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„IM/PULS“-Debattenforum

„Frei sind wir nur als wir“: Grünen-Vorsitzende Brantner entwirft kollektivistischen Freiheitsbegriff

Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner hat bei einer Rede einen kollektivistischen Freiheitsbegriff entworfen. Statt auch die Risiken der Freiheit zu verteidigen, sei man nur als Gruppe wirklich frei. „Frei sind wir nur als wir“, erklärte sie.

Von

Franziska Brantner bei einer Rede im Bundestag (IMAGO/Revierfoto)

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Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner hat in ihrer Rede beim Grünen-Debattenforum IM/PULS – Forum für Zukunft am Freitagabend einen grünen Freiheitsbegriff vorgestellt, der in zentralen Punkten auf eine Umkehrung des bürgerlichen Freiheitsverständnisses hinausläuft. Brantner stellte dabei Freiheit und Gleichheit nicht als gegensätzliche Prinzipien dar, die sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen, sondern erklärte sie im Grunde für deckungsgleich.

Da der westliche Wirtschaftsliberalismus darauf hinauslaufe, dass Leistungsträger Reichtum erwirtschaften und damit zwangsläufig auch Ungleichheit hervorbringen, sei Freiheit, so Brantner, „zum Codewort für ,die Starken machen, was sie wollen‘“ geworden. Ein Freiheitsbegriff, der sich am Privateigentum orientiere, sei vor allem amerikanisch geprägt. „Die europäische Tradition hat Freiheit immer als Praxis gedacht“, sagte Brantner unter Verweis auf Hannah Arendt.

Davon ausgehend versteht Brantner Praxis vor allem als Ergebnis kollektiven Handelns. „Niemand ist frei allein. Frei sind wir nur als wir“, spitzte sie ihre These zu. Zudem warnte sie vor „vererbter Plutokratie“. Freiheit erscheint bei ihr damit weniger als eigenverantwortliches Handeln unter Inkaufnahme von Risiken, sondern eher als Befreiung von Risiken.

Entsprechend konstruiert Brantner Freiheit vor allem als Angstfreiheit: „Auch morgen nicht zwangsbestimmt zu sein durch die Klimakrise“ und „keine Angst vor dem Fall in die Armut“ zu haben, sind deswegen für Brantner die vermeintlich wesentlichen Merkmale von Freiheit.

Passenderweise rückte Brantner auch die Energiewende in ein positives Licht – nicht als Einschränkung von Unternehmens- oder Konsumfreiheit, sondern als Erweiterung politischer Handlungsmöglichkeiten. Den bereits vollzogenen Umstieg auf Erneuerbare Energien lobte sie als „ökologische Innovation“, die den deutschen Politikbetrieb bereichert habe.

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Die finanziellen und wirtschaftlichen Belastungen, die mit der Energiewende verbunden sind, spielte Brantner dagegen herunter. Dass die Wirtschaft stagniere und immer weniger Jugendliche optimistisch in die Zukunft blickten, liege „nicht an Energiepreisen, wie manche meinen“, behauptete sie.

ahz

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84 Kommentare

  • Soll das Individuum dem Kollektiv untergeordnet werden? Gab es nicht schon einmal eine ähnliche Denkweise?

    • Hat auch überall auf der Erde in den letzten 100 Jahren ganz toll funktioniert…

    • Auch die Leibeigenschaft hat schon ähnliche Elemente beinhaltet 🌾

    • Das nennt man Sozialismus……. Bei Kommunisten heißt das, „..die Masse der Werktätigen….“ die nationale Variante kommt mit „… du bist nichts, dein VOLK ist alles…..“ ! Kennzeichen einer ECHTEN Demokratie wäre also eher der pragmatische INDIVIDUALISMUS……

    • Tja, das Individuum ist nichts, das Kollektiv ist alles – linker geht es gar nicht mehr.

      „Das heißt, das Ich dem Du unterordnen, die Persönlichkeit der Gesamtheit zum Opfer bringen… Verzicht für den Einzelnen und Forderung für das Ganze.“ – Joseph Goebbels, Michael 1929

    • weg mit dem Trullah-Regime.

  • Jedenfalls kann jetzt niemand mehr behaupten, er oder sie hätte nicht gewusst, was er mit den Grünen wählt.
    Klimasozialismus, DDR 2.0, diesmal nicht zur marxistischen Befreiung der Arbeiterklasse, sondern zur Rettung des Weltklimas.
    Wer bloß Radwege, gesunde Wälder und saubere Flüsse will, der sollte nicht mehr Grün wählen.
    Insofern danke ich Frau Brantner für ihre Offenheit, so blank hört man das von den Grünen selten.

