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Verhängnisvolle Koalition: Mit diesem Vertrag kettet sich die CDU dauerhaft an die Grünen

Die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg haben am Mittwoch ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Darin finden sie große Worte über die „Menschheitsaufgabe des Klimawandels“ und die Bedeutung offener Grenzen.

Bald der zweite grüne Ministerpräsident in Deutschland und Baden-Württemberg: Cem Özdemir. (IMAGO/Arnulf Hettrich)

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Im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU in Baden-Württemberg verpflichtet sich die CDU, die ganze Legislaturperiode über einen grünen Ministerpräsidenten zu unterstützen – selbst wenn sich die Verhältnisse im Landtag durch Fraktionsübertritte grundlegend ändern sollten. Das geht aus dem Papier hervor, das die Koalitionspartner unter Führung des Grünen Cem Özdemir nach langwierigen Verhandlungen, aufbauend auf einem Sondierungspapier (mehr dazu hier), am Mittwoch in Stuttgart vorgestellt haben.

„Lähmende Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren, schleppende Investitionen in Infrastruktur und digitale Technologien, die ökologische Modernisierung unserer Industrie“ – das seien die großen Aufgaben im Land, heißt es in dem Vertragswerk. „Den Feinden der Demokratie und der europäischen Einigung“ müsse man „entschlossen entgegentreten“. Der demographische Wandel verlange „mutige Reformen“, der Klimawandel sei eine „Menschheitsaufgabe“.

Die Idee von Bärbel Bas, Arbeitsplätze und Standorte auf Jahrzehnte im Voraus zu planen, teilt Cem Özdemir erkennbar nicht. Die Strukturkrise in Wirtschaft und Industrie gehe weit über eine Konjunkturkrise hinaus, meint der angehende Regierungschef. Nicht alle Arbeitsplätze könne man erhalten. Die Gründe für diese Entwicklung seien allerdings nicht von Baden-Württemberg aus beeinflussbar, erklärte er bei der Vorstellung des Vertrags. Allenfalls könnten durch die Politik neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Eine „klimaneutrale Produktion“, eine „klimaneutrale Wirtschaft“, eine „klimaneutrale Landesverwaltung 2030“ und ein „klimaneutrales Energiesystem“ zählen weiterhin zu den Prioritäten der Landesregierung. Das ganze Land soll 2040 klimaneutral werden. Dass in diesen politischen Vorgaben eine der zentralen Begründungen für den Niedergang der Automobilwirtschaft liegt, sehen die Koalitionäre nicht. Sie insistieren stattdessen im Koalitionsvertrag, ihre Interpretation von „Nachhaltigkeit“ gehöre mit wirtschaftlichem Erfolg zusammen.

Allerdings werden alle Vorhaben der Koalition unter einen strengen Haushaltsvorbehalt gestellt. Das gilt auch für die „Klimamilliarde“, die den Kommunen zur Verfügung gestellt werden soll. Jetzt gebe es keine finanziellen Spielräume, heißt es. Daher könnten keinerlei finanzwirksame Maßnahmen umgesetzt werden. Später könne man „eventuell in Stufen“ über neue Ausgaben nachdenken. Ohne ein Wiederanspringen der durch zentralplanerische Vorgaben und hohe Steuern geplagten Wirtschaft wird das allerdings ein Wunschtraum bleiben.

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In Sachen Migrationspolitik finden sich widersprüchliche Botschaften in dem Papier: Einerseits betonen Grün und Schwarz die Bedeutung von Freizügigkeit und offenen Grenzen. Andererseits knüpfen sie mit der Formel „Migration ordnen, steuern und begrenzen“ an das von der Ampel geänderte Aufenthaltsgesetz an – und gehen weiter, als Angela Merkel je bereit war.

