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Das dreiste Manöver des Prof. Dr. Mario Voigt – und warum er damit durchzukommen droht

Mario Voigt wurde der wissenschaftlichen Hochstapelei überführt. Doch statt als Ministerpräsident zurückzutreten, schlägt er wild um sich. Dass er damit durchkommt, liegt an der Angst vor der AfD.

IMAGO/dts Nachrichtenagentur

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Es sind harte Vorwürfe, die Mario Voigt gegen die Technische Universität Chemnitz erhebt. Bei der Aberkennung seines dort erworbenen Doktortitels sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen, unterstellt er. Seine „Persönliche Mitteilung“, die der Ministerpräsident über die Thüringer Staatskanzlei am Mittwoch an Journalisten schicken ließ, garnierte er mit einem dreiseitigen Schreiben der in Regierungskreisen beliebten Rechtsanwaltskanzlei Raue und kündigte an, gegen die am selben Tag von der TU Chemnitz getroffene Entscheidung vor das Verwaltungsgericht zu ziehen.

Die Universität selbst hatte den Abschluss des Plagiatsverfahrens gegen Voigt zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich gemacht. So übernahmen fast alle Medien die Stoßrichtung des Ministerpräsidenten. Statt darzustellen, weshalb der Erweiterte Fakultätsrat nach einer anderthalb Jahre laufenden Prüfung der Plagiatsvorwürfe einstimmig zu dem Ergebnis kam, dass Voigts Doktorarbeit gegen wesentliche wissenschaftliche Standards verstößt, berichteten sie ausführlich, warum der Ministerpräsident sich ungerecht behandelt fühlt und dass er sich dagegen juristisch zur Wehr setzen will.

Mit diesem kommunikativen Überraschungsangriff ist es Voigt gelungen, Zweifel an der Entscheidung aus Chemnitz zu säen. Als Privatperson ist das sein gutes Recht. Als Ministerpräsident ist es ein Affront gegen die zuständigen Hochschulgremien eines benachbarten Bundeslandes – und damit eine Attacke auf die grundgesetzlich geschützte Wissenschaftsfreiheit. Dass es sich um keine Thüringer, sondern um eine sächsische Universität handelt, gegen die der Ministerpräsident zu Felde zieht, birgt diplomatisches Eskalationspotenzial.

Denn so wild, wie Voigt nun um sich schlägt, weil er sein mühsam mit knapper Mehrheit ergattertes Amt nicht aufgeben will, müsste sich irgendwann der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer – oder zumindest sein Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow – schützend vor die TU Chemnitz stellen. Beide sind Christdemokraten und damit in derselben Partei wie Voigt.

In den Medien ist es bisher auffallend ruhig. Wenn man den Fall Voigt mit dem anderer Affären um Doktortitel von CDU-Politikern wie Karl-Theodor zu Guttenberg oder Annette Schavan vergleicht, scheint das Verständnis für wissenschaftliche Hochstapelei beim Landesvater in Thüringen weitaus größer zu sein. Voigt hatte sich zusätzlich noch mit dem von einer Privathochschule verliehenen Professorentitel geschmückt, bei der er bis Donnerstag als „Professor für Digitale Transformation und Politik“ aufgeführt wurde. Inzwischen hat die Quadriga Hochschule Berlin das „Prof. Dr.“ vor Voigts Namen gestrichen.

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Wie kommt es zu diesem Verständnis? Warum berichten viele Redaktionen so zurückhaltend? Und weshalb geben sie, wenn sie berichten, Voigts wilden Vorwürfen gegen die Technische Universität Chemnitz so viel Raum?

