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Wenn Mitte zum Selbstzweck wird

Im Wahlkampf um Sachsen-Anhalt wird wohl kaum ein Begriff so viel gebraucht wie „Mitte“. Doch dieser Begriff hat keine Bedeutung. Und Bedeutungslosigkeit kann man nicht wählen.

IMAGO/Jan Huebner

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In Sachsen-Anhalt wird heute gewählt. Geht man nach der Medienberichterstattung über den Wahlkampf, geht es eigentlich nur um die Frage, ob die AfD lediglich einen Rekordwahlsieg oder vielleicht doch den absoluten Erdrutschsieg abräumen wird. Für einen so depressiven Wahlkampf für alle anderen Parteien ist der noch amtierende Ministerpräsident Sven Schulze wie gemacht. 

Er hat diesen leidenden Blick, mit dem er auf jedem Foto aussieht wie ein depressiver Hamster. Das ist vielleicht der Grund, weshalb er gerade mit der Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz so gut zusammenhält. Die erklärte es ja auf einer Podiumsdiskussion zum Ziel, Sachsen-Anhalt zu einem Land zu machen, in dem Autobahnen nicht durch den Lebensraum von Hamstern gebaut werden. 

Man hat das Gefühl, dass dieser Wahlkampf nur zwei Extreme kannte: Entweder man verliert sich in irgendwelchen Details, die den Wähler gerade relativ wenig interessieren, oder man schmeißt nur mit Begriffen um sich, die so breit sind, dass man gar nicht mehr weiß, was sie wirklich bedeuten sollen. In einer Debatte mit Ulrich Siegmund, die ich keine fünf Minuten ausgehalten habe, beschwerte Schulze sich innerhalb dieser fünf Minuten gleich zweimal, dass Siegmund sich ja noch gar nicht zu seinem tollen Praktikumsprämienprogramm geäußert habe. 

Offenbar hat die AfD damals nicht für dieses Projekt gestimmt, wenn ich mich richtig erinnere. Schulze wirkte dabei sehr beleidigt und auf einer persönlichen Ebene berührt und konnte das Thema auch nicht wirklich loslassen. Siegmund antwortete, dass er dazu in der Fraktion Rücksprache halten müsse, worauf Schulze entgegnete, das habe er das letzte Mal auch schon gesagt. Das verfolgt ihn also schon länger. 

Schulze dachte wahrscheinlich, dass er sich mit solchen Vorwürfen als den planvollen Ministerpräsidenten darstellen könne, der macht und anpackt, während Blender wie Siegmund nur vom Machen und Anpacken reden. Tatsächlich wirkte er wie eine beleidigte Ehefrau bei der Paartherapie, die immer noch sauer ist, dass ihrem Mann der neue Zitrus-Yuzu-Toilettenreiniger nicht aufgefallen ist. 

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Diesem Wahlkampf fehlt exemplarisch etwas, das man in allen Wahlkämpfen und überhaupt im politischen Diskurs seit Jahren kläglich vermisst: Menschenkenntnis. Der Kampf um Hamster oder die Begeisterung über Praktikumsprämien reißt niemanden von der Couch. So weit ist das allen klar, deshalb fährt man ja nun auch die großen Geschütze auf: Schicksalswahl, unsere Demokratie, Mitte. Insbesondere der Begriff „Mitte“ fällt immer wieder. Damit schmücken sich die CDU, die SPD und die Grünen. 

Der Begriff fällt so häufig, dass man ihn schon nicht mehr hören kann. Das ist eine Spezialität der Politik heutzutage. Sie nimmt ganz unschuldige Begriffe mit schöner Bedeutung und wiederholt sie so lange, bis man schon Abneigung verspürt, wenn man sie nur hört. „Solidarität“, „wir“, „Demokratie“. Das hat nichts mit der Bedeutung dieser Wörter zu tun. Eigentlich ist vielmehr das Problem, dass die Wörter ja gerade nicht mehr ihrer Bedeutung nach benutzt werden. 

Sie fühlen sich dabei ganz pädagogisch. Wenn man etwas oft genug wiederholt, werden sie es schon verstehen. Den Leuten einfach seine Agenda einzuhämmern, ist doch leichter, als sie durch Argumente zu überzeugen. Doch auch hier fehlt es wieder an Menschenkenntnis. 

