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Abwärtsspirale

Zahl neu gebauter Wohnungen bricht weiter ein – niedrigster Wert seit 2012

Die Krise in der Wohnungsbaubranche zieht weiter an: Auch 2025 wurden deutlich weniger neue Wohnungen gebaut als im Jahr davor. Der Abwärtstrend wird dank Inflation, steigender Kosten und ausufernder Bürokratie immer dramatischer.

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Die Baubranche steckt in einer tiefen Krise (IMAGO/Funke Foto Services)

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Der deutsche Wohnungsbaumarkt steckt in einer Abwärtspirale: Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass im vergangenen Jahr nur 206.000 neue Wohnungen gebaut wurden, ein Rückgang von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit wurden in Deutschland so wenige Wohnungen wie seit 2012 nicht mehr gebaut.

Bereits 2024 hatte es einen Rückgang von 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegeben – ein Negativtrend, der sich weiter fortsetzt. Im Jahr 2020 erreichte der Wohnungsbau mit 306.400 Fertigstellungen einen Rekordwert. Danach fielen die Zahlen von Jahr zu Jahr weiter.

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) sprach von „schlechten Zahlen“ und schiebt die Verantwortung auf die Krisen der vergangenen Jahre. Rund 206.000 gebaute Wohnungen im letzten Jahr seien „zu wenig“ gewesen. „Das ist die ehrliche Botschaft an alle, die heute eine Wohnung suchen“, betonte Hubertz. Der Anstieg von Baugenehmigungen und Rekordmittel im sozialen Wohnungsbau würden jedoch Hoffnung machen, beteuerte die SPD-Politikerin.

Das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) sieht jedoch kurzfristig keine Verbesserung der Lage. Der Abwärtstrend werde sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Nach Einschätzungen des Instituts rechnet man für 2026 lediglich mit 185.000 fertiggestellten Neubauwohnungen. Das habe laut dem Institut mehrere Gründe.

Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister erklärte gegenüber Reuters, dass die Probleme vielschichtig seien. Unter anderem bestehe „die Gefahr, dass der Iran-Krieg die davor beobachtete moderate Belebung größtenteils abwürgt“. Zudem würden höhere Inflation, sinkende Reallöhne sowie steigende Materialkosten und Zinsen die Branche belasten.

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Auch die hohen Entsorgungskosten, überzogene Anforderungen bei städtebaulichen Verträgen sowie langwierige bürokratische Prozesse würden den Bau ausbremsen. Initiativen der Regierung wie der Bau-Turbo würden dabei kaum helfen und hätten zu keinem flächendeckenden Durchbruch geführt.

Die miese Stimmung am Markt verdeutlicht auch das Barometer für das Geschäftsklima in der deutschen Wohnungsbaubranche. Dieses hatte sich zuletzt massiv verschlechtert. Im April fiel es laut ifo-Institut von minus 19,3 Punkten im Vormonat auf minus 28,4. Ein Rückgang, den es zuletzt nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges gab.

rs

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23 Kommentare

  • Trotz Bau-Turbo-Gesetz der Bundesregierung?

    • Wahrscheinlich scheitern die vielen vielen Projekte einfach nur an den fehlenden Fachkräften (hüstel). Die seit 2015 eingeworbenen zig Millionen aus Afrika und Westasien haben eben alle Hände voll im boomenden KI-Business zu tun. Es braucht wohl noch ein paar Millionen zusatzlicher Fachkräfte. Das hat Bärbel neulich ja erst wieder gesagt. Und die muss es ja wissen. Die ist ja aus der westdeutschen Obrigkeit.

      • So ist das immer im Sozialismus, dass irgendwann nichts mehr geht – um das mal ganz kurz zu sagen.

    • Super Kommentar. Ganz toll geschrieben.
      Genau so ist es. Volle Zustimmung!
      Nein, vollste Zustimmung!
      Weiter so. Immer weiter.
      Je mehr wir uns empören, desto stärker werden wir.
      Und dann werden wir reich. Stinkend reich!
      Und können uns dreimal im Jahr Malle leisten.
      Und einen Porsche.
      Damit der Nachbar so richtig neidisch wird.
      Dann geht es uns gut.

      -17
      • Schon einmal etwas von „Projektion“ gehört oder gelesen?

      • Statt einer wurden jetzt zehn Zeilen geschrieben? Mit weniger Sinn und Erkenntnis, wie sie oben in einer Zeile ausgedrückt wurde.
        Ein Müll-Kommentar zur Spaltung – wie immer bei pangu-atlas, der bei solchen Kommentaren immer den Turbo dazuschaltet.

