Wahlkampf-Abschluss
„Das reicht nicht“: CDU-Mitglieder loben Befreiung von Wegner – doch der „Schlussspurt“ bleibt aus
Der schwarz-rote Senat in Berlin steht kurz vor der Abwahl – Bundeskanzler Merz sieht ihn dennoch als Vorbild. Vom CDU-„Schlussspurt“ sind aber nicht einmal die eigenen Mitglieder wirklich überzeugt.
Als Friedrich Merz den Saal betritt, herrscht gedämpfte Stimmung. Einige der CDU-Wahlkämpfer, die sich im Konrad-Adenauer-Haus, der Berliner Parteizentrale, zu einem „Wahlkampf-Schlussspurt“ versammelt haben, stehen zwar auf – doch eher für Abschiedsfotos mit Merz als für überschwänglichen Applaus bei seinem Einzug. „Wir überlassen diese Stadt nicht den Extremisten von links“, erklärt Generalsekretärin Franziska Hoppermann gleich zu Beginn. Doch über allem schwebt eine andere Frage: War das der letzte Auftritt von Merz als Parteivorsitzendem?
Hauptgegner der CDU in diesem Berliner Wahlkampf ist die Linke. Nach der jüngsten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegt die CDU im Rennen um Platz eins knapp hinter der Partei von Elif Eralp (Apollo News berichtete). Entsprechend scharf fallen die Angriffe von Spitzenkandidat Stefan Evers aus. Die Linke sei „eine Partei, die die Not schafft“, sagt er etwa mit Blick auf deren Wohnungspolitik.
Evers’ bedächtige Rede ist zwar frei von größeren Kontroversen, aber durchaus geeignet, die Stimmung unter den Parteifreunden aufzulockern. Merz dankt er für Entlastungen durch einen verbesserten Schutz der Bundesgrenzen und mehr Langstreckenflüge vom BER. Er ist erkennbar gewillt, dem Kanzler einen Wohlfühlnachmittag zu bescheren. Die AfD erwähnt Evers kein einziges Mal. Friedrich Merz wird es ihm anschließend gleichtun.
Der Bundeskanzler wirkt bei seinem Auftritt besser vorbereitet als zuletzt, beinahe einstudiert – etwa wenn er demonstrativ seinen Einsatz für junge Leute betont. „Deutschland ist ein fantastisches Land“, solle insbesondere die junge Generation sagen, gibt Merz als Motivationsparole aus. Junge Menschen suchten ihre Zukunft inzwischen wieder in ganz Deutschland, etwa mit Unternehmensgründungen, sagt er.
Merz kann eigentlich gut reden. An diesem Nachmittag machen Tonfall und Vortrag jedoch viele der gesetzten Effekte wieder zunichte. Stimmlich kommt der Kanzler kaum aus dem Defensivmodus heraus. Auch seine Erzählungen von S-Bahn-Fahrten und Joggingrunden im Tiergarten wirken wenig glaubwürdig – zumal er Schwierigkeiten zu haben scheint, U- und S-Bahn sprachlich auseinanderzuhalten.
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Die Berliner Verwaltung hat Merz derweil als Vorbild für seine eigene Regierungstätigkeit entdeckt. „So etwas kann auch wieder funktionieren“, sagt er über die Bürgerämter in Berlin, die nach drei Jahren CDU-geführtem Senat wieder Termine am Folgetag anbieten – statt erst nach Monaten. Dieses Modell will Merz auf Deutschland insgesamt übertragen.
„Wir wollen weiter stolz sein auf unser Land. Wir wollen aber auch besonders stolz sein auf unsere Hauptstadt!“, sagt Merz, der den Umzug der Bundesorgane nach Berlin immer noch nicht verarbeitet zu haben scheint. Er lobt Berlin unter anderem für die prominenten „Besuche“, die die Stadt erlebt habe – etwa durch US-Präsidenten wie Ronald Reagan. Heute sei Berlin aber „KI- und Start-up-Hauptstadt“.
Als Merz ausführt, die Wirtschaftsleistung werde 2026 laut Prognosen um 60 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr steigen, nickt die anwesende Berliner Ehrenbürgerin Friede Springer energisch. „Wir sind raus aus dieser Wirtschaftskrise“, sagt der Kanzler zunächst. Dann schränkt er doch ein: „Das ist noch nicht alles fest, das ist noch nicht alles endgültig.“
Mit Blick auf den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer räumt Merz inzwischen ein, dass die politische Auseinandersetzung des Jahres 1949 nicht weniger hart gewesen sei. Dafür verweist der Sauerländer auf einen Zwischenruf des damaligen SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher, der Adenauer als „Kanzler der Alliierten“ schmähte. „Wir wählen auch heute die Freiheit“, versucht Merz den Bogen zu Adenauers berühmtem Wahlspruch zu schlagen – mit dem dieser sich gegen eine Koalition mit den damals US-kritischen Sozialdemokraten wandte.
