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Windkraft stört Radar der Bundeswehr – Gesetzesreform der Bundesregierung scheitert an Energiewende-Lobby

Wichtige Radaranlagen der Bundeswehr, die Deutschland vor Drohnen und Kampfflugzeugen schützen, werden durch den Windkraftausbau gefährdet. Das Verteidigungsministerium wollte deshalb ein strenges Bauverbot, konnte sich aber gegen die mächtige grüne Lobby nicht durchsetzen.

Einsatzführungsbereich 2 in Erndtebrück (Foto: Bundeswehr/Alexander Golz)

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Der Bundeswehrstandort im nordrhein-westfälischen Erndtebrück hat für den Schutz Deutschlands vor militärischen Angriffen aus der Luft eine zentrale Bedeutung. In der dortigen Hachenberg-Kaserne überwachen Soldaten der Luftwaffe rund um die Uhr den Himmel über der Bundesrepublik. Das Control and Reporting Center (CRC) ist eine von zwei Luftraumüberwachungszentralen der Bundeswehr. Das andere CRC liegt in Südbrandenburg. Beide „haben gemeinsam mit dem Nationalen Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum in Uedem den Auftrag, die Sicherheit des deutschen Luftraums zu gewährleisten und dessen Souveränität rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr sicherzustellen“, erklärt die Bundeswehr.

Über ein deutschlandweites Netz aus 18 militärischen Radarstationen, deren Daten in den CRCs zusammenlaufen, sollen feindliche Flugzeuge frühzeitig erfasst werden, um Abfangjäger rechtzeitig losschicken zu können. Doch die empfindlichen Radarsysteme der Luftwaffe haben noch einen weiteren Feind: die immer größer und immer zahlreicher werdenden Windkraftanlagen. Deren riesige Rotorblätter beeinträchtigen die Präzision des Radarsignals.

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Die Bundeswehr hat bereits gegen mehrere Windkraftanlagen im Umfeld ihrer Radaranlagen geklagt. Doch dieser juristische Weg ist mühsam und nicht immer von Erfolg gekrönt. Deshalb wollte das Verteidigungsministerium eine politische Lösung und forderte ein gesetzliches Bauverbot für Windkraftanlagen, die den Radarbetrieb stören. Doch die einflussreiche Energiewendelobby, die ihr Geschäftsmodell bedroht sah, setzte sich durch: Der Bundestag lehnte ein striktes Bauverbot ab und beschloss vergangene Woche (?) eine stark aufgeweichte Fassung.

Auf einer Bergkuppe beim Control and Reporting Center in Erndtebrück gibt es auch eine Radarstation. Gut vier Kilometer davon entfernt wollte ein Privatunternehmen im Jahr 2016 vier Windkraftanlagen bauen. Die Bundeswehr widersprach. Dem Vorhaben könne aus militärischer Sicht nicht zugestimmt werden, hieß es in einem Schreiben an die kommunale Genehmigungsbehörde. Aufgrund der Entfernung und Höhe der Anlagen müsse „mit einer signifikanten Beeinträchtigung der Radarerfassung bereits durch eine einzelne Windenergieanlage gerechnet werden“. Gebaut wurden dennoch alle vier. Denn sowohl die Genehmigungsbehörde als auch das örtlich zuständige Verwaltungsgericht wischten die militärischen Bedenken einfach beiseite. Eine Klage der Bundeswehr scheiterte im November 2017 am Verwaltungsgericht Arnsberg.

In der schriftlichen Urteilsbegründung geben die Richter ein Argument der Bundeswehr wieder, das damals wesentlich abstrakter klang als heute: „Bei einer sich verändernden sicherheitspolitischen Lage sei dieser Dauereinsatz der Überwachung und Sicherung des Luftraums von zentraler Bedeutung für die Wahrung der Souveränität des Landes.“ Inzwischen hat sich die sicherheitspolitische Lage verändert. Seit vier Jahren führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, rüstet seine Streitkräfte massiv auf und testet immer wieder die Verteidigungsbereitschaft der Nato. Hinzu kommt die technologische Entwicklung: die neue Bedrohung durch Kampfdrohnen.