    • „Jedenfalls kann jetzt niemand mehr behaupten, er oder sie hätte nicht gewusst, was er mit den Grünen wählt.“ – Das ist so leider nicht richtig. Nach grün-linker Methodik wird das Ganze dann als „UnsereFreiheit“ o. ä. in den üblichen Medien proklamiert und gepusht, und dann sind alle froh, dass sie die „Freiheit“ gewählt haben. – Etwas mehr Aufklärung ist also durchaus notwendig…

    • Vergessen Sie bitte nicht deren Lüge einer „Friedenspartei“.
      Grün sind die ersten Hetzer für die goldenen ukrainischen Toiletten ….

  • Jegliche Form von Kollektivismus hat die Menschheit ins Verderben gestürzt. Sei es Sozialismus, Kommunismus oder Nationalsozialismus. Xavier Milei hat eine kraftvolle Rede zu diesem Thema gehalten, die ich jedem nur ans Herz legen kann, und die endete mit: „Freiheit, verdammt!“

    • Es ist sehr einfach: Diese Kreaturen projizieren ihren Selbsthaß auf den erfolgreichen Teil der Menschheit. Der Rest ergibt sich daraus.

  • nach „unsere Demokratie“ jetzt „unsere Freiheit“

  • Ich will nicht „Wir“ sein.

  • Ich glaube leider das es mit einem Bürgerkrieg enden wird

    • Wieso leider?

      • Das ist genau die Einstellung, die ich liebe… 😁

    • Das steht fest. Der kommt unaufhaltsam.

      • Es wird in Deutschland mit ziemlicher Sicherheit nicht zu einem Bürgerkrieg kommen.
        Wer sollte denn gegen wen kämpfen und warum genau?
        Die Art wie in Deutschland und schon den Vorgängerstaaten im deutschsprachigen Raum mit gesellschaftlicher Spaltung umgegangen wird ist: Migration!
        Und zwar raus aus Deutschland. Die Unzufriedenen verlassen das Land um wo anders in Frieden und Freiheit zu leben und Wohlstand zu erreichen. Das ist auch schon wieder voll im Gange.
        Übrig bleiben dann nur die, die nicht wirklich Unzufrieden sind, die Unmotivierten und die Unfähigen. Die werden ganz sicher keinen Aufstand oder Bürgerkrieg anzetteln sondern sich einfach fügen.
        Es gibt einfach keinen Grund ins Felde zu ziehen und sein Leben zu riskieren, wenn man wo anders auch Glücklich werden kann.
        Wenn es in Deutschland nicht demnächst eine Richtungsänderung gibt wir in wenigen Jahren einfach nicht mehr genug da sein die aufbegehren könnten.

    • wieso leider, es wird eine Befreiung.

      • 👏👏👏

      • Das glauben viele, bis sie selbst schreiend in irgendeiner Ruine krepieren.

  • Dass es eine Kollektivseele gibt, entdeckt man, wenn man ein Kollektiv sieht, in dem sie gestorben ist.
    – Nicolás Gómez Dávila –

  • Da hat die Dame eine völlige andere Einstellung zur Freiheit als ich.

    • Das sollte Sie bzgl. Ihrer seelischen, kognitiven und ethischen Gesundheit heiter stimmen.

  • Der kollektive Untergang der Grünen. Weitermachen!

    Mit Baldur Springmann und Werner Vogel gehörten zwei ehemalige NSDAP-Mitglieder zu den Gründungsmitgliedern der Grünen.

    • Leider ignorieren das die Grünen und deren Wähler!

  • Eine Ode an den Kommunismus…

  • Ich möchte ICH sein und bleiben.
    Ich möchte nicht, dass ein Kollektiv für mich entscheidet.

  • Wow, die Aussagen der Grünen ähneln frappierend denen der SED. Und wenn wir die Begrifflichkeiten etwas altertümlicher wählen, kommen wir zu Aussagen, vor denen uns Hannah Ahrendt gewarnt hat.

  • Frei war ich, als ich noch allein (relativ) sicher S-Bahn fahren konnte.
    Unfrei bin ich, wenn ich nur in einer Gruppe fahren kann, die letztendlich auch nicht unbedingt schützt.
    Überhaupt ist es eine Frechheit, mich ungefragt „einzuwiren“.

