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Trotz Deindustrialisierung: EU weitet Regulierungsdruck auf Landwirtschaft aus

Brüssel und Berlin erhöhen den Regulierungsdruck auf die europäische Industrie. Mit der Verschärfung der EU-Richtlinie zu Industrieemissionen gerät auch die Landwirtschaft noch stärker in den Fokus der Klimaregulierung.

Die Grenzen zwischen Landwirtschaft und Industrie verschwimmen zusehends, auch regulatorisch. (Symbolbild) (IMAGO/Zoonar)

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Wenn das diesjährige Weltwirtschaftsforum in Davos eine zentrale Botschaft vermittelte, dann diese: Die amerikanische Delegation um US-Präsident Donald Trump hat der europäischen Fixierung auf den klimasozialistischen Umbau der Ökonomie die rote Karte gezeigt. Mit anschaulichen Worten machte der US-Präsident deutlich, dass der europäische Kurs – der regulatorische Versuch einer Net-Zero-Ökonomie ohne CO₂-Emissionen – aus amerikanischer Sicht bereits gescheitert ist und man die Notbremse gezogen hat.

Dass nun auch das Bundeskabinett die von der EU geforderte Verschärfung der Richtlinie zu Industrieemissionen in geltendes Recht überführt und diese nach erfolgreichem Parlamentsdurchlauf künftig auf Landwirtschaftsbetriebe ausdehnt (Apollo News berichtete), bestätigt den Eindruck: Die politisch ausgelöste Strukturkrise der europäischen Industrie, die schleichende Deindustrialisierung zentraler Industriestandorte Europas, wird in den ökonomischen Modellen der politischen Führung weiterhin als Petitesse behandelt.

Ein Kollateralschaden auf dem Weg ins grüne Utopia. Mit künstlich erzeugter Staatsnachfrage versucht man nun, freigewordene industrielle Kapazitäten wieder zu füllen – wahlweise durch Militärproduktion oder durch subventionierte Ökoprojekte, die reihenweise am Kostendruck scheitern oder schlicht nicht nachgefragt werden.

Regulierungsdruck mit System

Konkret wird die neue EU-Richtlinie dazu führen, dass rund 30 Prozent der Geflügel- und Schweinemastbetriebe künftig unter das Regime der Industrieemissions-Regulierung fallen. Als stünde der Sektor nicht bereits am Rande des Kollapses angesichts des bestehenden Regulierungsdrucks, wird nun also der nächste Angriff auf die Betriebe orchestriert.

EU-weit sollen etwa 50.000 Betriebe verpflichtet werden, verbindliche Umweltmanagementsysteme einzuführen, die in Prüfrhythmen von ein bis drei Jahren kontrolliert werden. Deutschlandweit sind 13.000 Anlagen zur EU-Compliance verpflichtet. Betriebe mit einer Schweinehaltung von mindestens 1.200 Mastschweinen oder 700 Zuchtsauen sowie Geflügelbetriebe mit circa 40.000 Masthühnern oder 21.400 Legehennen fallen künftig in den unmittelbaren Adressatenkreis des verschärften Regelwerks.

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Unter Androhung empfindlicher Strafzahlungen von mindestens drei Prozent des in der EU erzielten Jahresumsatzes im Falle von Verstößen versucht die Europäische Union, den Green Deal mit der Brechstange durchzusetzen. Ziel ist es, die Reduktion schädlicher Emissionen in Luft, Wasser und Böden sowie die Förderung von Ressourceneffizienz und einer dekarbonisierten Kreislaufwirtschaft bis zum Jahr 2050 sicherzustellen.

Für den deutschen Umweltminister Carsten Schneider (SPD) ist die Verschärfung der Richtlinie ein Grund zur Freude. Er verwies auf die Erfolge dieser Politik in den vergangenen zehn Jahren, die bereits zu erheblichen CO₂-Einsparungen geführt und eine umweltfreundlichere Produktion in Europa gefördert hätten.

Dass technologischer Fortschritt in erster Linie aus Wettbewerb und marktwirtschaftlicher Dynamik entsteht, spielt in der heutigen politischen Zentralplanung kaum noch eine Rolle. Man hat sich hinter hohen ideologischen Schutzwällen verschanzt, die den Blick auf die Realität der Wirtschaft vollständig verbergen.

Für die betroffenen Betriebe bedeutet die Umsetzung vor allem eines: einen massiven Zuwachs an Dokumentations-, Genehmigungs- und Nachweispflichten. Künftig sind sie zu regelmäßigen Emissionsmessungen und detaillierten Dokumentationsarbeiten verpflichtet. Die entsprechenden Berichte werden an die Landesumweltbehörden übermittelt und in EU-weite Register sowie öffentliche Portale eingespeist – Transparenz gewinnt auf einmal an Bedeutung.