Fragen sind nach den Reden keine zugelassen. Merz verlässt das Veranstaltungsfoyer im Laufschritt. Es schließt sich eine Podiumsdiskussion an, bei der der Grünen-Politiker Volker Beck, CDU-Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, ein Jesuitenpater und die Bundesgeneralsekretärin unter Moderation von Landesgeneralsekretär Lukas Krieger über Extremismus sprechen wollen. Richtig in Gang kommen will die Runde jedoch nicht.
Für Aufregung sorgt dann ein Parteimitglied aus Steglitz-Zehlendorf. Der Betriebswirt, der nach eigener Auskunft die Senatorin persönlich kennt, steht unvermittelt auf, unterbricht das Panel und kritisiert die geringe Intensität der Debatte. Merz’ Rede habe ihn zwar begeistert. Für den Wahlkampf auf der Straße bringe ihm diese Podiumsdiskussion nun aber gar nichts.
„Das reicht nicht“, sagt der Betriebswirt, dem schließlich sogar ein Mikrofon gebracht wird. Dann fragt er die Runde: „Was läuft denn mit Merz, was läuft denn mit Wegner?“ Eine Antwort auf seine Frage wartet er nicht ab. Wie viele andere verlässt er die Veranstaltung vorzeitig.
Im Gespräch mit Apollo News macht der Mann anschließend deutlich, was er sich von der Parteiführung wünscht: mehr „Widerstand“ und klarere Ansagen gegen die anderen Parteien. Inhaltlich heißt das für ihn auf Bundesebene niedrigere Spritpreise durch Steuersenkungen und im Land Berlin die Abwehr des Überwachungsstaates, der im neuen Berliner Mietkataster lauere (mehr dazu hier).
In vielen Gesprächen an diesem Nachmittag klingt Ähnliches an. Offen für eine Minderheitsregierung spricht sich kaum jemand aus; die aus Sicht vieler Mitglieder zu großen Zugeständnisse an die SPD sind dagegen Dauerthema. Einzig der Kandidatenwechsel habe die Partei in diesem Wahlkampf noch gerettet – darüber sind sich alle einig. Der Unterschied bei Bürgergesprächen vor und nach dem Rückzug Kai Wegners als Spitzenkandidat habe sich wie eine Befreiung angefühlt, heißt es immer wieder.
Diesen Schwung in einen echten Schlussspurt mitzunehmen, scheint der Partei allerdings nicht gelungen zu sein. Zwar bekennen alle vor Ort, in den letzten beiden Tagen noch einmal kämpfen zu wollen. Ihre Ziele wirken jedoch bescheidener, der Überzeugungseifer gedämpfter. Wie es noch gelingen soll, die Linke zu überholen, bleibt auch den eigenen Leuten unklar. Mit einer Podiumsdiskussion wie dieser jedenfalls kaum.
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Motivationsveranstaltung für wen eigentlich …. ?
„Er ist erkennbar gewillt, dem Kanzler einen Wohlfühlnachmittag zu bescheren.“ Stefan Evers, eine Mischung aus Carsten Linnemann und Philipp Amthor. Was kann da schon schief gehen?
Der Schlussspurt erinnert an die 100-Meter-Rollator-Weltmeisterschaft.
„Das reicht nicht“? Ja, richtig, das reicht bei weitem nicht. Dänemark, Österreich, Schweiz, Baltikum und Finnland haben vermutlich mehr Zukunft. Im Jahr 2025 sind 150000 Deutsche und EU-Bürger aus Deutschland ausgewandert. 20% mehr als 2024.
Die Wahrnehmungen eines Friedrich Merz sind immer häufiger von besonderer Art…
Ich denke, wenn die CDU nicht in einem Krater verschwinden will, sollte sie Herrn Merz im Bundeskanzleramt behalten und ihn keine öffentlichen Reden mehr halten lassen.
Andererseits, der Mann ist der beste Wahlkampfhelfer für die AFD.
Also sollte er vielleicht doch…🤣
Die verbliebenen cdU Mitglieder haben mein vollstes Mitleid bei solchen Statements !
