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Warum die Hitzeflaute die Börsenstrompreise explodieren lässt

Die Hitzewelle macht sichtbar, was Kritiker der Energiewende seit Jahren bemängeln: Ein Stromsystem, das immer stärker von Sonne und Wind abhängt, produziert tagsüber Überschüsse und gerät abends bei Flaute an seine Grenzen. Die Folge sind massive Preisschwankungen

Windkraftanlagen in Deutschland: Fällt der Wind aus, muss die Stromversorgung durch andere Kraftwerke abgesichert werden. (IMAGO/Jochen Tack)

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Die aktuelle Hitzewelle setzt nicht nur den Menschen, sondern auch dem deutschen Stromsystem schwer zu. Schon seit Langem ist bekannt, dass stabile Hochdruckwetterlagen der ärgste Feind der Energiewende sind. Kaum ein Lüftchen regt sich, die Windkraft fällt fast komplett aus, und ob die PV-Module produzieren oder nicht, hängt davon ab, ob die Sonnenstrahlen von dichtem Hochnebel reflektiert werden oder am Boden ankommen.

Das gilt aber nur tagsüber: Wenn die Sonne untergegangen ist und die Windkraftwerke wegen Flaute noch immer nichts liefern, wird der Strom knapp. Denn dann laufen die Klimaanlagen immer noch auf Hochtouren, aber die nach der Energiewende deutlich dezimierten regelbaren Kohle- und Kernkraftwerke fehlen und lassen sich nicht auf Knopfdruck an- und abstellen.

Für dieses Phänomen hat sich inzwischen sogar ein neuer Begriff etabliert: die Hitzeflaute. Fast jeden Tag im Juni drückten die Solaranlagen viel zu viel Strom ins Netz. Dieser konnte nicht verbraucht werden, daher wurde er exportiert, und dies führte häufig zu negativen Strompreisen. Von „Stromexport“ zu sprechen, ist aber nicht korrekt. Weil nur die Geldflüsse zählen, handelt es sich bei negativen Preisen um den Import einer Entsorgungsleistung.

Ruft man sich die Seite der Fraunhofer-Gesellschaft mit den Energie-Charts auf, sieht man dort neben der obigen Grafik weiter unten auch die Extremwerte im Betrachtungszeitraum. So schwankte der Anteil der Stromerzeugung aus EEG-geförderten Anlagen („erneuerbare Energien“) im Juni zwischen 15 und sagenhaften 143 Prozent. Mehr als hundert Prozent Erzeugung im Verhältnis zum Verbrauch? Gerade an Wochenenden und Feiertagen produzierte Deutschland seit Anfang Mai oft einen Überschuss an elektrischer Energie, der exportiert wurde und auch bei uns jederzeit zu einem Blackout führen kann, wie ihn Spanien im April 2025 erlebt hat

Das Angebot an EEG-Strom schwankt derzeit täglich um viele Dutzend Gigawatt, während sich der Verbrauch deutlich weniger stark über den Tag verteilt ändert. Weil Preise Knappheitssignale sind, kann man an den Börsenstrompreisen ablesen, ob genügend elektrische Energie bereitgestellt werden konnte oder nicht. Fast jeden Tag war das Angebot an Solarstrom höher als die Nachfrage, dann sanken die Börsenpreise bis weit in den negativen Bereich. Nachts stiegen sie auf Rekordwerte von weit über 70 Cent je Kilowattstunde.

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Denn nach Sonnenuntergang fehlte die elektrische Energie. Die Windenergie, die nach den Energiewendeplänen die Versorgung Deutschlands übernehmen soll, fällt gerade bei extremen Wetterlagen aus. Die windstillen Tage sind oft die, an denen man im Winter Heizwärme und im Sommer Kühlung benötigt. Beides könnten Wärmepumpen übernehmen. Aber diese sind in Verruf geraten, da gleichzeitig das Stromerzeugungssystem auf wetterabhängige Energiequellen umgestellt wurde und die Verbraucherpreise für Strom explodiert sind.

Dass die Energie abends knapp und teuer ist, liegt gleich an drei politischen Strategien. Erstens wurde das Angebot an zuverlässigen, regelbaren Kraftwerken verknappt, indem alle Kernkraftwerke und ein Teil der Kohlekraftwerke abgeschaltet wurden. Zweitens werden die verbleibenden Kohle- und Gaskraftwerke, die zwingend einspringen müssen, um die Stromversorgung sicherzustellen, mit hohen CO2-Abgaben belastet. (Der Staat verdient an der politisch gemachten Mangellage also kräftig mit!) Und drittens wurden in den letzten 20 Jahren ausgerechnet die unzuverlässigsten Kraftwerke stark ausgebaut: Solar- und Windkraftwerke.

Diese Politik rächt sich nun durch nie gekannte untertägige Preisschwankungen. Dabei gibt es andernorts reichlich Erfahrungen im Umgang mit sommerlichen Hitzewellen. Viele südliche Industrieländer meistern auch große Hitze problemlos, da sie Energie im Überfluss haben. Denn wenn Energie preisgünstig ist, können sich auch ärmere Menschen eine Klimaanlage leisten, der Kopf bleibt kühl und die Gedanken klar. Das gilt von Singapur über Südkorea bis zu den Golfstaaten, genauso wie in den USA. 