Der Transparenzzwang erzeugt dabei erheblichen öffentlichen Druck auf die Betriebe, das Regelwerk möglichst schnell und vollständig umzusetzen – ganz gleich, wie die Finanzierung dieses zusätzlichen Aufwands gestemmt werden soll. Industrieexperten beziffern den Erfüllungsaufwand im Einzelfall – etwa zur Reduktion von Ammoniakemissionen – auf Kosten zwischen 100.000 und 500.000 Euro pro Stall, abhängig von Größe und technischer Ausstattung. Müssen jedoch die sogenannten BAT-Anforderungen („Best Available Techniques“) Jahr für Jahr durch weitere Nachrüstungen erfüllt werden, können diese Belastungen rasch in Millionenhöhe anwachsen.

Regierungsvertreter betonen immer wieder, der verschärfte Regulierungsdruck betreffe ausschließlich große Betriebe. Und bislang galt die EU-Richtlinie auch vor allem für Branchen wie Chemie, Stahl, Zement, Raffinerien und Energieanlagen, richtete sich primär an Großanlagen mit besonders hohen Emissionen und Stoffdurchsätzen.

Tatsächlich jedoch entsteht sowohl durch das Lieferkettengesetz als auch durch die neue Regelung ein erheblicher Druck entlang der gesamten Zulieferketten. Große Unternehmen sind gezwungen, die für sie geltenden Umweltauflagen an kleinere Zulieferer weiterzureichen. Die Prüf- und Kontrollmechanismen greifen damit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Politische Lähmung

Es ist bemerkenswert, wie ungerührt sich die europäische Politik angesichts der fortschreitenden Deindustrialisierung des eigenen Wirtschaftsstandorts zeigt und eisern ihren Kurs verteidigt. Mit dem schwindenden industriellen Fundament geht zwangsläufig auch ein geopolitischer Bedeutungsverlust der Europäischen Union einher. Jeder Industriebetrieb, der dem hohen Regulierungsdruck und den steigenden Energiekosten nicht mehr standhält und den Standort verlässt, nimmt wertvolles Know-how mit sich. Wertschöpfungsketten geraten ins Wanken, hohe Faktoreinkommen brechen weg, und der Staat gerät zunehmend fiskalisch unter Druck.

Die Reaktion auf dieses offen zutage liegende Desaster, das im vergangenen Jahr in rund 24.000 Unternehmensinsolvenzen mündete, bleibt dennoch vorhersehbar: ein durchschaubares Medienspiel, vorgetragen von Vertretern der Bundesregierung. Die wohlfeile Forderung des Bundeskanzlers nach Bürokratieabbau wird in immer schärferem Duktus wiederholt – nicht zuletzt vor dem Hintergrund von immerhin fünf anstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr.

Bürokratieabbau zählt zu den gängigen politischen Phrasen, denen keine Konsequenzen folgen. Deutlich wird die zugrunde liegende Strategie: Im öffentlichen Diskurs inszeniert man sich als Problemlöser, um zugleich Zeit zu gewinnen und am festgelegten Ziel der grünen Transformation unbeirrt festzuhalten.

Dabei wäre es für die deutsche Politik ein Leichtes, diese destruktive Linie zu beenden. Deutschland ist der größte Nettozahler der Europäischen Union. An den entscheidenden Schalthebeln der Macht sitzen sowohl in Berlin als auch in Brüssel und im Europaparlament Unionspolitiker. Doch über allem schwebt weiterhin der Geist zentraler Planung und vermeintlicher Machbarkeit, der Anspruch auf zentrale Steuerung der Industrie.

Immer neue Bürokratie

Wachsende Regulierung erzwingt zwangsläufig einen immer größeren Verwaltungsapparat. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst Jahr für Jahr um rund zwei Prozent gestiegen – das entspricht etwa 100.000 zusätzlichen Stellen. Vor diesem Hintergrund wirkt die vom Bundeskanzler kontinuierlich wiederholte Forderung nach Bürokratieabbau wie eine medientaktische Farce.

Die Dokumentations-, Nachweis- und Prüfpflichten der deutschen Wirtschaft haben inzwischen kafkaeske Züge angenommen. Allein in den vergangenen drei Jahren mussten rund 325.000 zusätzliche Stellen in den Betrieben geschaffen werden, um den wachsenden Verwaltungsaufwand zu bewältigen, der aus Brüssel und Berlin auf die Unternehmen einströmt. Der Staat beginnt damit faktisch, seine eigene Verwaltung in den privaten Sektor auszulagern.

