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Essen

Blockaden und Übergriffe: Tausende Demonstranten stören AfD-Parteitag

Tausende Demonstranten stören die Durchführung des AfD-Bundesparteitags in Essen. Seit dem frühen Samstagmorgen kommt es zu Blockaden und Übergriffen. Auch die Polizei, die mit 4.000 Beamten vor Ort ist, wird mitunter bedrängt.

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In Essen kommt es seit den frühen Morgenstunden immer wieder zu Angriffen auf Vertreter der AfD, die in der westdeutschen Stadt ihren Parteitag abhalten will. Nachdem die Stadt bereits erfolglos versucht hatte, den Bundesparteitag der Partei zu verhindern, mobilisierten linke bis linksextreme Organisationen und Gruppierungen tausende Menschen, um am Wochenende gegen die AfD in Essen zu protestieren (Apollo News berichtete).

Am Samstagmorgen kam es dann zu ersten Zwischenfällen: Gegen sechs Uhr versuchten Demonstranten Zugang zu einem abgesperrten Bereich zu erlangen, was die Polizei unter Einsatz von Pfefferspray verhindern konnte, so eine Sprecherin.

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Anschließend eskalierte es weiter: Videos zeigen, wie größere Menschenmengen AfD-Delegierte abfangen, in einer Seitenstraße einkesseln und am Betreten des Messegeländes hindern, wo der Parteitag in der Grugahalle stattfindet. Einige Beamte stellen eine grobmaschige Kette auf einer Straßenseite – wirklich einzugreifen scheinen die Beamten aber vorerst nicht.

Spezialeinheiten der Polizei im Einsatz

In den Videos sind Demonstranten zu sehen, die die Seitenstraße mit einer Menschenkette blockieren und dabei Parolen gegen die AfD skandieren. Auf der anderen Seite stehen in rot-schwarz vermummte Personen der Polizei gegenüber.

Die Polizei habe erklärt, die AfD-Delegierten könnten momentan nicht zur Grugahalle geleitet werden – obwohl die Parteivertreter anscheinend schon vor dem Messegelände waren, ehe sie von der Polizei nach eigenen Angaben in die unweit entfernte Seitenstraße geführt wurden, berichtet Bild-Chefreporter Frank Schneider auf X. Gegen 9 Uhr dann die Befreiung: Die Polizei durchbrach die Blockade und geleitete die Delegierten zur Grugahalle – begleitet vom aufgebrachten Mob der Demonstranten, die auch die Beamten bedrängten. Beamte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit BFE, einer Sondertruppe für eskalierende Demos, waren im Einsatz.

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AfD-Mitarbeiter gejagt und belagert

Auch an anderen Stellen kam es zu Blockaden: Circa 300 Demonstranten sollen am Morgen ein Hotel, in dem AfD-Delegierte mutmaßlich untergebracht sind, versperrt haben. An einer anderen Stelle musste ein Mitarbeiter der Bundestagsfraktion in eine Bäckerfiliale flüchten. Die Demonstranten, die die Filiale um circa 8 Uhr stürmen wollten, mussten durch Schlagstockgebrauch seitens der Polizei zurückgedrängt werden, berichtet Bild.

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Die Polizei riegelte zunächst den Eingang ab, konnte den Delegierten dann aber befreien und zur Grugahalle geleiten. Ähnliche Aktionen könnten auch an verschiedenen Bahnhöfen und U-Bahnstationen folgen: die tausenden Demonstranten planen in verschiedenen WhatsApp und Telegram-Gruppen das Abfangen von Delegierten. Dafür könnte auch ein ICE mit Gesandten aus Sachsen-Anhalt am Essener Hauptbahnhof umstellt werden.

Auch die Autobahn 52 ist zum Ziel der Demonstranten geworden. Laut Schneider wurde die Auffahrt Essen-Rüttenscheid von etwa 1.000 Personen blockiert, um die Anfahrt der AfD-Vertreter zur Grugahalle zu verhindern. Die Polizei umstellte die Aktion. Bereits in den frühen Morgenstunden kam es zu Auseinandersetzungen, die Polizei versuchte die Blockaden aufzulösen.

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Auf X schrieb die Protest-Gruppe „Widersetzen“, alle Zufahrtsstraßen zum Veranstaltungsort seien blockiert. Auf Telegram feierte die Gruppe unter anderem den mutmaßlichen Rückzug der ehemaligen CDU-Politikerin Erika Steinbach, die seit 2022 Mitglied der AfD ist.

Neben „Widersetzen“ hat ein breites Bündnis linker Organisationen und Gruppierungen zu den Demonstrationen aufgerufen und sogar gemeinsame Busfahrten organisiert, um möglichst viele Personen aus dem ganzen Bundesgebiet in Essen zu mobilisieren. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 100.000 Teilnehmern, die Polizei mit 10.000 am Samstag. 4.000 Beamte sind währenddessen im Einsatz, um den AfD-Parteitag mit circa 600 Delegierten zu ermöglichen

Bürgermeister und Stadt solidarisieren sich mit Gegendemo

Bereits im Vorfeld hatte CDU-Oberbürgermeister Thomas Kufen klargestellt, die AfD sei „nicht willkommen“ und eine Auflösung des Pachtvertrags der AfD mit der Messe angestrebt. Ein Gericht verhinderte das (Apollo News berichtete). Am Samstag konnte der Parteitag deshalb planungsmäßig um 10 Uhr starten.

Währenddessen entschloss sich die Stadt, mit Regenbogenfahnen vor dem Messegelände aufzufallen. Die U-Bahnstation vor Ort wurde in „#Vielfalt“ umbenannt und die CDU rief zur Teilnahme an den Demonstrationen, die unter dem Motto „Zusammen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz – Kein Raum für Hass und Hetze!“ stattfinden, auf (Apollo News berichtet hier, hier und hier).

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