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"Credit Default Swaps"

Ausfall-Versicherungen französischer Staatsanleihen explodieren um 60 Prozent

Nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron kürzlich das Parlament auflöste, schossen in Frankreich die Versicherungsprämien gegen einen Kreditausfall in die Höhe – und befinden sich auf dem höchsten Niveau seit Ausbruch der Corona-Pandemie.

Frankreich in der Staatskrise: Nach der Wahlklatsche Emmanuel Macrons wurden Neuwahlen ausgerufen. Die Franzosen wählen nun am 30. Juni und am 07. Juli eine neue Nationalversammlung.

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Die französische Staatskrise hinterlässt ihre Spuren nun auch an den Finanzmärkten: Die Versicherungsprämien für einen Zahlungsausfall des französischen Staates sind in die Höhe geschossen, nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron kurz nach seiner Wahlklatsche bei den Europawahlen am 09. Juni die Nationalversammlung auflöste.

Um ganze 14 Basispunkte kletterten die sogenannten „Credit Default Swaps“ (CDS) nach oben, von 24 auf über 38 Basispunkte – ein Anstieg von fast 58 Prozent. Damit wurde am vergangenen Dienstag der höchste Stand seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. CDS sind Finanzderivate, die einen Gläubiger gegen mögliche Kreditausfälle eines Schuldners absichern – in diesem Fall: der französische Staat.

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Zum einen können Investoren durch erhöhte Nachfrage nach diesen Derivaten die Kurse in die Höhe treiben. Bereits einige Tage vor der Europawahl konnte man solche Entwicklungen feststellen, da die Unsicherheit an den Märkten vor der Wahl besonders groß war. Mit Marine Le Pen als Spitzenkandidatin der Opposition wurde ein de facto Machtwechsel in Frankreich als immer wahrscheinlicher eingestuft – und damit auch mögliche Ausfallrisiken bei den Staatsfinanzen.

Andererseits können die Kurse auch von fundamentalen Werten getrieben werden, beispielsweise die Höhe der Staatsschulden. Mit über 110 Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft hat unser Nachbarland die drittgrößte Staatsschuldenquote im Euroraum. Im weltweiten Vergleich liegt Frankreich auf Platz 11. Dazu kommt, dass seit über zwei Jahren das Wirtschaftswachstum bei nahezu 0 Prozent liegt. Auch die Arbeitslosenquote steigt seit dem vierten Quartal 2022 wieder an. Aktuell beträgt sie 7,5 Prozent.


Es gibt noch weitere Indikatoren: Die „Spreads“ (Abweichungen) zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen zeigen auf, wie hoch das Risiko eines französischen Zahlungsausfalls im Vergleich zu einem Zahlungsausfall des deutschen Staates ist. Aktuelle Daten zeigen, dass sich diese Abweichungen auf einem Rekordniveau befinden: Mit über 74 Basispunkten haben die Spreads den höchsten Wert seit Frühjahr 2017 erreicht – oder besser gesagt: seit den letzten französischen Präsidentschaftswahlen von 2017. Damals ist Emmanuel Macron zum ersten Mal ins Amt gewählt worden. Seine Gegnerin hieß Marine Le Pen.

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