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Realitätsferne Regierungserklärung: Merz kann sein Scheitern weder beenden noch eingestehen

Friedrich Merz bekommt keinen politischen Befreiungsschlag hin. Er kann aber auch nicht zugeben, dass er am Ende ist. Also mäanderte er bei seiner Regierungserklärung zwischen Zwangsoptimismus und realitätsignorierender Selbstgefälligkeit.

Friedrich Merz nach seiner Regierungserklärung betont gelassen im Bundestag. (IMAGO/Future Image)

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Heute hielt der Bundeskanzler seine Regierungserklärung im Deutschen Bundestag. Als Zuhörer konnte man nur ins Staunen kommen. Ein Land wurde skizziert, das nicht existiert. Deutschland befinde sich in einer positiven Entwicklung, gemeinsam könne man alles schaffen, Selbstständige fühlten sich hier wohl, die soziale Gerechtigkeit nehme zu, die Regierung handle und verbessere das Leben der Menschen. Das war der innenpolitische Teil der Merz-Rede im Schnelldurchlauf.

Er nahm keinerlei Bezug auf die Probleme des Landes, seine Rede hatte keinen Bezug zur Situation im Land. Dabei muss Friedrich Merz wissen, dass er in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Seine Unbeliebtheitswerte befinden sich in schwindelerregenden Höhen, genau wie die Umfragewerte der AfD. Industriearbeitsplätze gehen jeden Monat verloren, die wirtschaftliche Lage bleibt schlecht.

Es ist schwer vorstellbar, dass er sich dessen nicht bewusst ist. Zumindest in ruhigen Stunden ist davon auszugehen, dass der Kanzler noch so etwas wie ein Gewissen und einen Rest an Vernunft besitzt, die ihm beide über gebrochene Wahlversprechen, die Lage des Landes sowie die Lage seiner eigenen Koalition und seiner Person recht umfangreich Bericht erstatten. Sie bringen ihm auch die unangenehme Wahrheit näher, dass mit den Sozialdemokraten keine ernsthaften Reformen machbar sind, die Steuerreform keine Nettoentlastungen bringt und die Schuldenlast immer weiter explodieren wird.

Aller Wahrscheinlichkeit nach haben wir es nicht mit einem Bundeskanzler zu tun, der sich bei Amtsantritt einer Lobotomie ausgesetzt hat oder von Aliens entführt und durch einen körperlichen Doppelgänger ersetzt wurde. Der Friedrich Merz der Oppositionsjahre, des Bierdeckels und der soliden Haushaltsführung muss noch irgendwo in diesem Bundeskanzler wahrnehmbar vorhanden sein.

Wir werden ihn aber nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn Friedrich Merz weiß auch: Sobald er offen seine Misere benennt, ist er wirklich am Ende. Seine Kanzlerschaft endet in dem Moment mit größter Gewissheit, in dem er seine gebrochenen Wahlversprechen zugibt und mit der Illusion aufräumt, dass die schwarz-rote Koalition Deutschland in eine Zukunft des Wachstums und Wohlstands führen werde.

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Er kann schlichtweg sein eigenes Scheitern nicht zugeben, aber auch nicht damit aufhören zu scheitern, weil die Koalition dies nicht zulässt. Friedrich Merz steckt in der Sackgasse, ein Gefangener der Umstände. Nie war ein Bundeskanzler so machtlos. Um diesen psychologisch eigentlich kaum erträglichen Zustand dennoch auszuhalten, hat Merz sich ein Ventil zur Frustablassung geschaffen.

Er redet unheimlich gerne und viel. Dauernd finden Reden von ihm statt, auch ohne Neuigkeiten, ohne positive Entwicklungen. Der Bundeskanzler flüchtet sich in Momente rhetorischer Selbsttherapie.

Wenn er wie heute in seiner Regierungserklärung kundtut: „Lassen Sie mich in aller Deutlichkeit erwidern: Die Mitte liefert, sie arbeitet und sie erfüllt vor allem den Auftrag aus unserem Grundgesetz“, ist das vor allem Selbsthypnose. Auch sein heutiger Satz, dass sein erstes Regierungsjahr für das „Land einen wirklichen Aufbruch bedeutet“, ist nichts weiter als Selbstgefälligkeit und Zwangsoptimismus fernab jeder Realität.

