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Warum die Spritpreise in den USA und Südkorea kaum steigen – und in Deutschland explodieren

Während in Deutschland die Spritpreise explodieren, sind andere Länder deutlich weniger betroffen. In den USA und selbst in Südkorea ist nicht nur das Preisniveau viel niedriger. Auch der Anstieg in den letzten Tagen fiel dort mäßiger aus.

Steigen die Spritpreise bald noch höher? Neben dem Ölpreis wirkt in Deutschland auch der CO₂-Preis als Treiber. (IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

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Der Iran-Konflikt geht in seine zweite Woche, und mit ihm wachsen die Sorgen über die Folgen der sich langsam, aber sicher aufbauenden Energiekrise für die Weltwirtschaft.

In Deutschland hat sich der Anstieg der Ölpreise (Apollo News berichtete, mehr dazu hier) bereits nach kurzer Zeit an den Zapfsäulen der Republik bemerkbar gemacht. Von etwa 1,65 Euro pro Liter ist der Preis auf über 2 Euro gestiegen – ein Anstieg von rund 25 Prozent in kürzester Zeit (Apollo News berichtete).

Zugleich steht der Verdacht im Raum, dass sich die Betreiber der Mineralölkonzerne einen schnellen Gewinn sichern, indem sie bereits fakturierte und raffinierte Petroleummengen sowie vorhandene Benzinbestände zum inzwischen wesentlich höheren Endverbraucherpreis verkaufen und damit einen Übergewinn realisieren. Doch handelt es sich hierbei um einen temporären Effekt, der von der herrschenden Marktdynamik schnell wieder ausgeglichen wird.

Der im internationalen Vergleich überhohe Anstieg der Benzinpreise in Deutschland ereignet sich allerdings in einem Umfeld, in dem der Fiskus mit typischerweise weit über 50 Prozent des Endverbraucherpreises durch seine Abgabenpolitik als Preistreiber wirkt. Ein stiller Profiteur der Krise, während insbesondere die Berufspendler vor wachsenden Problemen stehen.

USA operieren autark

Ganz anders stellt sich die Situation jenseits des Atlantiks dar. In den Vereinigten Staaten stiegen die Benzinpreise moderat um etwa fünf bis zehn Prozent. Acht Monate vor den wichtigen Midterm-Wahlen wird die weitere Entwicklung entscheidend für Präsident Donald Trump sein, um sein Wahlversprechen aufrechterhalten und die massive Teuerung in den USA unter Kontrolle bringen zu können.

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Ein schnelles Ende des Iran-Kriegs muss nun her. In Washington wird man sorgfältig abwägen zwischen den geopolitischen Effekten, der Kontrolle der globalen Ölmärkte und der einheimischen Inflationsgefahr.

Seit 2018 sind die Vereinigten Staaten mit einer Tagesproduktion von 18 Millionen Barrel der weltweit größte Ölproduzent und zugleich selbst Exporteur des „schwarzen Goldes“. Ihre dominante Position macht sie relativ unempfindlich gegenüber größeren Ölpreisschocks und sichert ihnen zugleich erheblichen Einfluss auf die globalen Märkte.

Dauert diese Krise an, droht der weltweite Energiemarkt zu zersplittern. Massive Preissteigerungen drohen jenen, die von Importen abhängig sind, wie etwa den europäischen Staaten, während die energieautarken Staaten über Preissetzungsmacht verfügen und von übertriebenen Preissteigerungen weitestgehend verschont bleiben dürften.

Sonderfall Südkorea

Blicken wir nach Asien, genauer: nach Südkorea. Das Land ist – ähnlich wie Europa – stark energieabhängig, verfügt jedoch zugleich über große Raffineriekapazitäten. Unternehmen wie SK Energy, GS Caltex oder S-Oil operieren in der Regel auf der Grundlage langfristiger Lieferverträge und Preisfixierungen. Darüber hinaus halten sie umfangreiche Rohöllagerbestände vor, die während eines Lieferstopps zunächst weiter abgebaut werden können.

Die südkoreanische Wirtschaft könnte daher temporär von der Hormus-Sperrung abgeschirmt bleiben. Der Literpreis für Benzin stieg in Korea um etwa 13 Prozent seit Ausbruch des Krieges von umgerechnet 1,11 Euro auf etwa 1,25 Euro. Ein deutlicher Unterschied zum Preisanstieg in Deutschland.

