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Monika Schnitzer buckelt nach oben und tritt nach unten

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer wittert im Tankrabatt eine Subvention. Tatsächlich erlässt der übergriffige Staat den Autofahrern damit nur einen Bruchteil der von ihm erhobenen Steuern. Auch an anderer Stelle offenbart die Ökonomie-Professorin aus München ihr fragwürdiges Politik- und Menschenbild.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer bei Maischberger. (IMAGO/HMB-Media)

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„Müssen wir den Menschen überhaupt etwas Gutes tun, und ist dafür der Staat zuständig?“, fragte die Ökonomin bemerkenswerterweise. Weiter führte sie aus: „Der Staat wird uns immer raushauen – da gibt es auch eine falsche Erwartungshaltung in der Gesellschaft, die immer wieder bedient wird.“

Es gibt Fragen und Thesen, die nur im richtigen Kontext unterstützenswert sind. Wäre Frau Schnitzer eine Liberale in einem liberalen Staat mit niedriger Abgabenlast, könnte sie sich meinetwegen gerne so äußern. Dort wäre die Betrachtungsweise richtig, dass die Menschen nicht bei jeder aufkommenden Schwierigkeit nach Vater Staat rufen sollten.

Doch wir leben nicht in so glücklichen Verhältnissen, sondern in einem System, das selbst Mindestlohnverdienern direkt, das Arbeitgeberbrutto mit einberechnet, über 40 Prozent ihres Lohnes wegnimmt. Ein Staat, der seine Bürger bei großzügiger Betrachtung das halbe Jahr für sich arbeiten lässt, muss sich eine gewisse Erwartungshaltung gefallen lassen.

Bei einer Abgabenlast, die auf Kante genäht ist, führt gesetzmäßig jede Krise dazu, dass die Portemonnaies zu schnell leer werden. Das staatliche Transferleistungsgeflecht, das über 500 einzelne Sozialleistungen umfasst, trainiert den Deutschen eine Dauerabhängigkeit an, die in jeder Krisensituation ihr trauriges Resultat zeigt.

Die scheinbar liberalen Thesen von Monika Schnitzer werden durch die falsche Reihenfolge – sie müsste zunächst fordern, den Staat radikal zurückzubauen und etwa die Energiesteuer auf Benzin und Diesel abzuschaffen – entliberalisiert. Sie wandeln sich zur reinen Bürgerverhöhnung. Anstatt das brave Ertragen der negativen Folgen staatlichen Handelns einzufordern, sollte sie sich darauf konzentrieren, Empfehlungen abzugeben, die dazu beitragen, schlechte Politik zu vermindern.

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Die Wirtschaftswissenschaftlerin buckelt aber nicht nur nach oben, während sie fleißig nach unten tritt. Sie offenbart mit der Begründung ihrer Ablehnung des sogenannten Tankrabatts auch ein gruseliges Verständnis von der Beziehung zwischen Staat und Bürger. Dieser sei ein „großer Fehler“, die Ökonomin erkennt in ihm eine Subvention, die abgeschafft gehört.

Hier wird es semantisch interessant. Der Tankrabatt ist keine Subvention. Subventionen, aus dem Lateinischen mit „zu Hilfe kommen“ übersetzbar, sind definitionsgemäß staatliche Zuschüsse. Der Staat nimmt also irgendwo anders das Geld weg und gibt es bestimmten Gruppen. Die von dieser ursprünglichen Klarheit abweichende Erfindung von „indirekten“ Subventionen ist eine logisch nicht durchhaltbare Farce.

Unter diesen Begriff werden selbst Steuersenkungen subsumiert. So gesehen subventioniert der Staat tatsächlich die Bürger, wenn die Besteuerung von Sprit reduziert wird. In dieser Logik subventioniert er aber alle Bürger zu jeder Zeit, solange keine einhundertprozentige Abgabenlast eingeführt wurde. Er subventioniert folglich auch Katzen, weil es keine Hundesteuer für sie gibt. Das Weltbild der Indirektsubventionen besteht aus dem gütigen Staat, dem initial alles vom Bürger gehört, der aber glücklicherweise großzügig genug ist, um jenem noch ein bisschen was übrig zu lassen.

Der nicht ganz geschröpfte Bürger soll dann bitteschön Dankbarkeit beweisen; er wird schließlich subventioniert, wenn er statt sechzig Prozent nur noch fünfundfünfzig Prozent Steuern bei einer Tankfüllung bezahlen muss. Die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe ist genauso wenig eine Subvention wie die geringere Besteuerung von Diesel oder die Kfz-Steuerbefreiung bei elektrischen Autos.

