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Thüringen

AfD-Stadtrat nach über zwanzig Jahren fristlos aus der Bundeswehr entlassen – keine Pensionsansprüche mehr

Der AfD-Stadtrat Christoph Heurich wurde nach über zwanzig Jahren unehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen. Seit sieben Jahren ist er Mitglied der AfD-Fraktion in Meiningen. Der Geheimdienst der Bundeswehr ist der Ansicht, seine Verfassungstreue sei nicht garantiert.

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Christoph Heurich war über zwanzig Jahre für die Bundeswehr tätig. (Symbolbild) (IMAGO/)

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Der Major Christoph Heurich ist nach mehr als zwanzig Jahren Dienst fristlos und unehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen worden, weil er seit sieben Jahren als Stadtrat für die AfD in Meiningen in Thüringen tätig ist. Obwohl er laut dem Regionalportal InSüdthüringen als unauffälliger Teilnehmer bei Ratssitzungen auftreten soll und nicht wie ein Extremist wirke, meint die Bundeswehr, seine Verfassungstreue sei nicht garantiert.

Zum 28. November 2025 wurde er nach über zwanzig Jahren fristlos aus der Bundeswehr entlassen, wie er dem Portal gegenüber bestätigte. 2004 hatte er seinen Dienst begonnen. Durch die Entlassung hat er sowohl sein Gehalt als auch seine Pensionsansprüche verloren. Ihm werden Äußerungen in den sozialen Medien sowie seine generelle Betätigung für die Thüringer AfD zur Last gelegt.

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) übernimmt Aufgaben des Verfassungsschutzes im Bereich der Bundeswehr. Die Behörde ist ebenso wie Heurichs Vorgesetzte zu der Meinung gelangt, dass dessen Treue zur Verfassung nicht garantiert sei. Bereits im Dezember 2024 wurde demnach ein Dienstausübungsverbot gegen ihn verhängt, sodass er seine Uniform nicht mehr tragen durfte.

Heurich wurde 2015 Mitglied der AfD, weil ihn die Eurokritik der Partei überzeugt habe. Seit etwa sieben Jahren ist er im Stadtrat tätig und dort Mitglied der AfD-Fraktion. Zwischenzeitlich sei er wieder ausgetreten, kurz nachdem der Landesverband 2021 vom Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistisch“ eingestuft wurde. Dennoch verblieb er in der Fraktion im Stadtrat und trat bei der Kommunalwahl 2024 wieder auf der AfD-Liste an. Im Anschluss wurde er zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Über den MAD sagt Heurich: „Der Vorwurf lautet: Da ich die AfD unterstütze, die extremistische Bestrebungen verfolgt, bin ich selbst ein Extremist und nicht länger für die Bundeswehr tragbar. Meine Entlassung erfolgte nach Paragraf 46 2a des Soldatengesetzes”, sagte er gegenüber dem Nachrichtenportal. In diesem Absatz heißt es, dass Berufssoldaten entlassen werden müssen, wenn sie Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verfolgen oder eine Organisation unterstützen, die dieses Ziel verfolgt.

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Bereits 2020 habe es ein erstes Gespräch mit dem MAD wegen seiner Betätigung für die AfD gegeben, später ein zweites. Christoph Heurich will gegen seinen Rauswurf vorgehen und hat sich einen Anwalt genommen. Gegenüber InSüdthüringen.de sagte er, dass die Rechtsabteilung des Bundeswehrverbandes die Entlassung für ungerechtfertigt halte. Auf Anfrage des Portals wollte sich der Verband dazu nicht äußern.

Unklar ist der Vorwurf des MAD, dass Aussagen in den sozialen Medien Anlass zur Entlassung gegeben haben sollen. Aus Heurichs Perspektive habe er sich nie gegen das Grundgesetz geäußert, allenfalls „mal einen Beitrag von Thüringens Parteichef Björn Höcke gelikt oder einen Beitrag des Parteinachwuchses.“ Seit Mitte 2020, nachdem es ein Gespräch mit dem MAD gab, habe er seinen Facebook-Account nicht mehr benutzt. Der Geheimdienst der Bundeswehr legt ihm jedoch spätere Posts zur Last. Der Stadtrat bestreitet, diese verfasst zu haben. Der Account wurde mittlerweile gelöscht.

mra

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138 Kommentare

  • Wer schon immer wissen wollte wie es vor 100 Jahren war 😎

    151
    • Das stimmt leider. Die Sozialisten waren und sind heute Faschisten.