In Südkorea machen Steuern und Abgaben lediglich rund 40 Prozent des Endverbraucherpreises für Benzin aus. Auch darin liegt ein gewisser Vorteil gegenüber der deutschen Praxis der stetig steigenden Besteuerung von Mobilität und Energieverbrauch.

Bis ein Ölpreisschock die südkoreanischen Tankstellen vollständig erreicht, können bis zu drei Wochen vergehen. In dieser Zeit hedgen die Unternehmen ihr Währungs- und Preisrisiko über die Terminmärkte und können so weitgehend isoliert operieren. Raffinerien und deren Lagerhaltungspraxis wirken daher wie eine ergänzende, strategische Ölreserve, die unmittelbar in den Verarbeitungsprozess des wichtigsten Rohstoffs der Ökonomie integriert ist.

Auf politischer Entscheidungsebene bleibt man in Habachtstellung. Die südkoreanische Regierung verzichtet derzeit auf kurzfristige Steuersenkungen im Bereich der Brennstoffe – eine Maßnahme, die in der Vergangenheit häufig genutzt wurde, um konjunkturstützende Programme zu flankieren. Zuletzt geschah dies während der Lockdownphase.

Dies deutet darauf hin, dass man in Seoul offenbar nicht mit einem länger andauernden Konflikt rechnet – und erst recht nicht mit Bodeneinsätzen amerikanischer oder israelischer Truppen. Ein solches Szenario würde unweigerlich zu einer vollständigen Eskalation führen, auch an den internationalen Rohstoffmärkten.

Blick in die Glaskugel

Es ist im Moment nahezu ausgeschlossen, vorherzusagen, wie sich dieser Konflikt weiterentwickeln wird. Ein echter Regime-Change in Teheran scheint weder Ziel der USA noch Israels zu sein. Ebenso gelten Einsätze von Bodentruppen als höchst unwahrscheinlich – nicht zuletzt mit Blick auf die anstehenden Midterm-Wahlen in den Vereinigten Staaten. Dies macht eine kurze Dauer des Konflikts wahrscheinlich.

Die strategischen Ölreserven in den meisten Staaten der Europäischen Union reichen für knapp drei Monate und wurden bislang nicht aktiviert – auch wenn die G7-Staaten genau das in einer virtuellen Konferenz bereits besprochen haben (Apollo News berichtete). Noch ist die Lage nicht bedrohlich, und es bestehen – trotz des schnellen Preisanstiegs – derzeit auch keine akuten Lieferengpässe.

Um Druck vom Kessel zu nehmen, müssten nun die Verbrauchssteuern auf Brennstoffe gesenkt werden. Ob CO₂-Abgabe, Mineralölsteuer oder Mehrwertsteuer – der Staat müsste Pendler und Wirtschaft jetzt zügig durch spürbare und dauerhafte Entlastungsmaßnahmen unterstützen. Davon kann bislang allerdings nicht die Rede sein. Die deutsche Politik starrt wie ein Kaninchen auf die Schlange im Iran-Konflikt.

Langsam dämmert, dass die jahrzehntelang ideologisch getriebene Energiepolitik nichts anderes war als ein Billionen-Euro-schweres, subventioniertes Traumgebilde – das sich nun in einen Albtraum verwandelt. Allerdings ist kaum davon auszugehen, dass Finanzminister Lars Klingbeil angesichts der eigenen prekären Finanzlage auf die hohen Zusatzeinnahmen verzichten wird, die ihm die temporäre Energiepreiskrise beschert.

Politisch bleibt es daher vorerst bei einem anderen Ansatz: Eine Benzinpreis-Taskforce soll Lösungen für das Problem erarbeiten – ein medientaktisches Manöver in Wahlkampfzeiten, eine politische Schimäre, die reflexartig aus dem Werkzeugkasten der Regierung gezogen wurde.

Strukturelle Lösungen für die gefährliche Energieabhängigkeit Deutschlands und weiterer Teile der Europäischen Union würden hingegen verlangen, Europa geopolitisch auf ein grundlegend anderes Fundament zu stellen. Dazu gehörten die Erschließung eigener Ressourcen, der immensen Gasvorkommen auf dem Kontinent und seinen Nachbarregionen sowie perspektivisch der Wiedereinstieg Deutschlands in die Nuklearkraft.

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36 Kommentare

  • „Warum die Spritpreise in den USA und Südkorea kaum steigen – und in Deutschland explodieren“. – Das ist doch ganz einfach erklärt, weil wir hier in Deutschland Politiker in der Regierung haben und hatten, die die Realität nicht mehr so wahrnehmen (wollen), wie sie ist. Stattdessen möchte man an von NGOs erschaffene Luftschlösser glauben. Aber die Realität schlägt am Ende die Ideologie – immer.

