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Parteichef

„Ganz klar in dem Korridor, den wir als Linke beschlossen haben“: Van Aken weist Antisemitismus-Vorwurf zurück

Der Austritt des Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner nach einem „Zionismus“-Beschluss der niedersächsischen Linken verschärft die Debatte der Partei über Antisemitismus. Parteichef Jan van Aken verteidigt indes den Kurs der Partei.

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Jan Van Aken hält den Parteitagsbeschluss aus Niedersachsen für richtig (IMAGO/Frank Turetzek)

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In der Partei Die Linke ist erneut eine Kontroverse um den Umgang mit Antisemitismus entbrannt – diesmal ausgelöst durch den Austritt von Andreas Büttner, dem Antisemitismusbeauftragten des Landes Brandenburg. Er erklärte seinen Rücktritt mit den Worten: „Es geht nicht mehr. Und ich kann nicht mehr.“ Parteichef Jan van Aken bezeichnete den Schritt als bedauerlich, wies aber Vorwürfe zurück, die Linke habe ein grundsätzliches Antisemitismusproblem.

Anlass für Büttners Austritt war offenbar der Landesparteitag der niedersächsischen Linken am vergangenen Wochenende. In einem dort verabschiedeten Beschluss heißt es: „Die Linke Niedersachsen lehnt den heute real existierenden Zionismus ab.“ Zudem enthält das Papier Formulierungen, in denen der israelischen Regierung ein „Genozid“ im Gazastreifen vorgeworfen und von „Apartheid“ in Israel sowie in den besetzten Gebieten die Rede ist.

Büttner erklärte in einer persönlichen Stellungnahme, er könne „nicht länger Mitglied dieser Partei bleiben, ohne meine eigenen Überzeugungen zu verraten“. Neben dem niedersächsischen Beschluss verwies er auch auf grundsätzliche Differenzen über die Haltung der Linken zu Israel. So habe sich die Partei bereits auf einem früheren Bundesparteitag von der Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) distanziert und stattdessen die Jerusalem-Erklärung übernommen, die eine breitere Kritik an der israelischen Politik zulasse. Diese Erklärung relativiere aus seiner Sicht „in zentralen Punkten antisemitische Narrative“.

Bei einer Pressekonferenz in Berlin stellte sich Parteichef van Aken den Fragen zu Büttners Austritt. Er betonte, die Linke trete entschieden gegen Antisemitismus ein und erkenne Israels Existenzrecht an. Ein generelles Problem sehe er nicht: „Das kann ich so nicht stehen lassen“, so Van Aken. Es möge im Einzelfall problematische Äußerungen geben, insgesamt aber stehe seine Partei deutlicher gegen Antisemitismus ein, als jede andere Partei. Zugleich nannte er den Beschluss aus Niedersachsen problematisch: „Dieser Beschluss hat eine grobe Schlagseite, deshalb finde ich ihn nicht gut.“

Van Aken erläuterte jedoch, das Papier richte sich nicht gegen den Zionismus insgesamt, sondern gegen den „heute real existierenden Zionismus“ der israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu. Begriffe wie „Genozid“ oder „Apartheid“ bewegten sich zwar innerhalb des Diskursrahmens der Partei, die sich für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetze, dennoch halte er die Wortwahl für unglücklich.

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Alles in allem aber sei der Antrag inhaltlich so wie er beschlossen wurde richtig. „Er bewegt sich ganz klar in dem Korridor, den wir als Linke beschlossen haben“, so der Parteichef. Weiter erklärte er zu dem Antrag: „Wenn sie ihn Satz für Satz durchgehen, so wie er beschlossen wurde, nicht wie er beantragt wurde, so wie er beschlossen wurde, dann steht da nichts Falsches drin.“

Probleme mit Antisemitismus treten bei der Linken immer wieder zutage. Vor allem die Parteijugend fordert eine klare Parteinahme zu Gunsten der Palästinenser.

ja

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52 Kommentare

  • Wenn es reicht, um verfassungstreu und moralisch auf der richtigen Seite zu sein, innerhalb der in einer Partei beschlossenen Leitplanken zu agieren, dann sollten wir die Zeit zwischen 33-45 neu bewerten…..

    • Lassen wir uns doch nichts von einer Vertreter:in der Mauerschützenpartei die Welt erklären.
      Die Linke wollen unsere FDGO abschaffen und die „Diktatur des Proletariats“ errichten.

