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Eigentlich müsste man diese Politiker viel öfter auslachen

Friedrich Merz zeigt massenhaft Menschen an, die ihn beleidigen. Die SPD erklärt, dass das Auslachen von Ministern „gar nicht geht“. Woher kommen die ganzen kleinen Sonnenkönige plötzlich? In Wahrheit werden sie noch lange nicht genug ausgelacht.

Bärbel Bas und Friedrich Merz: Politiker irgendwo zwischen Schießbudenfigur und Sonnenkönig. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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SPD-Fraktionschef Matthias Miersch teilt uns mit, „dass das Auslachen einer Ministerin gar nicht geht“. Die betroffene Ministerin, Bärbel Bas, unterhält derweil ein ganzes Land mit ihrem Beleidigtsein und erklärt den Arbeitgebern den Klassenkampf, weil diese auf einen relativ dummen Satz mit Gelächter reagiert haben. Deutschland ist das Reich der beleidigten Leberwürste.

Es wird von ganz vielen kleinen Sonnenkönigen und -königinnen regiert, die alle furchtbar sensibel sind. Nicht nur der Lars: Auch die Bärbel und der Friedrich. Die können zwar alle keine vernünftige Politik machen, aber ein Ego wie Ludwig XIV. haben sie allemal. Die Proklamation jedenfalls, dass das Auslachen einer Ministerin „gar nicht“ ginge, hat die Politik in absolutistische Zeiten zurückgeführt.

In einer Demokratie ist es selbstverständlich Bürgerrecht, einen Minister auszulachen. Bei der Performance dieser Regierung könnte man aktuell auch argumentieren, dass es Bürgerpflicht ist. Bärbel Bas und die SPD jedenfalls werden bei weitem noch nicht genug ausgelacht. Und auch Friedrich Merz wird angesichts seiner desaströsen Performance als Bundeskanzler noch viel zu wenig Hohn entgegengebracht.

In einer demokratischen Gesellschaft, in einem freien Land können Bürger ganz selbstverständlich über Politiker lachen. Im Rahmen dessen, was man früher Satire nannte, war das Lachen über Politiker sogar eine anerkannte Kunstform. Bloß: Je lächerlicher die deutsche Politik wird, desto weniger darf offenbar gelacht werden. Zunehmend halten sich unsere Politiker für unantastbar, wie kleine Sonnenkönige ist jeder Witz über sie nicht nur ein Affront gegen sie selbst, sondern den Staat als Ganzes.

Dass Merz das Abmahn-Startup „So Done“ nutzt, um im großen Stil und quasi automatisiert irgendwelche Leute im Internet zu verfolgen, die irgendetwas Gemeines über ihn gesagt haben – das passt zu seiner Person, die sich jeden Tag als noch ein bisschen kleiner entpuppt. Das ist in der Tat das erwartbare Verhalten eines Mannes, der mit Sprüchen wie „ich sehe genau, wer klatscht“ den Sound des Autoritären längst tief in sich verinnerlicht hat und genau die lächerliche, fast erbärmliche Dünnhäutigkeit demonstriert, die man ihm schon lange nachsagt.

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Aber Merz ist ja nicht der einzige: Je schlechter die Politik wird, desto härter greift man gegen jene durch, die diese Politik mit Recht auslachen. Los ging dieses Prinzip spätestens mit Nancy Faeser, die „diejenigen, die den Staat verhöhnen“, mit einem „starken Staat“ jagen wollte. Und die jemanden, der ihr vorwarf, die Meinungsfreiheit zu hassen, genau deshalb verfolgen ließ.

Da wurde nicht der Staat, sondern Nancy Faeser verhöhnt, aber das ist nur eine kleine Feinheit, eigentlich kein nennenswerter Unterschied mehr. Der Staat bin ich. Diesen Leitspruch haben sich unsere führenden Politiker offenbar zu eigen gemacht. Je schlechter es dem Land geht und je schlechter die handelnde Politik auftritt, desto empfindlicher werden die Politiker.