Sein Verkaufen der höheren Reichensteuer als Gewinn bei der „sozialen Gerechtigkeit“ ist eine so dreiste Rechtfertigung für das gebrochene Versprechen, auf keinen Fall die Steuern zu erhöhen, dass klar wird: Der CDU-Chef ignoriert nicht nur die Realität, sondern auch sich selbst. Er sagt alles, was ihm seine Spin-Doktoren empfehlen, Hauptsache, er kann sich mal für wenige Sätze und Minuten besser fühlen, zumindest auf der Ebene der Vokabeln gefühlt aus der Defensive entrücken.

Bei den folgenden Reden der Opposition zeigte der Bundeskanzler sich dann betont lässig und lächelnd. Anfangs noch auf der Regierungsbank, später setzte er sich dann zu Carsten Linnemann in die Bundestagsfraktion. Das Ziel dieser habituellen Scheinlockerheit ist nicht schwer zu erraten.

Keinesfalls soll der Eindruck erweckt werden, der Kanzler ließe sich seine schön ausgedachte Motivationsrede von den nervigen Kritikern, die ja ohnehin „wegtreten“ sollen, kaputtmachen. Der große Friedrich Merz lässt sich doch von so kleinlicher Kritik nicht tangieren, wenn er das Land gerade nach vorne bringt.

Irgendjemand muss ihm jetzt nur noch beibringen, dass es ihm nichts bringt, wenn nur er sich selbst glaubt. Und alle vernünftigen Bürger des Landes glasklar sehen können: Dieser Kanzler ist am Ende. Egal, wie er das Ende kommunikativ verkauft.

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52 Kommentare

  • Es ist egal was die Politiker machen. Dieses Land wird jetzt über Auswanderung zerbrechen, denn einen echten Politikwechsel wird es wohl auf Bundesebene nicht geben. Im Jahr 2025 gab es bereits einen Wanderungsverlust von 96000 Deutschen und über 50000 EU-Bürgern. Das steigt noch weiter und wird nicht mehr aufhören. Die Deutschen lernen es nur über die harte Tour und das wird jetzt der Verlust der Leistungsträger, der Wohlhabenden und der Enttäuschten sein.

  • Hört vom jämmerlichen Schauspiel auf der Regierungsbühne! Da tritt der unfähige König vor sein hungerndes Volk und sondert eine Erklärung ab, die an herrschaftlicher Realitätsferne nicht mehr zu überbieten ist! Anstatt die nackte Not im Lande zu lindern, preist der eitle Monarch sein eigenes, krachendes Scheitern auch noch als glorreiches Werk und weigert sich hochmütig, den Ruin seines Reiches einzugestehen.
    Während Handel und Wandel endgültig darniederliegen und die Untertanen die Zeche für seine Unfähigkeit zahlen, flüchtet sich die feige Majestät in leere Phrasen, um die eigene Krone vor dem längst verdienten Absturz zu bewahren. Es ist die pure Arroganz der Macht: unfähig zu handeln, unfähig zur Einsicht – ein Herrscher, der lieber den Untergang verwaltet, als Platz für ein neues Fundament zu machen!

  • Als ich heute Friedrich Merz in der Bundestagssitzung erleben musste, wie er souverän von der hinteren Bank aus die Rede von Alice Weidel über sich ergehen ließ, habe ich spontan gedacht: So weltmännisch abgehoben wirkt vielleicht nur jemand, der glaubt, dass ihm nach seiner Amtszeit ein großes Büro in 50 Hudson Yards, Midtown Manhattan, in der Firmenzentrale von BlackRock sicher ist.

    Auf dem Büro prangt ein goldenes Schild:

    „Mr. Merz, CEO
    Capital Destruction Unit Germany
    (Cultural & Financial Assets)“

    Möglicherweise glaubt er, dass Larry Fink es ihm danken werde, dass er seine deutsche Partei in einen träge vor sich hin dampfenden sauerländischen Kartoffeleintopf – im einheimischen Elitensprech „Potthucke“ genannt – verwandelt hat, dem man fast jede Zutat untermengen kann.

