Der kranke Mann Europas: Kaum ein Land wächst langsamer als Deutschland
Lange galt Deutschland als Wirtschaftsmotor Europas. Doch der „kranke Mann Europas“ ist zurück: Während die deutsche Wirtschaft seit Jahren auf der Stelle tritt, wächst die Wirtschaftsleistung im übrigen Europa inzwischen doppelt so schnell.
Die Bundesrepublik, über Jahrzehnte der Wirtschaftsmotor Europas, stagniert zunehmend und fällt im internationalen Vergleich immer weiter zurück. Die Produktion bricht ein, die Exporte gehen zurück, und nennenswertes Wachstum der Wirtschaftsleistung gibt es seit Jahren nicht mehr.
Wie sehr sich die Gewichte inzwischen verschoben haben, zeigt der Blick auf den Rest Europas: Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Staaten des Euroraums, aber auch die Wirtschaftsleistung Großbritanniens, ist im zweiten Quartal 2026 doppelt so schnell gewachsen wie die deutsche.
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So stieg die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um gerade einmal 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im ersten Quartal 2026 hatte sich im Vergleich zu den letzten drei Monaten des Jahres 2025 ein revidiertes Wachstum von 0,4 Prozent abgezeichnet. Die Wirtschaftsleistung im Euroraum, gemessen am BIP, wuchs im zweiten Quartal hingegen um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, in der EU insgesamt sogar um 0,5 Prozent.
An der Spitze der Union stand laut offiziellen Eurostat-Daten im zweiten Quartal Litauen mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, gefolgt von Schweden mit 1,4 Prozent. Portugal konnte ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent verzeichnen, Spanien setzte seine Serie mit einem Plus von 0,7 Prozent fort. Frankreich lag mit 0,2 Prozent gleichauf mit Deutschland, Belgien und Österreich stagnierten bei 0,0 Prozent.
Besser als in Deutschland sieht es auch mit Blick über den Ärmelkanal aus: Nach der ersten Schätzung des britischen Statistikamts ONS legte das Bruttoinlandsprodukt des Vereinigten Königreichs von April bis Juni um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, nach 0,6 Prozent im ersten Quartal.
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Anfang Juli behaupteten Bundeskanzler und Vizekanzler, eine große Steuerreform zur Entlastung auf den Weg gebracht zu haben. Das stimmte schon damals nicht. Jetzt ist ein Referentenentwurf da und macht alles noch schlimmer – aus zehn Milliarden Entlastung werden zehn Milliarden Belastung.Bemerkenswert ist dabei der Kontext: Das britische Frühjahrsquartal war stark von politischer Unsicherheit über den Machterhalt von Premierminister Keir Starmer, der letztlich zurücktrat, einem schwachen Arbeitsmarkt und schwachem Konsum geprägt – und dennoch reichte es für das doppelte deutsche Tempo.
Besonders bedrückend ist, dass die schwachen Wachstumszahlen keine Neuheit sind. Die Wirtschaftsleistung Deutschlands stagniert bereits seit Jahren. Im Gesamtjahr 2023 ergab sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) gegenüber dem Vorjahr ein preisbereinigter BIP-Rückgang um 0,9 Prozent, 2024 ein Minus von 0,5 Prozent.
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Zur Einordnung der Tragweite der Krise: Zuletzt war das deutsche BIP während der Dotcom-Krise 2002 und 2003 zwei Jahre in Folge geschrumpft. Selbst während der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 kam es nicht zu zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung.
2025 zeichnete sich nach zwei enttäuschenden Jahren, in denen die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung groß gewesen war, beim BIP lediglich ein marginales Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. Auch im laufenden Jahr ist bislang kaum eine nachhaltige Belebung zu erkennen: Mit einem BIP-Zuwachs von 0,4 Prozent im ersten und 0,2 Prozent im zweiten Quartal bleibt die Dynamik schwach. Das dürfte sich zwangsläufig auch in der Bilanz für das Gesamtjahr niederschlagen.
Selbst die Bundesregierung ist derzeit nicht wirklich optimistisch gestimmt. Im Rahmen der Frühjahrsprojektion, die von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche am 22. April vorgestellt wurde, hatte die Große Koalition ihre Wachstumserwartungen stark nach unten korrigiert. Demnach erwartet die Bundesregierung für 2026 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent. Zuvor, im Januar, war die Große Koalition noch von einem Plus von einem Prozent ausgegangen.
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Warum sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland seit Jahren so schwach entwickelt, hat viele Ursachen. Ein zentraler Faktor sind jedoch die hohen Standortkosten, die die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen zunehmend belasten. Die Folgen zeigen sich in rückläufigen Aufträgen und Exporten, sinkenden Umsätzen und Gewinnen – und schlagen letztlich auch auf die gesamtwirtschaftliche Leistung durch (mehr dazu hier).
Problematisch sind vor allem die hohen Energiekosten, die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Für viele Unternehmen machen sie einen erheblichen Teil der laufenden Betriebskosten aus – insbesondere in energieintensiven Branchen entscheiden sie maßgeblich darüber, ob die Produktion am Standort Deutschland wirtschaftlich bleibt.
2025 lag der durchschnittliche deutsche Industriestrompreis inklusive Netzentgelten, aber ohne Mehrwertsteuer, bei 17,99 Cent je Kilowattstunde und damit über dem EU-Durchschnitt von 16,87 Cent. Lediglich in Kroatien, Irland und Ungarn war Industriestrom noch teurer.
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Besonders deutlich wird die Entwicklung im langfristigen Vergleich: 2006 lag der durchschnittliche Industriestrompreis in Deutschland inklusive Stromsteuer noch bei 11,53 Cent je Kilowattstunde, im Jahr 2000 sogar bei lediglich 6,05 Cent. Damit zeigt sich, wie stark sich Strom für die deutsche Industrie über die vergangenen Jahrzehnte verteuert hat.
