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Drogeriekette

„Nicht hoffähig machen“ – Rossmann-Chef distanziert sich von der AfD

Rossmann-Chef Raoul Roßmann distanziert sich klar von der AfD – insbesondere vom Thüringer Landeschef Björn Höcke, den er nicht in seinem Unternehmen empfangen würde.

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Rossmann-Chef, Raoul Roßmann geht auf Distanz zur AfD (imago images/localpic)

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Der Chef der Drogeriekette Rossmann, Raoul Roßmann, geht auf Distanz zur AfD. In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung holte der Inhaber insbesondere gegen den Thüringer AfD-Landeschef aus. „Ich möchte Björn Höcke nicht bei uns in der Firma begrüßen“, erklärte Roßmann. Bezüglich eines Dialogs mit der AfD erklärte er: „Mit Wählern muss man reden. Mit den Argumenten der AfD muss man sich auseinandersetzen. Aber sie hoffähig machen, indem man sie einlädt? Nein“, betonte er.

In diesem Zusammenhang bekräftigte Roßmann seinen Austritt aus dem Verband der Familienunternehmer erneut, obwohl sich dieser nach heftiger Kritik von der AfD distanziert hatte. Unterschiedliche Meinungen könne er zwar „wunderbar aushalten“. Wenn er aber „Verachtung spüre, tue ich mich schwer, die Hand zu reichen“, so Roßmann, der weiter ausführte: „Viele AfD-Politiker haben einen verachtenden Umgang mit anderen.“

Die AfD verglich er hinsichtlich potenzieller wirtschaftlicher Folgen mit Orbáns Fidesz-Partei: „Wir haben durch die Regierung Orbán in Ungarn, die ich als AfD-ähnlich bezeichnen würde, große Nachteile erfahren“, so Roßmann. Deshalb sei er „überaus dankbar, dass Herr Orbán abgewählt worden sei“. Einige wenige Monopolisten wie in den USA würden davon vielleicht profitieren, „aber viele Unternehmen verlieren dabei“.

Auch den Boykott gegen Tesla, den das Unternehmen im Sommer 2024 verhängt hatte, verteidigt Roßmann weiterhin. „Als Kunde darf ich entscheiden, welche Marken ich bevorzuge“, erklärte der Rossmann-Chef. Musks Unterstützung für Donald Trumps Wahlkampf wollte er damals nicht teilen. Dieser habe sich klar für ihn ausgesprochen und damit eine Klimapolitik befürwortet, „die nicht in unserem Interesse sein kann“. Zudem warf er Musk vor, sich in den europäischen Wahlkampf „penetrant“ eingemischt zu haben. Ob er damit selbst zum aggressiven Unterton in den sozialen Medien beitrage, verneinte er: „Das tue ich nicht.“ Er versuche auch, Leuten zu antworten, die eigentlich keine Antwort verdient hätten.

Raoul Roßmann, der das Geschäft seines Vaters Dirk Roßmann 2021 übernommen hatte, positionierte sich bereits in der Vergangenheit gegen die AfD. Im Streit um den Verband der Familienunternehmer verteidigte er den Erhalt der Brandmauer. Bezüglich der AfD erklärte er bereits damals: „Die AfD wird nicht gewählt, weil ihr Wirtschaftsprogramm formidabel wäre. Im Gegenteil, es wäre in vielerlei Hinsicht eine Katastrophe für den Standort.“

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Damit folgt Roßmann dem Chef des Keksherstellers Bahlsen, Alexander Kühnen, der sich ebenfalls deutlich von der AfD distanziert hatte. Positionen wie „Remigration“ seien für ihn „nicht akzeptabel“. Seine Distanz zur Partei begründete er ebenfalls wirtschaftspolitisch. Deutschland sei auf qualifizierte Zuwanderung und internationale Vernetzung angewiesen. „Wir brauchen Fachkräfte, wir brauchen offenen Handel in Europa, wir brauchen stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen“, sagte der Bahlsen-Chef.

rs

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75 Kommentare

  • Er distanziert sich von der AfD, und ich werde mich von Rossmann distanzieren. Ich brauche Rossmann nicht, er braucht aber die Kunden.

    • Eigentlich müsste sein Umsatz längst um ca. 30% gesunken sein.
      Bei DM kaufen wesentlich mehr Menschen ein.