Die politischen Entscheidungen führen zu einem spürbaren Druck auf die Unternehmen. Berlin und Brüssel reagieren auf den internationalen Wettbewerb und die Deregulierung in den USA mit einer Politik, die bestehende Herausforderungen für die Industrie verschärft, statt sie zu lösen.

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50 Kommentare

  • Solange die Landesregierungen in devoter Haltung dieses Spiel mitmachen wird es so weiter gehen , Erst muß das Volk der einzelnen Länder aufwachen und dieses übergriffige und vollkommen überflüssige Konstrukt ein für alle mal beseitigen .

    • Der Text ist zu 100% falsch und dein Kommentar Unsinn, Booooooooooomer.

      -21
      • Der Wulper sollte auf die „Freigabe“ warten… was ist denn das für ein dummer Kommentar?

        • Don’t feed the troll 😉

          5
  • Ob das die Südamerikaner wohl auch machen müssen im Rahmen von Mercosur …?!

  • Hat irgendwer irgendetwas anderes erwartet? Ich nicht.
    Den Plan verstehe ich mittlerweile, nur die Rolle von Merz noch nicht.

    • Ihr Rentner begreift halt gar nichts außer euren Gartenzwergen.

      -18
      • Bist du gesund ?

        • Nein, diese Person macht vermutlich das aus Geldmangel…

          3
        • Ein Troll, der halt substanzlos mit seiner „Boomer und Rentner“-Masche provozieren möchte…

          5
      • Und du 17jähriger Jung-Kommunist rettest die Welt?

        • Das ist ein Schreikind, welches bei Edeka an der Kasse seinen Lutscher nicht bekommen hat, und hier jetzt seinen Frust raus schreit.

          5
  • Alles Andere bedeutet Untergang.

    • Wenn sie dadurch Fleisch unbezahlbar machen, ist bei mir die letzte rote Linie überschritten. Und damit werde ich vermutlich nicht alleine sein.

      • Und dann wird Oma die Wahl boykottieren und stolz sein wie sie es „denen da oben“ gezeigt hat.

        -15
        • Ist heute wieder FDJ-Lehrjahr?

          7
        • Nein, dann wählen hoffentlich mehr und immer mehr Menschen die AfD, am besten über 50%. Schöne Grüße eines Boomers an den wulperiner Troll.

          3
  • Ich kaufe nur noch günstige Lebensmittel aus Südamerika.

  • Der Druck geht in die falsche Richtung.
    In einer Demokratie müsste er von unten nach oben ausgeübt werden.
    Willkommen in der Real Existierenden Unsererdemokratie!

    • Der Druck wird von oben nach unten ausgeübt und damit dünge ich eure Kleingärten hahaha

      -18
  • Man kann es kaum glauben. Die EU und D machen Alles kaputt und wir schauen einfach zu !!!! DAS kann doch nicht ernst sein.

    • Ihr Boooooooooooomer kapiert halt nicht dass die Rettung der Menschheit vor einer klimatischen Kernschmelze wichtiger ist als eure Mercedesse, eure Rohlex Uhren und eure Thailand Urlaube.

      -14
      • Klimatische Kernschmelze, wer hat das denn in Deinen Brägen gehämmert?

        • Kein Schulabschluss- was ist von solchen Typen auch anderes zu erwarten!

          3
  • Die Beamten der EU können nur Verordnungen erlassen. Solange die Beamten das Sagen haben, wird sich nichts ändern.

  • Klingt nach Outsourcing der Lebensmittelproduktion.

  • Landwirte sind Marionetten einer Planwirtschaft. sie arbeiten jetzt zeitweise mehr im BüRo, als im Betrieb. Das Einkommen wird durch Quoten, Subventionen und Investitionen bestimmt, die nichts mit Marktwirtschaft zu tun haben.
    Lufthansa kassiert für ihre Catering-Sparte Millionen aus dem Agrar-Topf vom Steuerzahler, Brüssel-Lobby-Gaunereien lassen grüssen, nur ein Beispiel..

    • Du bist zu alt um das zu verstehen.

      -17
  • Einerseits führt die Überregulierung zur Deindustrialisierung und Bauernhofsterben in Europa. Andererseits werden Abkommen wie Mercosur geschlossen, mit Ländern ohne jegliche Regulierung, die gerne die Lücke mit billigen und unregulierten Waren füllen.
    Aus Brüssel kommt nichts, was das Leben der Bürger besser macht, es wird ausschließlich schlechter. Diese EU braucht kein Europäer.

    • Aus Brüssel kommen neue Technologien für eine Zukunft ohne CO2-Verbrauch. Aber das ist euch Booooooooooooooomern nicht zu vermitteln.