  • Die Reform kommt, ganz bestimmt sagt der Kanzler.

    • Der sagt viel, aber behält nix. Hört sicher nicht, was er so sagt…

  • Das wird sich bald, dank der Enteignungsphantasien, dem neuen Heizungsgesetz, dem Lasteausgleichsgesetz, der EU Dämmrichtlinien, dem Mietendeckel etc.pp. ins Gegenteil umkehren, wetten?

    • Ich habe schon von Leuten gehört, die dann ihr ehemaliges Haus lieber in Schutt und Asche, als es dem Kartell zu überlassen.

  • Komisch, liegt es vielleicht an den hohen Baukosten, dass der Bau-Turbo nicht zündet. War für die Experten in der Regierung auch sicherlich nicht vorhersehbar.
    Zahlen und Fakten sind ja schließlich in „Unserer Demokratie TM“ total überbewertet.

    • Zu hohe Kosten? Sie Defätist! Das liegt daran, dass die Deutschen nicht genug arbeiten. Fragen Sie den Kanzler, der sagt Ihnen das schon…
      Deswegen: Rente mit 70, mit 71 ist Schluss. Was wirst Du auch so alt!

  • Regierung Friedrich Merz fördert «bezahlbaren Wohnraum» in der Ukraine – trotz Wohnungsnot in Deutschland
    Dafür stehen laut Angaben bis zu 233 Millionen Euro aus der Entwicklungszusammenarbeit bereit.

  • Frau Hubertz hat das Ruder herumgerissen – um 180 Grad.
    Mit dem Bau-Turbo-Gesetz noch schneller gen Null.

  • War da nicht was mit Reformen und Bauturbo? Aber gut, in China wird ein Sack Reis umgefallen sein, das hat natürlich seine Auswirkungen auf das sensibelste Deutschland aller Zeiten.

  • Bei uns in der Region werden fast nur unbezahlbare Luxuswohnungen gebaut, die großenteils, nach Fertigstellung, leer. stehen. Abgehobene Bürgermeister wollen die Verarmung der Stadt nicht sehen. Alles ist heruntergekommen, verschmutzt usw.. Nur auf den Norden der Stadt, wo die Gutbetuchten wohnen, wird geachtet. Außerdem wurde vor Jahren die LEG des Landes NRW an sogenannte amerikanische „Heuschrecken“ verkauft. Die Mietpreise sind drastisch gestiegen, obwohl die Immobilien oftmals verkommen. Was über die Kaltmiete nicht abkassiert werden kann, wird über die Nebenkosten reingeholt.

    • Hier im Rheinland hat die städtische Wohnungsgesellschaft schönste Wohnungen in ansehnlichen Wohnblocks im Einfamilienhausgebiet hochgezogen.
      Jetzt wohnen dort Leute die sich nie die Wohnungen leisten
      könnten weil das Amt zahlt.

  • JETZT können nur noch Mitpreisbremse, mehr Demonstrationen gegen Rechts und natürlich mehr Staatsknete (= Steuergelder) fuer sogenannte „NGO“s helfen.

  • Wem kann man es verdenken?

    – Die Bürokratie inklusive der kostentreibenden Unsinnsvorgaben rund um Klima, Lärmschutz usw. dreht immer ungehemmter frei.
    – Wenn man zum Vermieten baut, ist man aufgrund der lächerlich überzogenen Mieterschutzrechte weitgehend entrechtet. Da kann man sein Geld sinnvoller aus dem Fenster werfen.
    – Wenn man für sich selbst baut, ist man in einem Land, dessen wirtschaftliche Basis gerade total wegbricht, auf mehrere Jahrzehnte an einen Kredit gebunden – sofern man sich aufgrund des geradzu asozialen Verhältnisses von durchschnittlichen Löhnen und Gehältern, Steuern und Abgaben sowie Lebenshaltungskosten überhaupt ein Haus leisten kann.

    Bauen ist unattraktiv, weil bauen durch die totale Idiotie sämtlicher Bundesregierungen der jüngsten 30 Jahre unattraktiv gemacht wurde.

    • Zusätzlich spornt das immer wieder kommende Lieblingsprojekt von links (Linke, Grüne, SPD und CDU) der Enteignung, die Investoren so richtig an.

  • Es gibt genug Wohnungen, es sind zu viele Illegalen in Deutschland.

  • Da kümmern wir uns drum, sobald wir die 12000 Sozialwohnungen in der Ukraine hochgezogen haben!

  • Gut so-brauchen wir auch nicht, sobald die Remigration fahrt auf nimmt. Wer kein Bock hat zu arbeiten, kann auch weiter in Container leben bis zur Abschiebung.

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