    • Vor 100 Jahren waren es aber noch die goldenen Zwanziger.
      Heute die bleiernen Zwanziger, die alles runterziehen von Moral bis Vermögen.

      Aber welche Parteien, Regierungen und Vertreter der eben genannten wurden tatsächlich rechtskräftig verurteilt weil sie gegen das ach „so heilige“ GG verstießen in der Vergangenheit und es noch genügend Urteile in Lauerstellung gibt,

      Spoiler, es ist nicht die AfD. Ob nun Neutralitätsgebot, Haushalt, Verbote und Einschränkungen etc., die Liste ist lang, der Schaden gegenüber Millionen Menschen enorm und finanziell sind wir schon bei Billionen angelangt was Volksvermögen sowie Infrastruktur angeht (u. a. Inflation, Enteignung, Zwangsbaumaßnahmen, Energie(preis)kollaps)

  • Die SPD nutzt jede Gelegenheit, um die AfD zu schädigen. Dieses Verhalten trifft auch auf SPD Minister zu. Es würde mich nicht wundern, wenn da der Chef persönlich interveniert hat.

    112
    • Nicht nur die SPD!

  • Werden AfD-Sympathiesanten von jeder Pflicht automatisch entbunden?

    118
    • Ei Tipp für die Jugendlichen, die zur BW sollen und nicht wollen: Tretet in die AFD ein und ihr werdet nicht genommen.

      • Hätte ich einen Sohn würde ich ihm raten in die AfD einzutreten – mal schauen ob es dann noch Interesse daran gibt, dass er seinen Wehrdienst leistet (mMn nur eine Frage der Zeit, bis die Wehrpflicht zurück kommt – da geht doch keiner mehr freiwillig hin)
        Ich habe gar nichts gegen Wehrdienst und Militär aber ich sage es ganz offen: Mein Gelöbnis auf die „Bundesrepublik“ könnte ich heute nicht mehr abgeben(abgesehen davon hat es mich schon damals gestört, dass die Staatsform im Gelöbnis enthalten ist…)..
        Die assoziiere ich mittlerweile nur noch mit Indoktrination, Unterdrückung von Meinungsfreiheit, Demokratiedefiziten und „Regenbogensolidaritätszwang“. Deutschland und Bundesrepublik sind für mich dahingehend einfach mittlerweile zwei paar Schuhe. Das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen bedeutet für mich, den Irrweg den die Bundesrepublik eingeschlagen hat nicht mitzugehen, sondern sich dem zu verweigern wo es nur geht.

      • Gute Idee, das kann vielleicht manchem Menschen den Arsch retten.
        Es gab mal eine Armee, welche den Namen verdiente. Aber wer heutzutage in Pisskübels Gefreitenstad´l eintritt, weiß ja eigentlich genau, dass sein oberster Chef völlig unfähig ist. Der olle Adolf war ja auch nur ein Gefreiter. Irgendwie ging das damals auch mächtig schief. Oder waren die Russen damals NUR zum Sightseeing in Berlin und zertrampelten auf den Seelower Höhen versehentlich zigtausende deutsche Männer als sie unbedingt mal Berlin sehen wollten?
        Dieser lispelnde derzeitige Gefreite ist ja nun wirklich kein Argument diesem komischen Verein beitreten zu wollen. Und NEIN! Ich fühle mich nicht von den Russen bedroht, sondern von der Blödheit unserer Politiker.

    • Steuerzahlungen werden per Dekret der PARTEI verdoppelt.
      Klar.
      „PARTEI“ steht natürlich für die Kartellparteien des Brandmauerregimes.

    • ‚Unterstützen‘ reicht in Unsererdemokratur offiziell und hier nochmals offensichtlich aus, um aus der Buntenwehr mit Fußtritt herausgeworfen zu werden. Also der „Fragebogen“-Rücksendung auch gleich die Kopie einer AfD-Spendenquittung garniert von einem blauen Sticker beifügen!