Irgendwann in der Mittelstufe hatte ich mal eine Obsession mit der Romanreihe „Die Legende der Wächter“. Vielleicht erinnern Sie sich auch noch an die goldene Zeit zurück, als man noch bis spät in die Nacht mit der Taschenlampe unter der Bettdecke heimlich Bücher gelesen hat und dann am nächsten Tag um 8 Uhr morgens zum Geografieunterricht angetanzt ist, als wäre nichts gewesen. Ich kann mich nur noch dunkel an die Handlung der Romane erinnern, und die Fetzen, die ich noch weiß, kommen mir vor wie ein Fiebertraum. 

Doch es gibt eine Szene aus dem ersten Band, die mich sehr geprägt hat. Der Roman spielt in einem Eulenreich. Es gibt natürlich gute und böse Eulen. Die bösen Eulen bereiten gerade ihre große Machtübernahme vor. Dafür entführen sie Eulenküken, die aus den Nestern gefallen sind, und bringen sie in eine Art Camp. Bitte bleiben Sie bei mir, ich schwöre, ich habe nicht den Verstand verloren. Dort jedenfalls sollen sie einer Umerziehung unterzogen werden, damit sie ihre Familien und sich selbst vergessen und den bösen Eulen dienen. 

Das geschieht bei einem „Schlafmarsch“: Nachts im Mondschein müssen sie alle im Kreis laufen und dabei in Trance ihren eigenen Namen immer und immer wieder aufsagen. Irgendwann klingen ihre Namen nicht mehr wie Namen, sondern wie bedeutungslose Laute. Und dann identifizieren sie sich irgendwann nicht mehr damit, sondern mit den Kennnummern, die man ihnen zugewiesen hat. Unsere Protagonisteneulen verweigern das natürlich, entkommen dem, und dann gibt es große Eulenschlachten, aber das tut jetzt nichts zur Sache. 

Ich möchte keine umständlichen Analogien darüber anstellen, wer jetzt im echten Leben die bösen und wer die guten Eulen sind. Worauf ich hinauswill, ist, dass Wörter, wenn man sie immer wieder wiederholt, nicht an Bedeutung gewinnen, ganz im Gegenteil. Sie sind irgendwann nur noch sinnlose Laute. Und danach kann man sie beliebig umwidmen. 

Ich kann diesen Kämpfern der Mitte wirklich nicht verzeihen, dass sie mir das Wort Demokratie in meinem Kopf genommen haben. Wenn ich das Wort höre, denke ich nicht mehr im ersten Moment an das, was es wirklich meint: eine Staatsform, in der Repräsentanten durch das Volk gewählt werden. Als Kind ehemaliger DDR-Bürger empfinde ich tatsächlich eine Dankbarkeit dafür, in einer solchen Staatsform geboren und aufgewachsen zu sein, und nehme sie nicht als selbstverständlich hin. 

Doch wenn ich jetzt „Demokratie“ höre, am besten noch „unsere Demokratie“, ist das Erste, was ich spüre, nicht mehr Dankbarkeit. Ich verbinde damit Gängelung. Wer von „unserer Demokratie“ spricht, der will mich zu etwas drängen oder mir irgendetwas vorschreiben. Das hat schon vom Sinngehalt her nichts mit Demokratie zu tun. Das ist ein ganz neues Argumentationskonzept, das sich jemand ausgedacht hat. 

Der Begriff „Mitte“ ist noch schlimmer, weil er schon von sich aus keinen eigenständigen Inhalt hat. Wie definiert man Mitte? Sie ist jedenfalls völlig von links und rechts abhängig. Die politische Mitte klingt erst einmal schön. Die meisten Menschen sind doch eher konfliktscheu, wollen nicht anecken und mögen es gern harmonisch. Alle anderen tut man als streitsüchtig ab. Doch wer keine Überzeugung hat und keine Entscheidungen treffen will, der übernimmt keine Verantwortung. Eine Mitte kann nicht ohne zwei Seiten entstehen. 

Wer politisch gesehen einfach in der Mitte sein will, der steht für nichts. Abgesehen von Richtungsanweisungen ist der Begriff der Mitte ohnehin schon bedeutungslos. Dieser bedeutungslose Begriff wird jetzt bis in die absolute Bedeutungslosigkeit wiederholt, sodass er sogar für Richtungsanweisungen nichts mehr taugt. Jedenfalls ist die politische „Mitte“ ganz schön weit nach links gerutscht. Die Parteien, die sich als Mitte präsentieren, lassen andere klare Positionen ergreifen und stellen sich dazwischen. Und dann wundern sie sich, weshalb die Menschen sich immer mehr zu Extremen hingezogen fühlen. 

