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Thüringen

FAZ löscht Gastbeitrag von Mario Voigt mit KI-Zitaten – der zeigt sich gleichgültig

Die FAZ hat einen Gastbeitrag von Mario Voigt von ihrer Webseite entfernt. Die Thüringer Staatskanzlei dementierte auf ihre Anfrage nicht den Einsatz von KI und die Nutzung falscher Zitate. Voigt selbst zeigte sich gleichgültig – und schob die Verantwortung auf Mitarbeiter.

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Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hat auf Berichte über den Einsatz künstlicher Intelligenz bei Reden und Gastbeiträgen reagiert. (IMAGO/STAR-MEDIA)

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Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hat auf Berichte über den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Vorbereitung seiner Reden und Gastbeiträge reagiert: „Wenn es wirklich einzelne Passagen gab, die auch mithilfe von KI erstellt worden sind, dann werde ich dafür keinem den Kopf abreißen.“ Grundsätzlich halte er „aber sowieso fast alle meine Reden frei“, sagte der CDU-Politiker dem Tagesspiegel.

Zu den einzelnen aufgeführten Fällen wollte er sich auf Anfrage der dpa zunächst nicht äußern. KI sei „längst Teil der modernen Kommunikation“, behauptete Voigt weiter. Daher motiviere er „alle Mitarbeiter unserer Verwaltung, im Jahr 2026 alle modernen Instrumente für ihre Arbeit zu nutzen.“ Das könnte auch für seine Redenschreiber gelten.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat derweil einen Gastbeitrag unter Voigts Namen aus dem August 2025 depubliziert und im Archiv gesperrt. Darin waren vermutlich von der KI erfundene Zitate – sogenannte Halluzinationen – den Wissenschaftlern Manfred Spitzer, Gerald Hüther und Jonathan Haidt zugeschrieben worden. Keines der Zitate ließ sich verifizieren; Spitzer erklärte auf Anfrage der Plattform, den ihm zugeschriebenen Satz nicht so geschrieben zu haben.

In dem Beitrag ging es ausgerechnet um die Digitalkompetenz von Kindern und Jugendlichen sowie um ein Mindestalter für die Nutzung von Smartphones und Social Media. Voigt hatte zuvor sogar für „verwirkbare Social-Media-Lizenzen“ für Bürger plädiert und zeigte sich immer wieder restriktiv, was den Zugang zu und die Regulierung von Online-Medien angeht.

Die FAZ erklärte nun, bei Gastbeiträgen verlasse sie sich „darauf, dass sie menschengemacht sind und indirekte und direkte Zitate stimmen.“ Auf Anfrage der Zeitung in Erfurt bestritt die Thüringer Staatskanzlei den Einsatz von KI-Tools jedoch nicht, sondern lobte diesen erneut als Teil des „Arbeitsalltags“ der öffentlichen Verwaltung. Die Systeme würden „unterstützend bei der Erstellung von Reden, Texten und Beiträgen eingesetzt.“

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Vor diesem Hintergrund bewerte man „KI nicht als Ersatz menschlicher Arbeit, sondern als zeitgemäßes Werkzeug – wie auch bei diesem Gastbeitrag“, so Voigts Behörde. Eine Kennzeichnungspflicht bestehe nicht – weder für Texte noch für Social-Media-Beiträge. Diesbezüglich gebe es auch eine „Dienstanweisung der Thüringer Staatskanzlei zur Nutzung generativer KI-Systeme“.

Die Plattform „Frag den Staat“ hatte zuvor bei rund einem Dutzend Reden und Gastbeiträgen von Voigt sonderbare Formulierungen und eklatante Hinweise auf eine Erstellung oder Bearbeitung mit generativer KI gefunden. Dazu zählt auch eine Rede zum Holocaust-Gedenktag 2025 (Apollo News berichtete).

In der Rede zum Holocaust-Gedenktag heißt es unter anderem: „Auschwitz war nicht das Werk eines erfundenen Ungeheuers. Es war das Werk von Menschen, die dachten, dass ihr Handeln im Einklang mit einem höheren Ziel stehe.“ Über die Überlebenden sagte Voigt: „Ihre Augen waren leer und zugleich unendlich tief“ (mehr zu den Formulierungen hier).

Bereits nach Kritik an einem gemeinsamen Gastbeitrag Voigts und des sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Sven Schulze in der Welt hatte eine Sprecherin den Einsatz „moderner digitaler Werkzeuge, darunter KI-Anwendungen“ bestätigt. Positionen, Argumente und Schlussfolgerungen stammten nach Angaben der Staatskanzlei von den Autoren.

