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„Extrem angespannte Haushaltslage“: Jetzt explodiert Berlins Beamten-Rechnung um Milliarden

Berlin steckt in einer erdrückenden Haushaltslage – für 2026 und 2027 sind neue Schulden in Milliardenhöhe eingeplant. Nun droht die nächste gewaltige Rechnung: Weil das Land bei seinen Beamten über Jahre hinweg sparte und deren Besoldung verfassungswidrig niedrig ausfiel, könnten Nachzahlungen von bis zu 7,2 Milliarden Euro fällig werden.

Thilo Sarrazin trieb als Berliner Finanzsenator den Sparkurs der 2000er-Jahre voran – auch bei den Ausgaben für die Landesbeamten (imago stock&people)

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Die öffentliche Hand gibt sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene von Jahr zu Jahr zunehmend größere Summen für ihre eigenen Beschäftigten aus. Doch mancherorts war das offenbar nicht genug: Ein neuer Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zeigt nun, dass das Land Berlin seine Beamten über Jahre hinweg zu niedrig bezahlt hat – nun könnten milliardenschwere Nachzahlungen erzwungen werden. Für den Berliner Haushalt, der schon jetzt unter großem Finanzdruck steht, ist das eine erschreckende Nachricht.

Konkret dreht sich der Fall um eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Jahr, aus der hervorgeht, dass die Besoldung der Berliner Landesbeamten der Besoldungsordnung A in den Jahren 2008 bis 2020 überwiegend gegen das Grundgesetz verstoßen haben soll – rund 95 Prozent wurden als verfassungswidrig eingeordnet. Unter die Besoldungsordnung A fallen unter anderem Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleute sowie Lehrerinnen und Lehrer.

Wie hoch die Nachzahlungen tatsächlich ausfallen werden, ist bislang noch unklar. Bis zum 31. März 2027 muss der Berliner Gesetzgeber verfassungskonforme Regelungen schaffen. Erste Prognosen der Berliner Finanzverwaltung gibt es jedoch bereits. Wie die Behörde gegenüber rbb24.de klarstellte, lägen die Kosten im günstigsten Fall bei 882 Millionen Euro. Nach oben ist allerdings reichlich Luft: Im teuersten Szenario könnten sich die Nachzahlungen auf bis zu 7,2 Milliarden Euro belaufen. Wie teuer das Ganze am Ende wird, hängt vor allem von einem Faktor ab: Erhalten alle 72.000 betroffenen Berliner Beamten Geld zurück – oder nur die 41.300, die rechtzeitig Widerspruch gegen ihre Besoldung eingelegt haben?

Berlins Sparpolitik aus der Finanzkrise wird zum Milliardenproblem

Die milliardenschweren Nachzahlungen, die nun anfallen könnten, kommen nicht von ungefähr. Sie sind unter anderem die Folge einer Sanierungsstrategie aus der Berliner Haushaltsnot der frühen 2000er-Jahre, bei der an allen Ecken und Enden Mittel eingespart wurden. Hintergrund: Nach der Wiedervereinigung war das Land in eine schwere Schulden- und Finanzkrise gerutscht und stand finanziell vor dem Abgrund. Ausgelöst wurde dies unter anderem dadurch, dass Bundeshilfen rasch abgebaut wurden, während die wiedervereinigte Stadt hohe Ausgaben- und Verwaltungsstrukturen übernahm.

Mit dem Bankenskandal rund um die mehrheitlich landeseigene Bankgesellschaft Berlin spitzte sich die Krise weiter zu. Als die Bankgesellschaft Berlin 2001 wegen ihrer risikoreichen Immobilienfonds und Garantieverpflichtungen in Schieflage geriet, bestand die Gefahr eines Zusammenbruchs. Das Bundesland Berlin musste eingreifen und gewährte weitreichende Finanzhilfen. Das Land gab 2001 eine Kapitalspritze von rund 1,755 Milliarden Euro. In den Jahren 2005 und 2006 zahlte Berlin im Rahmen des Risikoausgleichs noch einmal rund 120 Millionen Euro an die Landesbank.

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Die Folge der finanziellen Verwerfungen: Das jährliche Haushaltsdefizit erreichte Ende 2001 – kurz vor dem Amtsantritt von Finanzsenator Thilo Sarrazin – mit satten 5,2 Milliarden Euro einen Höchststand. Im Jahr 2000 hatte es noch 2,6 Milliarden Euro betragen. Der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) machte bekannt, es müsse gespart werden, „bis es quietscht“. Die eigenen Beamten wurden zu einem zentralen Sparposten dieser Strategie.