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79 Kommentare

  • Eine hervorragende Analyse, Frau David!! Ja, es geht mir genauso, wenn ich „UnsereDemokratie“, „Mitte“ oder „demokratische Parteien“ nur höre, läuft mir das Blut aus den Ohren.

    Die Verbiegung von Wörtern bis zur Unkenntlichkeit bzw. Unverständlichkeit hat im politischen Umfeld mittlerweile ein Ausmaß angenommen, dass Sprache seinem ursprünglichen Zweck nicht mehr dient, nämlich dem der menschlichen Verständigung. Und dann wundern sich diese „Spitzenpolitiker“, wenn es keiner mehr hören will und sie nicht gewählt werden 😀

    • 💙💙💙💙💙Liebe Sachsen Anhalter. Ihr habt es heute in der Hand dieser Unerträglichen Regierung den ersten Denkzettel zu verpassen. Bitte beendet das Dummland Kartell. Bitte beendet diesen derzeitigen Regierungswahnsinn!!! Ich wünsche euch viel Glück, das ihr mehr seid. Seid gegrüßt aus Bayern💙💙💙💙💙

      • Wäre dann noch zu beweisen, dass es WIRKLICH besser wird, in einem Land ohne wirkliche Problem, außer demografische. 3 Millionen Einwohner, weniger als in Berlin.

        Hochgepimpt von den wenigen Nettoeinzahlern im Bund. Arbeitslosigkeit 7% Ruhrgebiet 3 x so hoch. Ausländer/ Migranten Anteil gegen Null. Ruhrgebiet/ NRW/ Hessen/ und eben dieses Berlin mit Ausländeranteil von bis zu50%.
        AM Fsuertropf des Bundes- alles vom Feinsten , Siehe Bitterfeld vor 30 Jahren.

        Schöne Sorgen hat man im Osten😁😁

        -14
    • Nun, Vilfredo Pareto hat hier ein hübsches Wort geprägt: „musica di vocaboli“:
      „Questo è l’estremo limite delle derivazioni verbali, che finiscono coll’apparire come una semplice musica di vocaboli. Poche servono pel volgo, il quale intontito e stupefatto per la stranezza dei vocaboli rimane a bocca aperta, supponendo che celino chi sa che misteri; il maggior numero è per uso e consumo dei metafisici, che pascendosene di continuo finiscono col figurarsi che corrispondano a cose reali.“ (Trattato di sociologica generale, § 1686)

      • Und Ernst Topitsch übersetzt und schreibt:
        „Schließlich bleiben noch Ausdrücke, die überhaupt nur mehr einen vagen, aber oft intensiven Gefühlsgehalt besitzen, etwa ähnlich wie ein Musikstück. Pareto schreibt über diese Ausdrücke, die eine regelrechte »Wortmusik« (musica di vocabuli) darstellen: »Wenige sind für das Volk bestimmt, das von der Fremdartigkeit der Wörter betäubt und verblüfft mit offenem Munde dasteht und meint, sie enthielten wer weiß welche Mysterien; die Mehrzahl dient dem Gebrauch und Konsum der Metaphysiker, die sich ständig an ihnen weiden und schließlich glauben, sie entsprächen wirklichen Dingen. In deren Arbeiten wird der Leser Beispiele finden, so viele er will.« Eine solche Wortmusik ist oft der Ausklang oder Nachklang altehrwürdiger mythisch-metaphysischer Traditionen, aus denen jeder vorstellungsmäßige oder begriffliche Gehalt gewichen ist.“
        (Ernst Topitsch, Erkenntnis und Illusion, 2. Auflage, Tübingen 1988, S. 29)

        • Die Zeiten und die Umstände haben sich geändert, die Methoden bleiben dieselben; es braucht keine „Priesterbetrüger“, um andere mit Worten und Worten zu benebeln und hinters Licht zu führen.

