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Radikalismus statt Regieren: Die Linke hatte die Macht schon auf dem Fuß – dann kam dieser Parteitag

Die Linke radikalisiert sich selbst und ist pünktlich zu den Ostwahlen endgültig zur westdeutschen Partei woker Großstädter avanciert. Das zeigen auch die beschlossenen Anträge, die mit der Lebensrealität der normalen Leute nichts zu tun haben. Vor allem sabotiert man die Aussicht auf Macht nach Kräften.

Völker, hört das Signal: Die Linke will woken, westdeutschen Radikalismus statt Pragmatismus. Nur die CDU kann sie jetzt noch normalisieren. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Eine sozialistische Volkspartei mit mehr als 20 Prozent: Das ist die Vision, die der scheidende Parteivorsitzende Jan van Aken seiner Linken mit auf den Weg gibt. Man kann es ihm kaum verübeln, denn die Linke ist im Aufwind. Bisher zumindest.

Bei jungen Menschen ist die Partei populär, inszeniert sich als linke Opposition gegen eine auch auf dieser Seite des politischen Spektrums unbeliebte Regierung. Und nicht nur das: Es läuft eigentlich alles auf eine Regierungsbeteiligung der Linken zu – Brandmauer sei Dank. Angesichts der Umfragen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern scheint die Frage nach einer Allparteienfront auch von CDU und Linkspartei kein „ob“, sondern nur noch ein „wann“ zu sein.

Noch am Freitag war jedenfalls für alle politischen Beobachter klar, dass die Zeichen auf Zusammenarbeit zwischen den Schwarzen und den Tiefroten standen. Dann aber kam dieser Parteitag – ein Gottesgeschenk für alle, die sich in der CDU noch dagegenstemmen, zum Partner für die Kommunisten zu werden.

Dieser Parteitag war ein Wochenende der Wahrheit: Weil die Linke mal wieder gezeigt hat, wo sie schon immer stand. Nämlich immer mit mindestens einem Fuß jenseits demokratischer Grenzlinien und mit dem Kopf in einer anderen Welt. Schon gemessen an den Anträgen und Beiträgen der Delegierten war der Parteitag der Linken in Potsdam

Den neuen Parteivorsitzenden, Luigi Pantisano, hätte es da gar nicht mehr gebraucht. Aber er illustriert das Dilemma der Linken so hervorragend: Erst bejahte er Koalitionen mit der CDU. Dann erklärte er ebenjene CDU zu einer Kraft, die „faschistische Politik“ betreibe. Da kommt fast die Frage auf, ob die Linke quasi Steigbügelhalter der Faschisten ist, wo sie doch mit der CDU schon an mancher Stelle zusammenwirkt.

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Von dieser Aussage ist Pantisano mittlerweile wieder zurückgerudert. Dass er es im Herzen so sieht, darf man trotzdem weiterhin glauben. Er drückte ja nur ein Gefühl aus, das viele in der Linken haben. Dort verachten viele Radikale CDU und CSU ganz genauso wie die AfD. Und würden ihr gerne genauso begegnen.

Diese Radikalen haben Oberwasser, nicht nur in der Frage des Umgangs mit der Union. Programmatisch haben sie der ohnehin radikalen Partei einen noch radikaleren Stempel aufgedrückt. Die Linke war auch vor dem Parteitag genauso radikal wie auf und nach dem Parteitag. Die Zusammenkunft in Potsdam hat es nur für alle sichtbar dar- und klargestellt. Völlig unabhängig von einer links-rechts-Bewertung: Die Linke gibt sich lieber der Ideologie als dem Pragmatismus hin. Jetzt mehr denn je.

Die beschlossenen Anträge jedenfalls sprechen eine klare Sprache und grüßen aus dem abgeschlossenen Paralleluniversum. So beschloss der Parteitag etwa die Einordnung, dass die aktuelle Sozialstaats-Reformpolitik „durch anti-feministische, anti-queere, rassistische und rechtsextreme Einstellungen und Praktiken genährt“ werde. Man bekennt ein „queer-feministisches Programm nach außen, das patriarchale, binäre sowie hetero- und cis-normative Geschlechterverhältnisse als zentrale Säule kapitalistischer Herrschaft erkennt, analysiert und konsequent bekämpft“ und betont die wichtige Rolle von „FLINTAs.“ Abschiebungen werden, in Anlehnung an die Bezeichnung von Judentransporten in die KZ und Vernichtungslager, grundsätzlich als „Deportationen“ verunglimpft.