Oder auch: Je mehr Anlass es zu Kritik und Spott gibt, desto weniger sollen Kritik und Spott im öffentlichen Raum noch sag- und vernehmbar sein. Es ist ein autoritärer, absolutistisch anmutender Impuls, der die Politik über alle Ideologie- und Parteigrenzen hinweg zu prägen scheint: Nancy Faeser verkörpert ihn, Robert Habeck lebt ihn und auch Friedrich Merz stellt ihn bravourös zur Schau.

In Paragraphenform gegossen heißt diese Geisteshaltung dann 188 StGB und stellt die „gegen Personen des politischen Lebens gerichtete Beleidigung“ unter Sonderstrafe. Auch AfD-Chefin Alice Weidel, die Robert Habeck für selbiges gerne in Bausch und Bogen verdammt hatte, nutzt ihn eifrig und bietet somit auch keine nennenswerte „Alternative“ zum deutschen Reich der sensiblen Sonnenkönige.

Es ist ein toxisches Selbstverständnis von gescheiterten Politikern, das hier durchschlägt: Eine politische Klasse, die diesen Staat zwar nicht mehr besser macht, sich aber dafür mit ihm gleichsetzt. Der Staat bin ich: Wer Politiker auslacht, verächtlich macht oder kritisiert, greift nicht mehr die Politiker an, sondern den Staat. Und gehört dann bitte entsprechend verfolgt. Endpunkt dieses voraufklärerischen Weltbildes sind dann Sätze wie der von Matthias Miersch: „Eine Ministerin auslachen geht gar nicht.“

Doch, das geht – das muss sogar. Und solche Reaktionen lassen nur einen Schluss zu: Ihr werdet alle bei weitem noch nicht genug ausgelacht, liebe Politiker. Gemessen am Zustand dieses Landes und dem Schießbudenfigur-artigen Auftreten seiner politischen Klasse müssten wir eigentlich allesamt schon knietief in einem See aus Lachtränen stehen. Die Frage, warum die Leute eigentlich über die Politiker lachen, stellt sich derweil keiner der Ausgelachten.

Aber auch das Verbieten von Gelächter und das Einschüchtern der Lachenden wird die lachhaften Zustände in diesem Land und die Lächerlichkeit seiner handelnden Politiker nicht verdecken können. Lachen Sie öfter, liebe Leser: Anlass gibt es weiß Gott genug.

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107 Kommentare

  • SORRY, aber bei denen ist mir eher zum Heulen zumute ! Ich hoffe, dieser Fiebertraum geht schnell vorbei. Ende Merz wäre ein guter Zeitpunkt.

    • Ende März Ende Merz. Das währe doch mal ein überaus schöner März…. (;

      • meinetwegen schon im Januar 26..!

        • Meinetwegen schon im März 2025.

          Marty McFly

          5
      • Prüfen,da auch die Staatsanwälte,1000 Strafanzeigen in 4 Wochen,
        und lassen die Anklagen fallen?
        Oder nimmt man sich da mehr Zeit?
        Ich frage für Moppi.

      • Gern schon zu Weihnachten…

    • Und dann? Glaubst du Klingbeil oder Spahn wären besser?
      Es wird sich nichts ändern.

    • Ich habe ein denen immer wieder eine merkwürdige Gefühlsmischung zwischen Lachen und K*tzen.

    • Und dann Neuwahlen was passiert nach den Neuwahlen? Der Michel wird es richten und schwarz/grün oder ähnlich zur Macht verhelfen. Alle können dann weiter Fressbilder aus dem noch machbarem Urlaub posten. Ist aber zum Glück nur ganz normale Dekadenz.

    • Nur am Rande? Wer ist eigentlich der hässliche Mann rechts neben März? … Irgendein Althippie den man kennen muss? Der hat die beste Zeit auch schon hinter sich!