          2
      • Eiei, die drei „Zitierenden“ sind identisch und der Topitschzitierende liefert ja schließlich die Übersetzung des Zitats des Paretozitierenden. Im übrigen kann man das einfach bei deepL eingeben und erhält mit wenigen Klicks:

        „Das ist die äußerste Grenze der Wortableitungen, die letztendlich wie eine bloße Melodie aus Wörtern wirken. Nur wenige davon sind für das Volk von Nutzen, das, benommen und verblüfft von der Seltsamkeit der Wörter, mit offenem Mund dasteht und annimmt, dass sie wer weiß welche Geheimnisse verbergen; die meisten sind für den Gebrauch und Genuss der Metaphysiker bestimmt, die sich ständig daran laben und schließlich glauben, dass sie realen Dingen entsprechen.“

    • Ist wie mit Hass und Hetze, Rassismus, Diskriminierung und all dem anderen Mist. Unbestimmte Begriffe deren Bedeutung wokeismusmäßig festgelegt wird. Und meistens würde keinHahn danach krähen, wenn es nicht die Schwurbler gäbe, die da ständig hinter her sind. Beauftragte und Meldestellen, völliger Irrsinn.

    • Ja, wie orginell. Vor ihr haben das noch keine Tausend schlauere Leute gesagt.

      • Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Keiner will Frau David als weiblichen Prometheus oder was auch immer anbeten.

  • Welch‘ kluge Beobachtungen von Frau David!

    Begriffsabnutzung durch Aushöhlung und permanente Wiederholung.

    Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine vor Jahrzehnten geführte Europa-Debatte, es wird wohl zur Kohl-Zeit gewesen sein.

    Vor allem CDU-Politiker hörten nicht auf, sich als sog. Europäer zu inszenieren, ohne klarzumachen, warum und ob das von allgemeiner Bedeutung sei. Auch der Begriff Demokratie tauchte auf.

    Die Autorin hat Recht: man kann Menschen Konzepte unangenehm machen, wenn man lediglich deren Bezeichnungen abnutzt.

  • Bei dem Wort Demokratie stellen sich heutzutage mehrere Fragen.
    Wenn das hier eine ist, warum braucht es dafür dann Organisationen (NGO´s), die dafür bezahlt werden?
    Wenn das hier eine ist, warum gibts dann Demonstrationen gegen eine demokratische Wahl mir einer legitimierten Partei?
    Wenn das hier eine ist, warum haben Minderheiten viel mehr zu sagen als die Mehrheiten?

  • Wunderbar geschrieben und vollkommen zutreffend. Zwecks Veranschaulichung auf eine Fantasy-Romanreihe abzunerden, ist ja nur liebenswert. Passiert mir, vermutlich altersbedingt, eher mit Tolkien.

  • Sie sprechen mir aus der Seele: Ich kann keinen Regenbogen mehr schön finden, und es bedarf einer Überwindung, mich an meinen üppig blühenden Sonnenblumen zu erfreuen. Das Wort ‚vielfältig‘ will ich nicht mehr verwenden, ‚nachhaltig‘ sich um etwas kümmern, geht auch nicht mehr, ein ermunterndes ‚Wir schaffen das‘ bei einer schwierigen Aufgabe, ist ebenso tabu…. Ich könnte endlos weitere Beispiele aufzählen.

    • Jedoch ich fühle mich pudelwohl damit, als gesichert rechtsextrem™ zu gelten. Andersrum könnte ich morgens nicht mehr in den Spiegel sehen.

      • NPN. Cooler Name. Das kann nur jemand aus den 70er sein

  • Es gibt nur die AFD und die Linken. Wenn überhaupt, ist die AFD die Mitte. Die AFD ist das, was die CDU vor Jahrzehnten war.

  • Die Demokratie ist eine Abstimmungsprozedur. Dehnt man Sie auf die ganze Welt aus mit einer Weltregierung, dann werden viele Interessengruppen unglücklich. Es kommt halt darauf an, dass auch jede Interessengruppe Wahlmöglichkeiten hat und irgendwo zumindest einen Ort wo Sie selbstbestimmt leben können und sich nicht nach anderen Interessengruppen richten müssen. Wer das Geschichtsbuch aufmacht sieht ja, dass es in sehr vielen Ländern Konflikte gegeben hat, weil das nicht immer der Fall war.