Die Antwort liegt nahe. Sie heißt Björn Höcke. Denn der Thüringer AfD-Chef wittert seine Chance, in Erfurt an die Macht zu kommen, wenn Voigt über die Plagiatsaffäre stolpert. Sollte der Ministerpräsident zurücktreten und der Thüringer Landtag einen Nachfolger wählen müssen, hätte es die CDU schon jetzt äußerst schwierig, einen Kandidaten durchzusetzen. Voigts Koalition aus CDU, BSW und SPD hat mit 44 von 88 Abgeordneten keine eigene Mehrheit. Bei seiner Wahl 2024 war er auf Stimmen der Linkspartei angewiesen. Ob das noch einmal klappt und ob zudem das BSW wieder mitspielt, ist vollkommen offen.

Im Falle eines Scheiterns kommt es zur Neuwahl – mit möglichen Zugewinnen für die AfD. Und das wollen regierende Parteien und regierungsnahe Journalisten unbedingt verhindern.

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75 Kommentare

  • Halten wir fest, er lügt und betrügt die Wähler und macht einfach weiter?

    112
    • Wie soll man ihn aufhalten?
      Die es wollen werden diffamiert, und alle anderen haben selbst Dreck am Stecken.

      • Einfach mal von diversen Seiten anzeigen!

      • Bei uns im Radio nicht einmal eine Erwähnung, das dem thüringischen MP der Doctortitel aberkannt wurde. Soviel zu Informationen aus dem Staatsfunk – Landeswelle Thüringen.
        Wer bewußt seine Leute belügt oder Informationen vorenthält sollte empfindlich bestraft werden

    • Das ist UnsereDemokratie. Seien Sie vorsichtig und zersetzen Sie sie nicht!

    • Ja. Der Wähler erfährt aus den Regierungsmedien, was er als artiger Untertan zu wählen habe.

    • Sage nur, den Staat zur Beute gemacht!!

    • Ist doch so üblich bei den Brandmaurern der Wirdemokraten.

  • Das reiht sich ein in die Entwicklung, dass niemand mehr zurücktritt, um für etwas Verantwortung zu übernehmen. Es ist einfach abhanden gekommen. Ein Detail des Verfalls.

    • Das ist einer der vielen Vorteile der Brandmauer.

      Hinter dieser Brandmauer kann man eben auch ohne Konsequenzen das geistige Eigentum von anderen stehlen und sich Titel ergaunern.

      Natürlich nur, wenn man auf der richtigen Seite steht.

  • Es trog bereits sein alter Ohm
    Frech wider bess´res Wissen;
    So muß der junge „Hauptmannsohn“
    Falsch´ Zeugnis auch nicht missen.

  • Das Thema köchelt er weiter. Bis ein Gericht entscheidet, steht die nächste Landtagswahl heran. Dann wird’s richtig bitter für die Thüringer CDU ausgehen!

  • Mett ist fettig, Fett ist glitschig, deshalb bekommt man Mett-Heads nur schwer zu fassen 😉

  • In UnsereDemokratie tritt niemand mehr wegen Verfehlungen zurück.
    Eher tritt zurück, wer authentisch ist.

  • Es ist eindeutig ein Problem unserer Demokratie, das der Bürger bei sowas nur ohnmächtig zusehen kann..

  • Ich fürchte, genau so ist es: Um der AfD kein Futter zu geben, wir der Vorgang bagatellisiert. Das wäre ein weiteres Beispiel, wie die „Brandmauer“, i.e. das Ausschalten einer relevanten Opposition Maßstäbe absenkt, die wir an Regierungsleute anlegen müssen. Egal, ob Voigt, Weimer oder sogar Merz mit seinen gebrochenen Wahlversprechen: Diesseits der Mauer wird immer mehr möglich, was früher glücklicherweise nicht möglich war.

  • Mittlerweile wäre es echt mal interessant…wie viele Politiker in den letzten 10 bis 15 Jahren über ihre Dr. Arbeiten ähmmm „gestolpert“ sind. Da kommen doch schon einige zusammen, oder? 🙂

  • Ich habe bei einem Discounter mal einen sehr coolen Zollstab gekauft. Der misst in Zoll auf der einen Seite und metrisch auf der anderen Seite also mit zweierlei Mass. Die hatte irgendwie keinen richtigen Produktname, aber ÖRR-Meter, Politikum oder Linksometer würden passen.