    • Diese Politiker sind aber gewählt und werden immer wiedergewählt, wie man zuletzt gestern gesehen hat…
      Die korrekte Erklärung muss daher leider lauten: Weil wir das dümmste Land der Welt sind.

      • Durch Wahlfälschungen!

    • Stammtischgeschimpfe was dich in der Realität keinen Zentimeter weiter bringt. Wer an Luftschlösser glaubt sind Diesel-Boomer die denken wir können in die gute, alte Zeit zurück. Der Verbrennermotor ist eine überholte, nicht mehr zeitgemäße Technik und die deutsche Autoindustrie nicht konkurrenzfähig. Und daran wird keine NGO der Welt etwas ändern.

      -40
      • @Fatfacemax
        Ich bin immer am lachen, wenn ich die armen E-Autofahrer an den Ladesäulen stehen sehe.
        Ich fahre mit meinem Diesel locker von Bremen nach München in 7 Stunden und das mit Pausen.
        Fahren Sie mal mit „zeitgemäßer Technik“ in der gleichen Zeit die gleiche Strecke!
        (angemerkt, ich fahre vorrangig Nachts!)

        • wer will schon zurück nach Bremen ?

          1
        • Ich musste lachen diesen hohlen Kommentar zu lesen.
          Wer verschwendet seine Zeit mit nächtlichem Autofahren.

          -1
      • Du verrätst dich durch die Benutzung des Wortes „Boomer“ immer selbst, ist dir das schon mal aufgefallen, Kleiner?

      • Hat ihnen das Prof Quatschning so gesagt? Meine Güte 🤦‍♂️

      • Deine Welt scheint den Barbiefilmen entsprungen zu sein und hat nichts mit der Realität zu tun , solange man es schafft die Masse der Menschen von der grünen Verdummung fernzuhalten.
        Während der grüne geistige Habenichts der Ampel jegliche Entwicklung bezügliche Verbrenner ,alternative Kraftstoffe und Kernenergie abgewürgt hatte und in seinem Größenwahn die Menschen auf primitivste Art und Weise umerziehen wollte , haben sich viele Länder um dieses geistig degenerierte Deutschland weiterentwickelt und auf die Forderungen des Marktes sowie einer sicheren Energiegewinnung reagiert .

  • Österreich Diesel 1,69€.Tschechien Diesel 1,39€.Stand heute 09.03.2025.
    Ich dachte es wäre Krieg.

    • Deutschland: Krieg der Regierung gegen die eigene Bevölkerung mit CO2-Luftsteuer und noch vielen weiteren Waffen mehr.

  • Nehme an, dass in BW vor der Wahl, auch die Benzinpreise drastisch gestiegen sind. Trotzdem Grüne und cdu gewählt. Sagt doch alles aus was der Wähler will.

  • Steuern..Steuern nix als Steuern…💲💲💲💲💲💲

    • Tip : Steuerlos unterwegs sein.

      • Mit Lastenfahrrad??

  • Long story short: Südkorea zeigt uns, wie inkompetent die Altparteien sind.

  • Als aller erste Maßnahme gehört verboten, dass die Preise an der Tankstelle ständig wechseln. Es gibt keinen Grund, dass innerhalb eines Tages 20 Cent Preisnterschied besteht. Da der Vorschlag schon längst von der AFD kommt, bleibt alles beim Alten.

  • Ihnen scheint es ( immerhin schon) “ zu dämmern “ , das die Energiewende nur ein riesiges Märchengebilde ist, und auch nie etwas anderes gewesen ist. Guten Morgen!
    Jedem selbstdenkendem war das alles von vornherein klar.

  • Sehr verwunderlich die Tatsache doch ist:
    Gerade hier in Deutschland die Preise an den Tankstellen explodieren. ⛽💥
    Währenddessen die Einwohner grenznaher Städte in die Nachbarländer fahren
    um günstig zu tanken, sie müssen.

    Der Grund dafür? Keine Ahnung ich habe. 🤷‍♂️
    Doch vermuten ich muss:

    Dass in Deutschland seine Gier auszuleben möglich es ist,
    weil politischer Gegenwind kaum zu erwarten ist.