Es kann als ungerecht erachtet werden, wenn gewisse Produkte einer niedrigeren Steuerlast unterworfen sind als andere; eine direkte Subvention liegt jedenfalls nicht vor. Das Konstrukt der indirekten Subvention können nur die treuesten Staatsreligiösen für sinnvoll erachten. Doch selbst die würden wohl kaum behaupten, dass Rot-Grün die Gutverdiener subventionierte, als der Spitzensteuersatz für sie gesenkt wurde.

Subventionen sind untrennbar mit Abhängigkeiten, mit Bedürftigkeit, mit nach Staatsknete geiferndem Lobbyismus verbunden. Werden von Ökonomen wie Monika Schnitzer Steuersenkungen damit verknüpft, bekommen Menschen, die einfach nur in Ruhe die Früchte ihrer Arbeit ernten und ein von Staatsgeldern unabhängiges Leben führen wollen, das Antlitz von Bettlern oktroyiert. Bei einer fehlenden rhetorischen Trennung von Subventionen und Entlastungen wird die Zahl der Untertanen künstlich erhöht. Auf Kosten des wahrnehmbaren Freiheitswillens. Das ist nicht weise, Frau Wirtschaftsweise.

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91 Kommentare

  • Die Wirtschaftsweisen mindestes so Vertrauenswürdig
    wie der Ethikrat , das RKI , das PEI ,
    die EMA , der ÖRR , die WHO ……………..!

    193
    • Dem Namen fehlt ein „L“, dann würde sie nämlich Schnitzler heissen, also die Witwe von Karl-Eduard Schnitzler. Dann passt es schon.

      Abgesehen davon braucht es weder irgendwelche „Weisen“ noch ein „Ethikrat“ oder sonst was dieser Art. (Klimarat, Weltgesundheitsrat….)

      • Kann man einen Menschen an seiner Brille erkennen ? – Nun, bei dieser Dame würde ich sagen, ja, ich glaube schon…

        • Die neuen (Pseudo-)Intellektuellen erkenn man an ihren neuerdings dick umrandeten Brillengläsern.

          15
      • Richtig! Denn guter Rat ist teuer, falscher aber noch viel teurer.

      • Hätte Ihnen gern geantwortet, Herr Greiner, aber der jung-dynamische Herr Kommentator und seine noch dynamischere KI mögen mich nicht – schade…

      • Schon inner ddr kursierte ein, zugegeben makaberer, Witz:
        ABI ( Arbeiter Bauern Inspektion) als Kontrollorgan für Preise und Einhaltung der Vorgaben bei Versorgung und Konsumgütern.
        Kontrolle in einer Metzgerei
        = also, es ist soweit alles i.O. bis auf:
        -warum preisen sie dieses mit solch unterschiedlicher Größenordnung aus???
        z.b 1 kg Hirn
        -Arbeiter— 25 Mark
        -Ingenieur– 250 Mark
        -Ökonom —2500 Mark
        der Metzger , ja was denken sie denn wieviele Ökonomen es brauchte um das Kilo zusammen zu kriegen!

    • Vertrauensunwürdig und teilweise überflüssig.

      • ich gehe weiter. Vollständig überflüssig.

    • Alle übrigens zu 100,00000% SUBVENTIONIERT.
      Kann weg.
      Ersatzlos.

  • Weisheit vs. Wissen
    Wissen ist das reine Ansammeln von Fakten.
    Klugheit ist das (oft strategische) Nutzen dieses Wissens.
    Weisheit ist die sittliche und menschliche Reife, die bestimmt, wie und wozu man dieses Wissen einsetzt.

    Dies gab die KI unter anderem über Weiheit aus. Besser geht es m. E. nicht.

    • Die KI wurde mal wieder unzureichend gefüttert.
      Wissen ist, zu wissen, wo das Wissen steht. Selektive und prompte Ansammlung.
      Klugheit ist, die Komplexität zu erfassen, zu verbinden und dann zu nutzen.

      Weisheit geht ohne vernetztes Denken nicht.

  • Wenn der Staat 40 % vom Lohn einbehält und momentan vom Spritpreis 50 % bekommt, ist der in Sprit investierte Euro nur noch 30 Cent wert.

