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ZDF-Magazin Royale

„Gefährliches Gejammer“: Jan Böhmermann delegitimiert ÖRR-Kritik und behauptet „Staatsferne“

Jan Böhmermann hat in seiner Sendung die Kritik am ÖRR delegitimiert. Es handle sich um „gefährliches Gejammer“, das nur darauf ziele, dem ÖRR seine politische Unabhängigkeit zu nehmen.

Böhmermann simuliert Staatsferne (Screenshot via zdf.de)

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Der Moderator Jan Böhmermann hat in der am Freitag gesendeten Ausgabe des ZDF-Magazin Royale über die zunehmende Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) berichtet. Dabei bemühte er sich darum, die Kritik als einen autoritären Angriff durch die Politik darzustellen, der die Unabhängigkeit der Presse gefährde. So sprach er vom „gefährlichen Gejammer vom angeblich linksgrün versifften Rotfunk“.

Dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung die Berichterstattung des ÖRR für einseitig und manipulativ hält, wollte er nicht als Argument gelten lassen. „Die Mehrheit hat immer Recht“, kommentierte Böhmermann ironisch unter Verweis auf die aktuellen Umfragewerte der AfD. „Soll dann das aktuelle Sportstudio demnächst aus dem Sportpalast senden?“, sagte Böhmermann weiter.

Schwerpunkt seiner Argumentation war darüber hinaus die vermeintlich staatsferne Konstruktion des ÖRR. Zwar werden ARD, ZDF und Co. öffentlich finanziert, ihre redaktionelle Arbeit ist jedoch nicht unmittelbar an Weisungen der Regierungen gebunden. Böhmermann leitet daraus die Annahme ab, dass der ÖRR ideologisch unabhängig und faktenorientiert agiere.

Als denkbares Gegenmodell verweist er kritisch auf Konrad Adenauer, der in den 1950er-Jahren die ARD als politisch einseitig kritisierte und einen staatlich kontrollierbaren Rundfunk bevorzugte. Der aktuellen Kritik am ÖRR, die aufgrund der politischen Ausrichtung des ÖRR vor allem von konservativen und rechten Kräften ausgeht, wirft Böhmermann vor, in einer Traditionslinie mit Adenauer zu stehen und einen staatlich gelenkten Rundfunk zu fordern.

Unionspolitiker, die dem ÖRR in der Vergangenheit politische Einseitigkeit vorwarfen, wie etwa Markus Söder oder Julia Klöckner, „sähen Misstrauen in der Öffentlichkeit“, prangerte Böhmermann an. Zudem bezeichnete er ihre Kritik als „übergriffig“. Dass die Bevölkerung mit ihren Gebühren den ÖRR finanziert und damit einen legitimen Anspruch darauf hat, sich in der Berichterstattung wiederzufinden, wollte Böhmermann ebenfalls nicht gelten lassen.

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„Wenn der Volkswille der Maßstab für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sein soll, dann braucht man keine Fakten mehr und keine journalistischen Standards, keine politische Unabhängigkeit. Die fühlen sich dann nämlich irgendwie links an, oder?“, sagte Böhmermann. Auch eine politische Diskussion über die Höhe der Rundfunkgebühren lehnte er ab. „Die Politik darf nicht über Kohle Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und sein Programm machen wegen Staatsferne“, sagte er weiter.

Dass öffentlich-rechtlich finanzierte Redaktionsmitglieder selbst interessengeleitete Akteure sein können, die eigene politische, kulturelle oder ideologische Prägungen in ihre Arbeit einbringen, blendet Böhmermanns Argumentation aus. Die entscheidende Frage, ob ein formal staatsferner Rundfunk tatsächlich auch weltanschaulich neutral arbeitet, wird nicht gestellt.

Stattdessen begnügt sich Böhmermann mit dem normativen Selbstbild des ÖRR: „Unser Programm muss überparteilich sein und unabhängig und frei und vor allen Dingen an erster Stelle journalistisch, satirisch und faktisch korrekt.“ Eine selbstkritische Auseinandersetzung damit, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk diesen Standards in der Praxis tatsächlich gerecht wird, findet in seinen Ausführungen nicht statt.

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105 Kommentare

  • Ede von Schnitzler war auch bis zum Schluss von seiner moralischen Überlegenheit überzeugt.
    Die Geschichte ist über ihn hinweggegangen.

    117
    • Der Krug und der Brunnen. Es wird passieren, es ist „IMMER“ passiert!

    • Wir leben im „schwarzen Kanal“ = „Unsere Demokratie“….

    • Wer diesem Horrorclown auch nur die kleinste Aufmerksamkeit widmet, hat die Kontrolle über sein Leben aufgegeben. Böhmermann wird dereinst seine gerechte Abreibung ausfassen, früher oder später…..