Für die Zusammenarbeit zwischen den Regierungsfraktionen treffen Grüne und CDU in ihrem Koalitionsvertrag die übliche Absprache, unter keinen Umständen mit „wechselnden Mehrheiten“ abzustimmen. „Dies gilt auch für Fragen, die nicht Gegenstand der vereinbarten Politik sind, und für Petitionen“, bekräftigen die Koalitionäre. Ein Koalitionsausschuss soll viermal im Jahr Regierung, Parteien und Fraktionen miteinander koordinieren.

An einem grünen Ministerpräsidenten soll die ganze Legislaturperiode über festgehalten werden. Das gilt selbst für den Fall, dass Abgeordnete bei den Grünen austreten sollten oder sich die Fraktion spalten würde. Derzeit haben Grüne und CDU gleich viele Abgeordnete im Landtag. Die CDU soll den Landtagspräsidenten stellen, die Grünen den (viel mächtigeren) Ministerpräsidenten. Das bliebe so, auch wenn die CDU vorbeizöge. Genau das scheint die Koalition nun ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Denn durch einen einzigen Fraktionsübertritt könnte die CDU an den Grünen vorbeiziehen. Das ist ein durchaus realistisches Szenario. Erst 2024 wechselte die grüne Bundestagsabgeordnete Melis Sekmen aus Mannheim in die CDU/CSU-Fraktion. Übertritte von Mandatsträgern in Landtagen sind auch keine Seltenheit. Auf kommunaler Ebene sind in den letzten Jahren etliche Grüne aus der Partei ausgetreten. Einige von ihnen schlossen sich daraufhin der Union oder gar der AfD an.

Selbst eine Fraktionsspaltung hat der Landtag vor wenigen Jahren erst erlebt. Diese betraf allerdings keine Regierungspartei, sondern die AfD. Im Streit um antisemitische Schriften des damaligen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon gründete eine Gruppe um Jörg Meuthen 2016 die Fraktion „Alternative für Baden-Württemberg“ (AfBW), sodass für mehrere Monate zwei AfD-Fraktionen im Landtag bestanden. Nach dem Austritt von Gedeon vereinigten sich die Fraktionen wieder.

Bis zuletzt stritten die Parteien über das Verhältnis zueinander und das gemeinsame Abstimmungsverhalten im Bundesrat. Dort muss die Landesregierung nämlich immer einheitlich abstimmen; ein geteiltes Votum der Unions- und der Grünen-Seite ist nicht möglich. Herausgekommen ist dabei das Bekenntnis, Enthaltungen solle es zukünftig „nur noch in Ausnahmefällen und bei Fragen von grundsätzlicher Bedeutung“ geben. Außerdem sollen „die Interessen des Landes“ Vorrang haben – wovor, verraten die Koalitionäre dem Leser allerdings nicht.

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68 Kommentare

  • CDU ist doch schon grün….

    • Falsche Formulierung! Muss heißen: Aufstrebende Grüne ketten sich an nicht mehr benötigte CDU!

      • Das ist die Blaupause für die nächste BTW und Bundesregierung für den Fall blau ! 🥶😁

    • Nee, schizophren … Das hat mit Politik nichts mehr zu tun.

  • Mit Volldampf weiter in die falsche Richtung.
    Genießt, was ihr gewählt habt.

    • Ich habe die nicht gewählt

    • BW wird bis 2040 Klimaneutral.
      Nur weitgehend ohne Wirtschaft.

      • … selbst dann nicht…😁😁

  • Merz hätte auch lieber die Grünen.

    • Ich glaube dem ist das Latte wem er sich unterwerfen soll oder muss um Kanzler weiter spielen zu dürfen .
      Das D in CDU steht glaube ich für devote 🤔😜

    • Sicher! AKK ist ja dieser Tage bei den Bundes-Grünen und plant den nächsten Putsch gegen den Wahl-Michel. Der wählt derweil immer noch die CDU, erwartet bürgerliche Politik aber bekommt grün-linksversiffte Politik. Der Dumm-Michel muss erst senkrecht abkacken, in Höhlen und auf Bäumen wohnen, er will trotzdem die Richtung nicht ändern. Na dann……

  • Ich muss da immer an SED 2.0 denken…

  • „Es wächst zusammen, was zusammen gehört“ würde Willy Brandt sagen

  • °Lähmende Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren, schleppende Investitionen“ sind die großen Aufgaben im Land? Und der Klimawandel sei eine „Menschheitsaufgabe“? – Ich dachte immer, das alles hätten wir schon längst.