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Weil diese unbemannten Fluggeräte deutlich kleiner als Jets sind, langsamer und niedriger fliegen, sind sie für ältere Radaranlagen ohnehin schwer zu erkennen. Kommen dann noch Windparks dazwischen, wird es noch schwieriger. Das von Boris Pistorius geführte Verteidigungsministerium begründete damit, weshalb es auf eine Gesetzesänderung drängte, die der Bundeswehr ein Vetorecht beim Bau neuer Windkraftanlagen eingeräumt hätte: Angesichts der Zunahme der Bedrohung durch Drohnen und der Zunahme von Luftraumverletzungen in europäischen Staaten sei die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit der Luftverteidigungsradare „essentiell“ und müsse vollumfänglich sichergestellt werden. „Dies kann mit der bisherigen Rechtslage nicht gewährleistet werden“, hieß es laut Funke-Mediengruppe Ende 2025 aus dem Ministerium des SPD-Politikers. Deshalb sei die Gesetzesänderung erforderlich. 

Doch Pistorius bekam mächtigen Gegenwind – auch aus den eigenen Reihen. Denn die deutsche Energiewendeindustrie ist in den vergangenen Jahrzehnten zu einer milliardenschweren, bestens vernetzten Branche herangewachsen, die auf aggressive Lobbyarbeit setzt, um ihre Interessen zu wahren. Das muss sie auch. Schließlich beruht ihr Geschäftsmodell auf politischer Bevorzugung.

In der SPD zählt Nina Scheer zu den wichtigsten Verbündeten der Wind- und Solarbranche. Sie ist die Tochter des verstorbenen SPD-Politikers Hermann Scheer, der als einer der wichtigsten Wegbereiter der deutschen Energiewende gilt. Nina Scheer führt dieses Erbe als energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion fort. „Es gilt, die Energiewende, den Umstieg auf Erneuerbare Energien, als Sicherheitsfrage anzuerkennen“, meldete sie sich gegenüber der Funke-Mediengruppe zu Wort, als der Radar-Vorstoß aus dem Verteidigungsministerium ins Parlament gekommen war. „Und im Kontext von Verteidigungsfähigkeit gehört auch unsere Energiegewinnung zum Schutzgut.“

Scheer trat damit als Sprachrohr des Bundesverbands Windenergie (BWE) auf, denn der lief bereits seit Monaten gegen den vom Bundeskabinett bereits abgesegneten Gesetzentwurf Sturm. „Die Gefahr ist erheblich, dass die positive Entwicklung der Windenergie der letzten Jahre torpediert wird”, wetterte die Präsidentin des Lobbyverbands, Bärbel Heidebroek, gegen den Regierungsplan. „Einen vergleichbaren Vorstoß gab es bereits im August 2023. Damals hatte der BWE vor weitreichenden Folgen für die Flächenverfügbarkeit gewarnt. Der Bundestag hat diese Änderung damals zurecht abgelehnt.”

Auch innerhalb der Union gab es Kritik am geplanten Bauverbot für Windkraftanlagen in einem kilometerweiten Radius um Radarstationen der Bundeswehr. Vor allem aus der Kommunalpolitik. Denn einige Gemeinden haben auch wirtschaftliche Interessen an Windkraftprojekten. So kam es, dass sich die schwarz-rote Koalition auf eine Kompromisslösung zulasten der Sicherheitsinteressen und zugunsten der Windkraft einigte.

Im Gesetzentwurf der Bundesregierung stand, dass Bauwerke (zum Beispiel Windkraftanlagen) nicht errichtet werden dürfen, wenn dadurch stationäre militärische Einrichtungen zur Luftverteidigung (Radaranlagen) „gestört werden können”. Beschlossen hat der Bundestag, dass das Bauverbot gilt, wenn „stationäre militärische Luftverteidigungsradaranlagen in ihrer Funktionsfähigkeit
erheblich beeinträchtigt werden.” Und als Ergänzung: „Eine erhebliche Beeinträchtigung liegt vor,
wenn durch eine gutachtliche Stellungnahme (…) nachvollziehbar dargelegt wird, dass die Auftragserfüllung durch die jeweilige Luftverteidigungsradaranlage nicht mehr gewährleistet wäre.” Zwischen einer möglichen Störung und einer nicht mehr gewährleisteten Auftragserfüllung ist ein erheblicher Unterschied, der in Streitfällen vor Gericht genau ausgelegt werden wird.