Schon bald wurden das 13. Monatsgehalt und das Urlaubsgeld gestrichen und durch ein einheitliches Weihnachtsgeld von 640 Euro ersetzt. Die letzte Besoldungserhöhung jener Ära trat am 1. August 2004 in Kraft, danach blieben die Bezüge über Jahre hinweg, genauer gesagt bis August 2010, eingefroren. Sarrazin betont, dass ohne die damals erfolgten Konsolidierungsleistungen die heutige Finanzlage Berlins katastrophal wäre. Und tatsächlich hatten die Maßnahmen zusammen mit anderen Einsparungen Effekte: 2007 und 2008 verzeichnete Berlin sogar Finanzierungsüberschüsse.

Die Rechnung präsentiert sich nun. Die jahrelang von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelte Besoldung ist genau das, was das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nun rückwirkend als verfassungswidrig einstuft.

Besonders belastend ist, dass die Rechnung nun ein Land trifft, dessen Finanzlage sich erneut dramatisch zugespitzt hat. Der im Dezember beschlossene Doppelhaushalt 2026/2027 erreicht mit rund 45,5 beziehungsweise 46,5 Milliarden Euro ein Rekordvolumen, das nur über eine Neuverschuldung in Höhe von vier Milliarden Euro im Jahr 2026 und weiteren 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2027 finanzierbar ist.

Schon ohne die bevorstehenden Nachzahlungen bei der Beamtenbesoldung überschreiten die Personalkosten sowohl 2026 als auch 2027 jährlich 11 Milliarden Euro und binden damit rund ein Viertel des Etats. Der aktuelle Finanzsenator Stefan Evers (CDU) spricht in einer aktuellen Stellungnahme von einer „extrem angespannten Haushaltslage“ – eine Nachzahlung von bis zu 7,2 Milliarden Euro könnte das Land wohl nur über zusätzliche Kredite oder neue Kürzungen aufbringen.

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20 Kommentare

  • Wenn kein Geld da ist muss man sparen. Am einfachsten geht das beim Personal. Also, drastischer Abbau der Angestellten. Die Arbeit auf die Beamten verteilen, schon ist die Lohnerhöhung bezahlt die Produktivität der Beamten erhöht und gleichzeitig die Staatsquote abgebaut.

    • Aber nur wenn sie dann nicht mal kurz für die nächsten 15 -20 Jahre alle bei vollen Bezügen Krank machen !
      Die doch sehr Überschaubare leistungsmäßige Belastbarkeit von Beamten hat ihren Ursprung nicht erst zuletzt im Beamtenstatus als solchen .
      Aber das ist ja eigentlich auch keine wirklich neue Erkenntnis .

    • bevor bei den Beamten angesetzt wird sollte lieber mal die Regierung richtige Arbeit machen (ja ich weiß sind teils auch Beamte) und nicht automatische Gehaltserhöhungen jedes Jahr kassieren welche im Übrigen exorbitant hoch ausfallen. Was wird denn wohl passieren wenn wir die Stellen bei Polizei Zoll oder Justiz noch mehr abbauen?

  • Für die Kartell-Brandmauer muss Söder für Berlin noch ein paar Milliarden für die Beamtenbesoldung über den Länderfinanzausgleich freimachen. Söder bezahlt doch immer sehr gerne für das Linke Berlin, wenn nur die AFD immer von politischen Entscheidungen ausgegrenzt wird.

  • Länderfinanzausgleich streichen und untergehen lassen !
    ÖRR komplett nach Berlin umsiedeln !
    Besser kann der ganze Wahnsinn dem Rest der Welt nicht aufgezeigt werden !

  • Laut Schuldenuhr steigen die Staatsschulden rasant an. Schuldenstand mittlerweile bei 2800 Milliarden €. Pro Kopf mittlerweile bei 32 700 €.
    Ifo: Großteil der neuen Staatsschulden wird zweckentfremdet.
    RPonline: Regierung steuert Deutschland in die Schuldenfalle.
    Die größte Ausgabe, auch auf Grund der Weltrettung, macht mittlerweile das Sozialbudget aus und lag 2025 bei 1,43 Billionen €. Die Sozialausgaben machen mittlerweile 32 % des BIP aus. 2025 stiegen sie um 6 %. INSM. Ähnlich hohe Anstiege werden für 2026 erwartet. Deutschland in einer gigantischen Schuldenfalle. Abgrund naht.