    • Und Schnitzel hat gerne beim Klassenfeind im KdW eingekauft, seine Frau dort gerne geklaut.

      So auch dieser Clown, redet abschätzig über andere aber mit Sicherheit gibt es ein Asylheim in seiner Wohngegend und die Kinder müssen sicher noch auf eine Problemschule gehen.

      Dieser Typ ist einfach nur ekelhaft

    • Die Karibik ist wirklich besser

      -23
  • 25 Jahre ohne Fernsehen, Radio und ÖRR. Das war eine richtig gute Entscheidung für das ganze Leben. Macht mit und schaltet ab!

    • ..und stellt die Zahlungen für die ÖRR Propagandasteuer ein

      • DAS ist der wichtigste Teil!

  • Nun, es gibt Kritik an der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, das ist ein Faktum.

    Aber, wie mit dieser Kritik umgehen?

    #1: Man hält sie beim örR für sachlich unbegründet. Dann würde es ausreichen, daß man dem Informationsauftrage entsprechend kommentarfrei, sachlich und souverän über deren Existenz berichtet und sie ansonsten ignoriert.

    #2: Man hält sie beim örR für sachlich begründet. Dann würde man ihr aktivistisch, faktenverzerrend oder -leugnend, unsachlich und letztlich unsouverän entgegentreten, den Versuch unternehmen, sie zu widerlegen und die Kritiker persönlich anzugreifen.

    Tertium non datur.

    Wer Böhmermann (et al.) in die zweite Kategorie einordnet, muß dann aber auch eingestehen, daß es sich dabei – bestenfalls – um verzweifelte Rückzugsgefechte handelt.

    • Es lohnt sich nicht an das Geschwätz von Bömmelmann so viel Aufwand zu verschwenden.
      Einfach nicht mal ignorieren riecht aus.

    • Das klingt ein bisschen wie jemand, der Atlas beim Weltentragen beobachtet und sofort eine tiefschürfende Diagnose stellt:

      Entweder Atlas trägt die Erde vollkommen mühelos, dann hätte er gefälligst still und würdevoll zu schweigen.

      Oder er stöhnt, verdreht die Augen oder beschwert sich, dann ist bewiesen, dass die Welt in Wahrheit viel zu schwer ist und der ganze Laden kurz vor dem Kollaps steht.

      Tertium non datur …

      Die naheliegendere Erklärung wäre natürlich:
      Atlas ist einfach genervt, weil seit zwei Jahrtausenden irgendwelche Hobby-Philosophen handlungsunfähig am Fuß des Berges stehen und aus jedem Muskelzucken den Untergang der Schöpfung ableiten.

      PS: Reicht mir dann auch schon wieder für heute.

      -62
      • Dabei ist Atlas lediglich eine Figur aus der griechischen Mythologie, die etwas überzogen von sich ‚denkt‘, auch in der Realität eine wichtige Rolle beim Tragen der Welt zu spielen.

      • Na ein Glück! Dann sind wir dich wenigstens für heute los!

      • @Tillius Cimber

        „Tertium non datur …“
        Das gilt vielleicht in der aristotelischen Logik und den allermeisten Bereichen der Mathematik, aber nicht in der Politik und in gesellschaftlichen Fragen.

        @Atlas
        Ich verstehe Sie, aber unterhaltsamer ist es hier, wenn Sie sich beteiligen.

        -11
        • Logik in der Politik ist das Gegenteil von Logik. Die Leute erzählen den größten Mist weil sie erpresst werden. Da sind es Kinderliebhaber, der andere ist unheilbar krank oder ganz einfach: wir wissen wo deine Kinder sind. Und schon sind wir in der Realpolitik.

          1
        • Verbreiten Sie doch auch Ihre Pseudobildung bei Indymedia

          5
  • Hier wird deutlich gezeigt, wohin grenzenloser Hass und Hetze führen können.

  • Die Sonne ist kalt, der Mond ist Quadratisch und der ÖRR politisch Neutral.

  • Das ganze Gerede von Staatsferne und Staatsnähe trägt doch nicht. ÖPNV und Co sind nur so lange „staatsnah“ so lange der Staat im Sinne der Linken agiert, sobald die AfD rechte/konservative Politik macht, wird aus der Staatsnähe Staatsferne. Nein, die Medien sind nicht staatsnah, sie unterstützen den Staat, so lange links nicht vorbei ist …

  • Der beste Wahlhelfer der AfD.

  • Wenn er das sagt, ist es natürlich so. Sagt meine Omma. Die lassen wir aber nicht mehr raus 😉

  • Wenn es eine Rechtfertigung seitens der Verursacher braucht, kann nicht besonders viel Wahrheit dahinter stecken.