      DdP: einfach googeln

      • Sie haben geschrillt „System STÜRZEN, NICHT STÜTZEN!“

  • Antisemitismus war schon immer links, nie rechts.
    Auch 1933!

    • Antisemitismus beruht auf Neid, folglich *kann* er ja nur links sein.

    • Hass, Hetze, Rassismus, Nationalismus waren schon immer RECHTS! War Franco links? War Mussolini links? Waren die deutschen Nazis links? Die NPD/Heimat? Und kommt mir nicht wieder mit G.oebbels Lügen im Kampf um die Arbeiterschaft oder dem Begriff „Nationals.ozialismus“… Der war genauso gelogen.
      Es gibt keinen Historiker, der euren Geschichtsrevisionismus verbreitet!
      Was Antisemitismus angeht: Der ist schäbig, egal ob von Linken oder Rechten!

      • NationalSOZIALISMUS… it’s in the name!

        • @Auxarmescitoyen: Und die AfD ist eine „Alternative“, steht ja im Namen.
          Nazis haben ja nie gelogen, was?

          0
      • National-sozialismus. Hitler war Sozialist. Er haßte die Bürgerlichen. Und verglich sich mit Stalin.
        Hm, wer war Stalin nun noch Mal. Ach ja, ein Rechter…
        Oh Mann

      • >> Und kommt mir nicht wieder mit G.oebbels Lügen im Kampf um die Arbeiterschaft oder dem Begriff „Nationals.ozialismus“…<<

        Warum nicht?
        Häh?
        WARUM WOHL NICHT???

      • Ihre Variante verbreitet ausschließlich die Stasi-SED.
        Und damit kennen Sie sich ja perfekt aus.

  • Bildungspflicht für Linke

    • Ob bei denen noch was zu retten ist?

      • Nein. Da ist alles zu spät

      • Nein, nur mit großen Subventionen…7

    • Eher Steinbruch, deren Niveau

  • Wo ist eigentlich der Verfassungsschutz, wenn man ihn wirklich einmal braucht?

    SED-Verbot jetzt!

    • Ich las gerade SPD Verbot. Ich Dummerchen

  • Van Aken hat nur insofern recht, dass der Antisemitismus nichts neues in dieser Partei ist. Schon die Stasi-SED der Ostzone war zutiefst antisemitisch.

    In der Unteroffiziersschule der NVA in Bad Düben wurden Arafats Terroristen militärisch ausgebildet.

    Ich wünsche mir ein Verbot der Stasi-SED.

    • Ich wäre ebenfalls sofort für ein Verbot dieser Partei. Bärbel Bohley hatte recht mit ihren Voraussagen…

      • Da könnte ich schon wieder zustimmen. Bärbel und ich gehörten zu der Initiative von MdB im Juni 1990 zur Auflösung und zum Verbot der SED.

        • Bärbel Bohley war zutiefst humanistisch, antirassistisch und später der FDP zugeneigt. Das „Zitat“, das hier oft bemüht wird, stammt nicht von ihr.

          -1
    • Vielen Dank für den guten Kommentar!

      💙🤍🇮🇱
      🖤❤️💛🇩🇪

    • Sie hat aber ihre Wähler. Im Osten mehr als im Westen. Was will man da machen?
      Bei der Linken werden dieselben hohen Hürden für ein Verbot angelegt wie bei der AfD. Auch und obwohl es in der Linken mehr SED-Personal als bei der AfD Neonazis gibt. Da wurde der Osten eben integriert, und dies geschah auch auf Wunsch der überzeugten Sozialisten in der Ex-DDR. 1990 holte die PDS im Osten immerhin noch 11,1 % (im Westen nur 0,3%), und wenn es die AfD nicht gäbe, stünde sie heute bei 20%. So viele sagen, sie wollen ihre DDR zurück …

    • Ich auch, aber ehe das Charakterprekariat sich selbst verbietet, können wir lange warten.
      „Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner“…

  • Wo ist der Verfassungsschutz?

    • Der schaut nur nach rechts….

  • Van Akens Partei hatte schon RAF-Terroristinnen und PLO-Kämpfern Unterschlupf geboten.

    SED-Verbot jetzt!