Eine Partei darf das alles beschließen. Wenn sie denn eine Kraft der Skurrilitäten, der lauten ganz-klein-Minderheiten und der verkopften Gender-Studies-Studentenschaften sein will. „Volkspartei“, ob sozialistisch oder nicht, wird man mit solchen Inhalten jedenfalls nicht, weil das gemeine Volk mit seinen Lebensrealitäten darin einfach nicht vorkommt.

Vor allem kann man mit solchem Auftreten auch keine Regierungspartei werden. Zumindest nicht aus eigener Kraft. Es liegt jetzt vor allem an der CDU, ob sie aus ihrer Empörung nach diesen Parteitag auch Lehren und Konsequenzen zieht – oder all das bis September wieder vergisst und am Ende trotzdem mit jenen kooperiert, die sie als Faschisten beschimpfen. Von Carsten Linnemann bis Daniel Günther wird sich darüber die Faschismus-Aussagen echauffiert. Zurecht – aber die Beschlüsse der Partei sprechen eine noch deutlichere Sprache als diese Antifa-Folklore.

Offen bleibt, wie die Linke erfolgreich in die Ostwahlen treten will – mit Beschlüssen, die die deutsche und insbesondere ostdeutsche Lebensrealität so gar nicht abbilden und mit einem Vorsitzenden, der in seiner atemberaubenden Unbedarftheit noch auf dem Parteitag „fast jeden Zweiten“ in Ostdeutschland einen „Nazi“ nennt. Ausgerechnet vor so aufgeladenen Wahlen im Osten hat die Linke ihre Verwurzelung bei den Menschen in der ehemaligen DDR gekappt und sich endgültig den neulinken, woken Millieus in Westdeutschland und Berlin angedient. Das ist auch Ergebnis einer neuen, entsprechend geprägten Mitgliederschaft.

Für die Wähler in Kreuzberg und Charlottenburg sind Flinta-Beschlüsse und verkopfte Anträge über queeren Antikapitalismus vielleicht noch das Gebot der Stunde – aber für niemanden sonst. Schon gar nicht für die Menschen in Neubrandenburg oder Bitterfeld. Kein Wunder, dass man in den Ostverbänden der Partei, die die Wahlkämpfe zu bestreiten haben, angesichts dieses Parteitages die Hände über dem Kopf zusammenschlägt.

Mit so einem Auftreten spendet man der Brandmauer nach Links, die in der CDU noch ein bisschen steht, zusätzliche Steine. Und bricht sie andererseits aus der Brandmauer zur AfD heraus. Nach diesem Parteitag wird es kaum noch argumentierbar sein, warum Kooperationen mit dieser Linken okay sind, mit der AfD aber nicht. Denn trotz gebetsmühlenartiger Bekenntnisse von Friedrich Merz und anderen, dass die CDU mit der AfD „gar nichts“ gemeinsam habe, weiß und sieht jeder, dass dem eben nicht so ist und es doch Gemeinsamkeiten gibt. Jedenfalls mehr als zwischen CDU und Linkspartei.

Diese Realität ist, sehr zum Unglück von Daniel Günther und anderen linksoffenen CDU-Politikern, jetzt zementiert. Die Linke hat auf ihrem Parteitag ein Bekenntnis zum linken, woken Radikalismus der Großstädte geleistet. Manch ein Ostwahlkämpfer hätte sich wohl eher ein Signal der linken Normalität gewünscht, mit dem man auch auf dem Dorf in Mecklenburg oder Anhalt hätte punkten können.

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27 Kommentare

  • Nach meiner Meinung wird auf Grundlage der Brandmauer, die CDU mit den Linken in eine Koalition mit der SPD gehen , wenn man damit in Sachsen Anhalt, in Meckpom und in Berlin regieren kann und vor allem
    eine AfD die 40 % in Sachsen Anhalt und 39% in Meckpom holen könnte von einer Regierungsmacht fernhalten kann
    ! Der Wähler hat es, wie schon so oft, selber in der Hand ob er diese Linksgrüne Politik beendet oder das weiter so will ! Die Fakten liegen klar auf dem Tisch und niemand kann nach der Wahl? wenn die CDU mit den Linken regieren sollte? jammern man sei getäuscht und belogen worden. !