    Seltsam das Ganze wirkt, hmm. 🤨

  • Ist alles willkommen um die Agenda 2030 durchzupeitschen.Unwissender Michel guckt dabei in die Röhre.Schade.

  • Die wissen doch gar nicht, daß man Steuern auch senken kann, So etwas kommt in ihrem Gedankengut und ihrer feudalherrschaftlichen Raubrittermentalität doch gar nicht vor. Zumindest nicht solange es keine nennenswerten Proteste gibt.
    Sie wollen, daß wir mehr arbeiten, später in Rente gehen und MEHR STEUERN zahlen und nicht weniger.

  • „Dies macht eine kurze Dauer des Konflikts wahrscheinlich.“

    Aha, und das wissen Sie woher? So billig wie beim 12 Tage Krieg kommt Trump hier nicht aus dem Krieg raus. Israel ebenfalls nicht. Beide Staaten können sich auch keine Niederlage leisten. Auf der anderen Seite ist dieser Krieg für den Iran existenziell (wollen sie nicht so enden, wie die anderen tollen „Demokratien“ die die Amis dort hingebombt haben), insofern kann davon ausgegangen werden, dass dem Regime ein „Danach“ hochgradig egal sein wird, folglich kann man mit „Verbrannter Erde Taktik“ für die gesamte Golfregion rechnen (Analoges gilt übrigens auch wenn Israel kurz vor dem Verlieren steht).

    Trump und Nethanyahu haben den Großteil der Welt hier in riesige Scheiße geritten.
    Öl ist noch harmlos, wollen wir mal über Erdgas reden? Der Ami wird überhaupt keine Hemmungen haben den Export einzustellen, wenn es domestisch genehm ist.
    Vom Russen haben wir uns ja in Moralgedusel des „VöReWiUproAngKr“ getrennt.
    Mist Analyse!

  • Der räuberische deutsche Staat mit seinen korrupten Institutionen und die Öl-Multis, stecken unter einer Decke. Ein Raubzug sonders gleichen und Grün gewinnt noch immer Wahlen. Ein Irrenhaus, dessen Insassen verloren sind.

  • Für wen ist dieses Zeug?
    Seit Wochen hat Apollo russische Propaganda verbreitet der Gasnotstand droht und diesen Winter erfrieren will alle ganz bestimmt. Jetzt dieser Murks und Morgen dann wieder was gegen elektronische Fahrzeuge, die von diesem Problem einfach nicht betroffen sind.
    AN = Russia Today in Gelb.

    -20
    • Strom wird in DE mit Kohle und Gas erzeugt, insbesondere wenn gerade nicht genug Wind weht. Atomkraft, fossile Energieträger, oder beides. Das sind die Optionen für ein Industrieland.

    • Wir haben nur Glück mit dem Wetter. Denn am Gasnotstand waren wir ganz knapp dran. Oder was verstehen Sie unter Gasnotstand? Den haben wir nicht erst bei Null.

      • Immer dasselbe Gezeter seit vier Jahren. Immer gelogen und immer gegen Deutschland gerichtet. Darum geht es doch sowieso. Deutschland mies machen.

    • Achso…wieder Spätschicht bei der Antifa. Alles klar

      • Typischer Boomer-Bot.
        „Antifaaaa antifaaaaa die Omas gegen Rechts haben mich beim Sozialamt geschupst blablabla“

    • Hat ihnen das Prof Quatschning so gesagt? Meine Güte 🤦‍♂️

    • Die Russenhype ist langsam out , da sie genau auf die Probleme mit dem Denken der Verbreiter dieser Hype hinweist ,genauso wie das schlichte Denken der leichtgläubigen Zuhörer.
      Jeder der auch nur ansatzweise sich mit dieser Thematik beschäftigt hat ,wußte das das Wetter ein mögliches Chaos in Dummdeutschland verhindert hat.

      • „Dummdeutschland“
        Dann pack die Koffer.

        • Die hast du und deinesgleichen zu packen!

          0
    • Es ist schon schwer, historische Entwicklungen in Einklang mit den derzeitigen Kriegen her zu stellen.
      Noch schwerer fällt es, die Entwicklung in Deutschland in diese Historie ein zu ordnen.
      Würden Sie Ihre Hirn anstrengen, historische Texte lesen und Vorträge von deutschen Historikern und Korrespondenten dazu hören würden Sie erkennen, welchen Unsinn Sie von sich geben.

      • Laber nicht dumm von historischen Entwicklungen wenn du nicht mal die Preise an der Zapfsäule geschaukelt kriegst.

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