  • Vermutlich ist bei dieser ‚Freiheit des Wir‘ gemeint dass man andere hat um einem den Lebensunterhalt zu finanzieren – ohne selbst etwas leisten zu müssen versteht sich. (Sarkasmus)

  • Och, sie warnt vor „Plutokratie“. Ich warne vor Nepotismus und Simonie und einer Politikerkaste, die sich selbst heranzüchtet und aus sich selbst heraus ergänzt und nicht aus der Gesamtheit der Volksgemeinschaft – falls man das Wort benutzen darf.

  • „Freiheit erscheint bei ihr damit weniger als eigenverantwortliches Handeln unter Inkaufnahme von Risiken, sondern eher als Befreiung von Risiken.“

    „Befreiung von Risiken“ heißt aber vollständige Bevormundung eines übergriffigen Staates über ein Kollektiv des „Wir“, wie sie (und die Schwabschen Lobbyisten) es sich wohl vorstellt!

    Nein Danke! Die Grünen gaben uns in der Jetztzeit eine Kostprobe und auch die anderen Versuche unter einem anderem Label liefen für dieses Land und darüber hinaus eher unfreiheitlich ab, gelinde gesagt.

    Zu einem Gründungsmitglied der Grünen, Herbert Gruhl (vormals CDU):

    „Kritiker des Buches warfen Gruhl vor, eine „Öko-Diktatur“ zu fordern,[5] was dieser bestritt: „Ich [Gruhl] habe die Möglichkeit einer totalen Weltregierung schon in ‚Ein Planet wird geplündert‘ geprüft, mit dem Ergebnis, dass sie weder realisierbar ist noch wünschenswert. Den Vorwurf, ich hätte dort eine [Öko-]Weltdiktatur gefordert, haben sich einige Ignoranten aus ihren roten Fingern gesogen.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Planet_wird_geplndert

    (anscheinend sah er als Gründungsmitglied, neben u.a. mehreren Ex-Nationalsozialisten, die Grünen nicht als links! das halten wir mal fest!)

    https://schweizermonat.ch/gruen-mit-braunen-wurzeln/

    Unterstreichen DAS heutige Grüne auch und distanzieren sich von solchen eventuellen Plänen? Bräuchte es dazu nicht soziale Unruhen und einen ausgerufenen Notstand? Sicher nicht, denn „unsere Demokratie“ ist ja durch und durch demokratisch und würde niemals, auch nicht durch Agents Provokateurs, zu solchen Mitteln greifen! Erst recht nicht, durch NGO-Massnahmen, die „Hass und Hetze“ oder mehr provozieren würden.

    Wir sind doch alle, alle Individuen, die ihre eigenen Meinungen vertreten, hoch geachtet und respektiert. Das ist es doch, was Freiheit ausmacht.

  • Na also: frei sind wir nur als Gemeinschaft, als Volk. Und der Wirtschaftsliberalismus, also die globale Verfügbarkeit des Proletariats mittels der Migrationsagenda ist hierbei das Problem. Es gilt aber: Think global, -act local- .
    Der Widerspruch des Kommunismus, der die Grünen unterwandert hat.

  • Sie kapern die Sprache…
    Die Väter des GG haben das Individuum durch die Grundrechte stark gegen den Staat gemacht um ein Kollektiv zu verhindern.
    Und die deuten und framen um…

  • Aus „Das Leben des Brian“: „Ihr seid alles Individuen!“ – „Ich nicht, ich nicht!“
    In einem Punkt hat Boris Palmer alles richtig gemacht: Er hat sich von ihr scheiden lassen.

  • Knallroter Lippenstift erinnert mich mittlerweile an die Signalfarben bei Pfeilgiftfröschen.

  • Ich habe 39 Jahre Sozialmus hinter mir und keinen Appetit auf eine Neuauflage.
    All diese Schwätzer haben den „Real existierenden Sozialismus“ nie erleben müssen, der übrigens nirgendwo funktionierte.

  • Ist das die kleine Schwester von Esken? 🤔

  • Immer die gleiche Leier hatten ihre Chance gehabt

  • Das sind Schlachtrufe von Kommunisten! Wer noch einen Funken Verstand besitzt, wird niemals darauf reinfallen. Frei ist nur, wer frei denken kann und das auch nutzt.

  • au Backe, die Zensur!

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