  • Danke für die Klarstellung. Ich hab schon den Kopf geschüttelt, dass Agrardiesel als Subventionen verkauft wurde. Nein, nur weil mir der Staat NICHT in die Taschen greift, ist das keine Subvention. Es ist nicht großzügig von einem Dieb mich nicht auszurauben.

    • Oder dieser Dieb klaut bei ihnen nicht alles und lässt ihnen noch ein kleinen Rest! Was für ein großzügiger guter Dieb!!

    • Als Vermeintliche Wirtschaftsweise ist sie aber extrem hart an der Sozialistischen Panwirtschaft und der Kommunistischen Eigentum ist Diebstahl Ideologie dran .

      Gut zur Ehrenrettung hatte wohl niemand wie auch bei Fratzscher von ihr verlangt einen Soziale Marktwirtschaftsweise zu sein ! Planwirtschaftsweise mag wohl auch gereicht haben .

  • Fehlt eigentlich nur noch die Aussage: „Ich verstehe gar nicht was die (Nichtmigranten) für Sorgen haben!“

  • Frau Schnitzer sollte einmal darüber nachdenken:
    Deutschland wollte eine Soziale Marktwirtschaft.
    Die ursprüngliche Idee war die Nachteile einer reinen/kapitalistischen Marktwirtschaft zu mildern und nicht ein Geflecht von über 500 Sozialleistungen zu erschaffen!

  • Der überbordende Nannystaat ist uneffektiv, unwirtschaftlich und nimmt uns unsere mühsam erstrittenen bürgerlichen Freiheiten. Wollt ihr das? Dann weitemachen – es wird böse enden…

    • Für die Nannys ist er recht lukrativ !
      Man muss nur bei der Stange bleiben und ein flexibles Moralempfinden haben …

  • Im ökonmischen Geschehen ist immer die Frage zu stellen nach
    Leistung und Gegenleistung.

  • Die 40% sind eine maßlose Untertreibung.
    Es kommen die Zollgebühren für alle Waren aus nicht EU Ländern, die genauso in die Staatskasse fließen, mit hinzu.
    Versteuerung von Zusatzrentenversicherungen, egal ob vom Brutto oder Netto bezahlt.

  • Das Haus (der Staat) wird vom Bürger bewohnt. Er bestimmt wie geheizt, wann und von wem das Dach repariert wird, auch womit. Er bestimmt die Farbe, die Einrichtung, welchen Kuchen für die Gäste. Nicht das Haus bestimmt, was gegessen, oder gesungen wird. Als Handwerker der vier Wände sollte sie Fachkenntnis und Fleiß beweisen, mehr nicht.

  • Nomen est Omen

  • Nein. Denn seit Jahrtausenden übertragen Gesellschaften ihre Eigenverantwortung an vermeintlich wohlwollende Eliten, z.B. Gurus, Kirchen, Staat, … und beklagen anschließend wie Kleinkinder, wenn der Weihnachtsmann (wohlwollende Elite) eigennützig handelt, z.B. Geschenke vom Beschenkten bezahlen lässt.

    Die Sehnsucht nach einer wohlwollenden Elite ist die Ursache und nicht die Folge, wenn beklagt wird, warum die Elite die Sehnsucht nicht erfüllt, z.B. vermeintliche Subventionen vom vermeintlich Subventionierten bezahlen lässt.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann die Sehnsucht nach einem Weihnachtsmann nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

    • ich habe die Leyer so vermisst – die Platte hat noch immer einen Sprung

  • Deutsche Politiker, die ein öffentliches Amt auf Bundesebene antreten (wie der Bundespräsident, der Bundeskanzler und die Bundesminister), schwören den im Artikel 56 des Grundgesetzes (GG) festgelegten Amtseid:
    „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.
    Und Hiwis, die sie bei der Amtsführung unterstützen, könnten ihre Empfehlungen an diesem Eid ausrichten.
    Es wäre mal interessant zu erfahren, wie Bundespräsident, Bundeskanzler und Bundesminister diesen Eid für sich konkret füllen. Ebenso wäre es interessant zu erfahren, wie die Hiwis ( Sachverständigen, Experten, ..) sich bei ihrer Arbeit für o.g. Personen von diesem Eifel leiten lassen.

  • Ja, die Quote …

  • „Monika Schnitzer buckelt nach oben und tritt nach unten“

    Berühmt wurde das Motiv durch den Roman „Der Untertan“ von Heinrich Mann. Die Hauptfigur ist das Paradebeispiel für diesen Charakter: Vor dem Kaiser und der Obrigkeit kriechen und Angestellten und politisch Schwächere gnadenlos unterdrücken.

