Einkommensteuer
CDU-Finanzpolitiker: Erhöhung des Steuersatzes auf bis zu 49 Prozent „geht in die richtige Richtung“
Die Unionsfraktion ist nicht mehr gegen Steuererhöhungen. Ein Konzept, das die Steuersätze auf bis zu 49 Prozent erhöhen will, geht laut ihrem finanzpolitischen Sprecher „in die richtige Richtung“. Auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer steht zur Debatte.
Der Steuerexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Stefan Bach, hat eine Reform des Einkommensteuertarifs vorgeschlagen. Dabei sollen ab einem zu versteuernden Einkommen von 90.000 Euro 49 Prozent an den Staat gehen. Für den finanzpolitischen Sprecher der CDU/CSU, Fritz Güntzler, geht dieses Konzept „in die richtige Richtung“, wie er dem Handelsblatt erklärte.
Das Konzept soll die Einkommensteuer für jeden, der mehr als 130.000 Euro verdient, erhöhen – trotz einer Abschaffung des Solidaritätszuschlags, die Bach ebenfalls vorsieht. Unterhalb dieses Einkommens dürfte es zu Entlastungen von bis zu 100 Euro im Monat kommen. Bislang werden bei einem Einkommen von 90.000 Euro für zusätzliche 100 Euro 42 Euro Einkommensteuer und fünf Euro Solidaritätszuschlag fällig. Neu wären es dann 49 Euro, also zwei Euro mehr. Bei höheren Einkommen wären es sogar bis zu 4,70 Euro mehr.
Werbung
Insgesamt wäre die Reform der Einkommensteuer ungefähr aufkommensneutral. Zur Kompensation des Wegfalls des Solidaritätszuschlags (circa 13 Milliarden Euro) soll zusätzlich die Mehrwertsteuer auf 21 Prozent erhöht werden. Alternativ könnte auch die Vermögensteuer wieder erhoben und die Erbschaftsteuer erhöht werden, meinte Bach gegenüber der Zeit.
Eine stärkere Belastung von Vermögen zur Gegenfinanzierung lehnt die Union jedoch offiziell ab, wie auch Güntzler bekräftigte. Er fürchtet andernfalls eine „weitere Verunsicherung in der jetzt schon strauchelnden Wirtschaft“. Stattdessen fordert Güntzler den „Abbau von Steuervergünstigungen“, um den Haushalt zu konsolidieren.
Werbung
Verhaltene Kritik kommt vom CSU-Bundestagsabgeordneten Florian Dorn. Seiner Ansicht nach seien die 49 Prozent „etwas zu hoch“ beziehungsweise griffen „in dieser Höhe etwas zu früh“, wie er dem Handelsblatt sagte. Seiner Ansicht nach soll die Erhöhung des Grenzsteuersatzes also zumindest bei einem zu versteuernden Einkommen von 90.000 Euro moderater ausfallen. Die „Integration“ des Solidaritätszuschlags in die Einkommensteuer lobt auch Dorn. Im Wahlkampf war es noch um eine Abschaffung der Zusatzsteuer gegangen.
Lesen Sie auch:
IWH-Insolvenztrend
Zahl der Insolvenzen nimmt um 58 Prozent zu: Ausblick für die nächsten Monate desaströs
Im Februar 2026 sind die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland „außergewöhnlich stark“ um 5 Prozent gegenüber Januar angestiegen. Gegenüber den Jahren 2016-2019 liegen die Zahlen sogar um 58 Prozent höher.Berlin-Tegel
Geschützte Vögel verzögern Bauprojekt auf Flughafen-Areal – Kompensation für über 7 Millionen Euro
Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin-Tegel soll der Innovationscampus Urban Tech Republic entstehen. Der Bau wird jedoch durch die Feldlerche ausgebremst. Für den geschützten Vogel könnten nun zusätzliche Kosten von bis zu 7,1 Millionen Euro entstehen.Für Politiker von CDU und CSU ist mit der Zustimmung zu diesem Konzept eine substanzielle Erhöhung der Einkommensteuer nicht mehr ausgeschlossen. Bislang hatten sich die Unionsparteien stets gegen eine von den Sozialdemokraten verlangte Erhöhung der Einkommensteuer ausgesprochen. Der Ausschluss von Steuererhöhungen war mehr als ein Jahrzehnt lang zentrales Wahlkampfversprechen der Union.