Wenn es nun auch in Deutschland wegen des Klimawandels wärmer wird, dann ist es das Gebot der Stunde, die Stromknappheit zu beenden und von den südlich gelegenen Industrieländern zu lernen. Aber selbst Deutschland hatte bis zum Jahr 2002, als der Bundestag den Atomausstieg beschloss, alle Voraussetzungen, um jedwede Wetterlage zu meistern. Mit jährlich bis zu 170 Terawattstunden an zuverlässigem Atomstrom und reichlich Kohlestrom war immer genügend Energie in Reserve. Bis heute könnten die Kohlekraftwerke zwar produzieren, wegen der Energiewende lohnt sich ihr Einsatz aber immer seltener. Gerade Kohlekraftwerke sind nicht beliebig flexibel. Sie können tagsüber nicht einfach ganz abgestellt werden und dann abends einspringen. Stattdessen bleiben sie im Sommer häufig ganz aus, werden womöglich gerade gewartet, und abends fehlt dann die Energie.

Hätte Deutschland die abgeschalteten Kern- und Kohlekraftwerke noch heute am Netz, gäbe es keine übertriebenen Preisexplosionen. Die Versorgung wäre stabiler, und die Preise würden deutlich weniger schwanken. 

Die Energiewende hat das System nicht modernisiert, sondern anfälliger gemacht. Die Wette auf wetterabhängige Energien geht nicht auf. Wann schafft es die Politik, die Politik endlich zu beenden?

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27 Kommentare

  • Es wird schon noch, denn es fehlen nur noch Batteriespeicher im Netz, welche lediglich ein paar Billionen Euro kosten, das kann sich das reiche Deutschland sicherlich leisten … immer nur weiter schön Staatsgeld für Sinnlosigkeiten verballern, frei nach dem Motto „nach mir die Sintflut“
    😄

    • Das ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch der Fläche. Im kleinen Stil noch machbar und die ersten Goldgräber sind da bereits unterwegs, aber nichts was zu einer stabilen Stromversorgung beitragen wird.

      • Keine Sorge, wir haben bald sehr viel ehemalige Industrieflächen zur Verfügung.
        Die eine Hälfte wird mit Sozialwohnungen zugebaut, wo dann ausländische Sozialleistungsempfänger wohnen, die andere Hälfte mit Batteriespeichern.
        Die Batteriespeicher werden ausreichen, ohne Industrieproduktion muss jeder nur noch einen Kühlschrank betreiben und einmal am Tag sein Handy laden um Pornos zu gucken.
        Wir gehen einer großartigen Zukunft entgegen.

  • Von montags bis freitags in Tichys Morgenwecker zu hören. Der Energiebericht des letzten oder vorletzten Tages mit Daten über Stromproduktion (getrennt nach Solar und Windkraft), des Stromverbrauches, des ggf. verkauften Stromüberschusses inkl. Preis, sowie dem Stromdefizit und Preis dessen was Deutschland zukaufen musste. Spätestens da, wird jedem klar, wie die exorbitanten Strompreise für den Endverbraucher zustande kommen.

  • „Die Energiewende hat das System nicht modernisiert, sondern anfälliger gemacht.“ Das ist eine Gesetzmäßigkeit immer und überall dort, wo anstelle Pragmatismus unter Beachtung der Naturgesetze Ideologie regiert.

  • Dachte die erneuerbaren Energien wären toll, kosten nur 1 Kugel Eis …
    Die Probleme, die wir jetzt diesbezüglich haben, zeigt wieder mal den Irrsinn grüner Energiepolitik. Aber wird sich was ändern? Nein, weil wir genau, das kriegen, was wir gewählt und damit verdient haben.

    • Das mit der Kugel Eis stimmt immernoch, allerdings dürfte deren Gewicht in Tonnen zu messen sein.

  • Kurzfristig gibt es nur folgende Lösung:

    1. Es müssen Gaskraftwerke als Rückfalllösung gebaut werden, diese müssen von der Kohlendioxidabgabe befreit werden um einen lohnenden Betrieb zu ermöglichen.

    2. Die Vergütung nicht abgenommenen EEG Stroms muss beendet werden, oder an Bedingungen geknüpft werden, die eine spätere Verwendung des Stroms möglich machen zB durch Bau von Speichern.

    Sicherlich ist das Flickwerk, aber Rot Grün Schwarz hat den Laden zu gründlich vor die Wand gefahren, als das wir noch Zeit hätten, Idealvorstellungen umzusetzen.

  • Zuverlässige Stromversorgung würde den „Green Deal“ gefährden. Erklärtes Ziel ist der Industrieabbau zur Erreichung der Klimaziele.
    Wir sind seit Merkel auf dem besten Weg dahin.
    Rotgrün gibt den Weg vor und Merz läuft einfach mit…

  • sorry, aber es ist mir schon lange aufgefallen, daß durchaus auch im Sommer tagsüber wind geht, speziell in zig Meter über dem Boden und auf Kuppen.
    von einer Verwandten, die dort gearbeitet hatweiß ich: die schalten die Windräder zentral AB weil/wenn die Solaranlagen laufen, weil sonst ZUVIEL Strom produziert würde…

    ZUVIEL nicht etwa für den VERBRAUCHER oder das NETZ, sondern ZUVIEL, als das man dafür künstlich verknappt genug Euros verdienen würde….