Voigt steht außerdem wegen der Aberkennung seines Doktortitels durch die Technische Universität Chemnitz unter Druck. Die Arbeit soll hunderte Plagiate aufweisen und nicht den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens genügen. Gegen die Entscheidung geht der Ministerpräsident juristisch vor.

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78 Kommentare

  • Rücktritt würde reichen…

    • LOL du forderst Rücktritt und jeder gegenüber dem du kleines Licht das fordern kannst so viel du willst sagt einfach „nö“.
      Manche haben wirklich immer noch zu viele Rechte.

      -38
      • Schon wieder ein neuer Nick zum Pöbeln?

  • Jetzt will er die Schuld auch noch auf jemand anderen schieben. Er wird immer armseliger!

    • Nein, die Armseligkeit kommt von denen, die Rücktritt fordern. Das Thema interessiert niemanden. Nirgendwo.

      -47
      • Sie werden sich wundern.

      • Das sehen viele aber anders.

      • Anscheinend interessiert es doch viel zu viele, sonst würdest du als lächerlicher Auftragsschreiber nicht dagegen anschreiben.

        • Und viele finden diese Lohnschreibergüsse SCHLECHT.

          0
      • Armer Mensch!

      • Dich scheint es ja zu interessieren!

  • EILMELDUNG: US-Militär beschießt indischen Tanker. Drei Seeleute vermisst. Indische Regierung protestiert scharf. Stellvertretender US-Botschafter einbestellt.

  • Bei der Arbeitsgeschwindigkeit der Behörde gegen seinen Widerspruch ist die Legislaturperiode vorbei, ehe es einen Widerspruchsbescheid gibt. Danach geht es ohnehin auch noch ins Gerichtsverfahren. Die Wahl 2029 ist schneller da als eine rechtskräftige Entscheidung.

  • Weiter mit der Tagesordnung. War da sonst noch was?

  • Also ich sehe den Einsatz von KI in der heutigen Zeit nicht wirklich als Problem. Das ist gang und gäbe! Früher hatten sich die Leute aufgeregt, wenn jemand seine Reden am Computer geschrieben hat und nicht mit der Schreibmaschine oder gar mit der Hand.

    ABER: Selbst wenn die KI genutzt wird, dann muss man einfach Korrektur lesen! Und dann darf, zumindest einem MP, so etwas wie mit den Zitaten einfach nicht passieren! Dies zieht sich allerdings, wenn man dem Plagiatsjäger Weber genau zuhört, durch sämtliche Arbeiten, welche Herr Voigt so in der Öffentlichkeit präsentiert.
    Wenn er dann die Schuld auf die Mitarbeiter schiebt, dann hat das schon auch ein weiteres Geschmäkle! Denn entweder stimmt es, dass es ein Mitarbeiter war, aber dann handelt dieser Mitarbeiter nur genauso, wie es sein Chef vormacht! Oder aber, es war kein Mitarbeiter, dann sagt Herr Voigt nicht ganz die Wahrhheit.
    Zusammen mit seiner Doktorarbeit: Früher wären Politiker mit Charakter für solche Vorfälle zurückgetreten

    • Das Problem beginnt da, wo ein Politiker sogar lügen LÄSST.

  • Nun, hat sich schon jemand einmal gefragt, was so ein Ministerpräsident eigentlich den ganzen Tag lang tut?

    # Für jedes Ressort in Länderverantwortung gibt es einen Minister.
    # Jedes Ressort genießt Ressortautonomie, erledigt seine Belange also selbständig.
    # „Richtlinienkompetenz“ wie der Bundeskanzler besitzt ein MP nicht.
    # Der MP vertritt sein Bundesland nur gerichtlich und außergerichtlich.

    Da er derzeit mit seiner rechtlichen Eigenvertretung zu tun haben dürfte, hat er wohl Weile. Und so einen schlanken Posten gibt man doch nicht so einfach „mir nichts, dir nichts“ auf, oder?

    • Beim „Mett-Mario“ ist es offensichtlich, was er den ganzen Tag so treibt. Von einem Buffet zum nächsten.

      • Nun, „was“, oder „mit wem“ …?

  • Ich halte grundsätzlich Menschen, die ihre „akademischen u. wissenschaftlichen Arbeiten“ nicht redlich verdient haben für unglaubwürdig und unzuverlässig. Für mich besitzen solche Menschen keinen Charakter.

    • Es sind Betrüger.

    • Besonders, wenn sie sich auch noch dumm stellen:

      „Wer ein KI-System einsetzt, das Text generiert oder manipuliert, der zu dem Zweck veröffentlicht wird, die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, muss offenlegen, dass der Text künstlich generiert oder manipuliert wurde.“ – Art 50 Abs 2 KI-Verordnung (EU Artificial Intelligence Act, gültig ab 02.08.2026)

      https://artificialintelligenceact.eu/de/article/50/

  • Thüringens Bester😊

  • „Werde dafür keinem den Kopf abreißen“ Ja. Vor allem sich selber nicht.

