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Sarah Wedl-Wilson

Wegen „evident rechtswidriger“ Förderpraxis: Berlins Kultursenatorin bietet Rücktritt an

Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson hat am Freitagmorgen ihren Rücktritt angeboten. Unter ihrer Verantwortung sollen laut Rechnungshof Fördermittel „evident rechtswidrig“ vergeben worden sein.

Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (IMAGO/Funke Foto Services)

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Berlins parteilose Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson hat laut Medienberichten am Freitagmorgen gegenüber dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ihren Rücktritt angeboten. Hintergrund ist ein Bericht des Berliner Landesrechnungshofs, der der Kulturverwaltung schwere Rechtsverstöße und Versäumnisse bei der Bewilligung von Fördergeldern attestiert (Apollo News berichtete).

Konkret geht es um die Förderung von Projekten gegen Antisemitismus. Der Berliner Rechnungshof beanstandete unter anderem fehlende nachvollziehbare Kriterien, mangelnde Chancengleichheit für andere mögliche Antragsteller sowie Verstöße gegen haushaltsrechtliche Vorgaben. Die Mittel seien daher „evident rechtswidrig“ vergeben worden.

Beanstandet wurde demnach ein Sonderverfahren innerhalb eines Etats für „Projekte gegen Antisemitismus und zur Förderung des interreligiösen Dialogs“. Aus einer zusätzlichen Fördersäule für Vorhaben von „besonderer politischer Bedeutung“ wurden 13 Projekte mit insgesamt rund 2,5 bis 2,6 Millionen Euro bewilligt. Sechs der geförderten Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Millionen Euro hätten laut dem Bericht gar nicht gefördert werden dürfen.

Wedl-Wilson hatte erst im Mai 2025 das Amt der Kultursenatorin übernommen. Zuvor war sie bereits als Staatssekretärin in der Berliner Kulturverwaltung tätig. Ihr Rücktrittsangebot kommt nur wenige Tage nach der Entlassung ihres Staatssekretärs Oliver Friederici, der innerhalb der Senatsverwaltung ebenfalls mit dem Vorgang in Verbindung gebracht wurde. Kritiker werteten den Rauswurf Friedericis zunächst als Versuch, die politische Verantwortung auf die Senatsverwaltung zu verschieben.

Offen bleibt, ob die bereits bewilligten Mittel unter Umständen zurückgezahlt werden müssen. Zwar gelten die Förderbescheide nach Einschätzung des Rechnungshofs als rechtswidrig, eine Rückforderung wäre jedoch im Einzelfall zu prüfen. Für die betroffenen Träger könnte das erhebliche finanzielle Folgen haben.

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Sollte Wegner Wedl-Wilsons Rücktrittsgesuch annehmen, wäre sie bereits das dritte Senatsmitglied, das unter seiner Führung vorzeitig ausscheidet. Zuvor war Verkehrssenatorin Manja Schreiner 2024 nach dem Entzug ihres Doktortitels zurückgetreten. Kultursenator Joe Chialo legte sein Amt 2025 im Streit um die Kürzungen im Kulturbereich nieder.

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32 Kommentare

  • Den Wegner nimmt sie am besten gleich mit.

    • Wegen „evident rechtswidriger“ Förderpraxis: Berlins Kultursenatorin bietet Rücktritt an !
      Wie sieht es mit der Variante Entlassung Strafanzeige Verlust der Pensionsansprüche und Schadenersatz den so aus ?
      Mein Gott Deutschland die Bananenrepublik mit Berlin als Zentrale !!

      • Die nächste Frage ist. Wer rückt nach? Es wird eine Figur ausgetauscht, um nach dem Wechsel genau so weiter zu machen, ist meine Befürchtung.

  • Rücktritt über Rücktritt. Aber was ist mit dem Telefon-Koordinierer?

    • Rücktritt über Rücktritt? Es gibt wahrlich keinen Grund sich über zu viele Rüktritte zu beschweren.

      • Wissen Sie etwas über die Pläne des Regierenden Bürgermeisters zum 1. Mai? Sitzt er in der Leitstelle der Innenbehörde und koordiniert Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste? Oder nutzt er das verlängerte Wochenende, hängt noch einen Urlaubstag dran und koordiniert vom Ritz-Carlton in Abama auf Teneriffa aus? Wenn er dann am 5. Mai zurückkäme, wäre Berlin schon wieder ein wenig aufgeräumt, wie es sich gehört, wenn das Stadtoberhaupt einzieht.

        • Also mit einem funktionierenden Mobiltelefon könnte er seinen Amtssitz auch temporär nach Timbuktu verlegen. Die haben bestimmt auch einen Tennisplatz!

          11
    • Der spielt Tennis und ist gleich wieder erreichbar. Your call is important to us, please hold the line!

  • Und Sanktionen?