  • Ein Hauptgrund die Verbraucher und die Bürger in die E-Mobilität zu zwingen ist genau der Umstand, dass durch Windkraft und Solarstrom erzeugte Energie nicht speicherbar ist, bzw. diese dem Staat viel zu teuer wäre. Und den überschüssigen Strom gegen Gebühr ins Ausland zu entsorgen und am nächsten Tag, atomerzeugt teuer wieder einzukaufen ist auf Dauer den Bürgern auch nicht mehr zu erklären. Also, der Strom muss irgendwie gespeichert werden. Ohne Kosten für den Staat. Wenn dann mal jeder zweite oder mehr eine E-Karre hat, haben sie den Speicher. Und wenn das Auto nicht bewegt wird, kann man den Strom im Haushalt verwenden. Das wird sicherlich noch zur Pflicht werden. Und wer sich keine E-Karre leisten kann. wird sich künftig eine Batterie für Haushalt leisten müssen. Subventioniert von der KfW, und letztendlich bezahlt durch den Steuerzahler über EEG-Umlage. Also: es wird noch teurer.

  • „Das Netz ist der Speicher. Es gibt Batterien, die auf Kobold verzichten können“,
    Annalena Baerbock.

    Hurra, hurra, der Pumuckl ist da.

    • Meister Eder wäre bestimmt froh.

    • Das hatte die auf ihren Reisen in hunderttausende Kilometer entfernte Länder in Erfahrung gebracht.

    • @Icke
      🫣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣

  • Als Ergänzung (Tag-Backup) zum regulären Stromerzeugungsbetrieb ist Solar (Wind eher nicht) durchaus ein interessanter Faktor und als alleiniger Unterstützer auch durchaus flächendeckend regelbar. Wenn man aber funktionierende oder auch hochmoderne Kohlekraftwerke einfach aus ideologischen Gründen sprengt! (nicht einfach nur abschaltet!) dann ist das ein von politischer Seite planvoll orchestriertes Verbrechen und ein Verrat am eigenen Staat. Wer die Eckpfeiler und die technischen Zusammenhänge der Energiewirtschaft kennt, würde niemals auf die Schnapsidee kommen, die Grundlastversorgung auf ein so erbärmlich niedriges Niveau zu drücken mit allen deutlich spürbaren Konsequenzen. Aber Politiker folgen primär Interessengruppen oder Lobbyisten, die sich offensichtlich etwas von dieser kranken Grundeinstellung versprechen.

  • Wer in den MINT Fächern nicht geschlafen und das Hirn nicht abgeschaltet hatte, der wusste das von Anfang an. Daran kann man sehen, wie viel Dummheit in der Politik unterwegs ist. Diejenigen, welche das wussten und trotzdem weiter gemacht haben sind hochgradig korrupt und ziehen ihre eigenen Vorteile aus dem Schaden an der Wirtschaft und den Bürgern.

    • Merkel Habeck Merz

    • stimmt aber (zu) viele begehen einen Denkfehler, sie gehen davon aus dass diese Leute das Gemeinwohl im Sinne hätten. Die Destruktion und Verarmung ist aber geplant und gewollt.

  • Ja grüne Energie ist halt nicht gratis, und in der Nacht gibt es keine Sonne. Aber ganz je blöder desto sicherer die Zukunft. Deshalb bin ich für mehr Solar und natürlich viele Fachkräfte. Müssen halt mehr EAutos bauen sie wissens schon wegen Batterie, wurde uns doch politisch von einer Fachfrau erklärt. Warum emigrieren die Kobolde nicht nach Deutscheland? Ich warte auf die weisen Worte vom Präsidenten.

    • Wenn sie es könnten und das Geld dafür hätten, würden die Deutschen Milliarden von Spiegeln in den Orbit bringen welche das Sonnenlicht auf die Rückseite der Erde und auf Deutschland bringen würde. Das hätte den Vorteil, dass es immer Tag ist, und die Arbeit am Tag sich auf 24 Stunden verteilen ließe. Natürlich nur für die Sklaven die im System festgebunden sind. Für jene außerhalb ändert sich nichts. Nur dass man die Freizeit noch besser verwerten und verteilen kann. Und auch Demos wären präsenter und durch Dauerdruck effektiver.
      #Satire off..

  • Hirnverbrannte Politik

  • warum sollte die Politik, die Politik endlich beenden?
    Das ist doch gerade der Witz, eine Verknappung des Angebots maximiert die Gewinne der Herren der Volkszertreter.

  • Glückliche, bildungsverschonte Sklaven lieben die „Energiewende“.

  • Ich hoffe man kann irgendwann die Vollidioten die das zu verantworten haben in Haftung nehmen.

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