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„Ehrenkarten“ und vorgetäuschter Patriotismus – die EM beweist die Diskrepanz zwischen Politik und Bevölkerung

Für die EM haben die Minister „Ehrenkarten“ von der UEFA bekommen und geben sich als fast schon patriotische Fußballfreunde und volksnah – dabei sind sie alles andere als das. Im VIP-Bereich sitzen die Politiker über dem Normalvolk und grinsen in die Kamera, während ein Land seinen politischen Wert verliert.

Karl Lauterbach, Nancy Faeser, Bärbel Bas und Olaf Scholz beim beseelten Jubeln im Stadion.

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Mehrere hunderte Euro kostet ein Ticket für ein Spiel der Fußball-Europameisterschaft. So mancher Europäer hat sein ganzes Erspartes in die Waagschale geworfen, um dieses Turnier live und in Farbe erleben zu können. Auch in Deutschland muss man tief in die Tasche greifen – alle, außer die Politiker der Bundesregierung.

Denn die haben sogenannte „Ehrenkarten“ vom europäischen Fußballverband, der UEFA, erhalten. Während der Durchschnittsbürger tief in die Tasche greifen muss, dürfen Lauterbach, Scholz und Co. genüsslich auf den besamteten Stühlen des VIP-Bereichs Platz nehmen und sich als volksnah und normal präsentieren – dabei sind sie das gar nicht.

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Mit mindestens 15.500 Euro monatlich sitzt es sich als Minister bequem auf den roten Spezialsitzen. Vor allem Karl Lauterbach teilte auf X immer wieder Bilder aus den Stadien, zu denen er das Spielgeschehen lapidar zu kommentieren versuchte, die Bundesregierung als „Fanteam No1“ darstellte oder seine Ergebnistipps abgab.

Auch Annalena Baerbock lässt sich gerne im Fußballtrikot in den Stadien blicken und postet Selfies von der Tribüne auf Instagram. Damit das möglich ist, wurde sogar kurzfristig das Nachtflugverbot in Frankfurt aufgehoben – obwohl es die Grünen waren, die jahrelang für genau dieses Verbot gekämpft haben. Doch das scheint vergessen.

Das verquere Nationalverständnis der Bundesregierung

Ähnlich bei Nancy Faeser: Sie stellte noch während der EM den neuen Verfassungsschutzbericht vor und warnte darin natürlich vor allem vor dem aufkeimenden Rechtsextremismus als Demokratiefeind Nummer eins. Dass eine Ministerin, die fast schon alles und jeden, der zum Kirschenpflücken die rechte Hand hebt, als rechtsextrem abstempelt, auf einmal patriotisch sein möchte, zeigt, wie verquer das Nationalverständnis in der Bundesregierung ist.

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Das stellt auch Habeck unter Beweis: nachdem der DFB angekündigt hatte, ab 2027 den Ausrüster zu wechseln und einen Vertrag mit Nike einzugehen, hatte sich der Wirtschaftsminister mehr „Standortpatriotismus“ gewünscht – doch bei der EM war er während Deutschland-Spielen gar nicht zu sehen. Da blieb er wohl seinem alten Satz, „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen“, treu.

Man würde den Ministern und Bundestagsabgeordnete – denn mit denen teilen sich die Behörden die „Ehrenkarten“ zu 50 Prozent – die Ehrenkarten ja gönnen, wenn sie unser Land nicht derart zu Grunde richten würde. Vielleicht wäre man dann sogar stolz, wenn der Kanzler extra zum Spiel der Nationalelf kommt. Doch wenn man heute Olaf Scholz und Finanzminister Christian Lindner in den Reihen sitzen sieht, kommen ganz andere Gefühle auf.

Beide haben am Freitag gemeinsam mit Wirtschaftsminister Robert Habeck die Einigung auf einen Bundeshaushalt für 2025 verkündet – mit vielen Tricksereien, etwas Vertuschung, aber vor allem mit ganz breiter Brust (Apollo News berichtete hier und hier). Angesichts der wirtschaftlichen Lage in diesem Land, das als einziger G7-Staat in einer Rezession festhängt, sollten die Reaktionen aber vielleicht etwas gedämpfter ausfallen.

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„Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen“

Sie können beinah froh sein, dass die deutsche Bevölkerung vom Fußballfieber so ergriffen war, dass viele der Regierung nicht mehr so genau auf die Finger geschaut haben. Auch deshalb konnten Scholz, Lindner, Baerbock und Co. beim Fußball unbehelligt von ihren politischen Misserfolgen lachen, feiern und vergessen. Vergessen, was aus diesem Wirtschaftsstandort Deutschland geworden ist.

Dabei ahnen sie gar nicht, dass es auch wegen ihrer Politik für einen Großteil der Bevölkerung schwer ist, spontan Geld in die Hand zu nehmen und sich ein Ticket im Stadion zu gönnen. Die billigsten kosteten 50 Euro – in der Gruppenphase. Die teuersten 1.000 Euro – im Finale. Noch teurer sind Logen-Plätze oder Karten aus zweiter Hand, die auf den einschlägigen Plattformen meist für mehrere hundert bis tausend Euro gehandelt werden.

Herr Scholz, Frau Faeser, sehr geehrtes Kabinett, wissen sie denn eigentlich, was ihre „Ehrenkarten“ wert sind? Vermutlich nicht, denn sonst könnte man den betreffenden Betrag ja sogar spenden – am besten an die deutsche Wirtschaft, denn die hat jeden Cent nötig.

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