    • Europa geht unter. Nicht nur die EU:
      Um dieses aus unzähligen Richtlinien, nutzlosen Gipfeltreffen und überbezahlten Beamten zusammengenietete Gebilde wäre es nicht schade. Doch es ist der ganze Kontinent, der abrutscht. Seine Wirtschaft, sein Wohlstand, seine Sicherheit und sein kulturelles Selbstverständnis: Alles verdunstet in rasender Geschwindigkeit. Im Herzen Europas liegt Deutschland – und sticht mit seinem Polit-Dolch wieder und wieder in eben dieses Herz.
      Dabei macht die Bundesrepublik stets ein feierliches Gesicht
      aus https://www.tichyseinblick.de/meinungen/europa-scheitert-an-deutschland/
      – Die Zinsen für Staatsschulden steigen auf den höchsten Stand seit 15 Jahren.
      Das setzt hochverschuldete Euro-Staaten unter Druck.
      Und auch Deutschland trifft die Trendwende jetzt spürbar…

  • Was wäre denn der Vorschlag der Gerichte zum Auftreiben des fehlenden Geldes gewesen? Ein Staat oder Land muss nichts leisten, was es nicht leisten kann. Zumindest sollte es so sein.

  • Berlin ist am Arsch. Nur weil Bayerischen CSU-Wählern das Geld weggenommen und Berlin gegeben wird, leisten es sich die Berliner nach wie vor, in Schaaren sozialistische Scheißparteien zu wählen. Klonovsky hat das schon ganz richtig gesehen, als er schrieb: „Der Sozialismus ist nicht der Feind das Kapitalismus, er ist sein Parasit.“

    • Klare Ansage! Trifft auf den Punkt.

  • Städte haben das Recht pleite zu gehen und zu verschwinden was über Jahrtausende IMMER geschah.

    Nach 1945 hat man diese Stadt nun über 80 Jahre künstlich die Lebenszeit/Lebensleistung anderer Menschen am Leben gehalten.

    Es kann nicht sein das ein ganzes Land auf Dauer ausgebeutet wird, um die Dekadenz eines Bruchteils der gesamten Bevölkerung alimentieren zu müssen.

    Status Bundesland aberkennen, Finanzausgleich der Länder aussetzen (für alle).

  • Es wäre genug Geld für ALLE Deutschen da, man man nicht jährlich Fremde, sogar im Ausland in Milliardenhöhe alimentieren würde und für unnütze Dinge ausgeben würde. Diese Staatsführung versagt und das ganz bewusst und schon seit Jahren.

  • Berliner Beamte haben die höchsten Kranktage in Deutschland. Wofür sollen die mehr bekommen?

    Und dieses Bundesland will Wohnungen enteignen für einen zweistelligen Milliardenbetrag?

    Fusioniert Berlin erstmal mit Brandenburg und schafft den Länderfinanzausgleich ab. Vielleicht schaltet sich dann ja mal der Verstand ein.

  • Herr Sarrazin kann mit Geld umgehen, was eher die absolute Ausnahme bei den Sozen ist. So jemand, der sorgsam mit dem Geld der Steuerzahler umgeht, fehlt!!!

  • Bitte Mauer um Berlin herum und dann aus Deutschland ausgliedern.

  • Wo ist das Problem? Die Beamten im Osten begannen mit etwas über 60 % vom damaligen Westniveau. Die Anpassung dauerte viele Jahre.

  • Warum sparen?
    Dann sollen Bayern, BW und Hessen eben ein bisschen mehr in den LFA einzahlen und gut ist.
    Oder einen Berlin-Soli, den würde Michel sich auch noch gerne aus der Tasche ziehen lassen…

    • Wie war das letztens in Berlin ? Waren es 2 Milliarden plus einer neuen Behörde mit ca 500 Mitarbeitern für neue Bäume und deren Pflege in Berlin ?
      Klassische Grün-Sozialistische Musterkommune !

  • Diese dysfunktionale Stadt soll endlich sparen! Beim NGO Sumpf und bei den illegalen Migranten anfangen!

  • Der bayrische Steuerzahler wird das schon richten! Länderfinanzausgleich sei Dank, ist das Geld für die linken Spinner unendlich verfügbar.

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