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Sachsen

Wegen falscher Corona-Atteste: Ärztin muss fast drei Jahre ins Gefängnis

Wegen illegaler Corona-Atteste hat das Landgericht Dresden eine Ärztin zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Bianca Witzschel soll in über 1.000 Fällen bundesweit Atteste ausgestellt haben, die die Betroffenen vom Tragen einer Maske und Impf- oder Testnachweisen befreiten.

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Ganze 32 Monate Haft wegen des Ausstellens von falschen Corona-Attesten – das blüht jetzt der sächsischen Hausärztin Doktor Bianca Witzschel. Die 67-Jährige hatte über 1.000 Personen mit falschen Attesten versorgt und mehr als 40.000 Euro erhalten. Dafür muss die Ärztin jetzt ins Gefängnis: Das Landgericht Dresden verurteilte sie zu zwei Jahren und acht Monaten Haft, zusätzlich verliert sie ihre Approbation für drei Jahre, darf zunächst also nicht als Ärztin arbeiten.

Zwischen 2021 und 2022 soll die Ärztin deutschlandweit falsche Atteste in 1.003 Fällen ausgegeben haben. Die Papiere befreiten vom Tragen einer Maske oder benötigten Impf- oder Testnachweisen. Die dabei erwirtschafteten 47.000 Euro sollen jetzt gerichtlich eingezogen werden. Des Weiteren wurde der illegale Besitz eines Elektroschockers ohne Prüfkennzeichen geahndet.

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Deswegen hatte die Staatsanwaltschaft zuvor eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten und die Entziehung der Approbation gefordert. Die 67-Jährige soll sich außerdem als Mitglied der „Reichsbürger“-Szene zu erkennen gegeben haben und Teil des „Indigenen Volkes der Germaniten“, einer „Reichbürger“-Gruppierung, gewesen sein, argumentierte die Behörde.

Die Verteidigung wiederum hatte einen Freispruch und die Aufhebung des Haftbefehls gefordert. Doch dazu kam es nicht. Die Verhandlung musste dann laut dpa kurzzeitig unterbrochen werden, weil im Gerichtssaal Unruhe ausgebrochen war. Mehrere Sympathisanten sollen ihren Zuspruch für Witzschel tumultartig geäußert haben, sodass der Richter den Saal räumen und die Verhandlung unterbrechen ließ.

Die Ärztin saß zuvor seit dem 28. Februar 2023 in Untersuchungshaft, der erste Prozesstag fand am 14. November, also erst acht Monate nach der Inhaftierung von Witzschel statt. Allerdings nicht in dem gewöhnlichen Strafgerichtssaal am Dresdner Landgericht, sondern im Prozessgebäude neben der JVA Dresden am Hammerweg (Apollo News berichtete).

Zudem wurde Witzschel am ersten Verhandlungstag von mehreren Sicherheitsbeamten in den Gerichtssaal geführt. Bereits im Vorfeld des ersten Verhandlungstages hatten die Ermittler mit massivem Aufwand massenhaft Hausdurchsuchungen bei Attestnehmern durchgeführt. Hauptsächlich in Bayern durchsuchte die Polizei 140 Privatwohnungen. Insgesamt habe man 174 unrichtige Atteste sicherstellen können. 360 Polizisten waren im Rahmen der Hausdurchsuchungen im Einsatz – eine verhältnismäßig hohe Zahl.

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