    • Oder Mettstäbchen!

  • Er gibt jetzt das Opfer…..
    Du meine Güte.

  • Wieso nutzt er die Staatskanzlei für die Verteidigung ? Der „Doktor“-Titel als solcher ist Privatsache.

  • Er hat einfach noch viel vor, wichtige Aufgaben, die nicht in falsche Hände fallen dürfen. So muss er für Thüringen bei den Teurokraten in Brüssel das „Gehacktesbrötchen“ als geschützte Herkunftsbezeichnung durchsetzen. Thüringen ginge zugrunde, würde beim Fleeschor fälschlich ein Hackepeterbrötchen, oder, noch schlimmer, ein Mettbrötchen gar bestellt werden können! Make Thüringen great again und rettet das Gehacktesbrötchen! Außerdem will er noch einen kulinarischen Landesgrenzschutz aufbauen: Mettbrötchen müssen draußen bleiben!

  • Die CDU scheint es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Früher, als Parlamentarier noch Charakter hatten, wäre man zurückgetreten.

    • So ist es. Aber eben, Charakterlump bleibt Charakterlump. Leider.

    • @Garibaldi: Das ist Geschichte, spätestens seit Robby der Zerstörer, Anna-360°-Lena und Konsorten kompetentielle Ungeeignetheit geradezu als Empfehlung für Führungsämter ansahen. Es gibt einfach kein geeignetes Personal mehr bei den „etablierten“ vor-Brandmauer-Parteien, nur noch scheinbar unter Drogen laufende Selbstdarsteller wie die vorgenannten oder auch Panik-Karl, Wegducker wie Exwumms-Olaf oder Kriminelle-zittern-vor-CDU-Kretschmer, „Flüchtlinge“ wie Außen-Merzel oder Freizeitoptimierer wie Tennis-Wegner u.ä. Wenn hier Charakter vorhanden wäre, würden nicht wenige davon ehrfürchtig unter Brücken betteln und/oder sich vor Suppenküchen antirassistisch von Migranten vermöbeln lassen müssen.

  • Wissen die an der TU Chemnitz eigentlich vom §188 StGB…das grenzt ja schon an Majestätsbeleidigung….dem armen Mario seinen Dr. Titel einfach so abzuerkennen
    🙂 🙂 🙂

  • Der arme Mario. Hat sich soviel Mühe gegeben 🥲 Und jetzt das.
    😂😂😂

  • Ein Dr. phil. in Politikwissenschaften (Geschwätzwissenschaft) an einer „Technischen Universität“ ist sowieso etwas merkwürdig.

    • Ist überhaupt nicht merkwürdig.
      Gibt einige TUs, die Geisteswissenschaften anbieten.
      Ist auch kein Qualitätsmerkmal, oder stünde für schlechteren Ruf.

      • Fast alle tun das …

  • Professor Krull 😀

    • Seinen Prof.-Titel in Berlin ist er seit heute früh los.

  • Man stelle sich vor Alice Weidel wäre ihr Doktortitel aberkannt worden…….“Unsere Demokratie“ muss auf Biegen und Brechen erhalten bleiben.

  • ich mochte ihn noch nie … ein Blick in seine Augen begründet meine Ablehnung total … möchte es hier nur nicht ausführen, da mein Bademantel gerade in der Waschmaschine ist …

    • Ich möchte diesen Menschen auch nicht.
      Für sein Aussehen kann der ja nichts, aber sein Charakter ist noch um ein Vielfaches mieser. Das hat er schon mehrfach bewiesen. Besonders hat er sich ins Zeug geschmissen bei der Wahl zum MP. Das war einfach unterirdisch. Man fragt sich welche Leute diesen solche Typen wählen und das mit ihrem Gewissen vereinbaren können .