      Mein Ernst! Ich kenne ihn wirklich nicht. … Eine Bildungslücke würde Karl der Salzlose sagen.

      • Das ist wahrscheinlich Pastor Knorr, der Erfinder der kantlosen Brotsuppe.

      • Das ist Anton Hofreiter. Er wird halt auch nicht jünger.

    • Dann hat er sich erfolgreich selber ausgemerzt. 😆

  • „Die große Stärke der Narren ist es, dass sie keine Angst haben, Dummheiten zu sagen.“ (Jean Cocteau)

  • Früher wurden sie aus Respekt ernst genommen. Heute muss man lachen, sonst würde man weinen.

    Und wenn Politik mittlerweile offenkundig nur noch Theater ist, dann lasst wenigstens das Publikum buhen und johlen, bis der Vorhang fällt!

    • Das ist doch nichts neues.
      Je unfähiger Mandatsträger sind, umso mimosenhafter reagieren sie auf die kleinste Kränkung.
      Bedeutende Menschen geben sich nicht mit solchem Firlefanz ab.

    • Wie Vince Ebert sagt, sehen sich zuviele Deutsche in der Tat nur als Publikum. Sobald jemand zum Akteur werden und beispielsweise seine Meinung vertreten und verteidigen soll, ist es dann vorbei.

    • Was ist eigentlich aus der alten Tradition mit den faulen Eiern und Tomaten geworden?
      Das hatte immer so etwas direktes und unmissverständliches.

  • Mich bringen sie zum Weinen.

  • Genau, wir müssen mehr lachen über Bärbel, das aufgescheuchte Huhn, und Friedrich, den eitlen Gockel, und über all die andern Roberts und Marie-Agnes dieser Republik. Wenn sie uns belügen und betrügen, müssen wir das beim Namen nennen. Und wir müssen schimpfen und unsern Frust rauslassen, wenn sie uns Versprechungen machen und das Gegenteil davon tun.

    Aber noch nützlicher ist es, wenn wir lachen. Denn das bewahrt uns vor Magengeschwüren. Unsere Gesundheit sollte uns das wert sein.

    • Aber wir müssen laut lachen, sie sollen es hören!

    • Und gegen ausgelacht werden gibt es keine Argumente.
      Das werte Befinden ist deren Angelegenheit.

    • Herr Hechinger: Sie dürfen Ihre erhaltenen Daumen mal zehn nehmen.

  • Wer lacht hier- hat gelacht?
    Hier hat sich’s ausgelacht!
    Wer hier lacht,
    macht Verdacht,
    daß er aus Gründen lacht!

    Ernst Jandl, Sprechgedicht

    • Tut mir leid, hab mich geirrt, das ist nicht von Jandl, sondern von Grass!

  • Herrlicher Artikel.
    Jetzt lach ich wieder viel lieber.
    Ein Sonnenstrahl am Winterhimmel 🤤

  • Das Foto am Kopf des Artikels macht sich wie ein offizielles Hochzeitsfoto.

    • Ja, aber nicht aus Liebe sondern, heiraten wegen dem Steuervorteil! 😂

      • Oder Zerstörungswut.

    • Eher wie:

      Sie wollte die Scheidung – er ist enttäuscht & eingeschnappt; nun aber doch froh über den vormals aufgesetzten Ehevertrag.

  • Zum Lachen sind die leider viel zu teuer 💸

  • Also ich kann zum Glück noch lachen, sogar über mich selbst, das kann auch nicht jeder! Außerdem hab ich Kinder, die machen einfach glücklich und auch wenn sie bereits erwachsen sind, haben wir viel Spaß und ich könnt mich heut noch kringeln, wenn das 20-jährige Spaßkanönchen der Familie wieder unabsichtlich einen raushaut und sagt: „Hoffentlich weckert mein Klingel morgen!“ Am Ende ist die Familie eh das wichtigste, auch wenn die Rahmenbedingungen dafür eine zu gründen, für die, die immer schon hier leben, schwieriger werden!