  • Der „Korridor“ der Linken verläuft zwischen SED-Altkadern bis hin zu den antisemitischen Hamas-Verstehern . Das ist schon lange bekannt und trotzdem gibt es eine Zusammenarbeit mit CDU/CSU.

    • Weil die Union selbst links ist, Punkt.

  • Ja das ist doch klar: Die LINKE trumpft jetzt auf, sie will vom Krieg gegen den Iran profitieren und im durch Einbürgerungen immer größer werdenden Pool der Muslime Wählerstimmen angeln. Es ist nicht nur die antiisraelische Allianz mit den Muslimen, es ist auch Parteikalkül.

  • Nun gut, die SED ist nicht antisemitisch.
    Nächste Frage: Wer hat die Opfer an der Mauer zu verantworten?

  • Vor 100 Jahren waren es auch Sozialisten, die die größten antisemiten waren!

    • Unfug.
      Sozialisten haben Juden geholfen. Mein Großvater hat Juden gerettet und wurde von Nazis verfolgt. Unterlassen Sie ihre abscheulichen Lügen!!!

      • Na klar!
        Im Paulanergarten.

      • Nationalsozialisten sind Sozialisten.
        Hören Sie auf zu geifern.

  • Ist das die gleiche Bande, die bei dem Terroranschlag 1972 applaudiert haben. Die, die Terroristen im Lande beherbergten und ausbildeten? Trainingslager im Libanon unterstützten? Die, die sich aus der „DDR“ abgesetzt haben und den Staatsschatz verbargen? Diese Linken?

    • Nö, das sind bestimmt andere Linke

    • Und die RAF-Verbrecher in der Provinz der Ostzone z.B. in Eisenhüttenstadt, versteckt haben.

  • Die Linken sind moslemisch unterwandert , aber sie merken es nicht.

    • Was soll das sein, „moslemisch“?

      • Was ist an „moslemisch“ nicht zu verstehen?

        der Moslem.– moslemisch

  • Das sind nicht einmal Linke, sondern zum größtenteils einfach Dummköpfe, denen man die Möglichkeit gab sich an den Pfründen eines Staates zu bedienen. Erwarten darf man da nichts. Erschreckend sind für mich vor allen Dingen diejenigen, welche diese Partei wählen

  • Das die ehemalige Mauerschützenpartei sich überhaupt traut, ohne Papiertüte übern Kopf in der Öffentlichkeit aufzutreten, lässt tief blicken

    • Die leben doch nicht in der Realität, die denken immer noch, dass Lenin und Trotzki leben….grins

  • Van Akne ist ein moderner Mielke, der ist hochgefährlich. Es wird dereinst viel Arbeit werden, die unzähligen Scharten auszuwetzen.

  • Ja ist auch normal das die größten Antisemiten sagen wir sind keine…

  • Neo-Faschist

  • Hier wird wie allgemein üblich wieder einmal alles mögliche in einen Topf geworfen und dann umgerührt.

    Es gibt ohne jeden Zweifel ein ZIONISMUSPROBLEM ! Gegen zionistische Umtriebe zu argumentieren bedeutet keineswegs automatisch anti-jüdisch oder anti-israelisch, mal ganz abgesehen davon, dass nicht jeder Zionist automatisch auch ein Jude ist.

    Es gibt aber ohne jeden Zweifel und überdies belegte und bewiesene zionistische Umtriebe, die in hohem Maße kriminell und bösartig sind und – mutmaßlich – auch ohne Wissen und Wollen des israelischen Volkes selbst (wie in der BRD auch) vorangetrieben werden.

    Ein wesentlicher Handlungsstrang dabei trifft sogar uns Deutsche direkt und gezielt, was wohl fast niemandem wirklich bekannt ist.

    Von daher muss ich die Linken in dieser konkreten Frage verteidigen, obwohl ich das nicht gerne tue, aber wo sie recht haben – vielleicht nicht in der Begründung, dafür aber im Ergebnis – haben sie recht.

    • Gähn
      Lesen sie das Magazin“ Vorwärts“?
      (Gibts das überhaupt noch?)

      • Dummheit und Unwissenheit ändern nichts an der Realität.

        • Die meisten Kommentare hier gehen – nicht zuletzt aufgrund vollkommener Unwissenheit – total am eigentlichen Thema vorbei.

          0

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