      -14
      • Dass Pflanzen CO2 zum Wachsen brauchen, war wohl noch nicht dran in deiner Waldorf-Schule?

        Das mit der „Zukunft ohne CO2-Verbrauch“ wirst du Jüngelchen also zuerst den Pflanzen erklären müssen.

        Und jetzt hör gefälligst auf, auszuatmen, du CO2-Erzeuger!

  • Das ist ein reiner sozialistischer Plan der Sozialismus verbot kleine private Bauernbetriebe in der DDR und sie wurden enteignet. Alle mussten sie sich in Agrar-Kombinate anschliessen. Natürlich unter dem Segen der Planwirtschaft sollte gedeihen was nicht gedeihen konnte.

    Die EU bewegt sich in rasantem Tempo in den Sozialismus „lang leben die Agrar-Kombinate“ mit der Planwirtschaft.

    oder wie der Russe zu sagen pflegte: „Lang lebe Stalin und die Kolchosen“ mit ihrer Planwirtschaft.

  • Das Mittelalter war definitiv ein Dreck dagegen. Aber sie werden es schon sehen …

  • Wieso wirtschaftet die EU mit Politikern von der Resterampe eigentlich die Mitgliedstaaten herunter? Ist das deren Auftrag?

    • Das ist zu hoch für dich, Opa.

      -13
      • Niedlich 😉
        Ich war auch schon mal so doof wie du. Es hat sich mit dem Alter aber irgendwann gegeben.

  • Um den Markt in Europa mit minderwertigen Erzeugnissen aus aller WElt fluten zu können, müssen europäische Betriebe erst zerstört werden.
    Wenn die Menschen dann hungern, werden sie jeden Müll kaufen egal wie ungesund, egal wie umweltfeindlich, egal wie teuer…

    • Wer die Nahrung kontrolliert…..usw……
      Zudem müssen sich doch schließlich die ganzen Investitionen in „Laborfleisch“, etc. lohnen…..

      • Euch Booooooomern tut Kalorienreduktion nur gut.

    • Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Kaiserin der EU „IDIOCRACY“ als Handlungsanleitung verstanden hat.

  • Die EU in der Form gehört abgeschafft. Sie kostet viel und macht den Bürgern das Leben schwer. Deshalb AFD wählen.

  • Wow. Der Sozialismus ist weltweit gescheitert. Aber jetzt wird von der Leyen es auch nochmal versuchen.

    Planwirtschaft und Sozialismus! Mit der Kaiserin der EU mit voller Kraft in den Untergang!

  • mich wunderts,das hier die ganzen repressalien der eu centrale aufgelistet werden und bewußt ist,was passiert,warum finden sich nicht menschen mit gewisser ausbildung und setzen ein zeichen,früher waren es mal die 3 buchstaben oder die 6 in italien,gibt auch einen schönen film mit liam neeson,the marksman

  • Täglicher anti-EU Boomer Slop. Wer heute keine KI benutzt um sich der Bürokratie zu entledigen ist selbst schuld. Automatisierung kann das längst so gut wie den Traktor über das GPS Grid fahren.

    -17
    • Bloß aufs Klo gehen kann die KI noch nicht, dazu braucht ihr Booooooooomer mich. Ich bin nämlich in der Produktion.

      -14
      • Ah ja, du bist in der Produktion, dass ich nicht lache. Leiste erstmal das, was ich mein Leben lang geleistet habe und noch leiste. Dann sprechen wir uns wieder! Und bis dahin – schön arbeiten und meine Rente zahlen!

  • „Die amerikanische Delegation um US-Präsident Donald Trump hat der europäischen Fixierung auf den klimasozialistischen Umbau der Ökonomie die rote Karte gezeigt.“

    AN schwurbelt wie der Orange Guy, der eine Unmenge Unsinn erzählt. China stellt im Jahr mehr Windräder auf als die gesamte EU.

    Unabhängig davon, ob man die Entwicklung für falsch oder richtig hält: was dieser Mann sagt, kann kein Argument sein.

    -23
    • Vielleicht könnten Sie uns damit erhellen, was jetzt besser an Ihrer Äußerung sein sollte.

      • Trolle stören absichtlich den Diskussionsverlauf, indem sie wütende Antworten auf ihre sinn-freien Provokationen hervorlocken wollen…Resultat: Ein Gespräch kommt zum Erliegen….

    • Ja, China stellt die Windräder her mit der Technologie die die vorher in Europa gestohlen haben.

      Und jetzt verkaufen sie den unrecycelbaren Schrott an die Länder, in denen die grüne Idiotie-Sekte den Unfug subventioniert.

      Die globale Verblödung der Jugend schreitet voran.

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