  • Ein demokratisch gewählter, ehrenamtlich tätiger Volksvertreter wird deswegen unehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen. Es wird immer schlimmer mit der Verfolgung Andersdenkender. Ich hoffe, die Justiz korrigiert das.

    • Und dann wird ihm noch die Pension gestrichen…..unglaublich.

      • Ja, das ist so. Kein Beamter, keine Pension. Zumindest werden sie ihn aber in der Rentenversicherung nachversichern.

    • Mit der dt. Justiz sollten Sie lieber nicht rechnen. Ist wie den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben…👹

  • MAD: Adjektiv
    verrückt
    crazy, mad, insane, nuts, wacky, demented

  • Mal sehen was die Gerichte dazu sagen werden……

    • Ich finde Ihr Vertrauen in die Gerichte rührend.

      • Das ist nun mal die Letzte Instanz und unser GG. Wenn man das nicht hat, dann kann man nur auswandern. Un das andere darf man nicht öffentlich aussprechen.

    • Das müsste gleich zum EuGH!

      • Weil die neutral sind oder warum? 🤣

  • Das geht schon in Richtung Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz. Es ist fast unmöglich 20 Jahre fehlende Rentenbeiträge wieder aufzuholen. Auch wenn das Renten- und Pensionssystem in Deutschland schlecht funktioniert, ist das ein extremer Vermögensverlust.

    • Er wird in der gesetzlichen RV nachversichert, erhält dann eine gängige Rente.
      Ist natürlich weniger als die erarbeitete Pension, aber zumindest steht er nicht mittellos.

      • Das es in bestimmten Fällen der Beendigung eines Dienstverhältnisses eine Nachversicherung gibt weiss ich, aber gilt das auch für die unehrenhafte Entlassung? Hab zwar auf die Schnelle versucht das rauszufinden, aber dafür muss man wohl in das Gesetz schauen.

    • Genau das ist das Ziel!

  • „Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.
    Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“

  • AfD-ler die ich persönlich kenne sind alle ausnahmslos rechtstreue Patrioten. Und die Bundes- und Landtagsabgeordneten, denen ich zuhöre, sind gebildet und leben teilweise in Ehen oder Lebenspartnerschaften mit Menschen mit Migr…hintergrund.

  • Ein Stasi-Major wäre auch unehrenhaft entlassen worden, wenn er sich einer Menschenrechtsgruppe angeschlossen hätte.

  • Die SPD hat da ausreichend Erfahrung:
    „Am 18. Februar 1972 beschloss die Ministerpräsidentenkonferenz unter Vorsitz des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt den sogenannten Radikalenerlass.

    Als Resultat wurden alle Bewerber*innen für den öffentlichen Dienst einer Regelanfrage durch den Verfassungsschutz unterzogen. Das bedeutete, dass in den 1970er und bis Anfang der 1980er Jahre etwa 3,5 Millionen Bewerber*innen – vor allem auch Lehrkräfte und Wissenschaftler*innen – auf ihre politische Gesinnung durchleuchtet wurden.
    Die bittere Bilanz:
    11.000 offizielle Berufsverbotsverfahren,
    2.200 Disziplinarverfahren,
    1.250 Ablehnungen von Bewerbungen und
    265 Entlassungen.“

  • Radikalenerlass:
    Der Erlass führte zum Berufsverbot für Tausende von Menschen, die als Lehrer*innen, als Lokführer*innen, in der Sozialarbeit, in der Briefzustellung, an Hochschulen sowie in der Rechtspflege tätig waren oder sich auf solche Berufe vorbereiteten.

    Bis weit in die 1980er Jahre hinein vergiftete die staatlich betriebene Gesinnungsjagd auf vermeintliche Linksradikale das politische Klima.

    1989 jedoch konnte über Nacht eine kompletter Staat mit Kommunisten eingebürgert werden.

  • Das ist absolut gegen die Verfassung. Wo kann man spenden, für Rechtstreit?
    Hier sollten alle einfahc 5 Euro dazu tun, damit unsere Rechte nicht verloren gehen.