    • Du hast die richtige Einstellung. Bravo.
      Lachen ist gesund und wenn man Familie hat, also Kinder und Enkelkinder, dann macht das Leben Spaß.

    • Habe Ihnen eben eine Antwort geschrieben. Kommentar wartet wie sooft auf Freigabe.
      Spenden sind natürlich weiterhin willkommen.

      • Wieviel Jahre Straflager drohen eigentlich den Verantwortlichen von Apollo News dafür nach dem Systemwechsel?

    • Ja, Wechstaben verbuchseln ist immer lustig. Auch die Verballhornung etwa der Händlburgerkette KFC „Kentucky schreit Fi****“.

      „Ihr Kommentar wartet auf Freigabe.
      08.12.2025 um 15:20 Uhr“

      @ AN: Was gefällt euch am Kommentar nicht? „Verballhornung“ oder „Fi****“? Sa-gen-haft …

  • Hier hat sich definitiv etwas in eine seltsame Richtung verschoben. Spätestens, als Armin Laschet Politiker als „die Herrschenden“ bezeichnet hat, hätte es einen Aufschrei geben müssen.

  • Einfach bei der AI ihrer Wahl folgende Frage eingeben:” Was sind Menschen die ein großes Ego haben, aber sensibel auf Kritik reagieren?”

  • „In Wahrheit werden sie noch lange nicht genug ausgelacht.“ Den Satz kann man doppelt und dreifach unterstreichen…

  • In letzter Zeit lache ich ziemlich viel, wenn ich die täglichen Worthülsen der Politiker (weibliche selbstverständlich mitgemeint) lese oder höre. Es ist allerdings kein Lachen aus Erheiterung, sondern aus einer Mischung von Verzweiflung und Hohn.

    • sardonisch

      • Bislang den Begriff nie gehört – wieder was gelernt. Danke!

  • Joachim Fernau hat mal geschrieben: „Es gibt Dinge, die verdoppeln sich bei einem Stirnrunzeln, verzehnfachen sich bei einem Verbot – und sterben bei einem Lachen.“

    „Jott erhalte unsre Rejierung – wir könnens nich mehr lange…“

  • Es gibt in diesem Staat und in dieser Zeit so wenig zu lachen, da wird es doch erlaubt sein, über Unsinn faselnde Politiker ❤️ haft zu lachen.

  • Sonnenkönig Fred XIV.: „L‘etat, c‘est moi.“

  • Da stellt sich für mich die Frage, wer ist der Staat? Bislang war mein Rechtsverständnis, das ist der Souverän. Ob ich lache oder weine geht Politiker nichts an.

  • Der Weihnachtsvers:
    Wer sich lächerlich macht wird ausgelacht.

  • „Die lachen doch nur alle an, niemals aus.“ Satire off

  • Na, da haben die es doch einfach: den Spott bekommen sie gratis, Respekt müssten sie sich verdienen. Das ginge nur mit Leistung. Arroganz alleine reicht da nicht aus.

  • Verdient hätten sie’s, aber mir ist das Lachen längst vergangen. Mir bleibt da nur mein Galgenhumor (neben entsprechendem Wahlverhalten etc.).

  • Ich hätte nicht gedacht, daß ich Merkel noch einmal recht geben würde. Aber bei Fritz hatte sie den richtigen Riecher. Ihre Politik hatte und hat katastrophale Folgen, aber Menschenkenntnis hatte sie, bedingt durch ihre Biografie.

  • Diese alberne Haltung legen nur die Politiker und Politikerinnen an den Tag, welche außer Erfolglosigkeit nichts vorweisen können.

    • Kleine Paschas (m/w/d) lassen sich halt nicht gerne kritisieren. 🤔

  • Was für en hübsches Foto. Zum Gruseln.

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