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Zweiter Ansturm für Samstag angekündigt: Ceuta versinkt nach der Invasion noch immer im Chaos

Die Lage in Ceuta entwickelt sich immer dramatischer. Nun droht unmittelbar der nächste Ansturm, die Sorge vor Ort wächst – doch Spaniens Regierung lässt ihre Bürger angesichts der drohenden Eskalation zunehmend im Stich.

Ausnahmezustand in Ceuta: Auch das Militär rückte an (IMAGO/ZUMA Press Wire)

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Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta ist gut zwei Wochen nach dem ersten Massenansturm Zehntausender illegaler Migranten weiterhin katastrophal und verschlechtert sich im Stundentakt. Während die Strände und Vororte von gestrandeten Subsahara-Afrikanern eingenommen wurden, bereiten sich die überlasteten Sicherheitskräfte bereits auf den nächsten Sturm vor.

„Es gibt keinen Plan. Sie haben nicht einmal irgendeinen Befehl für den Fall der Fälle erteilt. Es herrscht absolutes Schweigen“, beschwert sich ein hochrangiger Kommandant gegenüber dem spanischen Objective. Seit Tagen kursieren in marokkanischen Netzwerken Aufrufe zu einem erneuten Ansturm auf die dicht besiedelte Exklave.

Am 15. August soll es so weit sein. Medienberichten zufolge soll sogar das marokkanische Innenministerium zwischenzeitlich eingegriffen haben, um einen erneuten Massenzustrom zu verhindern. Dabei sollen mehrere mutmaßliche Anstifter festgenommen worden sein (mehr dazu hier).

In Spanien selbst schien man die unmittelbare Gefahr jedoch weniger ernst zu nehmen. Bereits den ersten Ansturm nahm Madrid als zwar akuten, jedoch weitgehend ungefährlichen Zwischenfall wahr. Die Zahl der Migranten, die die Grenze überquerten, und den damit verbundenen akuten Notstand spielte die Regierung durchgehend herunter. Schnell wurde jedoch klar, dass das tatsächliche Ausmaß die Darstellung der spanischen Regierung bei Weitem übersteigen würde.

Nach den jüngsten Zahlen überquerten rund 80.000 Migranten innerhalb kürzester Zeit die Grenze zwischen Marokko und Spanien. Während ein Großteil der Marokkaner zurückgeschickt wurde, befinden sich in Ceuta nun vor allem afrikanische Migranten, die zuvor in Marokko ausgeharrt hatten und auf eine Gelegenheit warteten, in die EU zu gelangen.

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Seit Wochen nun übernachten diese Personen dort ohne jegliche Perspektive. Durchweg sind sie auf die Hilfe örtlicher Behörden angewiesen. Die Stadt verfiel dadurch ins Chaos. Zahlreiche Aufnahmen in den sozialen Medien dokumentieren dies.

Besonders leidet darunter jedoch die einheimische Bevölkerung, die mit den Folgen des Ansturms weitgehend alleingelassen wird. Der Alltag ist für die rund 80.000 Menschen in vielerlei Hinsicht unzumutbar. Läden, Cafés und Büros sind geschlossen, die Strände kaum noch begehbar, und die Straßen – insbesondere nachts – zu gefährlichen Orten geworden. Während der Frust in der Bevölkerung wächst, sieht die Regierung offenbar tatenlos zu.

Eine Einheimische sagte zu Beginn der Invasion: „Wir haben Angst. Wir können das nicht hinnehmen. Wo bleiben unsere Rechte als Spanier? Wo bleiben unsere Prinzipien als Spanier?“, beklagt die Frau in die Kamera. Die Stadt müsse dringend gesichert werden. „Wir brauchen Polizei, Guardia Civil und Militär auf den Straßen“, schildert sie unter Tränen weiter über die „Invasion“. Hinter ihr steht eine Gruppe junger, johlender Marokkaner.

Welche Ausmaße die Krise mittlerweile angenommen hat, lässt sich besonders deutlich an Ceutas normalerweise malerischen Stränden erkennen. Aufnahmen, die in den sozialen Medien kursieren, zeigen zahlreiche Migranten, die sich dort mithilfe von Ästen und Palmzweigen eigene Barracken errichtet haben (Apollo News berichtete).

Die Lage hat sich besonders in den vergangenen Tagen noch einmal verschärft. Vor allem Ärzte schlagen Alarm und warnen angesichts der Überlastung des Gesundheitssystems und auftretender Infektionskrankheiten vor einem möglichen Ausbruch von Epidemien (mehr dazu hier).

Nach Angaben der Polizei sind die Straftaten im Bereich der körperlichen Gewalt in den vergangenen Tagen rasant angestiegen. An den Stadträndern von Ceuta sei man vorrangig mit der Eindämmung von Massenschlägereien und Auseinandersetzungen unter Migranten beschäftigt. Auch zu mehreren Vergewaltigungen einheimischer Mädchen soll es bereits gekommen sein. Die Polizei ermittelt in mindestens zehn Fällen dieser Art.