  • In gewisser Weise stimmt die Aussage: ich beurteile den ÖRR als so links, dass er die FDGO verlassen hat und somit staatsfern ist. Allerdings in anderer Weise als ursprünglich gedacht. Sie sollten nur regierungsfern sein. Diese Leute wollen einen sozialistischen Staat und benutzen das Klima als Begründung. Damit ziehen sie mit allen Altparteien an einem Strang. Auch die Führung der CDU verfolgt diese Politik. Dieser Vorwand ist ihnen nun abhandengekommen, aber die Bevölkerung hat das noch nicht flächendeckend bemerkt. Das wird aber nicht aufzuhalten sein.

  • Dem ÖRR seine politische Unabhängigkeit nehmen? ARD und ZDF sind nicht unabhängig sondern mit Links-Ideologischem Framing und mit Regierungs-Propaganda unterwegs. Und „Staatsferne“ ist ein DDR-Begriff. Die Zwangsbeiträge müssen deshalb dringend abgeschafft werden. Dann kann Böhmermann und das ZDF auch „unabhängig“ und „Staatsnah“ sein. Die 660.000 Euro für seine Propaganda Sendungen bekommt er dann sicher von seinem ZDF Fanclub.

  • Ich kenne Boehmermann nur vom Namen her und werde ihn mir niemsls antun.
    Die einzige Verbindung ist das Geld,das er von mir bekommt.
    Schlimm genug.

  • Böhmermann nennt Kritik am ÖRR ‚gefährliches Gejammer‘ – klar, wer selbst Teil des Apparats ist, erklärt jede Kritik automatisch zur Gefahr. Das ist kein Journalismus, das ist Selbstschutz. Wer Staatsferne behauptet, während er von Zwangsgebühren lebt, simuliert Unabhängigkeit, die faktisch nicht existiert. Das ist der eigentliche Skandal.

  • „Es handle sich um „gefährliches Gejammer“, das nur darauf ziele,

    dem ÖRR seine politische Unabhängigkeit zu nehmen.“

    Hahahaaaaa 😂😂

    Besser wird mein Abend nicht mehr.

  • „Die Mehrheit hat immer Recht“ Gab es da hier nicht mal ne Zeit, wo dem nicht so war?

  • Wir schauen sowieso kein deutsches Fernsehen. Alles wird immer noch wie von kleinen Kindern synchronisiert, und warum sollen wir für diese Lügen und linke Propaganda bezahlen?

  • Redet von Staatsferne und streicht jedes Jahr 600.000€ für seine Sendung aus einer staatlich festgesetzten Zwangsabgabe ein.
    Wie viel würde Böhmermann wohl bekommen, wenn die GEZ wegfiele, und er sein Produkt am freien Markt feilbieten müsste? Ich habe da so meine Zweifel, dass er dann damit auch nur seine grundlegenden Lebenshaltungskosten decken könnte.

  • Was soll denn einer berichten, der von diesem System gut lebt! Böhmermann ist noch einseitiger als der ÖRR!

  • Böhmermann wird in absehbarer Zeit genügend Gründe zum jammern haben. Fragt sich nur von wo aus.

  • Böhmerdingsbumms ist doch nun wirklich irrelevant.

    • Ganz genau. Wer ist Böhmerlein?

      • Ich denke da an die alte Werbung mit „Wer ist Paul?“

      • Kein normal denkender Mensch sieht sich so einen absoluten Mist an.

  • Böhmermann oder der 600000 € Vertrag im ÖRR!
    Und schon ist jegliche Legitimation von ihm als Kritiker verloren gegangen.

    Böhmermann oder leeres Geblubbert! 💨 💨 💨

  • Was stimmt mit dem nicht? Witzig ist er jedenfalls nicht

  • „Schwerpunkt seiner Argumentation“

    Ach, bitte…

  • „F*ick den Staat“ – meint er damit etwa die Millionen an Bürgergeldempfänger aus aller Herren Länder, die sich in eben dieser staatlichen Leistung inzwischen behaglich eingerichtet haben und diese als Dauerzustand bis zum Lebensende erwarten?? Und alles tun (oder grade: nicht tun) um bloss diesen „Status“ nicht zu verlieren?

    Deren Eltern mal mit „Stütze“ und „Hartz IV“ begonnen haben, die selber nun „Bürgergeld“ ziehen und deren Kinder, weil sie nichts anderes kennen gelernt haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit den gleichen „Karriereweg“ einschlagen werden? Lebenslang Abhängige von Sozialleistungen?

    Ja, ich hoffe mal so, genau DIE meint er damit. ^^

  • „ Jan Böhmermann hat in seiner Sendung die Kritik am ÖRR delegitimiert“ – Die unreflektierte und ernst gemeinte Übernahme von Buzzwords („delegitimieren“) der Gegenseite halte ich ehrlich gesagtfür etwas schwierig.

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