  • Bei uns hat jeder Politiker eine Menge Mitarbeiter!
    Darf man eigentlich wissen,was unsere Politiker so beruflich machen???

  • Solche Leute werden aus der Einheitssuppe der Altpartei nach oben gespült,
    viel reden, wenig sagen, nichts schaffen 🙄

  • Selbst seine flachen Reden muss er sich wohl noch von anderen schreiben lassen.

  • Dann kann doch gleich eine KI den Job machen. Da würde auch etwas für die Bevölkerung rum kommen.

    • Vorsicht!
      Im Endeffekt kann die KI zu der Erkenntnisd kommen das der Homo Sapiens schon immer uneffektiv und schädlich für den Planeten war 😉

    • Sicher? Ich befürchte nein
      Bezieht sich auf den Kommi von Tim Bär

  • Rücktritt sofort!!!! Und Herr Björn Höcke muss übernehmen.

    • Der Höcke schwurbelt doch noch mehr als der Mett-Mario, mit oder ohne KI. Vom Regen in die Traufe.

      • Sie haben den richtigen Namen gewählt. Kleingeist, aber links zeitgeistkonform.

  • Ich weiß nicht, was da allgemeine Praxis ist. Aber Reden zu halten, die Betroffenheitsfloskeln enthalten, die man von anderen vorgelegt bekommen hat, das ist schon schlimm genug – auch wenn ich natürlich nicht davon ausgehe, daß ein Politiker im Normalfall von irgend etwas irgendwie betroffen ist bzw. glaube, daß er dies nur in extremen Ausnahmefällen ist.

    Aber im Ton tiefster Betroffenheit und emotionaler Angerührtheit Metaphern und Bilder vorzulesen, die man im Zweifel gar nicht verstanden hat, weil es bei ihnen nämlich gar nichts zu verstehen gibt – es tut mir leid, das ist menschlich armselig, ganz arg, und zwar unabhängig davon, ob das vielleicht schon seit Jahrzehnten schon so Praxis ist.

    Dann doch lieber im Ton zwar mitfühlend, aber spürbar selbst nicht wirklich betroffen.

  • Wie oft muss er eigentlich noch beim Betrügen erwischt werden, bis man ihn endlich rauswirft? Das Festhalten der Politik an solchen Gestalten delegitimiert die Politik, da sie keine selbstreinigenden Kräfte mehr besitzt.
    Voigt und seine Partei schaden der Demokratie in einem sehr großen Ausmaß.

  • Das die Thüringer beim Wählen aber auch so gar kein Glück haben. Tss, sss, sss.

  • „Der zeigt sich gleichgültig“.

    Gleichgültigkeit gegenüber allem, was um sie herum passiert. Das zeichnet diese Figuren allesamt aus. Aber wehe, ihre Machtposition geht flöten, dann ist es mit „gleichgültig“ vorbei.

  • Von Benehmen und Optik ein klassischer Vertreter der CDU.

  • Es ist eigentlich ein Armutszeugnis der CDU auf Bundes- und Landesebene, dass sich kein führender Funktionär deutlich von diesem Mann distanziert und ihn den Rücktritt nahe gelegt hat!
    Oder ist dieses Verhalten in der CDU allgemein Usus?

  • Irgendwann müsste doch dieser Menych selbst seinen Parteifreunden peinlich werden. Macht die CDU so weiter, kann die AfD einen Besenstiel aufstellen und der würde gewählt.

  • Was will man von den schon erwarten!

  • „Voigt steht außerdem wegen der Aberkennung seines Doktortitels durch die Technische Universität Chemnitz unter Druck. Die Arbeit soll hunderte Plagiate aufweisen und nicht den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens genügen. Gegen die Entscheidung geht der Ministerpräsident juristisch vor.“

    Klar, dass er dagegen vorgeht. Er will Zeit schinden.

    Zum einen könnten Rückzahlungsforderungen aus seinen x Tätigkeiten als beratender Schwätzer und als „Professor“ gestellt werden. Zum anderen gilt es, neue Stufen der Pensionsberechtigungen zu erklimmen.

  • Mario Voigt zeigt deutlich, dass absoluter Dilettantismus eher förderlich ist, um in Deutschland an Schlüsselpositionen zu sitzen. Nichts ist schädlicher für einen ferngesteuerten Staat, wie fähige und selbstständig denkende Führungspersonen, die unter Umständen sogar den Wähler Ernst nehmen.

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