      • Wir kaufen schon lange nicht mehr bei Rossmann, sondern hauptsächlich bei DM.

        • Machen alle so.
          Unser dm ist immer voll und unser Rossmann ist immer leer.
          Ein geschätztes Kundenaufkommen von 10 zu 1.

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      • Herr Kirchner, Sie müssen auch auf die Menschen in ländlichen Gebieten schauen. Niemand fährt stundenlang mit dem Bus in die Stadt, um Rossmann zu boykottieren, niemand. Das gilt auch für andere Unternehmen, die Feinde der blauen Partei sind. Da muss man schon mal richtig hinschauen, warum Menschen gerade dort einkaufen. Nicht alles hat mit Ideologie zu tun.

        • Anders herum: Es geht jetzt um alles! Wem D noch wichtig ist, macht GENAU DAS: Drogerieartikel verderben nicht so schnell. Einkäufe gut planen und dann halt zu DM.
          ES GEHT JA LEIDER NICHT MEHR ANDERS.

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        • @Z-Grabstein
          So mache ich das auch. Ich boykottiere Rossmann, aber nicht streng. Wenn ich also mal schnell einen Drogerieartikel brauche, kaufe ich den beim Rossmann im Dorf. Was ich aber längerfristig planen kann, kaufe ich nur noch bei dm in der Stadt.

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        • Nicht alle wohnen auf dem Land.
          Ich habe an meinem Ort die Wahl und habe schon länger die Konsequenzen gezogen und kaufe woanders. Drogeriemarkt Müller oder DM.

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        • Rossmann in ländlichen Gebieten? – never!
          In kleinen Ortschaften wird man keinen Rossmann finden.
          Die Rossmann-Kette siedelt genau dort, wo auch alle anderen Ketten Filialen haben.
          Schlecker hatte versucht in Ortschaften ansässig zu werden, hat dann aber etliche Schließungen durchziehen müssen.

          0
    • Gestern Bahlsen, heute Rossmann.
      Die Liste wird immer länger.

    • Bei uns im Südwesten betreibt Rossmann auch eine Filiale.
      Sie sieht innen drin aus wie ein 1 Euro Laden.
      dm hingegen ist elegant.

    • Im Sozialismus braucht man nur Staatsgehorsam. Dafür gibt’s einen besseren Bezugsschein. Und es gibt keine Kunden, nur Untertanen. Genosse Roßmann positioniert sich bereits.

  • „Als Kunde darf ich entscheiden, welche Marken ich bevorzuge“
    Wie Recht er doch hat. Es gibt ja auch noch DM.

    • Sie mögen Recht haben – oder auch nicht. Der Kunde ist zwar „König“, aber auch ein König darf sein Hirn nicht ausschalten – nicht aus Trotz.

      -16
  • Ich finde, allmählich könnte AN mal eine kuratierte Liste von Unternehmen erstellen, die sich derart gegen die AfD exponieren. Ich meine, es sind ja nicht nur Rossmann und Bahlsen und ich würde es gern vermeiden, Leuten mein hartverdientes Geld zu geben, die derart negativ über meine politischen Ansichten und Wahlpräferenzen denken. Ich glaube, diese Menschen werden auch sicherlich nicht mein Geld wollen. Von daher: Gern eine ständig aktualisierte Liste, vielleicht mit kurz zusammengefassten Gründen für den Eintrag und/oder Link zum jeweiligen AN-Artikel.

    • Interessante Idee

    • Das Führen von ‚Feindeslisten‘ ist ja inzwischen verboten, wenn darauf konkrete natürliche Personen enthalten sind und es darum geht diese (auch nur abstrakt) zu bedrohen oder zu gefährden.
      Blacklisting von Unternehmen als juristische Personen andererseits, auch mit dem klaren Ziel von Boykott und wirtschaftlichem Schaden, ist vollumfänglich legal und erlaubt. Also etwas wie z.B. zuletzt von Fr. Esken vorgeschlagen …

    • Würth!

  • Alle AFD Wähler am besten von Rossmann distanzieren und woanders einkaufen.

    • Roßmann verwechselt wohl zunehmend Drogerie mit Moralapostolat. Wer politisches Theater braucht, weil ihm unternehmerische Substanz fehlt, sucht sich eben Feindbilder. Soll er. Aber dann bitte nicht so tun, als wäre das ‚Haltung‘ – es ist schlicht PR in Eigeninteresse

  • Als Kunde darf ich entscheiden, welche Marken ich bevorzuge“, erklärte der Rossmann-Chef. Da hat er recht. Rossmann gehört jetzt als Kunde nicht mehr zu meinen Anbietern.

