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Tesla und der Milliardenmarkt Robotik – Deutschland verpasst erneut einen Trend

Tesla baut seinen Konzern fundamental um. Statt neue Automodelle zu entwickeln, setzt Elon Musk immer stärker auf humanoide Roboter. Die Robotik gilt als die Zukunftstechnologie schlechthin. Ein Trend, den Deutschland erneut zu verschlafen droht.

Teslas humanoider Roboter „Optimus“ vor einem „Cybertruck“ (IMAGO/Fotostand)

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Tesla ist inzwischen weit mehr als nur ein reiner Hersteller von Elektroautos. Der Konzern unter der Führung von Tech-Mogul Elon Musk hat sein Produktportfolio längst auf zahlreiche weitere Bereiche ausgeweitet – darunter insbesondere die Robotik. Auch die großen Volkswirtschaften setzen zusehends auf diesen Zukunftsbereich und investieren in Forschung und Produktion, nicht jedoch Deutschland. Wie schon im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist Deutschland auch in der Robotik weit von der Weltspitze entfernt.

Der Technologiekonzern Tesla verlagert seine Kapazitäten zunehmend vom klassischen Automobilsektor hin zur Robotik. So hatte Elon Musk im Januar 2026 während der Präsentation der Quartalsergebnisse angekündigt, dass die Produktion des Model S und des Model X im Werk in Fremont, Kalifornien, eingestellt werden soll. Die frei werdenden Fertigungslinien sollen künftig für den humanoiden Roboter Optimus genutzt werden.

Parallel dazu hat Tesla mit dem Bau einer zweiten Optimus-Fabrik in Texas begonnen, die langfristig auf eine Produktionskapazität von zehn Millionen Robotern pro Jahr ausgelegt ist. Die erste Produktionslinie in Fremont soll eine Jahreskapazität von einer Million Einheiten erreichen. Optimus Gen 3 – die dritte Generation des Roboters – soll zwischen Juli und August 2026 in die Großserienproduktion gehen. Der Zielpreis pro Einheit liegt laut Unternehmensangaben bei etwa 20.000 US-Dollar und ist damit günstiger als ein Mittelklassewagen.

Angestrebt wird eine globale Verbreitung des Produkts. Der Optimus Gen 3 ist als sogenannter „General-Purpose“-Roboter konzipiert, der weltweit in Industrie, Fabriken, Logistikzentren und Lagerhäusern sowie später auch in privaten Haushalten eingesetzt werden soll.

Auch im deutschen Tesla-Werk in Grünheide steht der Optimus inzwischen auf der Agenda. In einem Gespräch zwischen dem Direktor der Berliner Tesla Gigafactory, André Thierig, und Elon Musk deutete Musk an, dass die Fabrik in Grünheide künftig neben Elektroautos auch neue Produkte fertigen könnte. Als potenzielle Produkte nannte er den Tesla Semi, das Robotaxi Cybercab und ausdrücklich auch das neue Prestigeprodukt Optimus Gen 3. „Das wird passieren“, erklärte Musk.

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Dass Musk die Produktionskapazitäten in Grünheide zusehends neu organisiert, hängt auch damit zusammen, dass der deutsche Standort zuletzt eher eine durchwachsene Leistung zeigte. Im vergangenen Jahr liefen dort lediglich rund 211.000 Elektrofahrzeuge vom Band – deutlich weniger als die maximale Kapazitätsauslastung von 375.000 Fahrzeugen.

Insgesamt kämpft Tesla derzeit mit Absatzproblemen. Der Konzern befindet sich seit inzwischen zwei Jahren in einer strukturellen Absatzflaute. 2024 gingen die weltweiten Auslieferungen von Elektroautos erstmals in der Unternehmensgeschichte zurück. 2025 verschärfte sich die Situation weiter: Der Absatz sank um 8,5 Prozent auf 1,636 Millionen Fahrzeuge.

Als Ursachen nennen Branchenkenner vor allem ein zunehmend veraltetes Modellportfolio sowie den wachsenden Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller, die teilweise ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten können als Tesla-Modelle.

Der strategische Hintergrund der schrittweisen Verlagerung hin zum Robotiksektor ist letztlich klar: Tesla benötigt dringend ein neues Wachstumsprodukt. Optimus soll genau diese Rolle übernehmen. Musk bezeichnete den Roboter intern bereits als „potenziell größtes Produkt aller Zeiten“. Der Sektor insgesamt birgt immenses Wachstumspotenzial.

Die Investmentbank Goldman Sachs schätzt, dass der Markt für humanoide Roboter bis 2035 auf 38 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte. Das indische Marktforschungsinstitut Fortune Business Insights bezifferte die globale Marktgröße für humanoide Roboter im Jahr 2025 auf gerade einmal 4,89 Milliarden US-Dollar.

Was Optimus technisch leisten kann, ist bemerkenswert. Die dritte Generation verfügt über eine Präzision im Submillimeterbereich bei Greifbewegungen und wird durch ein neuronales Netz gesteuert – dieselbe KI-Architektur, die auch in Teslas Fahrassistenzsystemen zum Einsatz kommt. Der Roboter kann Gegenstände greifen, sortieren und transportieren. Außerdem erkennt er seine Umgebung in Echtzeit und lernt durch kontinuierliche Datenrückführung aus dem laufenden Betrieb.