Mit Blick auf den 15. August bleibt die Lage unübersichtlich. Die Bewohner fürchten eine weitere deutliche Verschlechterung der Bedingungen, die bereits jetzt als katastrophal beschrieben werden. Einen konkreten Aktionsplan für die Einsatzkräfte gibt es bislang offenbar nicht. Dabei wäre ein solcher angesichts der drohenden Gefahr dringend erforderlich und würde in vergleichbaren Situationen üblicherweise erstellt werden.

„Angesichts eines Ansturms dieser Art muss klar sein, wie und wann die Beamten handeln sollen. Eine Anweisung, die genau festlegt, ob Abschreckungsmittel eingesetzt werden sollen, ob Festnahmen vorgenommen werden sollen und wie die Rückführungen durchgeführt werden sollen“, berichtet ein mit der Quelle vertrauter Beamter gegenüber Objective.

Ähnlich ergehe es der Nationalpolizei in Ceuta. Die Truppen sind üblicherweise für die Grenzkontrollen und die Verwaltung der Migration zuständig. Anweisungen für den Samstag habe man nicht bekommen. „Wenn etwas passiert, dann passiert es eben, aber niemand weiß, was er tun soll. Von Anfang an wurde improvisiert, und so geht es weiter“, beklagt ein Beamter der Polizeieinsatzgruppen gegenüber dem Medium.

Die gesamte Situation beschreibt ein anderer Beamter als „surreal“. „Es kann doch nicht sein, dass niemand auch nur das Geringste darüber weiß, was zu tun ist, falls so etwas noch einmal passiert“, beklagt er und fügt hinzu, dass er zugleich „darauf vertraut“, dass sich die Szenen an der Grenze nicht wiederholen.

Die große Hilfe aus Madrid bleibt weitestgehend aus. Grund dafür ist Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez, der sich nach der Entschärfung der Lage vor Ort vor allem auf Marokko verlässt. Dieses soll die Grenze zu Ceuta ausreichend sichern, um einen erneuten Ansturm zu verhindern. Sollte das Gegenteil eintreten, droht Sánchez, die eigene Bevölkerung erneut sich selbst zu überlassen.

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12 Kommentare

  • Keine Sorge, Bürger von Ceuta:
    Madrid hat offenbar einen Plan – hoffen, dass Marokko das Problem löst.

    Und Brüssel? Dort beherrscht man die bewährte europäische Krisenstrategie:
    betroffen schauen, Solidarität beschwören und möglichst keine Verantwortung übernehmen.

    Wenn Sicherheitskräfte beim nächsten Ansturm selbst rätseln müssen, was sie tun sollen, nennt man das vermutlich „besonnenes Grenzmanagement“.

    Regierungen, die ihre Bürger schützen? Offenbar ein Konzept von gestern. Aber Hauptsache, die Sonntagsreden stimmen.

    • Absolut passender Kommentar …und auf jeden Fall immer wieder die Parteien, die diese Zustände politisch zu verantworten haben, wählen.

    • … andrererseits haben die Bürger es doch so gewählt. Selbst schuld!

    • Bockmist. Schönlaberrei. Komme mal zur Sache. Symptome anzusprechen kann jeder.

  • Wieder einmal wird dem Bürgern klar gemacht was sie der Regierung wert sind, nämlich nichts.

  • Mit den heutigen, vielfältigen technischen Möglichkeiten
    sind die kurzen Grenzen dort nicht zu schützen?
    Wenn die Grenzen heute nicht geschützt werden, dann
    will man sie schlicht und einfach nicht schützen.

  • Gesteuert von wem ??

  • … mal sehen wann die Einwohner Ceutas und später Melillas evakuiert werden und die bei Exklaven aufgegeben werden . . .

    • …und davor haben die spanischen Sozen die ganzen afrikanischen Invasoren aufs spanische Festland geholt, nicht das ihnen noch was zustossen könnte…

  • Warum Immer So Negativ..:-)

    Katrin Göring-Eckardt …

    „Wir bekommen Menschen geschenkt“: Katrin Göring-Eckardt verteidigt ihre Skandaläußerungen zu Migration..

    „Brauchen Migranten, die in unserem Sozialsystem zu Hause sind“

    Die Tage hat sich was.. Gejährt..

    Walter Ulbricht: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“

    Warum sollte Jemand auf diesem FunktionsLevel was Sagen.. Wen er Nicht so Meint..

    Und Mag das Noch so Absolut Irrsinnig sein..

    Muss Irgendwo Immer davon Ausgehen.. Das was Sie Sagen auch so Meinen..

    Und zwar 1 zu 1..

    Und Mag das Noch so Absolut Irrsinnig sein..

    1 zu 1..

  • Was will man von einem Sozialisten als Präsident auch erwarten.

    Selbstgewähltes Schicksal würde ich sagen.

  • Was für ein Segen. Da sind doch bestimmt wieder viele Ärzte und Ingenieure dabei würde die Merkel seiern…

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