  • Eigentlich müsste es doch die große Zeit der FDP sein! Denn die Mitte ist heute weit rechts, nach Ansicht der Nationalen Front! Denn wem die AFD vielleicht zu weit rechts ist, der wäre dort gut aufgehoben. Aber die FDP ist leider auch zum Mitläufer geworden!

  • Von „Menschheitsaufgabe“ zu reden, aber keinen Begriff davon zu haben, was die Bedingung für das Menschsein (conditio humana) ist, wie Helmut Thomä als Begründer der Ulmer Schule zuletzt noch im Jahr 2006 kritisiert, verliert sich auch künftig bloß in leeren Gedankenspielen. Angesichts dessen sollte es erlaubt sein, darauf hinzuweisen, dass dem Koalitionsvertrag zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der CDU schlicht die Verankerung im wirklichen Leben fehlt. Womöglich erschöpft sich in Baden-Württemberg die neue Landesregierung dadurch in nichts anderem als völligen Haltlosigkeiten, die dann auch noch für teuer Geld eine Finanzierung erfahren. Jedwede Steuerzahlung sieht sich damit vollends ad absurdum geführt.

    • Nur zur Erinnerung: Bei der Bedingung für das Menschsein handelt es sich um eine sogenannte Setzung am Anfang, die sich schon alttestamentarisch (1. Mose 2,2) auf das hebräische Wort „shin-bet-tav“ für das in der Menge-Bibel ins Deutsche übertragene „ruhen“ bzw. „sich setzen“ zurückführen lässt. Laut dem Sozialwirt Volker Wittke liegt es deshalb außerhalb jedweder Reichweite, auch nur zu versuchen, darauf zuzugreifen. Das heißt: Das gestaltende Prinzip lässt sich niemals positiv bestimmen. Sich dennoch dazu anzuschicken, auf den Begriff zu bringen, was dadurch seit jeher bis in die fernste Zukunft hinein entzogen bleibt, erschöpft sich somit von vornherein lediglich in einem leeren Denken. Fraglich insofern, warum sich nicht wenigstens die CDU dagegen verwahrt, wenn Bündnis 90/Die Grünen der christlich-jüdischen Tradition der abendländischen Philosophie auf diese Weise über alle Maße hinweg spotten?

  • Damit ist der weitere Niedergang für BaWü in Stein gemeißelt. Gute Werbung….für die AfD.

  • Mit Deutschlandhassern und Deutschlandabschaffern paktiert man nicht!

    Der Partner der CDU heißt AfD. Nur so können due großen Probleme in Deutschland gelöst werden…

    Mit Grüne und SPD geht es nur mehr bergab – auf allen Ebenen…

    Wann kommt die CDU zu Besinnung?

    • @Martin
      Die CDU von der du träumst, die gibt es gar nicht mehr.
      Die komplette CDU ist eine Links-Grüne Partei seit dem Umbau durch Merkel.
      Die CDU ist kein Partner, denn sie ist nicht reformierbar.

    • Die CDU kann kein Partner mehr sein. Ist zu sehr von Linksgrün unterwandert.

  • Die CDU ist hat sich seit Merkel total vergrünisiert. Diese Partei ist nach links abgedriftet. Aber wer braucht dann noch die CDU. Linke Parteien gibts schon, da brauche ich keine Kopie zu wählen.

    • Die CDU brauchen Leute, die ihren Alltag nach Glückskeksen ausrichten …

  • Der schwarze Tarnlack der CDU verdeckt doch ein tiefgrünes Wesen. Insofern wächst zusammen, was zusammen gehört.