  • Pure Willkür? Die Mitgliedschaft in der AfD reicht dafür sicherlich nicht aus, würde es jedenfalls nicht in einem Rechtsstaat, der sich nicht nur so nennt, sondern auch tatsächlich einer ist.

    • Sie schreiben es doch selbst: in einem Rechtsstaat. Der ist in Deutschland nur noch ansatzweise vorhanden! Als Normalbürger ist das mittlerweile ein Glücksspiel und/oder ein Risiko. Nicht selten Existenz bedrohend. Frau Justizministerin will jetzt die „Methode Niehoff“ ausbauen. „Hass und Hetze im Netz“ soll noch leichter verfolgt und bestraft werden. Wer Hass&Hetze definiert, dürfte klar sein: unsere Sensibelchen Politiker, die ein Heer von Petzportale durch Steuergelder in Mio-Höhe finanzieren, ausdrücklich gewollt, was die Beibehaltung des Politiker-stehen-über-dem-GG-und-über-dem-Souverän Paragraf 188 StGb auf erschreckende und widerliche Weise belegt wird!

  • Er hat sich wahrscheinlich sehr blöd angestellt, denn leicht macht sich die Bundeswehr so eine Entscheidung sicher nicht.

    • Bundeswehr? Ich glaube nicht, dass die SPD hier probleme damit hat. Die sind auch alle dem Verteildigungsminister unterstellt.

    • Ohje! Wann warst du beim Bund?

  • MAD und der Chef nennt sich Alfred E. Neumann.

  • Klage einreichen!!!!

    • Deshalb werde ich für diesen Staat nicht einen Finger rühren!!!

      • Immer unterscheiden zwischen „Staat“ und „Regime“.

        • Das ist heutzutage eins. Ich sehe hier die Anfänge der DDR.

          24
      • Don
        Nee selbst die DDR war nicht so arrogant!

  • Da tauscht die Politik den Verfassungsschutzchef aus, der schreibt ein Gutachten auf Geheiß, welches vor Gericht noch zur Überprüfung ansteht und der MAD entlässt aufgrund keiner Gerichtsentscheidung jemanden unehrenhaft aus dem Soldatendienst. Kann man sich alles nicht ausdenken!

  • Diese Einstufung vom VS ist hat keine Rechtskraft da diese juristisch also vor Gericht kein Bestand hat. Es braucht schon einen konkreten individuellen Anlass. Alles andere wäre selbst im Zweifel so etwas wie Sippenhaft. Und die ist bekanntlich nicht zulässig.

  • Ich denke, es gibt gute Chancen, dass diese Maßnahme keinen Bestand hat. Er wird dann finanziell entschädigt, vielleicht unter dauerhaften Beurlaubung.

    Das wirklich Empörende ist, dass die offenkundige schwerwiegende Diskriminierung wegen politischer Anschauungen nicht geahndet wird. Wer Art. 3 und 5 des Grundgesetzes so offenkundig mit Füßen tritt, gehört selbst aus dem Dienst entfernt. Die Verantwortlichen werden aber selbstverständlich befördert, statt rausgeschmissen. Sie haben ja „Haltung“ gezeigt.

  • In Deutschland kann man wie unter einem Brennglas beobachten, was passiert, wenn die Gewaltenteilung fehlt. Weltweit hat nur noch Österreich diese Konstruktion mit einer sog. „Verfassungsschutz“-Abteilung des Innenministeriums, die den „Staatsfeind“-Stempel schwingen und dadurch Leben zerstören kann.

    • Diese beiden Staaten haben ja auch gemeinsame Erfahrungen damit! Tradition verpflichtet zu weilen..

  • Hexenverbrennung und der Pranger scheinen bei den Linken wieder „en vogue“ zu sein.

  • Ach ja, MAD. Heißt deren Chef nicht Neumann? Alfred E. Neumann?

  • Müsste dann auch bei der Wehrpflicht nützlich sein. Ein YouTube Account mit ein paar AfD Videos und man raus aus der Nummer.

  • Das sind alles Mosaiksteine um noch mehr AfD zu wählen.

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