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„Kein Bock auf Nazis“: Berliner Finanzamt gewährt Anti-AfD-Verein Steuervorteile

Die Initiative „Kein Bock auf Nazis“ kämpft gegen die AfD. Ihr Trägerverein wurde vom Berliner Finanzamt als gemeinnützig anerkannt und genießt Steuervorteile. Dabei ist das für Vereine, die hauptsächlich parteipolitischen Aktivismus betreiben, eigentlich ausgeschlossen.

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Auf vielen Demos gegen Rechts ist die Flagge von „Kein Bock auf Nazis“ zu finden. (Collage Apollo News; IMAGO/Stefan Zeitz).

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Ein Flugzeug mit einem Banner, auf dem „Scheiß AfD“ stand, flog während des AfD-Parteitags Anfang Juli über Erfurt. Organisiert wurde die Protestaktion von der Initiative „Kein Bock auf Nazis“, hinter der der Verein Kein Bock e.V. steht. Um die Flugshow zu finanzieren, bat der Verein um Spenden. Für neun Euro konnten Unterstützer eine Flugminute finanzieren, für 18 Euro zwei Minuten und so weiter. Wer wollte, konnte sich dafür auch eine Spendenquittung ausstellen lassen. Schließlich handelt es sich um einen gemeinnützigen Verein – und Spenden an ihn sind steuerlich absetzbar. Doch genau hier beginnt das Problem.

Gemeinnützige Vereine dürfen sich zwar politisch einmischen – aber nur, solange sie damit ihre gemeinnützigen Ziele verfolgen. Wer politische Einflussnahme zum eigentlichen Vereinszweck macht, kann dagegen keine steuerlichen Vorteile beanspruchen. Das stellte der Bundesfinanzhof im Attac-Urteil klar. In der Folge verlor auch der Kampagnenverein Campact seine Gemeinnützigkeit. Legt man die Maßstäbe konsequent an, gehören etliche weitere Fälle auf den Prüfstand.

Dazu könnte auch Kein Bock e.V. zählen. Denn die Flugzeugaktion in Erfurt ist nicht die erste Kampagne des Vereins gegen die AfD. Vor der Bundestagswahl 2025 beteiligte sich der Verein an Demonstrationen gegen die Partei. Anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verschickt er kostenlose Aktionspakete, die sich gezielt gegen die AfD richten.

Auch der Online-Shop des Vereins geht über allgemein gehaltene Botschaften hinaus. Neben Artikeln mit Slogans wie „Kein Bock auf Nazis“ verkauft der Verein unter anderem „FCK AFD“-Socken für zwölf Euro, einen „AFD Halts Maul“-Schaumstofffinger für ebenfalls zwölf Euro sowie einen „FCK AFD“-Kapuzenpullover für 55 Euro.

Das spricht für parteipolitischen Aktivismus, der sich nur schwer mit den als gemeinnützig anerkannten Satzungszwecken des Vereins vereinbaren lässt. Diese lauten: „Förderung der Hilfe für politisch, rassistisch oder religiös Verfolgte, für Flüchtlinge und Vertriebene“ sowie „Förderung der Hilfe für Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder Orientierung diskriminiert werden“.

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Die Initiative „Kein Bock auf Nazis“ gibt es seit 2006; gegründet wurde sie von der Punkband ZSK. Erst 2021 folgte mit dem Kein Bock e.V. ein eigener Trägerverein, der vom Berliner Finanzamt für Körperschaften I als gemeinnützig anerkannt wurde.

Dass sich der Verein parteipolitisch nicht neutral verhält, ist den Verantwortlichen offenbar bewusst. „Wir bekommen keine staatlichen Fördergelder und müssen uns deshalb keine Sorgen machen, dass wir bestimmte Sachen gegen die AfD nicht mehr sagen dürfen, wie viele andere Projekte“, sagte ZSK-Sänger Joshi, der sich auch bei Kein Bock e.V. engagiert, im Februar dem Sonntagsblatt. Dass auch die Gemeinnützigkeit politische Grenzen setzt, erwähnte er hingegen nicht.

Dabei gerät genau diese Frage inzwischen verstärkt in den Fokus der Finanzbehörden. Nach den Gewaltvorfällen bei den Anti-AfD-Protesten während des AfD-Bundesparteitags in Erfurt und Recherchen von Apollo News prüft die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen derzeit die Gemeinnützigkeit des altkommunistisch geprägten Antifa-Vereins VVN-BdA. Darüber berichtete die Welt. Demnach vermutet die Behörde, dass der in Berlin ansässige Bundesverband der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ als Tarnstruktur für das Anti-AfD-Bündnis „Widersetzen“ dient.

Die VVN-BdA betreibt unter anderem das Spendenkonto von „Widersetzen“, über das die – nur dank eines massiven Polizeieinsatzes gescheiterte – Blockade des AfD-Parteitags finanziert wurde. Zuvor hatte der Verein auch das Spendenkonto der Initiative „Kein Bock auf Nazis“ geführt, als diese noch keinen eigenen gemeinnützigen Trägerverein besaß.