    Ich werde das Geschehen und den wirtschaftlichen Abstieg BW aus sicherer Entfernung beobachten. Mein Beileid an alle AFDler in BW. Ihr müsst diesen Mist nun ausbaden. An den Rest: Ihr habt es gewollt.

  • die CDU ist DAS zentrale Demokratieproblem in Deutschland

  • „Darin finden sie große Worte über die „Menschheitsaufgabe des Klimawandels“ und die Bedeutung offener Grenzen.“

    Das wollen doch die Mehrheit der Wähler udn die CDU , sonst hätte man sie nicht gewähltudn die CDU nicht mit den Grünen koaliert ! …… Der Klimawandel und offene Grenzen sidn auch wichtiger als die Wirtschfat und Wohlstand der Gesellschaft ……

  • Euer Klima kann mich mal und Remigration jetzt..
    Mehr gibt es nicht zu sagen ..

    • Ich frage mich ernsthaft, ob das Bubi von der CDU nur dämlich oder auch noch dumm zu sein scheint.
      Vielleicht haben ihn die Erinnerung an braune Augen in irgendeiner Schulklasse alternativlos denken lassen …

      • Macht korumpiert eben. Da wird im Zweifel die eigene Meinung an der Garderobe abgegeben.

  • Wenn man das Papier liest: Ein Dokument des Grauens😱Mehr „Klima“, mehr Klassenkampf (Hetze), mehr Zuwanderer…. Es bestätigt sich: Es war völlig egal, wen von diesen beiden Unglücksraben – den grünen oder den mit den „Rehaugen“ – wählt. Baden Württemberg wird weiter abschmieren. Und im Bundesrat seinen Beitrag leisten, daß Deutschland weiter abschmiert.

  • Der Wähler hat entschieden:
    aus Stuttgart wird Detroit. Die DDR lebt wieder auf, nur schlimmer als das Original.
    M.G.

  • In BaWü an die Grünen, im Bund an die Roten und im Übrigen an alles was grün, rot oder knallrot ist. Dauerhaft abhängig, dauerhaft erpressbar, dauerhaft gegen die Interessen der Bürger. CDU? Entkernt und unwählbar. Nur noch ein Schatten vergangener Zeiten. Und niemand ist in der Partei in Sicht, der das ändern könnte.

  • Und wieder hat sich die CDU zum Affen gemacht und sich vor einer grenzenlosen Eitelkeit verbeugt.
    Ein weiterer Sargnagel für die deutsche Konjunktur.
    Am meisten bin ich auf die großspurigen und aufgeblasenen Ankündigungen und Sonntagsreden gespannt, und wann sie sich als grandiose Luftnummern erweisen.

  • „Das ganze Land soll 2040 klimaneutral werden.“

    Und der letzte macht dann das Licht aus. Was treibt die Wähler dort an, die eigene Zerstörung zu wählen? Diese Frage interessiert mich ernsthaft! Nur durch Propaganda ist das nicht zu erklären, wo kommt der Selbsthass her, warum will man einreissen, was zig Generationen aufgebaut haben?

  • Wer bei der Rechtfertigung seinen geplanten Untaten mit der „Menschheit“ daherkommt ist ein übler Demagoge.

  • Klimamilliarde, aber es gibt zurzeit keine Spielräume …. Verulken die sich jetzt nur gegenseitig, oder werden hier Bürger veralbert??? Alles ein Scherz, oder? Nehmt den die Buntstifte weg, treiben nur Unfug.

  • Die Mär vom Klimawandel, der ganz schlimm Menschen gemacht sein soll, ist eine gigantische Lüge, mit der man die Menschen in die gewünschte Richtung peitschen will. Nur gut, dass Donald diesen Gaunern in die Suppe spuckt. Hoffentlich auch bald bei uns.

  • Wer Union wählt, gibt die Stimme dem linken Koalitionspartner, also SPD oder Grüne.

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