  • Mett Mario und Daniel Günther finden diese Linken trotzdem toll und wollen trotz des Linksextremismus und Antisemitismus eine Brandmauer Koalition mit diesen Linken bilden. Die CDU-CSU wird früher oder später in die SED-Linke zwangsvereinigt. Selbstverschuldet „eingemauert“.

    • Manche würden sagen: Gleiches gesinnt sich zu gleichem.

  • Schön! Hoffe, die CDU geht mit der Linken zusammen! Und dann mal sehen, wie sich die CDU entwickelt …

  • Wenn sogar Karl Marx stets nur das Kapitalverhältnis kritisiert, aber nirgendwo in seinen Schriften so etwas wie „Kapitalismus“ ausfindig gemacht werden kann, lässt sich bereits daran erkennen, dass heutzutage das Handeln der Partei „Die Linke“ längst selbstreferenziell geworden ist. Offenbar ist die Verbindung zur wirklichen Welt spätestens seit dem vergangenen Wochenende anlässlich des jüngsten Parteitages nunmehr vollends gekappt. Eine der Folgen davon ist, dass nicht zuletzt der Rede des neu gewählten Co-Vorsitzenden Luigi Pantisano dadurch nicht einmal im Ansatz ein Sinn verliehen ist.

  • Ist und bleibt die Mauerschützenpartei SED!

    • Habe deren Gedankengut mit dem von Margot Honecker aus einem Interview von 1993 verglichen. Der Kommentar wurde hier zensiert.

    • Mauermörderpartei! 230 Menschen ermordet nur weil diese die Freiheit wählten!

  • Die Grundlage alles Politischen ist die Unterscheidung von Freund und Feind. Wir sollten uns mehr an Carl Schmitt orientieren als an der verlogenen Konsenspolitik der sogenannten Mitte.

  • „Nach diesem Parteitag wird es kaum noch argumentierbar sein, warum Kooperationen mit dieser Linken okay sind, mit der AfD aber nicht.“

    Warten wir noch drei Monate. Dann werden der CDU drei Buchstaben als Argument für eine Kooperation mit den Stalinisten* reichen: AfD. Getrieben von „Qualitätsjournalisten“ wird sich die CDU beugen. Oder wettet wer dagegen?
    Das erhellende Schauspiel, das die SED in Potsdam bot, war nur möglich, weil sich das linksgrüne Spektrum in Deutschland absolut sicher fühlt. Man kann sich.alles erlauben, bis hin zur Zusammenarbeit mit der gewaltbereiten Antifa und offenem Bekenntnis zu Rechtsbruch. Im heroischen Kampf gegen den Faschismus sieht man sich über dem Gesetz stehend („das ist legitim!). Die CDU wird kuschen.

    * Laut KI gehen mindestens 6 Millionen Tote auf das Konto von Stalin.

    • Da irrt sich die KI aber gewaltig.
      Im Holodomor in der Ukraine ab 1929 wurden zwischen 6 bis 8 Millionen Menschen umgebracht und später, in den Gulags, noch weitaus mehr.
      Ob es annähernd 50 Millionen Tote waren wie in China unter Mao, sei mal dahingestellt.

  • Die Sehnsucht nach Kollektivismus gehört zur moralischen Entwicklung.

    Zitat: „Konventionelles Stadium … Die Zustimmung der Umwelt stellt Dreh- und Angelpunkt der persönlichen Verhaltensweisen dar. Ein bewusstes Hinterfragen von Sinn und Zweck wird nicht angestrebt.“ Quelle: Moralentwicklung

    Die Fähigkeit, sich dem eigenen Trugschluss zu nähern, entwickelt sich erst in späteren Phasen. Daher ist es kein Entfernen von der Realität, sondern umgekehrt: keine Annäherung an die Realität.

    Die aktuelle Epoche kann weder die Sehnsucht nach Kollektivismus noch einen Trugschluss (z.B. diesen) abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

    -23
    • Gähn. Die Platte ist kaputt.

    • Pseudo-philosophisches Geschwätz ohne Substanz, aber in Dauerschleife.

  • ‚Schon gemessen an den Anträgen und Beiträgen der Delegierten war der Parteitag der Linken in Potsdam‘

    Dieser Satz keinen Sinn

  • Die Aussicht auf Macht ist nicht sabotiert. Dieser Pantisano bekommt einen Maulkorb bis nach den Landtagswahlen, und damit sind die Linken für die CDU wieder frequentabel. Und hinsichtlich der politischen Ziele sind die Differenzen doch gar nicht so gross. Die Linken müssen einfach lernen, das Maul zu halten, wenn es opportun ist.