    • Ich bezweifle das Merz fähig genug ist oder war, um irgendwie die Zeit und Gedanken von Larry Fink wert zu sein.
      Aber das ist nur meine Vermutung.

    • Seine Richterin Charlotte wollte
      unbedingt einen Kanzler Fritz, las
      oder hörte ich gestern irgendwo.

      Türkis steht Fr. Merz (65) gar nicht.
      Aber es heißt, Türkis stehe für
      Selbstbewußtsein. Und steckt in
      Türkis nicht Türkei drin?
      Emine Erdogan (71) ist seltsam verkleidet:
      https://t1p.de/itslq

      Der Name „Türkis“ bedeutet „Stein aus der Türkei“. Dieser Naturstein verdankt seinen Namen einem Missverständnis. Als venezianische Händler ihn nach Europa brachten, dachten die Europäer, dass er aus der Türkei stammte, obwohl er in Wirklichkeit aus Persien kam. Die Perser nannten ihn „Feroza“ oder „Firuze“, was so viel wie „siegreich“ bedeutet.
      https://www.perlesandco.de/ressourcen/ft32102-der-turkis-bedeutung-herkunft-und-eigenschaften.html

    • so aehnlich denke ich auch.

      merz ist angetreten, um externe wuensche zu erfuellen, was ihm moeglicherweise irgendeinen aufstieg in irgendeinen olymp ermoeglicht.
      denn geld hat er genug.

      es geht ihm nicht um das wohl des volkes oder des landes.

      alles was er jetzt tun muss ist zeit zu schinden, indem er sich zoegerlich zeigt, herumlaviert, und keine direkten entscheidungen faellt.

      je mehr zeit er gewinnt, um so mehr kann er sich auf seinem posten fuer seine auftraggeber ins zeug legen.

      er hat sich denen ausgeliefert, und kann deswegen nicht abtreten, dann verliert er alles.

      dumm ist er ganz sicher nicht, eher korrupt,

      • Er hat sich ihnen zwar ausgeliefert, aber gehörte auch schon immer dazu.

  • Merz verhöhnt und lacht uns aus, siehe Foto.

  • Wer obiges Foto betrachtet, könnte meinen, dass es evtl. als Symbol dem fortschreitenden Untergang der CDU gleichzusetzen sein könnte.
    Das Bild könnte evtl. bei manchem Bürger den Eindruck vermitteln, dass ein mutmasslich im Narzissmus gefangener Regierender ein hämisches Lachen sich gerade verkneift, während ein Herr Linnemann ihn sorgenvoll betrachtet und um die Zukunft der Partei fürchtet.

  • Sein Waterloo samt Verbannung kommt am 6. September und am 20. September. Union kann weg. Nutzlose Partei.

  • # Er kann aber auch nicht zugeben, dass er am Ende ist. #
    Es gibt für Merz keinen Ausweg. Er lügt wegen seiner Angst vor hässliche Bilder seine Reformen umzusetzen.
    Energie, Flüchtlinge, Krankenkasse, Pflegeversicherung, Bürgergeld, Verbrenner-Aus, Schuldendienst, Inflation etc. Jede einzelne der angekündigten Reformen macht die davon Getroffenen wütend und wird hässliche Bilder erzeugen.

    Mit jeder Maßnahme werden die Koalitionsparteien an Wählerstimmern verlieren. Es trifft dann genau die Richtigen, die seit Jahrzehnten die Richtung der Politik bestimmt haben.
    In diesem Wissen schieben sie vor unseren Augen ihre groß angekündigten Reformen immer weiter in die Zukunft.

  • Man ist nur dann ein Superheld, wenn man sich selbst für super hält. So läufts…

  • Wie man noch Cdu/Csu wählen kann ist mir ein Rätsel.
    Dieselbe verlogene Truppe wie der Rest.

    Nur noch AfD!