    • 💙💙💙💙💙Liebe Sachsen Anhalter. Ihr habt es heute in der Hand dieser Unerträglichen Regierung den ersten Denkzettel zu verpassen. Bitte beendet das Dummland Kartell. Ich wünsche euch viel Glück, das ihr mehr seid. Seid gegrüßt aus Bayern💙💙💙💙💙

  • Auch Begriffe können missbraucht werden, ‚Mitte‘ fällt darunter ebenso wie ‚bunt‘ oder ‚Haltung‘.

  • Demokratie heißt Elitenkontrolle. Eine Regierung, die sich demokratisch nennt, kann nur eine Mogelpackung sein. Das hat R. Mausfeld gut zusammengefasst. Die Realität zeigt stattdessen, dass sich die Minderheit der Mächtigen vor der Mehrheit der nicht Mächtigen schützen will. Und dazu nimmt sie diese nichtssagenden Leerformeln und die Mehrheit lässt sich davon überzeugen.
    Diese Mehrheit muss die Elitenkontrolle leisten, um die Republik wieder zu stärken, die allmählich verloren geht.

  • Ich habe einen anderen Vorschlag für Mitte: „Solidarität echter Demokraten“

  • Ein sehr guter Kommentar, Sie sprechen mir aus der Seele.
    Dieser Wunsch unbedingt irgendeinem Durchschnitt anzugehören, ist das eigentliche Problem. Dieser „Wunsch“ zieht sich leider wie ein roter Faden durch alle Lebensbereiche. Mittelmäßigkeit ist das neue (Gesellschafts-) Ziel. Mittelmaß ist nur leider nicht sonderlich innovativ, produktiv oder sonst irgendetwas….. Mittelmaß ist eben Mittelmaß….noch haben wir ein paar Punkte Vorsprung aus der Vorrunde, aber seit geraumer Zeit werden wir in der Tabelle durchgereicht. Zum Mittelmaß fehlen noch gut 100 Plätze. Aber das schaffen wir mit unserem „Mitte-Mindset“ auch noch.
    Ohne Menschen, die nicht Mitte, sondern vor allem OBEN sein wollen und anstreben, ist dieses Land leider nicht zu retten. Max Mustermann wird sicherlich nicht Deutschlands nächster großer Erfindergeist.

  • Wer mit “ alter SED “ paktiert, verabschiedet sich von allem was für Demokratie steht.

  • Es gibt keine Mitte mehr, nur noch Abgabenzahler und Abgabenempfänger,
    und die Zahler sind leider in der Minderheit 😔

  • Fakt: Wer vor 30 Jahren mal sich in der politischen Mitte verortete, der ist heute ein Rechtsextremist. Das zeigt, die Einordnung rechts-mitte-links ist bewusste Irreführung!

  • Heute mal das „Wochenblatt“ aufgeschlagen. Ca 5 Seiten Partei Werbung. Nicht eine Zeile zur AfD.
    Ob man jetzt für oder gegen die AfD ist, mit Demokratie hat das nichts zu tun.

  • So wie die sich gegenübertreten, sieht das so aus, als könnten die gut miteinander auskommen und zusammenarbeiten, wenn Schulze nur dürfte.

  • Brilliant.

  • „Mitte“ ist im Grunde die Bezeichnung für „wir, die guten“.

    Damit hat man auch mit einem Wort die Unterscheidung zu
    „extrem, rechts oder links, undemokratisch, böse, Ränder…“ und was noch alles mehr an Bezeichnungen, oft bei der „Einordnung“ so zusammen kommt.

    Es dient als Feindmarkierung oder Verbündeten Bezeichnung.

    Beide Seiten können so schnell mit politischen Inhalten verknüpft werden.
    Politiker von CDUCSUSPDFDPGRÜNE oder ÖRR „Einordner“, können dann bestimmte Themen, wie zB „Remigration“ in gut oder böse einordnen.

    Die ganz „bösen“ (eigentlich völlig normalen) Vorgänge finden dann noch „NGOs“
    bei „konspirativen“ Treffen, der als „Feinde“ markierten Personenkreise heraus.

    Das ist ein Teilbereich, wie „unsere Demokratie™“ so funktioniert.

    Ein mögliches nächstes Thema könnte die Kontaktschuld sein.