Die vier Windkraftanlagen am Luftwaffenstandort Erndtebrück, die damals gegen den Willen der Bundeswehr gebaut wurden, beeinflussen laut deren Angaben nun tatsächlich die Radaranlagen. „In Untersuchungen kann ein physikalischer Einfluss dieser Anlagen gemessen werden”, teilte ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr auf Anfrage von Apollo News mit. Die Messungen würden derzeit in einer Studie ausgewertet und seien eine wertvolle Grundlage für künftige Prognosen zur Auswirkung geplanter Windenergieanlagen auf Luftverteidigungsradare. Doch: „Die genauen Ergebnisse der Studie unterliegen der militärischen Geheimhaltung, weil daraus Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit der betroffenen Systeme möglich wären.”

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28 Kommentare

  • Der Bundestag lehnte ein striktes Bauverbot ab und beschloss vergangene Woche (?) eine stark aufgeweichte Fassung.
    Das müssen dann die nicht mehr schützbaren Städte Gemeinden und Soldaten eben verstehen . Da mussten die Altparteien eben Prioritäten setzen !
    Was für ein Wahnsinn hier in Deutschland . Dafür sollen Junge Menschen Leib und Leben aufs spiel setzen ?

    • Die Bundeswehr wird wohl bald anstatt des Bundeswehr Patsches an den Uniformen
      die Bunte Pride Flagge und Rosa Uniformen bekommen.

      • Ob Trump wohl recht hatte mit seiner Soldaten schellte ? Oder er wohl eher auf die politische Führung der Soldaten abzielte ?
        Eine Armee ist auch immer ein Spiegelbild ihres Staates und politischen Führern .

        • Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.
          Schon zu meiner BW Zeit haben zivile Mitarbeiterinnen der Kantine ,
          für so manchen Karriere Knick gesorgt.
          So ein Mobbing in dern 80er Jahren gingen fast immer von weiblichen Zivilangestellen aus.
          In der US Armee mit der wir viel zu tun hatten, haben die sich nur verwundert den Kopf gekratzt.
          Daher habe ich u.a. den Dienst quitiert.

          0
    • Es gibt NUR eine legitime Lobby in Demokratien und die nennt sich Volk.

      Alles andere ist für Politik tabu.
      Politiker haben nicht jede Woche zu Verbänden, Industrievertreter etc. zu laufen, sondern NUR dem Bürger zuzuhören in seinen jeweiligen Wahlkreis.
      Da darf gleichberechtigt Interessensverbände etc. vorsprechen, nach Termin fragen.

      Denn diese Klientelpolitik am Volk vorbei brachte D. dahin wo es heute steht, bzw. weiter am Fallen ist.

      Bauvorhaben in Gemeinden hat den Bundestag NICHT zu kümmern.

  • Diese Störung von Radargeräten (im MTI-mode) ist nicht „seit Jahren“, sondern seit Jahrzenten bekannt. Googelt mal den Begriff „Clutter Maps“.

  • Man stellt die Weltklimarettungsmühlen hoffentlich in die Weiten Brandenburgs östlich von Berlin.

  • >>Windkraft stört Radar der Bundeswehr<<

    Und da sage noch einer es gäbe keine guten Nachrichten mehr.

  • Wo man hinsieht: Schwachköpfe.

    • Lebensgefährliche Schwachköpfe !
      Streng genommen ist das Landesverrat und Wehrkraftzersetzung !

      • Richtig ! In den 1980er würden da die Handschellen klicken.
        Die Regelungen sind Heute noch in Kraft.

        Jedoch Rennen die Behörden nur noch bei scheinbarem Hass und Hetze
        die Wohnungstüren bei braven Indigenen Einheimischen Bürgern ein.

        • Ein gutes Beispiel für den Intellekt oder Geisteszustandes unser Volksvertreter ist z.b der Umstand das wir knapp 300 Millionen Euro /ps für die F35 einen Tarnkappenbomber ausgeben .
          Ein Flugzeug was so teuer ist weil es vom Radar nicht zu erfassen ist .
          Gleichzeitig sparen wir allen unseren potentiellen Angreifern die Kosten durch auch noch Staatlich Subventionierte Windräder als Radar Schattenspender !
          Ich möchte gar nicht wissen wie dieser Wahnsinn die Effektivität des Arrow 3 für 4 Milliarden EUR beeinflusst ! 🙂 Hauptsache immer Raus mit den Steuergeldern !!
          Es muss in Deutschland zwingend eine persönliche Haftung für Politiker geben .