      • Das Problem sind die Listen! Warum sitzt eine Göring Eckhard mit 3 Prozent der Stimmen bei der letzten Wahl im Bundestag? Die wirst du einfach nicht los

  • Die Lösung ist doch einfach, in Thüringen wird abschreiben als legitim erklärt. So dann reicht der Mario seine Kopie-Schrift an der Uni Jena zum doktorieren ein. Fertig.

    • Karl Marx hat auch in Jena promoviert.

    • Doktortitel in Thüringen sind jetzt so viel wert wie ein Mettbrötchen

  • Kann mir jemand, ausser Atlas, erklären was in diesem Dtld geschehen ist, dass solche Versager durchkommen?
    Agiert Merkel weiter im Hintergrund?

    • Ihr größtes Verdienst besteht darin, daß sie die CDU in kürzester Zeit erfogreich zu einer sozialistischen Kaderpartei neuen Typus nach Leninschem Vorbild („Was tun?“ ) umgebaut hat. In der DDR gehörte das in Schule und auch im Studium zum obligatorischen Lehrstoff. Die Saat geht auf. Die SPD hat das schon lange hinter sich und die FDP hat das nach Westerwelle in vorauseilendem Gehorsam auch gleich gemacht. Es gibt z.Zt. nur eine größere Partei, die keine Kaderpartei ist. Aber auch die ist lobby- und anreizbedingt vor diesem Prozeß nicht immun.

  • Sie fürchten schon lange nicht mehr die eigene Lächerlichkeit.
    „Ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich völlig ungeniert“.
    Hauptsache an der Macht, dann kann einem keiner was!

    • Zumal sie sich überall ausgebreitet haben und schnell Pöstchen für Anschlussverwendungen für ihre Genossen schaffen können.

  • Lug und Betrug scheinen zwingende Voraussetzungen in manch Parteien zu sein.

    Kommt dann noch verrucht hinzu, hat man den passenden Hattrick im 21. Jh. auf der politischen Ebene. Weitgehend gedeckt, durch verlängerten medialen Arm, spielt man auf Zeit, um den letzten Cent auch noch zu ergaunern.

    Angst schüren, das bewährte Mittel seit mind. 2008, wo bis heute eine Krise der anderen folgte, aber den Machterhalt diente. Auch das man selbst Krisen schafft, lenkt eben vom Versagen und Vertuschen von (In)Kompetenzen ab.

    Alles zum Wohle unsererDemokratie (Augenzwinker).

    Man braucht als Privatperson keinen Doktorgrad zu haben, um MP zu werden.
    ABER als MP braucht man Integrität und Vertrauen, um es zu bleiben.

    Dies galt aber einmal vor langer langer Zeit.

    PS: Jeder normale Bürger der bei seinen Angaben im Bewerbungsverfahren lügt, dem droht BGB und/oder StGB

    https://www.fachanwalt.de/ratgeber/drohen-rechtliche-konsequenzen-bei-luegen-oder-falschangaben-in-den-bewerbungsunterlagen

    Gefälschte Angaben in der Bewerbung sind ein schwerwiegender Kündigungsgrund, da sie eine arglistige Täuschung (§ 123 BGB) darstellen und das Vertrauensverhältnis zerstören. Sie können eine fristlose Kündigung, eine Anfechtung des Arbeitsvertrags sowie Schadensersatzforderungen zur Folge haben, auch lange nach der Probezeit.

    In der Politik „droht“ vermutlich Posten in Brüssel oder NY, oder ein ngo-Posten

  • Unsere „Leitmedien“ vermeiden tunlichst, über die Affäre Mario Voigt zu berichten.
    Schließlich möchte man sich nicht dem Vorwurf aussetzen, etwas zu benennen, wovon die AfD profitieren könnte.

    • Das fiel mir gestern abend auf, als ich genau deshalb nach vielen Monaten mal wieder diese toxische „Tagesschau“ angesehen habe.

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