  • Was für ein treffender Artikel. Wenn ich Sven Schulze und seine Kartell-Mitte sehe, fühle ich mich an eine Paartherapie für depressive Hamster erinnert. Während das Land den Bach runtergeht, suhlen sich CDU, SPD und Grüne in ihrer selbsternannten „Mitte“ – einem Begriff, der so hohl und inhaltsleer ist wie ihre gesamte Politik. Hauptsache, man schwärmt von Praktikumsprämien, während die reale Welt vor der Tür kollabiert.Wenn diese Herrschaften von „unserer Demokratie“ schwafeln, spüre ich nur noch Gängelung. Ihre künstliche „Mitte“ ist so weit nach links gerutscht, dass die alte Bonner Republik dagegen wie ein rechtes Vorzeigeprojekt wirkt. Wer keine Überzeugung hat und nichts anpacken will, nennt sich heute eben „Mitte“.Für mich ist dieses peinliche Schlaftheater unerträglich. Ich will echte Opposition und eine Politik für das eigene Volk. Deshalb gibt es für mich heute in Sachsen-Anhalt nur eine logische Konsequenz: Beide Stimmen für die AfD, um diesen Wahnsinn endlich zu beenden.

    • „Ihre künstliche „Mitte“ ist so weit nach links gerutscht,…“!
      So ist es und deshalb braucht es den „Rechtsruck“, das einen großen Schritt nach Rechts rücken, um wirklich wieder in die Mitte zu kommen!

  • Gestern in Magdeburg ordnete sich diese „Mitte“ ganz hübsch unter linksextreme Fahnen ein.

    • Ist „linksextrem“ nicht ein Pleonasmus?

  • Ich finde UNSERE Demokratie auch voll inkonsequent! Wenn schon, denn schon: Ich bin für MEINE Demokratie, und dann erkläre ich Euch allen mal was Demokratie wirklich bedeutet 😜

  • Guter Artikel, man verspürt langsam Ekel, wenn von „unsere Demokratie“ die Rede ist, ich will auch nicht in einem „wir“ vereinnahmt werden, schon gar nicht „untergehakt“ und „mitgenommen“ werden, dies ist in meinen Augen übergriffig und dann noch von einigen Politikologen der Fernuni Hagen, Studienabbrechern und Nullleister.

  • Wo ist eigentlich der Bundespräsident, der angesichts der sich zuspitzenden Stimmung im Land zu Mäßigung und Gemeinschaftssinn in der Bevölkerung aufruft? Es gibt ihn nicht, weil ihm schon das Wort „Bevölkerung“ völkisch und rechtsextrem erscheint. Er amtiert seit 2017, dem Jahr, in dem die AfD in den Bundestag zog. Seine Russlandpolitik war falsch, aber seine Deutschlandpolitik war eine Katastrophe. Seine beste Tat war seine Nierenspende.

    • Auch der Steinkauz war noch nie in der Lage rechextrem™ schlüssig nachvollziehbar definieren zu können.

  • Die sprachlichen Vereinnahmung von Begriffen, ist das Wesen dieser Schlechtregierung. Der Begiff „Mitte“ ist heute eine Rhetorik, die von Politik und Medien als geschlossene Festung gegen Abweichler verteidigt wird. Wer „Mitte“ sagt, meint Deutungshoheit: Spätestens seit der Ära Merkel wurde eine vermeintliche „Mitte“ so weichgespült und gleichzeitig moralisch verabsolutiert, dass jeder echte politische Dissens sofort als Angriff auf das System geframed wird. Und das Wort „Demokratie“, wurde schon immer von denen am häufigsten benutzt, die damit am wenigsten am Hut hatten, siehe DDemokratischeR. Heute, durch das Pronomen „unsere“ vergewaltigt, steht Demokratie in diesem Land nur noch für „unsere“ Macht, unsere Spielregeln, unsere Deutungshoheit.

  • „Unsere Demokratie“ in der „Mitte“ ist die alte West-BRD-Parteienlandschaft. Sie ist schon deshalb verlogen, weil die SPD die FDP nach 1982 gehasst hat und die CDU die Grünen bis Merkel immer als linksradikalen Chaotenhaufen betrachtet hat. Noch die rot-grüne Schröder-Regierung war im konservativen Lager verhasst. In der wurstig-beliebigen Merkel-Ära, bestimmt von Feminismus, dem Wohlstand der Schröder-Reformen, Obama-Kult und der großfamiliären Heimeligkeit der immer kleiner werdenden, pseudo-versöhnlichen Nationalkoalitionen ist dann alles zur Suppe geworden, die Mutti anrührt.

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