Mehr Paralleluniversum geht nun wirklich nicht mehr. Die Protagonisten wie Wüst, Günther, Rhein, Merz, Frei uvm. in der Führung zerstören gerade die ehemals konservative Partei. Diese mittlerweile gesichert linke Partei ist LOST !
Diese „against free speech“ Partei braucht kein Mensch mehr!
Sie ist ja auch dabei, sich abzuschaffen!
Lass Fritze mal machen!
Haben alle schon vergessen, was die „Abgeordneten“ dieser Partei den Menschen angetan haben???? „Abgeordnet“ bezeichnet eine Person, die von der Bevölkerung in ein Parlament gewählt wurde, um deren Interessen zu vertreten. Stattdessen führen Sie Krieg gegen uns.
Wenn ich mir das Foto so ansehe … ?
Bin ich der Einzige, der dabei auf den Gedanken kommt, dass Philipp Amthor einen Bruder haben könnte?
Wird sowas nicht eigentlich geklont? 🤔 Ich frage für nen Freund..
In der CDU kennt man sich zumindest gut mit „Leihmutterschaft“ aus. *Räusper*
Da sieht man mal wieder die absolute Hilflosigkeit dieser Scheinopposition! Die CDU in Berlin kriecht vor den Linken im Staub, während Merz im Adenauerhaus völlig weltfremde Phrasen drischt. Der Mann kann U- und S-Bahn nicht mal auseinanderhalten, faselt aber von Zukunft. Dass die eigenen Mitglieder frustriert weglaufen, wundert mich überhaupt nicht. Dieser verweichlichte Haufen ist doch nur noch der Steigbügelhalter für den linken Sumpf. Für echte Patrioten gibt es nur eine Alternative.
„Junge Menschen suchten ihre Zukunft inzwischen wieder in ganz Deutschland, etwa mit Unternehmensgründungen, sagt er.“ Danke! Herzlich gelacht. Junge Männer aus fremden Ländern, da zieht es in der Tat ziemlich viele nach Deutschland. Da gibt es auch ganz unbürokratische Unternehmensgründungen, sogar steuerfrei, aber vermutlich mit Schutzgeldabgabe, Zum Beispiel im freien Chemikalienhandel mit Haustür Service…Bei Herrn Merz bin ich mir nie sicher, ob das nun Satire ist, was er so erzählt, oder ob er das ernst meint. Ich kenne nämlich einige junge Leute, die nach einer guten Ausbildung in Deutschland das Land verlassen wollen, weil sie nicht für illegale Zuwanderer und für inkompetente Politiker arbeiten wollen.
Der Eindruck von dem Evers ist nicht gerade berauschend.
Leichter Gegner für die SED 2.0.
Die CDU kann sich alles erlauben ohne unter 5% zu fallen. Das hat Merz ausgiebig getestet
Was für ein TRAUERSPIEL! Die CDU / CSU im ENDSTADIUM! Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble usw. würden sich schämen und im Grab umdrehen wenn Sie das noch erleben müssten! Nix mehr Oggersheim und gefüllter Saumagen…
Honecker würde seinen Augen aber auch nicht trauen, würde er heut aufwachen!
Sonder-Realität vielleicht? 😂
Merz ist sowas von verpeilt, sowas von gefangen in seiner Traumwelt…Die CDU in Berlin (!) als „Vorbild“ darzustellen. Die Wirtschaft sei „im Aufschwung“; weil einige Umfrageinstitute ein minimales Wachstum prognostiziert haben. Solche „Prognosen“ werden im Vierteljahresrhytmus kassiert und es verbleibt bestenfalls Stagnation. Noch dazu würde es sich um ein Strohfeuer handeln, denn mit Schulden und unproduktiven „Klima“-Projekten erkauftes Wachstum ist kein echter Aufschwung sondern Kapitalvernichtung in Milliardenhöhe. Das „Wachstum“ und die Arbeitsplätze verschwinden in dem Moment in dem die Staatsknete verschwindet und sich die künstlich aufgeblasenen Unternehmen am Markt bewähren müssen. „KI-Boom in Deutschland“🤣 Weil sich ein paar start ups gegründet haben? Gehts noch? Die Musik im Tech-Bereich spielt in den USA, in China, in Israel. Dem Land mit dem teuersten Strom der Welt laufen Unternehmen und Leute weg. Merz allein zuhaus. In einer dysfunktionalen Welt.
Die CDU schickt als letztes Aufgebot ihre politischen Voodoo-Prister.
Jeder der noch CDU wählt hat einen an der Waffel.