          12
        • #Olaf Kloeckner

          Sowohl die F35 als auch die Arrow-Technologie müssen mit großen Fragezeichen versehen werden.
          Beide Technologien halten nirgendwo, was sie versprechen. Beide Technologien sind nichts anderes als korruptionsanfällige Steuergeldgräber.

          7
        • Was für eine Elend
          Eine 100% Waffe wird es wohl nie geben .
          Bei der F35 wäre ich mir auch noch zu 100 % sicher dass sie einen kill switch der Amerikaner hat .
          Ich würde zumindest so einen als Amerikaner auf Jeden fall für Exporte in die EU Staaten vorsehen . Man weiß ja nie !

          0
    • Die 10.000€ und mehr Staastknete im Monat bekommen !

      • @Scheibenpils
        Absicht würde ja ein Ziel voraussetzen ! Was meinen sie was das Ziel sein soll ?

    • Das ist das gewünschte Fehlurteil. Die Dissonanz soll sich der Untertan mit Unfähigkeit erklären, nicht mit Absicht.

  • Ich behaupte Solarzellen heizen das Klima auf. Im Sommer heizen sich diese Platten bis auf 70 Grad auf. Und geben das über die Luft wieder ab.
    und jetzt rechnen wir mal aus wieviele Quadratmeter bei uns auf den Dächern und in Solarparks exsesstieren.

    • Vollkommen richtig. Das ist im Übrigen – wie dieser Windkraftwahnsinn – eine umwelt- und naturschädigende Technologie erster Güte.

  • Hat man das den Russen schon übermittelt? Ach ja …hiermit erledigt.
    Unsere Regierung gehört gesamt in den Knast.

  • “ „Und im Kontext von Verteidigungsfähigkeit gehört auch unsere Energiegewinnung zum Schutzgut.“

    Typisch „grün-rote Sekte“, typisch „Deutschland verrecke“-Ideologie. Nicht einmal die ungestörte Verteidigungsfähigkeit der BRD ist diesen Idioten ein Argument, innezuhalten und umzudenken. Stattdessen wird diese Schrott- und Gesundheitsschädigungs-Taugenichts-Technologie um jeden Preis vorangetrieben, zum Schaden der Allgemeinheit in absolut jeder Hinsicht.

  • In den USA würde man nicht nur diese Propeller wegen der Nationalen Sicherheit verbieten, sondern zusätzlich dieser Grüne-Lobbyismus!

    Leider haben wir noch zu viele Wähler dieser sich selbsterhöhenden demokratischen Kartell-Parteien!

  • Klima vor Krieg. Bei solchen Prioritäten muss der Untertan sich wenig sorgen, dass die BRD nicht auch noch versehentlich gewinnen könnte.

    • „Klima“ IST Krieg, gegen die Bevölkerung, sozusagen.

  • Man kann an diesem Wahnsinn gut den Schwachsinn von Energiewende mit Windrädern und Solar erkennen.
    Ein leichteres Ziel als Windräder für einen Feind gibt es nicht., wenn er die Energieversorgung lahm legen will.
    Zumal nun wieder hunderte Notstromaggregate in die UA verschenkt wurden.

  • Deutschland soll wehrtüchtig werden, und gleichzeitig wir die Wehrtüchtigkeit sabotiert… Links-Grüne Logik und Idiotie !

  • Der Auftrag der BW hatte sich nicht verändert, er blieb gleich, „die Sicherung des deutschen Luftraumes um die Souveränität zu schützen“. Dieser Auftrag wurde zu keinem Zeitpunkt aufgehoben, oder eingeschränkt.
    Politik und Justiz haben hier eklatant versagt.
    Schlimmer noch, sie haben die Sicherheit der Bevölkerung und die Souveränität, der Links- Grünen Ideologie geopfert.
    Da die BW die Situation vor Gericht sicher deutlich machte und ihren Auftrag deutlich machte, dürfte der Richter seinerzeit sicher ein Staatsfeind sein, da ich mir kaum vorstellen kann, das es kein Gesetz gibt, das es ihm erlaubt die Sicherheit von 83 Mio. Menschen mutwillig zu verletzen, sowie die Sicherheit des Landes zu gefährden.
    Dieser Richter steht stellvertretend für die Missachtung der Interessen deutscher Bürger durch Regierung und Judtiz.

  • Die Grünen Linken Fantasten können ja gleich die Schlüßel und Codes der Bundeswehr an die die Sowjet Arme übergeben.

    Ohne Radar keine Feinderkennung. Ganz einfach.

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