  • Es gibt auch noch DM.

    • Nur noch DM!!!

  • Ich gehe da schon länger nicht mehr hin.

  • Danke, ich habe schon vor längerem die Konsequenzen gezogen und kaufe dort nicht mehr ein.
    Bin gespannt, wie sich die Umsätze, besonders im Osten von Deutschland entwickeln werden.

  • Nur weil irgendjemand, irgendwas behauptet, ist das noch lange nicht so, schon gar nicht, wenn er von seinen Behauptungen selber profitieren möchte, dies sollte sich der Herr mal beim politischen Umgang mit der AFD durch den Kopf gehen lassen! …und natürlich haben wir keine Probleme mit der Wirtschaft, Energie, Gesellschaft, Finanzen, Migration etc.pp

    • Wenn jemand, der eine so schwache, falsche und dumme politische Einstellung an den Tag legt, ein Wirtschaftsunternehmen führt, dann wäre mir als Angestellter Himmel Angst. Dann wäre mein Vertrauen in die Unternehmensleitung weg

  • Jaja. Hat er schon öfter geäußert. Wir wissen es.
    Ich kauf da schon lange nicht mehr ein.

  • Mich wird er auch nicht mehr bei sich begrüßen.

  • Das ganze Gezeter um die blaue Partei erinnert mich an das Märchen vom Rumpelstilzchen…
    So schlimm ist es um unsere (nicht „unsere“) Demokratie bestellt – so schlimm.

  • Die lassen sich für sowas breitschlagen. Es gibt ja noch dm. Eigentlich bevorzuge ich Familienunternehmen, aber wenn er mich nicht in seinen Läden sehen will, bitte schön.

  • Gibt es sowas wie die Geiz-Projektion der Millionenerben?
    Ist doch auffällig, wie manche davon stereotyp fordern, dass die Gesellschaft etwas abgebe, Leute aufnehme, Gutes tue…

  • Jeder hat so seine Prinzipien. Er will nichts mit der AfD zu tun haben, ich kaufe auch weiterhin nicht bei Rossmann. Ich hoffe dass noch viele so handeln wie ich.

  • Rossmann möglichst meiden

  • Nie wieder Rossmann ist jetzt!

  • Ich würde Herrn Rossmann auch nicht zu mir einladen. Und Herrn Kühnen auch nicht. Schon Umsatz und persönlichen Reichtum auch mit den Geldern von AfD-Wähler einsacken, aber hier sich lieb Kind mit der Regierung, den NGO’s und vielen Medien machen.

  • „Als Kunde darf ich entscheiden, welche Marken ich bevorzuge“ – Tja Hr. Roßmann, auch der Kunde darf sich entscheiden.
    Und wenn sich das herumspricht dann fällt schonmal mindestens 1/3 der Kundschaft weg. Und ich hoffe das spricht sich schnell herum.
    ‚Blacklisting‘ kommt ja sehr in Mode zuletzt, nicht wahr?

  • Ihr braucht kein Fachkräfte mehr denn online und KI übernehmen…

    • Ob Fachkräfte tatsächlich ohne Papiere und Qualifikation auf dem Mittelmeer treiben, darauf würde ich kein Geschäft aufbauen.

  • Weiterhin gilt:
    Kauft nicht bei Rossmann!!!?

  • Herr Rossmann, Erbe des Rossmann Imperiums, setzt sein Unternehmen als politische Stimme ein. Das ist unzulässig, da juristische Personen keine politischen Rechte haben. Im übrigen kann jeder entscheiden ob er solche Politopportunisten im Rossmann Shop unterstützen möchte. Kann man muss man nicht.)

  • Bei dem kauf ich nicht mehr!

  • Überall diese Lachnummern von Söhnen. Bei diesen Unternehmen kaufen wir schon lange nicht mehr.

  • „Viele AfD-Politiker haben einen verachtenden Umgang mit anderen.“
    Sagt einer, der einen anderen verachtender Weise nicht reinlassen würde!?
    Merkste selber Raoul oder?

    • Nee, merkt er nicht.
      Ein Rossmann sitzt auf einem hohen Ross.

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