  • Trotz des Gerede von Luidchi, werden sie wenn es um die Macht und Gehälter geht Voigt und Schulze auf den Stuhl des MP helfen. Was der Wähler will ist denen allen egal da machen spd Linke Grüne und cdu keinen unterschied.

  • Warum lernen die Leute nichts aus der Geschichte?
    Es gibt Langzeitstudien.
    Sozialismus hat noch nie funktioniert.
    Nirgendwo.
    Gerade wir Deutsche sollten das wissen.

    • Lernen setzt ein Grundmaß an Intelligenz voraus. Daran scheitern leider 90% der deutschen Bevölkerung.

  • Hohlbirnen an die Macht.
    Die demaskieren sich vor den Wahlen, Merz hat sich erst danach demaskiert.
    Diese Hohlbirnen sind die natürlichen Partner von CDU und CSU.
    Mett Mario ist Ministerpräsident, weil ihn die linken Hohlbirnen dazu gemacht haben.
    Dieser „Faschist“ und diese „faschistische“ Politik ist mit deren Hilfe an die Macht gekommen. Der „Faschismus“ regiert mit Hilfe der Pantisano-Hohlbirnen-Partei.
    Sein Bruder ist für die SPD in Berlin Queerbeauftragter, bestellt von dem „Faschisten“ CDU Wegner. Noch eine Pantisano-Hohlbirnen-Partei. In Berlin droht auch noch rot grün rot mit einem Vertreter/einer Vertreterin dieser Richtung als Regierender. Klingklang Hohlbirnen voran.

  • „Schon gemessen an den Anträgen und Beiträgen der Delegierten war der Parteitag der Linken in Potsdam …..“

    Max, hier fehlt das Satzende!!

  • Die Linken Parteien wissen, die Baron von Merzhausen Union ist auf Gedeih u. Verderb auf sie angewiesen! Diese Linksextremen Parteien wissen sie können mit diesem „Baron“ und seiner Union machen was sie wollen, der Baron wird alles abnicken um weiter Kanzlerdarsteller an den Fäden dieser Linksextremen Spielen zu dürfen! In MP und SA im September werden wir ein einmaliges „Naturschauspiel“ erleben, warum die „Baron“ Union dann doch mit dieser SED Partei zusammen eine Regierung bilden wird!! Stellt schon mal Chips und Bier kalt!!

  • es stinkt nach SED

  • Hurra!! Endlich steuern diese verkorksten Stalinisten und Islamistenversteher einen aktiven Teil zu ihrer politischen Beerdigung bei. Da muss sich die CDU wirklich bis zur totalen Selbstverleugnung verbiegen, um mit dieser Truppe noch koalieren zu können. Bin gespannt, wie weit die Union gehen wird! Vorwärts immer, rückwärts nimmer!!

  • Es ist völlig egal, was die umbenannte Mau er m@rder Partei von sich gibt. Fakt ist, dass die CDU im Herbst mit ihr und allen anderen Parteien zusammenarbeiten wird.
    Nur um die Menschheit vor der „bösen AfD“ zu beschützen. Mindestens 5% verdummte Wähler werden sich schon finden, um die neue SED auferstehen zu lassen.

  • Die Linke, Solid, Antifa ist seit langem von Russland bis Frankreich, Portugal ein Gespött, ein Sammelbecken korrupt opportuner Schläger. Bei deren Erziehung fehlte die fette Ohrfeige bei Grenzüberschreitung. Mein und dein können sie nicht unterscheiden und sind übergriffig. Es hat sein Grund warum die guten Politiker, Parteimitglieder schon lange zuvor ausgetreten sind.
    Spannend die Entwicklung „der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Aber so sind sie, Turbo Abi und nichts gelernt.
    Mit Erwachsenensprache hat Robert Pfaller eine zunehmende Infantilisierung der Öffentlichkeit diese Linke definiert.

  • „Schon gemessen an den Anträgen und Beiträgen der Delegierten war der Parteitag der Linken in Potsdam [Lücke…, neuer Absatz]“ Ja, was war er?

    „So beschloss der Parteitag etwa die Einordnung, …“

    „Von Carsten Linnemann bis Daniel Günther wird sich darüber die Faschismus-Aussagen echauffiert.“

    Gratulation zu Eurem Deutsch. „Journalist“ ist halt keine geschützte Berufsbezeichnung.

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