Dramatisch könnten die Auswirkungen auf Handwerksbetriebe und andere Personengesellschaften sein. Für etwa eine Million Unternehmen in Deutschland ist die Einkommensteuer nämlich die Steuer auf den Unternehmensgewinn. Das Ziel einer rechtsformneutralen Besteuerung rückt so in weite Ferne: Gleichzeitig will die Koalition Kapitalgesellschaften weiter begünstigen und die Körperschaftsteuer senken.
Werbung
Laut Zeit beabsichtigt das SPD-geführte Bundesfinanzministerium, noch in diesem Jahr einen eigenen Reformvorschlag zu unterbreiten. Im Wahlkampf 2025 hatte die SPD mit einem Spitzensteuersatz von 47 Prozent geworben – zwei Prozentpunkte weniger, als das nun vorliegende Konzept vorsieht.
Im Wahlprogramm der Union hatte es noch geheißen: „Die Belastung durch Steuern und andere Abgaben in unserem Land ist zu hoch.“ Und weiter: „Wer mehr leistet, muss sich mehr leisten können.“ Kräftige Steuererhöhungen haben jedoch Tradition in schwarz-roten Bundesregierungen: Als die Union 2005 die Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent anheben wollte, einigte man sich mit der SPD schließlich auf 19 Prozent.
Vielleicht hilft zur Erklärung der Kursänderung ein Verweis auf eine andere Passage des Wahlprogramms von CDU und CSU: „Wir halten an der Schuldenbremse des Grundgesetzes fest. Die Schulden von heute sind die Steuererhöhungen von morgen.“ Nach der de facto Aufhebung der Schuldenbremse vor einem Jahr ist der weitere Weg steuerpolitisch wohl vorgezeichnet.
Werbung
Aktuell gilt bei der Einkommen- und Lohnsteuer ein Regelsteuersatz für die Masse der Einkommen von 42 Prozent („Spitzensteuersatz“). Bei zu versteuernden Einkommen von unter 70.000 Euro fallen zwar niedrigere Grenzsteuersätze an. Die Formeln für geringere Einkommen führen aber tatsächlich zu höheren Steuerbeträgen als eine Anwendung des Tarifs für die oberen Einkommensgruppen auf alle („Mittelstandsbauch“). Ab 278.000 Euro müssen zusätzliche drei Prozent jedes weiteren Euros als Steuer abgeführt werden („Reichensteuer“).
Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag. Durch ihn steigt der Grenzsteuersatz auf zu versteuernde Einkommen zwischen 75.000 und 100.000 Euro schon heute auf 47 Prozent. Danach sinkt der Grenzsteuersatz inklusive Soli auf 44,3 Prozent, bevor im Bereich der Reichensteuer das Maximum von 47,5 Prozent erreicht wird. Mitglieder der großen Kirchen zahlen zudem Kirchensteuer, die in der Regel acht oder neun Prozent des Steuerbetrages ausmacht, oft aber auf einen Anteil am Einkommen gedeckelt ist und von der Steuer abgesetzt werden kann.
Freund werden
Freund von Apollo News werden
Sie könnten selbst 100% Einkommensteuer einführen, doch die Regierung würde nicht auskommen damit.
Und die Bürger werden sie immer und immer wieder an die Macht wählen, was das Traurige ist.
Leider ist es so
Das letzte große Versprechen der CDU „Mit uns gibt es keine Steuererhöhungen“ wird nun auch gebrochen.
Immer nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert
Ganz genau!!!
Das überrascht kaum, denn ab einer gewissen Schwelle verliert Geld seine sättigende Wirkung.
Treffender wäre daher wohl folgende Formulierung: Selbst wenn eine Einkommensteuer von 100 % eingeführt würde, sähe der „testosteronarme Michel“ (Sven Korte macht’s vor) seine einzige Möglichkeit zur Veränderung weiterhin darin, bei der nächsten Wahl eine andere, jedoch ebenso korrupte Partei anzukreuzen und als höchste Eskalationsstufe wütende Kommentare im Internet zu verfassen. Vor diesem Hintergrund ist schwer zu erkennen, weshalb es nicht irgendwann tatsächlich so weit kommen sollte.