Auch die ausufernde Bürokratie belastet deutsche Unternehmen finanziell erheblich. Immer neue Vorschriften und Regulierungen erhöhen den Erfüllungsaufwand, binden Personal und Zeit – und verursachen damit zusätzliche Kosten. In vielen Fällen müssen Unternehmen eigens Personal einstellen, um die wachsenden administrativen Anforderungen bewältigen zu können.
Das Statistische Bundesamt beziffert die direkten, regelmäßig anfallenden Bürokratiekosten infolge bundesrechtlicher Vorgaben auf rund 65 Milliarden Euro pro Jahr. Dabei handelt es sich wohlgemerkt allein um Kosten, die durch Informationspflichten auf Bundesebene entstehen. Verpflichtungen aus EU-Recht sowie zusätzliche Vorgaben der Länder sind darin noch nicht berücksichtigt.
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Das ifo Institut beziffert die volkswirtschaftlichen Folgen sogar noch deutlich höher. Einer viel beachteten Studie zufolge, die das Institut gemeinsam mit der IHK für München und Oberbayern im November 2024 veröffentlichte, entgehen Deutschland durch die hohe Bürokratiebelastung jährlich bis zu 146 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung. Als einen wesentlichen Grund dafür nennen die Forscher die mangelnde Digitalisierung von Verfahren und Verwaltungsabläufen.
Als Vorbild gilt dabei Dänemark: „Würde Deutschland bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung auf das Niveau von Dänemark aufschließen, wäre die Wirtschaftsleistung um 96 Milliarden Euro pro Jahr höher“, erklärte Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien, bei der Vorstellung der Studie.
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Das Bild zur Headline ist äußerst passend.
In Deutschland wächst nichts, außer dem Staatsapparat und dem Schuldenberg.
Wir wissen doch: Es ist geplant. Mangels einer Pandemie wird jetzt der Spritz rationiert – wegen großer Dürre und des Unvermögens der Politik, die Versorgung zu ordnen (Bürokratie).
Das könnte tatsächlich auch dazu führen, einen Notstand auszurufen, mit dem man dann anstehende Wahlen verhindern könnte.
Das einzige was in Deutschland noch wächst ist der Frust!
Und die Zahl der Einwohner…
Vielleicht sollte er mal in die gelben Seiten schauen, oder bei der SPD um Rat fragen, wie die das machen, denn neuerdings verlosen die SPD IPhone 17 in einem Gewinnspiel
https://www.freilich-magazin.com/politik/sachsen-anhalt-spd-entdeckt-ploetzlich-die-heimat-und-verlost-iphones
Wenn Merze mitmacht, kann er vielleicht mal als Gewinner dastehen, als als Verlierer der Nation….
Das ist wahr.
Wenn die Sonne nicht schiene – ich glaub wirklich, die scheint nur für uns so angestrengt – würden sich die Sozialkosten von selbst reduzieren. Naja, noch ist nichts verloren, das holen wir dann im November nach.
An den vielen hausgemachten Ursachen werden Union und SPD nichts ändern, beide Parteien vertreten die, die am Status Quo gut verdienen und für die jede Änderung mit großer Wahrscheinlichkeit eine Verschlechterung bedeuten würde.
Bürokratie, hohe Kosten durch Sozialabgaben, Pflichtversicherungen und Steuern, mangelnde Flexibilität, gierige Gewerkschaften, stetiger Personalaufbau in der Verwaltung, kommunalen Betrieben, Finanzierung der Asylindustrie, dem NGO und Entwicklungshilfekomplex.
Außenpolitisch wäre ein Ende des Ukraine Kriegs wichtig und die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Russland.
Davon ist bei Merz nichts zu bemerken, statt dessen finanziert er zusammen mit Macron und Starmer/Burnham Selenskijs Attacken auf zivile Ziel weit im inneren Russlands.
Sei schlau wähle blau.
Ähhhh, was soll in D wachsen, bis auf die Schulden und die Kriminalität???
Wenn man diese Themen mit in der Statistik aufnimmt, liegen wir ganz weit Vorne!
Im TV quälen sie die Leute mit Dauersport auf allen Kanälen.
Das soll das Volk wohl bei Laune halten.
„Brot und Spiele“
Unter den Talaren hängt der Muff von 15 Jahren.
Weg mit diesen ganzen Vollpfeifen und Vollidioten ohne Sinn und Verstand.
Dann siehts auch wieder den Zahlen besser aus.
Ich freu mich auf die AfD.
Nicht zu früh freuen, Wahlen können noch verhindert werden.
„Krank“?
Vorsicht:
Das letzte Zucken kann man auch als Reflex fehldiagnostizieren.
Ja ist es denn ein Wunder?
Schließlich profitieren die fast alle von uns.
Was die von uns kriegen, können sie investieren, derweil nehmen wir Schulden auf.
Ich LIEBE diese EU.
„Demnach erwartet die Bundesregierung für 2026 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent.“
Und wie stark würde das BIP ohne die schuldenbasierten Rüstungsaufträge sinken?
Weit kommt man aber mit einem schuldenbasierten BIP nicht!
… was zu erwarten war!
In Dtl wächst v.a. die Menge an Bglern und Verwaltungsbeamten 🧐
In Deutschland ist ja auch Klimaapokalypse – das schadet der Wirtschaft.
Ausserdem leiden wir unter Trump und Putin.
Diese Probleme haben alle anderen nicht. Ein Glück regiert hier keine rechte Partei, sonst wäre es noch schlimmer.
😉
Das einzige, das hier noch wächst, ist das linke Karzinom.