechtsnationale Hardliner vorgegangen.
Wahrlich sind weite Teile der AfD in den letzten Jahren zu Unrecht durch die eigene rechtsaußen Minderheit innerhalb der Partei mit Dreck beschmutzt worden.
Seit dem Austritt des liberal-konservativen Parteigründers Bernd Lucke und der Übernahme der Partei durch den rechteren Petry Flügel drifftete die Partei immer weiter nach Rechts ab, auch durch die Gründung des nationalkonservativen Höcke Flügels.
Das jetzt einer der, wenn nicht gar der engste Verbündete Höckes, André Poggenburg innerhalb der Partei deutlich abgemahnt wurde, dürfte also ein Zeichen einer langsamen Mäßigung der Partei sein.
Ob es aber eine zufriedenstellende Revolution der liberalen AfDler sein sollte, ist fragwürdig.
Dafür hat die Partei noch zu viele Populisten innerhalb ihrer Reihen, welche ihren politischen Einfluss in diesem Land wohl ungern aufgeben werden.

1 Antwort

  1. TheMoerv sagt:

    Top Artikel!