@atlas ….“ab einer gewissen Schwelle verliert Geld seine sättigende Wirkung“. Was für schwülstiges Geschwurbel…
….und wie hoch ist der Nutri-Score bei deiner sättigende Wirkung?
wer kein Geld besitzt braucht eben die „sättigende Wirkung“ des Sozialstaates.
Ich hatte Ihnen doch schon mal geraten Ihre Vorträge vor Obdachlosen zu halten. Die sind dann sicher froh, von Ihnen über die sättigende Wirkung von Geld zu hören. Die werden dann sicher ihre Pappbecher nur noch halb voll schmeißen lassen, um dem Verlust der sättigenden Wirkung der Kupfermünzen zu entgehen.
Gott, ist das peinlich.
„ab einer gewissen Schwelle“ …
Die Gäste müssen bewirtet werden. Das kostet dann auch etwas Geld. Also, für die Fachkräfte aus dem West asiatischen Raum sollte es euch wert sein.
Und Elendski steht auch mit dem Klingelbeutel vor der Tür !
Der lässt sich für den Stellvertreterkrieg von den Auftraggebern königlich bezahlen. Aber das deutsche Volk verdient es nicht anders, die wollen es ja so, sonst würden sie anders wählen. Leider trifft es uns alle.
Stimmt, denn seine eigenen Taschen sind noch nicht voll genug
Klöckner hat gesagt sie würde den deutschen Steuerzahler von Selensky schön grüssen.
Kommt doch jetzt auch nicht überraschend bei den Regierenden Parteien Qualifiziertem Personal und der Ideologisch gesteuerten Politik .
Zumal auch noch die Schuldenorgien alleine der Letzten Jahre seid 2015 noch bezahl werden müssen .
Aber keine Sorge ! Wir haben die Talsohle noch nicht erreicht . Da wir aber bereits im freien fall sind schlagen wir kurzfristig hart auf . Da ist dann aber auch nichts mehr mit durchschreiten es wird nur noch dunkel werden .
Steuererhöhungen waren für den sozialistischen Kartellparteienblock nie ein Problem. Die endgültige Abschaffung der Schuldenbremse folgt. Von Sparmaßnahmen in den Haushalten keine Spur. Dafür dann pünktlich Diätenerhöhungen beschließen und Beamtenstellen immer weiter aufstocken. Alles während Betriebe in die Insolvenz gehen, Standort verlagern oder einfach ihre Betrieb schließen.
Irgendwann wird selbst die Kettensäge das nicht mehr richten können, dieses Dilemma
Auf Diätenerhöhung brauchen wir nur zu warten, wird nicht mehr lange sein in paar Monaten. Genau, immer noch mehr Beamte, Stuhlkreisstellen und Aufbau weiterer Verwaltungen.
Diese Verantwortungslosigkeit kann man nicht mehr in Worte fassen und auch nicht, dass diese Leute einfach so schalten und walten können, während der Bürger irgendwie wie gefesselt am Betonklotz hängt. Alle paar Jahre darf ein Kreuz gemacht werden, wo man sich irgendwie auch langsam fragen kann, woher so manche Stimmen für die ewig gleichen Altparteien her kommen.
wenn man nur über „rehbraune“ Augen im Wahlkampf spricht, während die Wirtschaft im Lande zusammenbricht und dann trotzdem noch die dafür verantwortlichen Parteien wählt, ist so oder so alles verloren.
Alles für die Ukraine!
DIW (= Fratzscher, Kemfert) -> Alles klar!
„…..Steuerexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Stefan Bach, …..“ sagt alles.
Und die CDU ist wieder mit dabei („Keine Steuerhöhungen!“) !
„Links ist vorbei!“ Link sein ist in!
Hat der Kanzler mit dem Kredit auf die Glaubwürdigkeit den anderen Kredit schon aufgebraucht? Oder warum versucht man jetzt die Bürger weiter auszupressen?
Wir bekommen das geboten was wir uns bieten lassen!
Über 70% wählen höhere Steuern. Geht demokratisch also in Ordnung.
Gute Politik hat ihren Preis, dafür haben wir günstige Mieten, günstige Energiepreise, gute Infrastruktur, gute Schule, Sicherheit im Öffentlichen Raum, sichere Arbeitsplätze und einen ausgewogenen ÖRR, damit wir von unserem Glück erfahren, wie gut es uns geht.