    Sehr lesenswert und brandaktuell!

  • Hmm, es vergessen immer viele, das das Volk der Souverän ist und vom Volk gewählte Politiker und andere Personen die Interessen des Volkes vertreten und umsetzen sollen.
    Die Politiker verhalten sich aber anders und kaum jemanden stört das scheinbar.

  • „Müssen wir den Menschen überhaupt etwas Gutes tun, und ist dafür der Staat zuständig?“ Was für ein Hohn, von einer die vom Volk lebt. Muss das Volk überhaupt Politiker finanzieren, die das Geld veruntreuen und Fremden geben?

    • Das IST DIE! Frage, die sich die Menschlein ENDLICH stellen müssen!

    • Wer lt. ‚wikidingens‘ schon als Student bzw. Doktorand jedes erreichbare Förderprogramm begeistert ‚aufsaugt‘ – sich also von fremden Leuten gern und reichlich ‚Gutes tun‘ lässt – lernt beizeiten das schöne alte Lied: „Heil Dir im Siegerkranz – Nimm, watte kriegen kanns!!!“: Da bleibt für Andere, die man gern schon mal ein bissl verachtet, kaum etwas übrig…
      Ich kenne diese ‚Sorte‘ aufgrund eigener Uni-Erfahrung allerbestens!!!

  • Jetzt kommt schön langsam alles ans Licht , was sie mit uns vorhaben. Sklavenhaltung und Freiheitsentzug. Die Elite will uns vernichten, die Dekade ist bereits abgelaufen. *We are 26* geht in die Geschichte ein, Kontoplünderung, Notstand, Pandemie oder Krieg. Irgend was Grosses kommt nach der WM auf uns zu. Agenda 2030 gibt Vollgas.

  • Ich will keine Subventionen vom Staat. Mir würde reichen, wenn der Staat seine kleptokratischen Finger aus meiner Hosentasche nehmen würde.

  • Die ist genau dafür an dieser Stelle installiert worden. Wirtschaftsweise, Ethikrat und Fatschers DIW. Vom Steuerzahler finanzierte Meinungsmanipulatoren gegen den Steuerzahler.

  • „Müssen wir den Menschen überhaupt etwas Gutes tun“, so Schnitzer. Wo tun Sozialisten für die Menschen im Land etwas Gutes? Sie belasten die Menschen mit immer mehr Steuern und sollen dafür auch noch immer mehr arbeiten. Rekordschulden und Steuergeldverschwendung kommen noch dazu. Und dann sitzt diese sozialistische „Wirtschaftsweise“ im Zwangsbeitragsfernsehen und lässt diese Sprüche ab. Dieser Versorgungsposten- Posten gehört abgeschafft.

  • “ … sollte sie sich darauf konzentrieren, Empfehlungen abzugeben, die dazu beitragen, schlechte Politik zu vermindern.“

    Wenn die sog. Experten das machen würden hätten wir einen funktionierenden Staat und allen würde es gut gehen.
    Stattdessen äußern sie ständig neue irrwitzige Ideen den Bürger zu gängeln und auszupressen.

  • „Müssen wir den Menschen überhaupt etwas Gutes tun, und ist dafür der Staat zuständig?“
    Berechtigte Frage: Muss der Staat so viele Beamte, Pensionäre, Studenten, Migranten alimentieren/finanzieren? Natürlich nicht! Man könnte auch ein gerechteres System aufbauen, produzierende und wertschöpfende Tätigkeiten an diese eletären „Zuwendungen“ anpassen oder diese zurückschrauben! Da die Zuständigen im selben Alimentierungsboot sitzen, wohl nicht zu erwarten. Man kann nur auf Untergang warten und hoffen, Titanic II.

  • „Müssen wir den Menschen überhaupt etwas Gutes tun, und ist dafür der Staat zuständig?“, fragte die Ökonomin bemerkenswerterweise.“
    Bemerkenswert daran ist für mich der erste Teil ihres Satzes, denn das „wir“ bedeutet, sie selbst ist Teil des übergriffigen Staates!

  • Eine Nichterhebung einer möglichen Steuer ist keine Subvention.
    Ansonsten wäre die verabsäumte Besteuerung von dummen Aussagen von sog. Wirtschaftsweisen nämlich auch eine Subvention!

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