  • Geht doch. Aber damit ist das Problem der staatlichen Förderungen noch lange nicht gelöst…

    • Die bietet Rücktritt nicht an weil sie der Meinung ist etwas Falsch gemacht zu haben .
      Die Zeiten sind seid Merkels Regentschaft endgültig vorbei .
      Sie will einen Untersuchungsausschuss inkl Juristischer wie politischer Aufarbeitung und den sicheren Rauswurf mit allen negativen Konsequenzen für sie selbst vermeiden indem sie den Skandal zu ersticken versucht !!

  • Wenn etwas „evident rechtswidrig“ ist, dann reicht ein Rücktritt nicht aus. Dann muss das auch rechtliche Konsequenzen haben.

  • Nun, man liest, daß es „offen bleibt, ob die bereits bewilligten Mittel unter Umständen zurückgezahlt werden müssen“. Obwohl „die Förderbescheide … rechtswidrig“ ergangen sind, will man jede „Rückforderung … im Einzelfall …prüfen“, weil dies „für die betroffenen Träger … erhebliche finanzielle Folgen haben“ könnte.

    Also, bei ausgezahlten Fördergeldern hängt die Rückzahlung von den möglichen finanziellen Folgen für die betroffenen Träger ab.

    Aber bei eingehobenen Steuern und Abgaben spielen die möglichen finanziellen Folgen für die Betroffenen irgendwie keine Rolle.

    • Ja das war auch mein Gedanke…komisch…wie kommen wir bloß darauf? 🙂

  • Sie sieht sehr einladend aus, genau wie das Bild der Kultur in diesem Land.

  • Raus und vor Gericht, was sonst?

  • Die CDU hat anscheinend keinen Leute mehr, die solch staatstragende
    Ämter ausüben können. Ob als Ministerpräsidenten oder Kanzler, es tut sich zur Zeit keiner rühmend hervor.

    • Kein Wunder die sind ja auch alle zur AFD abgewandelt.

      • Sollte abgewandert heißen

  • Ich weiß gar nicht, was diese Frau in unserer politischen Landschaft zu suchen hat, als Senatorin oder Staatssekretärin (sagt der Name schon), sollte sie wenigstens die Deutsche Staatsbürgerschaft innehaben. Ich kann mich mit den aktuellen Regierungen, kommunal oder auf Bundesebene, momentan nicht identifizieren.

  • O Gott! Noch ein Gespenst.
    Hätte die Nachricht nicht öffnen sollen… 🙂

  • Soo wenig wurde da nur veruntreut?? Da haben andere Politiker aber ganz andere Sümmchen veruntreut und diese Gestalten dürfen munter weitermachen.

  • Mutti mit Vatis Kreditkarte unterwegs, so kann es enden.

  • Diese Tussy hat noch nicht mal nen deutschen Pass. Man,man,man, was für eine Bananenrepublik. Ach so aber deutsche Beamte auf „LEBENSZEIT“!
    Das ist alles nur noch ein Witz!

    • Die ist doch keine Beamtin auf Lebenszeit. Die ist Senatorin und als solche letztlich von den Berliner Wählern „bestellt“ worden.

      • Doch das ist sie! Vita sagt alles

  • Wieso anbieten???
    Haben die kein Rückgrat oder ne will doch bleiben und für Nix Steuergelder erhalten???

  • Hass macht hässlich siehe Foto

  • Fairerweise sollte Kai Wegner den Rücktritt verweigern! Denn Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson wurde von einer Seilschaft im Kulturausschuss „vor das Loch geschoben!“
    Es ist eine Form von „Parteienstaats-Korruption“ die hier aufscheint und Berlin wie Mehltau überzieht, sogar mit Fußfesseln am Laufen hindert!

    Interessant wäre, was Frau Melanie Kühnemann (SPD) als Mitglied des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus dazu sagt! Auch die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld, Sprecherin des AK Antisemitismus in der CDU ( Ortsverband Liliental in Lichterfelde) ist aufgefordert, Stellung zu beziehen!
    Denn auch der Umgang mit Oliver Frederici ist ein Tiefpunkt der politischen Kultur!

    Die CDU muss eine Selbstreinigung in Gang setzen! Mea culpa reicht nicht!

    Im Bereich Kultur müssen vor allem mutige jüdische Künstler, Gastronomen und Vertreter von Gesellschaft, Künsten, Kultur & Literatur in Berlin angst- und korruptionsfrei Gesicht & Positionen zeigen können!

  • Ich biete meinen Rücktritt an bedeutet, daß sie glaubt alles richtig gemacht zu haben. ENTLASSER ohne Rentenansprüche.

  • Was heisst denn hier „Rücktritt anbieten“ ? Arschtritt und Anklage wegen Veruntreuung und Amtsmissbrauch. Ach, ich vergaß, dass ich hier in einer Bananenrepublik lebe …

  • Was für eine schiarche Kuh

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