Warum fällt mir bei Ihrer Beschreibung spontan Nordkorea ein ?
Was soll sich ändern, siehe Wahlumfrage Rheinland-Pfalz, sofern alles mit rechten Dingen zugeht…
Jeden Tag schafft die CDU mehr Argumente, warum sie eigentlich eine schwarzlackierte SPD ist. Selbst als kleineres Übel taugt die CDU kaum noch.
Ja, Dauergäste die nicht einmal mithelfen, sind eben sehr sehr teuer und das Geld muss nun einmal von irgendwem rangeschafft werden, gelle!
Ca 4-5% der Angestellten verdient 130k und von denen will man jetzt 2% Steuern. Das wird wohl nichts ändern außer den Standort noch unattraktiver zu machen für Fachkräfte.
Gut, dass ich meine Arbeitszeit reduziert habe und inzwischen einen Großteil meines Einkommens aus Kapitalerträgen erwirtschafte, auf die ich nur 25 % Steuern bezahle. Nicht dass ich das gerecht finden würde. Aber wenn man das System nicht ändern kann, dann muss man es sich halt zunutze machen.
Egal wie man es auch immer nennen mag, das Geld für die desaströse Ausgabenpolitik wird sich von den deutschen Bürger wieder geholt. Von wem auch sonst?
Warum nicht gleich auf 490 Prozent?😂
Zuweisungen kommen dann für alle vom Staat. Verkehrter Weg ist das.
Zusammen mit den Staatsschulden sind wir schon jenseits von 75%.
Da die Brandmauer auch in den Köpfen vieler Wähler steht darf man sehr wohl von selbstgemachtem Leid ausgehen. Er wird daran zerbrechen aber uns wird es schmerzen.
Bitte noch vor den Wahlen
Man könnte auch die Krankenkassen abschaffen. Die rentenauszahungen stoppen. Einsparungsmöglichkeitrn gibt es genug
Ergebnis auf meinem Taschenrechner…“TILD“
1960 kostete ein VW Käfer 4000 DM, Spitzensteuersatz 53% bei 110.000 DM Einkommen.
2026 kostet ein VW Golf 30.000 EUR, Spitzensteuersatz 49% bei 825.000 EUR Einkommen – Äahh, da stimmt doch was nicht.
Schaue ich zurück nach 1980 müßte ich heute rund 27.000€ pro Monat verdienen um den damaligen Lebensstandart wieder zu erreichen.
Die CDU/ CSU- Politik ist eine Gefahr für jeden Fleißigen.
Wahrscheinlich ist die Wahl der AfD eine Form der Gefahrenabwehr?
Die CDU will 49% die sog. SPD dagegen nur 47% Spitzensteuersatz. Dann werden es am Ende sicher 52%.
Sehr verwirrend diese ganzen Neuberechnungen. Bin auch keine Steuerfachfrau. Ist vielleicht auch so gewollt. Keine Ahnung. Was ich glaube zu begreifen ist, höhere Steuern für mehr Lohn und Mwst rauf auf 21 %. Und da wo Steuern und Beiträge dem Bürger wieder erlassen werden, kommen sie anderso wieder drauf und zwar derart, dass der Staatssäckel wieder ordentlich klingelt.—Ich hätte da ja noch einen Vorschlag. Die nächsten sagen wir mal 5 Jahre keine Diätenerhöhung und sowieso keine automatischen. Und last but not least sollte auch hier das Verursacherprinzip gelten. Schlecht gewirtschaftet, schlechter bezahlt oder zum Rücktritt ‚ermuntert‘. Und am Anfang jeder Politikerkarriere sollte immer die Frage nach der Kompetenz und dem Background intensiv geklärt werden. So kann man schon gleich zu Beginn effektiv die Spreu vom Weizen trennen und den Bürgern bleibt vielleicht so etwas wie heute zukünftig erspart.
Ich erinnere mich an eine Aussage von Klaus Schwab (WEF), der in etwa behauptete “ Sie werden glücklich sein, wenn sie nichts mehr besitzen…“ Mal sehen.
Der Begriff „Reform“ ist in diesem Zusammenhang falsch! Es tritt keine Besserung ein, sondern eine gesteigerte Plünderung!