Humanoide Roboter mit KI-Steuerung könnten nach Einschätzung vieler Experten und Ökonomen künftig eine zentrale Grundlage der modernen Wirtschaft bilden. Tätigkeiten, bei denen heute noch Menschen eingreifen müssen, könnten morgen von Robotern wie Optimus autonom übernommen werden. Dadurch eröffnen sich potenzielle Einsatzfelder in der Logistik, der Pflege, in Haushalten und im Bauwesen.

Der Robotikhype wirft jedoch auch Fragen auf, die bislang kaum öffentlich diskutiert werden. Humanoide Roboter lassen sich umprogrammieren, fernsteuern und in großem Maßstab skalieren. Eigenschaften, die zunehmend auch militärische Planer interessieren. Die United States Army erforscht bereits autonome Systeme für Kampf- und Logistikaufgaben. Ob und unter welchen Bedingungen humanoide Roboter künftig in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt werden dürfen, ist rechtlich wie ethisch bislang weitgehend ungeklärt.

Hinzu kommen die potenziell gravierenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Unternehmensberatung Roland Berger prognostiziert in ihrer Studie „Humanoid Robots 2026“, dass die Betriebskosten für KI-gesteuerte humanoide Roboter langfristig auf lediglich zwei US-Dollar pro Stunde sinken könnten – weniger als nahezu jeder Stundenlohn, selbst in klassischen Niedriglohnländern. Mit der schrittweise voranschreitenden Integration von Robotik in die Wirtschaft könnten dadurch weltweit Millionen Arbeitsplätze wegfallen.

Während die Integration von Robotik weltweit immer stärker vorangetrieben wird und Unternehmen wie Tesla, aber auch große Volkswirtschaften gezielt auf diesen Zukunftssektor setzen, schaut Deutschland dieser Entwicklung von der Seitenlinie aus zu. Laut einer Analyse von Nexery Research befinden sich derzeit rund 45 Prozent aller Unternehmen, die humanoide Roboter entwickeln, in China – rund 27 Prozent in den Vereinigten Staaten. In Deutschland ist derzeit, Stand 2025, lediglich ein Unternehmen mit klarem humanoidem Schwerpunkt bekannt: Neura Robotics aus Metzingen nahe Stuttgart.

Trotz hochwertiger Robotik-Grundlagenforschung an deutschen Universitäten fehlen zentrale Faktoren wie Start-ups und Risikokapital. Während chinesische Unternehmen mit staatlicher Unterstützung auf Massenproduktion setzen und US-Konzerne dreistellige Millionensummen an Venture-Kapital einsammeln, fehlt Deutschland bislang der industriepolitische Rahmen, um bei dieser Zukunftstechnologie konkurrenzfähig mitzuhalten.

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7 Kommentare

  • Jeder technische Fortschritt wurde immer als große Befreiung verkauft und am Ende wurden die Menschen nur abhängiger. Das Auto sollte Freiheit bringen, heute kommst du in vielen Gegenden ohne Auto kaum noch klar. Smartphones und Internet sollten Kommunikation einfacher und freier machen. Jetzt tragen Menschen freiwillig einen Ortungssender mit Dauermanipulation in der Tasche. Früher hast du Medien noch besessen, heute mietest du einfach nur noch den Zugriff.

    Und jetzt kommen „intelligente“ Roboter. Wieder heißt es: Alles wird leichter und bequemer. Aber genau das ist das Problem. Menschen geben immer mehr Verantwortung, Fähigkeiten und Kontrolle ab, nur damit alles komfortabler wird. Erst mussten Maschinen für uns arbeiten, jetzt sollen sie irgendwann auch für uns denken und Entscheidungen fällen.

    Bequemlichkeit macht Menschen träge, abhängig und leicht kontrollierbar. Freiheit bedeutet, Dinge selbst zu können. Bequemlichkeit bedeutet, dass andere alles für dich übernehmen.

  • „Humanoide Roboter mit KI-Steuerung könnten nach Einschätzung vieler Experten und Ökonomen künftig eine zentrale Grundlage der modernen Wirtschaft bilden.“
    Ob das ein Segen sein wird? Ich find die Vorstellung gruselig, dass mein Kollege, der Pfleger, der Lehrer(?) etc. nicht mehr Herz, Blut, Haut und Haare haben wird, sondern aus Plastik, Kabel, Drähten und Chips besteht, der nur am Leben ist, wenn er ausreichend geladen ist!
    „Ich bin geladen“ bekommt eine ganz neue Bedeutung.
    Gruselig

  • Dafür sind wir aber im Wachstumsmarkt Gender Science weltweit führend und auch in den übrigen geschwätzbasierten Orchideenwissenschaften kommen weder China noch die USA an uns heran.

  • Wir haben Faxgeräte und faxen immer noch in der Gegend rum. Das muss reichen.

  • Moral und Gutmenschentum bis zur wirtschaftlichen Selbstzerstörung – deutsche Marktanteile werden dankend von der Weltwirtschaft übernommen.

  • I, Robot…

  • Wir investieren nicht in Künstliche Intelligenz, warum auch, wir haben ein Übermaß
    an Natürlicher Blödheit.
    70% der Wähler sind der Beweis…

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