Belgien
„Unehrliche, korrupte Institutionen“: US-Botschafter verurteilt Suspendierung des Aufdeckers von Ardays Plagiaten
Die USA schalten sich in die Debatte um den Aufdecker der Plagiate von Jason Arday ein. Dass Nathan Cofnas von der Universität Gent suspendiert wurde, ist für den US-Botschafter Bill White Anlass genug, die wissenschaftliche Zusammenarbeit infrage zu stellen.
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Der US-Botschafter in Belgien, Bill White, hat die Maßnahmen der Universität Gent gegen ihren Postdoktoranden Nathan Cofnas verurteilt. Der amerikanische Wissenschaftler war von der Uni suspendiert worden, nachdem er mit seinen Veröffentlichungen wissenschaftliches Fehlverhalten und Lügen des Diversitätsforschers Jason Arday aufgedeckt hatte (Apollo News berichtete). Dieser nahm sich infolge einer Untersuchung durch die Universität Cambridge das Leben.
„Unehrliche, korrupte Institutionen“ seien keine wünschenswerten Partner für die US-Wissenschaftszusammenarbeit. Damit bezieht er sich auf alle, die sich an einem „Mob-Verhalten“ beteiligen oder es belohnen, das anderen die Schuld zuschiebe – insbesondere wenn dabei „sorgfältiger Journalismus“ bestraft werden solle, der „akademische Unehrlichkeit“ zutage fördere.
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Daher würden nun die Beziehungen zur Universität Gent auf den Prüfstand gestellt. Diese habe die kontroversen Ansichten von Cofnas bei dessen Einstellung bereits gekannt. Außerdem seien gerade solche durch die Meinungsfreiheit geschützt. „Letzter Zweck“ dieser Meinungsfreiheit sei es, „Lügen, Betrug und falsche Ideologien“ aufzudecken. Genau das habe der geschasste Philosoph getan. Dafür solle er nun ruhiggestellt werden.
Die Debatte wird inzwischen in verschiedenen Medien Europas und der USA intensiv geführt. So überschrieb die linke Brüsseler Tageszeitung De Morgen einen Kommentar zu der Sache mit „Schützt den Whistleblower, auch wenn ihr ihn nicht mögt.“ Nathan Cofnas selbst verfasste einen Meinungsbeitrag für das Wall Street Journal, in dem er erklärt, wie er zum „Sündenbock in der Affäre Jason Arday“ geworden sei. Darin bekräftigt er, nur die Wahrheit gesagt zu haben.
Der Rektorin der Universität Gent, Petra De Sutter, werden politische Motive für ihr Vorgehen gegen den kritischen Wissenschaftler unterstellt. Sie saß früher für die flämischen Grünen im belgischen Senat sowie im Europäischen Parlament. Von 2020 bis 2025 war sie Vizepremierministerin unter dem linksliberalen Alexander De Croo. Sie gilt als erste Ministerin auf nationaler Ebene in Europa, die ihren Geschlechtseintrag geändert hat, und positioniert sich entschieden antizionistisch.
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Nachdem die Plagiatsvorwürfe gegen Arday zunehmend öffentliche Aufmerksamkeit erhielten, verschärfte Cofnas seine Rhetorik. Unter anderem warf er der Universität Cambridge vor, durch ihren Umgang mit Arday und ihre DEI-Politik (Diversity, Equity and Inclusion, auf Deutsch etwa: Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion) letztlich den Eindruck zu vermitteln, schwarze Wissenschaftler könnten nur dann Professuren erhalten, wenn akademische Standards abgesenkt würden. Ob diese oder andere Äußerungen den Ausschlag für die Maßnahmen der Universität Gent gaben, ist bislang unklar.
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Cofnas veröffentlichte im Juli auf seinem Substack-Blog einen ausführlichen Beitrag zu Jason Arday, in dem er zahlreiche Plagiate und weitere Unstimmigkeiten in dessen Arbeiten dokumentierte. Die Causa Arday beschäftigt seither die britische Öffentlichkeit. Kritiker der Berichterstattung, darunter linke Politiker und Aktivisten, werfen der Presse und unter anderem auch Cofnas vor, gegen Arday eine rassistisch motivierte Kampagne geführt zu haben. Arday wurde in der vergangenen Woche tot in seiner Wohnung aufgefunden.
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