  • Einen Politiker der sein Scheitern eingesteht, gibt es sehr, sehr selten. Aber ein Lügenkanzler, der ständig das Volk belügt wird nie und nimmer sein Scheitern gestehen. Das hat er von seiner Vorgängerin Merkel gelernt. Diese Republik besteht nur noch aus Lügen, Täuschung und Betrug.

    • Kann es sein, dass sich deine Kommentare ständig wiederholen?

    • Womit soll er denn gescheitert sein, wenn er ständig lügt!? Wer das tut, hat keinen Plan, der etwas Gutes verspricht.

  • „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert………“ Vermutlich glaubt der Herr Merz inzwischen seine eigenen „Tacka-Tucka-Land“ Geschichten……

  • Ich bitte euch! Kein Mensch braucht weitere Analysen dieser Regierungserklärung! Ganz ohne Einordnung spricht sie für sich.
    Berichtet doch EINMAL über etwas Relevantes! War was in Schongau?

  • Das Bild vom Merz zeigt seine ganze Hinterhältigkeit auf.

  • Das Bild sagt ALLES über diesen Mann aus … ^^

  • Sein Scheitern? Konnte also seine Absichten nicht umsetzen? Bis jetzt hat er aller zur vollsten Zufriedenheit seiner Auftraggeber ausgeführt. Nur Apollo News weiss das noch nicht.

  • Habe da einen Verdacht! Vielleicht ist der Baron von Merzhausen ja gar kein Mensch, vielleicht wurde er von der KI erschaffen und ist nur eine Illusion, die in ihrer Blase gefangen (KI Blase) ist! So wird es wohl sein!!

  • Mir wird schlecht, wenn ich lese, was der aus seinem Parallel-Universum so von sich gibt.

  • Merz ist schon gescheitert als er zum Kanzler 2.Wahl ernannt wurde,jedem war zu diesen Zeitpunkt klar das er nur eine Marionette ist.

    • Früher…. als er sich mit dem abgewählten BT und den Grünen unsere Verfassung vornahm……

  • Unser Pinocchio
    der beste Mann
    für das beste Deutschland
    was wir je hatten.

  • „Friedrich Merz steckt in der Sackgasse, ein Gefangener der Umstände.“
    Er hat sich selbst eingemauert und einmauern lassen. Da bleibt nur noch das Wegtreten.

  • Nun, vor genau 244 Jahren wurden im mannheimer Nationaltheater Schillers „Räuber“ uraufgeführt. Ein Paukenschlag; ein Theaterskandal! Fremde umarmten sich, Schreie und geballte Fäuste im Zuschauerraum, Frauen brachen in Tränen aus und waren der Ohnmacht nahe. Schillers „Räuber“ hießen noch Spiegelberg, Schweizer, Grimm, Razmann, Schufterle (ua.).

    Heute wird Wegelagerei theatralisch ähnlich inszeniert – mit vier kleineren Unterschieden indes:

    #1: Raub wird heute „Reform“ genannt.

    #2: Die Publikumsreaktionen sind nicht mehr so enthusiastisch.

    #3: Die Räuber heißen: Merz, Klingbeil, Bas, Warken, AliBaba (et. al.).

    #4: Es wird kein gutes Ende nehmen.

  • Spätestens im Sommer 1989 wackelte das politische System um Erich Honecker. Der Ruf nach Reformen … wurde immer lauter … Honecker ist am 18. Oktober 1989 von all seinen Ämtern als Staats- und Parteichef der DDR zurückgetreten.Offiziell wurden gesundheitliche Gründe für den Rücktritt angegeben. Tatsächlich wurde er jedoch vom Politbüro der SED zum Rücktritt gezwungen, nachdem die Massenproteste und die Ausreisewelle der Bevölkerung das Regime in eine tiefe Krise gestürzt hatten. Quelle: MDR.de

  • Die CDU wird die Themen Wirtschaft, Migration und Rücknahme grüner Weltuntergangspolitik nur mitgehen, wenn sie überall der Junior ist.
    Daran arbeitet die CDU gerade.
    Sie wollen es so.

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