Offiziell äußert sich die Senatsverwaltung für Finanzen zu keinem der Fälle. Ob gegen die VVN-BdA tatsächlich ein Verfahren läuft, wollte die Behörde weder bestätigen noch dementieren. Zu steuerlichen Einzelfällen dürfe man sich grundsätzlich nicht äußern, erklärte ein Sprecher. Alle Informationen, die einen Steuerfall beträfen, unterlägen dem Steuergeheimnis. Zugleich verwies er darauf, „dass die Steuerverwaltung grundsätzlich in allen Besteuerungsverfahren alle ihr vorliegenden Erkenntnisse und deren Auswirkungen auf den Steuerfall stets bewertet.“

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14 Kommentare

  • Meine Zweifel, daß wir noch in einem demokratischen Rechtsstaat leben, wachsen täglich mehr.

    • Die DDR nahm für sich auch in Anspruch, ein demokratischer Rechtsstaat zu sein. Alles eine Frage der Auslegung.

    • Dem kann ich mich nur anschließen !
      Wobei ich die Sache mit dem demokratischen Rechtsstaat zumindest im Punkto demokratisch schon seid der Ampel und Faser Steuergeldplünderungsprogram (Von der Demokratie aushalten lassen ) als für erledigt betrachte !

  • Gemeinnützigkeit ist kein politischer Freibrief. Wer mit steuerlich begünstigten Spenden gezielt Kampagnen gegen eine Partei finanziert, stellt den Sinn der Gemeinnützigkeit auf den Kopf. Nach dem Attac-Urteil kann dafür nicht zweierlei Recht gelten. Entweder das Gesetz gilt für alle – oder die Gemeinnützigkeit wird zum Instrument politischer Bevorzugung.
    Attac verliert die Gemeinnützigkeit wegen politischer Einflussnahme. Andere Vereine organisieren Anti-AfD-Kampagnen, sammeln steuerbegünstigte Spenden und behalten ihre Privilegien. Wer hier keinen Widerspruch erkennt, verwechselt Rechtsstaat mit Gesinnungspolitik.

  • Das sich immer mehr Radikalisierende Linksextremistische Umfeld entsteht nicht im Politisch Luftleeren Raum !
    Auch diese politisch Motivierten Endscheidungen einer Behörde sind zu tiefst Antidemokratisch und Fördern weiter die Spaltung Hass und Hetze im Land .

  • Kein Bock auf Sozis.
    So geht Gemeinnützigkeit.

  • Überzeugungen sind an die Bezugsgruppe gebunden – auch beim Finanzamt.

    Wenn die Bezugsgruppe beispielsweise Gartenzwerge für Erlöser oder Schlümpfe für eine Bedrohung hält (Gruppendenken), wird ein Finanzamt Gartenzwerge bevorzugen und Schlümpfe drangsalieren.

    Gruppendenken ist das gemeinschaftliche Ausleben von Überzeugungen, die für die Realität gehalten werden – können auch Illusionen sein.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann weder Gruppendenken noch Illusionen abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • Hier scheint sich eine ganze illegale Anti-AfD-Industrie aufzubauen.
    Was hier alles abgeht u. unter dem Gesetzesauge möglich ist, ist der helle Wahnsinn.

  • Tja offensichtlich kann man „demokratisch“ nicht mehr handeln – sonst trampeln Gestalten wie diese oder wie in Schwerin auf deutschen Nerven herum. Ich denke sowieso, dass die Taktik „wir müssen mit allen reden“ haushoch gescheitert ist! Reden bringt hier und allgemein nichts mehr! Wie wird es dann wohl erst in Magdeburg oder Berlin zum Wahltag ablaufen?

  • Steuervorteile für vermummte Gewalttäter der Antifa, Hat bestimmt Finanzminister Antifa-Lars angeordnet.

    • Das schlimmste was einem Linken passieren kann ist dass er seine unrechtmäßig erhaltene Staatliche Kohle auch noch am Ende wieder versteuern muss ! 😉
      Das ist die gleiche chronische Allergie aller Linken gegen Gemeinnützige Arbeit und Wehr und Sozialdienste !!
      Einer der Vorteile des Ehrenamte ist dass es absolut frei von Linken ist .

  • Alles klar, man will also in Deutschland fördern das Konservative, also Familie und Kinder durch legalisierte Drogen, Graffiti, virtuelle Realitäten und Mobiltelefone zu ersetzen. In den Geschichtsbüchern der Zukunft wird man irgendwo unter der Rubrik „Gaga“ eine ausführliche Schilderung über die heutige Narrenzeit vorfinden.

  • „unsere Demokraten“ sitzen auch in der Verwaltung und strecken das Recht nach belieben.

  • Wir werden von Verbrechern regiert!

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